Ausgabe 
8.10.1867
 
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in einer Anzahl möglichst unschuldiger Stereoscopenbildern bestanden und die darüber enttäuschten Besucher die stets wiederkehrende beruhigende Versicherung erhalten haben, die Polizei habe sich heute eingemischt, morgen sollten sie wiederkommen und gewiß befriedigt den Zaubertempel ver⸗ lassen. Am Montag Abend verstanden aber einige band⸗ feste Bursche den Spaß übel; erbittert über den Schwindel ließen sie demDirector eine tüchtige Tracht Prügel au⸗ gedeihen und wurde in Folge des Spektakels die Bude polizeilich geschlossen.

Darmstadt. Die Abgeordneten der Feuerwehren, welche dem mittelrheinischen Feuecwebrverband beigetreten sind, werden sich am 27. l. M., Nachmittags 2 Uhr, zur Berathung des Statutenentwurfs, sowie zur Wahl des Vororts für das nächste Jahr hier zusammenfinden.

Darmstadt. Das Hermann'sche Dienstmännerinstitut dahier erfreut sich nicht allein hier am Platze der un getheilten Anerkennung seiner vorzüglichen Organisation und seiner pünktlichsten Ausführung aller ibm zu Theil werdenden Aufträge, auch von außerhalb wird ihm dieselbe gezollt. Ein Beweis hierfür mag darin erblickt werden, daß der Director Hermann seit 14 Tagen in Gießen weilt, um im Auftrag der Universität wissenschaftliche Samm⸗ lungen, die für das Museum in Calcutta in Ostindien bestimmt sind, zu verpacken und zu spediren.

Darmstadt. Vorige Woche wurde ein Mädchen, welches hier in einer Fabrik arbeitete und wegen Unwohl⸗ seins nach Eberstadt nach Hause gehen wollte, in der Neckarstraße von Leibgrimmen der Art befallen, daß sie sich auf die Erde legen mußte. So lag das Mädchen während zwei Stunden; hunderte von Menschen umstanden es, Niemand aber half, bis endlich ein Chevauxlegers⸗ Lieutenant v. B. sich desselben erbarmte und eine Droschke kommen ließ, in der das Mädchen nach Eberstadt fahren konnte.(M. Z.)

Worms. In der Nacht vom 4. Oct. wurde in die Bureauloealitäten des Großh. Hauptzollamtes durch die circa zwei Fuß dicke Hauptmauer des Hauses eingebrochen. Der Dieb erbrach das mit zwei Schlössern versehene Pult eines der Beamten und entwendete demselben daraus ihm angehörige Gelder im Betrage von 25 fl., sowie eine Partie Cigarren. Ebenso wurden mehrere Kistchen feiner Cigarren, welche zur Verzollung auf dem Bureau deponirt waren, gestohlen. Auch an dem wohlbefestigten Schranke der Zollkasse sind Spuren angewendeter Gewalt sichtbar.

3% Sonderbare Gerichte. In vielen Ländern ißt man Ameisen. In Brasilien bereitet man eine der größten Arten derselben mit einer Harzsauce zu; in Afrika dämpft man sie mit Butter; in Ostindien röstet man sie mit Kaffee und ißt sie handvollweise. Smeathman sagt:Ich habe mehrmals derartig zube reitete Ameisen gegessen und gefunden, daß es ein sehr schmackhaftes, nahrhaftes und gesundes Gericht ist. sind ein wenig süßer, obwohl nicht so ölig und zäh wie die Raupe oder die Larve des Dattelbaum-Rüsselkäfers, der auf allen Tischen Westindiens für eine Leckerei gilt. In Siam sind die Ameisencier ein sehr gesuchtes und theures Gericht, und in der Siadt Mexiko ißt man seit undenklichen Zeiten die Eier eines Wasser-Insectes, welches sich in den Teichen in der Umgebung dieser Stadt findet. In Ceylon essen die Einwohner undankbarer Weise die Bienen, nachdem sie ihnen den Honig abgenommen haben. Die Buschmänner Afrika's verspeisen alle Raupen, deren sie habhaft werden können, und es würde also ein Busch mann für einen Kohlgärtner eine werthvolle Erwerbung sein. Chinesen, die Nichts verloren gehen lassen, essen die Ver wandlungshülse des Seidenwurms, nachdem sie die Seide aus dem Cocon gewonnen haben. Die nordamerikanischen

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Die Australiex sind als Larvenesser bekannt und die

Indianer sollen die Gewohnheit haben, Heuschrecken zu essen, während die Buschmänner und bie Bewohner von Neu-Caledonien einen lebhaften Appetit nach gerösteten Spinnen zeigen.

Landwirthschaftliches und Gewerbliches.

* Borax als Waschmittel. Die holländischen und belgischen Wäscherinnen, welche eine Wäsche von der vortrefflichseen Weiße liefern, wenden anstatt Soda raf finirten Borax als Waschpulver an. Man nimnit auf eine Gölte kochenden Wassers eine Handvoll gepulverten Borax und erhält dadurch eine ausgezeichnele Lauge, womit man zugleich beinahe die Hälfte der Seife erspart. Der Borax verursacht den Geweben nicht den geringsten Nach- theil und hat noch die gute Eigenschaft, das härteste Wasser weich zu machen. Zum Waschen von Spitzen, Battist, Muslin u. oͤgl. wird eine größere Menge angewandt; zu Crinolinen, Unterröcken u. dgl., welche gesteift werden sollen, ist eine starke Lösung des Salzes erforderlich. In allen größeren Waschanstalten der Niederlande und Belgiens befolgt man dasselbe Verfahren.

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Die norwegischen Landwirthe sammeln die Kar- toffelblätter und legen sie auf Horden und Zäune, oder auf jeden anderen Ort, wo sie mit Leichtigkeit ge⸗ trocknet werden können. In diesem Zustande werden sie aufbewahrt und gekocht, um so den Milchkühen als Futter vorgelegt zu werden. Für jede Kuh wird eine gute Hand voll dieses dürr gemachten Fufters in ein Gefäß gegeben und mit heißem Wasser übergossen; man läßt es dann zugedeckt bis zum folgenden Tage stehen, worauf man die gekochten Blätter nebst dem Wasser den Kühen gibt. geben viel Milch auf dieses Futter.

Sie

Ankauf von Lebensmitteln. 2359(Butzbach.) Donnerflag den 10. d. Mts., Vor⸗ mittags 11 Ubr, werden auf dem Vüreau des unter zeichneten Verwaltungsraths für die Menagen der bie sigen Garnison größere Mengen von Kartoffeln, Bohnen, Erbsen, Linsen, sowie Weißkraut zum Einmachen durch öffentliche Versteigerung in Lieferung vergeben.

Butzbach den 3. October 1867. OGroßberzoglicher Verwaltungsrath der vereinigten Schwadronen der Retterbrigade D. K,

Major.

Steinkohlen-zieferung 2358 für die Großh. Taub stummen-Anftalt. Ungefäbrer Bedarf 400 Centuer. Die Bedingungen können taͤglich zwischen 3 und 5 Uhr Nachmittags beit uns eingeseben werden und die Angebote sind bis längstens zum 15. d. M. einzureichen.

Friedberg den 2. October 1867. Großherzogliche Direction des Taubstummen⸗Justituts Dr. Mattbtas.

Faselochs ⸗Versteigerung. 2378 Donnerstag den 10. October d. J., Vormittags 9 Ubr, soll am Faselstalle der Stadt Irtedberg ein zum Schlachten geeigneter fetter Jaselochst öffentlich meist. bietend verfteigert werden.

Friedberg am 4 October 1867.

Groß berzogliche Bürgermelfterti Friedberg. J. B. d. B. Der Großberzogliche Beigeordnete 1 Foucar.

Bekanntmachung. 2389 In Folge eines Antrags auf Vermoͤgensunter⸗ suchung gegen den, wobrschetulich flüchtig gewordenen Adolph Bär von Kirch⸗Göne, zuletzt dahter wohnhaft, werden alle, welche derücksichtigt werden wollen, aufgefordert, dts zum 15. dieses Monats länastens ihre Ansprüche an Adolph Bär dahter spezific ert anzumefden.

Zugleich wird verfügt, daß Alle, welche Zahlungen an ihn sollten orer sonstige Verdlndlichkeiten zu leisten haben, dieselben bel Meidung doppelter Erfüllung voreißt und bis auf Weiteres an Niemanden vtrabfolgen durfen.

Butz bach den 4. October 1867.

Hroßherzogliches Landgericht Butzbach Dr. Gllmer. Fresentus, Landrichter, Landgerichts⸗Assessor.

Obligations ⸗Verloosung. 2388 Von den Portlal⸗Obligattonen der hiefigen Ge⸗ meinde des Anlehens von 1845 sind heute durch Ver- loosung die Nummern 1 148, 183, 185, 208, 210, 211 und 176 mit je

2 236, 267 und 238 mit je 500 fl. zur Rückzahlung besilmmt worden.

Die Inhaber dirser Obligattonen werden hierdurch aufgefordert, am 31. Dezember l. 3. ibre Kapltalbe träge gegen Rackgabe der Origtnalobligattonen bel rem hiesigen Gemeinde Einnehmer in Empfang zu nehmen, da pen diesem Tage an bie Verzinsung aufhört.

Ober⸗Mörlen am 7. October 1867.

Großherzogliche Bürgermelsterel Ober-Mörlen Jecke.

X* 29 0 721 7* Kartoffel-Lieferung. 2398 Für das zweite Bataillon des 2. Infanterie; Regiments sollen circa 500 Malter Kartoffeln und eine größere Quantität Weißkraut auf dem Summissionswege vergeben werden. Anträge sind längßens bis zum Freitag den 11. d. Mts. an Herrn Hauptmann Leiß oder Herrn Oberlieutenant Stegmaper abzugeben, woselbst auch das Nähere über die Lieferungsde

dingungen zu erfagren ist. Friedberg den 7. October 1867.

Edictalladun g

2387 Forderungen und sonslige Ansprüche an den Nach⸗ laß dee im Mat J. J. zu Gießen verflordenen ledigen Heinrich Hanstein ven Friedberg find binnen Frist von drei Wochen bei der unterzeichneten Gerichtsstelle oder dem Kaufmann Johannes Hagstein zu Gießen sogewiß anzumelden, als sonst dieselden bei der Nachlaßregulisung außer Berücksichtigung bleiben werden.

Friedberg am W. Septemder 1867.

Groß berzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landlichter. Landgerichte ⸗Assessor.

2348 Das Spiel der Neuen Malländer Staats- Prämlen- Obligatlonen ist von der Grossherzogl. Hessischen Reglerunsg gestattet.

Gottes Segen bei Cohn!

Grosse Capitalien-Verloosungen von über 2 MIII. 200, 00 Mark. Beginn der Ziehung am Gten Oetober d. J.

Nur 2 Thaler kostet ein Origilnal-Staats-Loes, Geine Promesse) aus meinem Debit uud werden solche gegen frankirte Einsendung des Betrages, oder getzen Postvorsehuse, selbst nach den entferntesten Gegenden von mir verzandt.

Es werden mur Gewinne gezogen.

Die Haupt- Gewinne betragen Mark 225,000 125,000 100,000 50,0600 30,000 20,000, 2 à 15,000. 2 à 12,000, 2 à 10,000, 2 8000, 3 à 6000, 3 5000, 4 à 4000, 12 à 3000, 72 à 2000, 4 1500, 4 à 1200, 106 à 1000, 106 à 500, 6 à 300, 100 à 200, 7816 à 100 Mark 6

Gewimmzgelder und ainmtliehe Zie- humge listen sende nach Eutscheidung brompt und verschwiegen.

Meinen Interessenten habe allein in Deutschland die allerhöchsten Haupttrefler von 300,000, 225,000, 187,300, Ido ooo, 0, 000, 125,000; 103,000, 100,00 0 und jüngst am 11. Septem- ber schon wieder das grosse Loos von 127,000 Mark auf No, 31308 ausbezahlt.

Laz. Sams. Cohn in Hamburg, Bank- und Wechselgeschäft.

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Die Spinnstube. Volksbuch für das Zahr 1868.

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Georg Philipp Eckhold.

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