Ausgabe 
8.10.1867
 
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Dienstag den 8. October.

Enthält die amtlichen Exlasse für den Kreis Friedberg.

Fricdberger Intelligenzblatl.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

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Auf denAnzeiger kann man noch imm Poststellen des Großherzogthums Wit 33 kr.

ier für die Monate October, November und Dezember, und zwar bei den bei der Expedition des Blattes mit 30 kr. abonniren.

Betressend: Die Einsendung der Kostenverzeichnisse über die Einbringung der Communalintraden vom III. Quartal 1867.

Das Großherzogliche Kreisamt

Amtlicher Theil.

Der sofortigen Einsendung der rubricirten Kostenverzeichnisse sehen wir entgegen.

unterri

ch t rr

Der Lokalgewerbverein zu Darmstadt wird auch in diesem Winter wieder in der von

Leute, welche sich zu tüchtigen Bauhandwerkern heranbilden wollen, zeichnen, darstellende Geometrie, technisches Zeichnen,

einen

stellung von Voranschlägen, Materialtienkunde.

Die Schule wird am 1. Dezember 1867 für drei Monate verbindlich zu machen. Nach dem 1. Dezember mit Ausnahme der Sonntage und Samstag Nachmittage Vormitt

Das monatliche Schulgeld betragt 5 fl. und ist von auswärtigen haben baldigst schriftlich unter der Bareau des Großherzoglichen Gewerbvereins zu Darmstadt

Die Anmeldungen für den Unterricht An das

eröffnet und Ende Februar 1868

Adresse:

oder mündlich auf diesem Büreau, Rheinstraße Nr. 14. zu geschehen.

Der Unterricht wird nur dann stattfinden können, wenn eine genügen

können keine Aufnahmen mehr stattfinden. ags von 812 und Nachmittags von 15 Uhr statt. Schülern fur die drei Monate mit 15 fl. voraus zubezahlen.

Friedberg den 4. Oktober 1867.

Friedberg an die Großherzoglichen Bürger meistereien.

Tr u p o

Ban handwerker.

ihm unterhaltenen Winterbauschule an junge

Unterricht in folgenden Fächern ertheilen lassen: Freihand⸗ Rechnen, Geometrie, Stylübungen, Buchführung, Auf⸗

geschlossen werden und haben sich die anmeldenden Schüler

Der Unterricht hat täglich

de Zabhi von Schülern sich dazu angmeldet haben.

Hessen. Darmstadt. Nach derDarmst. Zig. lauten die neuesten Berichte über den Stand der Cholera: In Gernsheim erkrankten vom 26. bis 29. September 7 Personen und starb 13 die Gesammtzabl der Erkrankten beträgt nunmehr 403, die der Gestorbenen 69. Die Epidemie ist demnach noch nicht vollständig erloschen, doch dem Erlöschen nahe. In Fehlheim scheint die⸗ selbe jedoch erloschen, indem nur noch 2 Kranke in Behandlung sich befinden. Erkrankt waren im Ganzen bis zum 30. September 60 Personen, und daran gestorben 29, 10 Erwachsene und 19 Kinder. In Mainz betrug bis zum 27. September die Zahl der Erkrankten 5, die der Gestorbenen 3. In Hechtsheim hat keine Erkrankung mehr staltgesunden, dagegen sind in Weisenau 2 Personen erkrankt und 1 davon gestorben. In Oppenheim wurden 2 Per- sonen von der Cholera befallen, wovon 1 der Krankheit erlag. Von Hamm werden 2 Er- krankungen, beziehungsweise ein Todesfall unter choleraartigen Erscheinungen gemeldet, das Vor⸗ handensein der asiatischen Cholera jedoch in Ab⸗ rede gestellt.

* Friedberg. Die Direction des Schul- lehrer Seminars dahier macht bekannt, daß der Unterricht au demselben mit dem 14. October d. J. wieder fortgesetzt werden wird und etsucht die Großherz. Bürgermeistereien und Pfarrämter, den in ihren Gemeinden wohnhaften Seminaristen hiervon Kenntniß gehen zu wollen.

1 Friedberg, 5. Octeber. Heute Vor⸗ mittag fand die durch die Convention mit Preu⸗ ßen bedingte neue Beeidigung unseres Militärs in dem Hofe der Burgcaserne ohne weitere beson⸗ dere Feierlichkeiten statt. Die betreffende Eides⸗ formel lautet:Ich schwöre Treue S. K. H. dem Großherzog, Geborsam S. M. dem König von Preußen, als Oberbundesfeldherrn, seinen Generalen und allen Vorgesetzten. Um dieselbe Zeit marschirte ein Bataillon des rhein. Infau⸗ terie-Regiments Nr. 30 durch unsere Stadt, den in voriger Woche vorausgekommenen zwei Batail⸗ lonen in die neue Garnison Mainz folgend.

Gießen. Professor Lembke in Marburg

hat den an ihn ergangenen Ruf als erdentlicherschließt, der sion von 21 Mitgliedern zu ernennen.

Professor in die philosophische Facultät

Landes-Universität Gießen Sprachen angenommen. Derselbe wird seine Vorträge schon im bevorstehenden Wintersemester eröffnen. Mit dem beginnenden Wintersemester treten als neue Professoren in Gießen in Wirk⸗ sawkeit: Dr. Buchheim von Dorpat für Phar- makologie, Dr. Streng, bisher an der Berg- schule in Clausthal, für Mineralogie, Dr. Lembke, Dr. Zöppritz für die mathematisch⸗-physikalischen Fächer. Dem Vernehmen nach sind noch vier Berufungen im Werke.

Die Sitzungen des Rekrutirungsraths für die Provinz Oberhessen werden vom 28. October bis zum 1. November l. J. im Regierungsgebäude dahier stattfinden.

Preußen. Berlin. Die dem depossedir⸗ ten Könige von Hannover zugestandenen Capitalien werden unter preußischer Verwaltung stehen, und ebenso stehen vorläufig die Schlösser Herrenhausen und Marienburg, sowie die Domäne Kalenburg unter preußischer Verwaltung. Gutem Ver⸗ nehmen nach wird Graf Bismarck acht Tage in Pommern verweilen.

3. October. Reichstags Sitzung. Graf Bismarck macht brieflich die Anzeige, daß wegen seiner Abwesenheit von Berlin Freiherr v. Friesen den Vorsitz im Bundesrathe führen werde. Die Wahl Harkort's wurde beanstandet und eine genaue Untersuchung der bei derselben stattgehabten Vorgänge beschlossen Die Etats- Ansätze der Post- und Telegraphen- Verwaltung wurden genehmigt und über den Antrag Becker's von Dortmund(Gehalts-⸗Aufbesserung der niede⸗ ren Postbeamten betreffend) die motivirte Tages · orduung beschlossen, nachdem die Regierung die Erhöhung des Remunerationsfonds verheißen hatte. Der Antrag Meyer's(Bremen) auf Ermäßigung der Telegraphen-Gebühren wurde abgelehnt. Im Lauft der Debatte erklärte die Regierung: die Postverwaltung in Hohenzollern werde von der norddeutschen nicht getrennt; für nächstes Jahr stehe ein neuer Postvertrag mit Italien bevor.

4. October. Reichstag. Der Vice⸗ Präsident, Herzog von Ujest, eröffnet um 10 Uhr 20 Minuten die Sitzung. Das Haus be⸗ für das Freizügigkeitsgesetz eine Commis⸗ Die Fort-

für die neueren setzung der Budgetherathung führt zu Capitel 4:

Verschiedene Einnahmen. Ein Antrag von Kratz will, daß die Beamten-Pensionen aus-

schließliche Bundespficht, Gehaltsabzüge unzulässig

seien. Präsident Delbrück verweist auf ein in nächster Session bevorstehendes Bundesbeamtengesetz und wünscht für jetzt Ablehnung des Antrags, worauf der Antragsteller denselben zurückzieht. Bei Berechnung der Matricularbeiträge gibt der Vorsitzende des Rechnungsausschusses, Günther, Erläuterungen über den Nachlaß an Militärkosten einzelner Staaten. Der Nachlaß sei ein tempo⸗ rärer bis Ende Juli 1874. Der Bundesrath genehmigte den Nachlaß, und es möge das Haus in gleicher Weise verfahren und damit zugleich seine Zustimmung zu der finanziellen Forderung der Conventionen geben. Abg. Planck beantragt Vorlegung der Conventionen an den Reichstag, soweit sie zur Competenz desselben gehören. Bundescommissär Günther verweist auf seine frühere Erklärung. Abg. v. Bennigsen be⸗ antragt Zustimmung zu den Conventionen, worauf Herr v. Günther erklärt, daß gegen diesen An- trag von Seiten der Regierung nichts zu erinnern sei. Ein Antrag Waldeckh's wurde mit 113 gegen 110 Stimmen angenommen und dadurch der von Bennigsen zurückgezogene, von Aegidi wieder aufgenommene und von der Regierung ge billigte Antrag erledigt.

Die administrative Einverleibung des Für⸗ stenthume Waldeck in Preußen, welche durch das Einrücken eines preußischen Bataillons in die Hauptstadt Arolsen vollzogen ist, ist in Abwesen⸗ heit des Fürsten erfolgt, der sich mit seiner Familie nach Italien begeben hat.

Graf Usedom hat den Auftrag erhalten, die italienische Regierung zu Verhandlun⸗ gen über den Abschluß eines Schifffahrts-Vertrages zwischen dem norddeutschen Bunde, sowie den üb⸗ rigen Theilnehmern des Zollvereins einerseits und Italien andererseits einzuladen.

Von der Burg Hohenzollern wird vom 3. ds. gemeldet: Der König empfing im Beisein des Kronprinzen den Präsidenten des Reichstags und sprach sich in anerkennenden Worten über die Adresse aus, worauf der Präsident Simson der Einweibung der Burgkapelle beiwohnte und zum

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