Ausgabe 
8.8.1867
 
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antrag. Er weist nach, daß die Offerte der Lud⸗ wigsbahn entschieden den Vorzug vor der der Taunusbahn verdiene. Forstmeister Hoffmann befürwortet den Antrag der Mehrheit des Aus- schusses und macht darauf aufmerksam, wie sehr Oberhessen durch den Nichtbesitz der Bahnen ge⸗ litten habe. Breidert beantragt eine Bahnlinie Darmstadt, Reinheim, Umstadt, Heubach, Sand⸗ bach, Hoͤchst und Erbach. Er erklärt sich für die Riedbahn mit einer Zwelgbahn nach der Berg straße und gegen das Project der Taunus-Bahn und wünscht, daß der Staat in Starkenburg selbst baue. Wirth spricht gegen Abtretung der Main Neckar⸗Bahn, da dieselbe sich sehr gut rentire. In Betreff der Odenwaldbahn entscheidet sich der Redner für eine Mümlingthalbahn von Dieburg ausgehend, da das Anerbieten der Taunusbahn in jeder Beziehung vortheilhaft sei. Fink hält die Veräußerung der Main⸗Neckar⸗Bahn für nicht geboten und wünscht eine Bahn Darmstadt, König, Erbach, Miltenberg, welche der Staat nöthigen⸗ falls selbst zu bauen habe. Nach den Erklärungen Schleiermacher's scheint sich die Regierung für eine Odenwaldbahn von Dieburg ausgehend entscheiden zu wollen. v. Jungenfeld spricht für den Antrag der Majorität, also gegen den Verkauf der Main⸗Neckar⸗Bahn und die Offerte der Ludwigsbahn.

6. August. II. Kammer. Das Kriegs- ministerium zeigt zunächst der Kammer an, daß nach Gießen ein Bataillon Infanterie verlegt wer⸗ den wird und legt dann bedeutende Anforderungen für Militärbauten in Darmstadt und Gießen vor. Die Eisenbahndebatte wird fortgesetzt. Der erste Redner ist Goldmannz derselbe erklärt sich gegen den Verkauf der Main⸗Neckar⸗Bahn und spricht für eine Odenwaldbahn von Dieburg über Um⸗ stadt, Höchst u. s. w v. Gagern stimmt im Wesentlichen den Ansichten der Mehrheit des Aus⸗ schusses bei. Wernher stellt aus rechtlichen Gründen(mit Rücksicht auf die Eisenbahnschulden) den Satz auf, daß die Main⸗Neckar⸗Bahn nicht verkauft werden dürfe, ehe diese Schulden heim gezahlt seien. Die Finanzlage unseres Landes, die 1876 schuldenfrei sein werde, gestatre, daß der Staat die Bedürfnisse seines Verkehrs aus eigenen Mitteln befriedigen könne. Dumont vertheidigt in längerem, tiefergehenden Vortrag die Anträge der Miorität und befürwortet warm die Odenwaldbahn via Darmstadt. Schleier⸗ macher hält die Veräußerung der Main⸗Reckar⸗ Bahn für nicht geboten. Edinger tadelt, daß die Regierung den richtigen Zeitpunkt verpaßt, wo die Staatskassen noch gefüllt und Anlehen zu pari unterzubringen gewesen seien. Er finde aber die Lage des Landes für nicht so verzweifelt, daß

es nicht möglich sei, aus eigenen Mitteln abzu⸗ helfen Redner ist für eine Odenwaldbahn von Dieburg nach Neckarelz und von Miltenberg nach der Bergstraße. Einstweilen solle man die Linie Dieburg Erbach und Worms Bensheim bauen, ohne die Main-Neckar⸗Bahn wegzugeben. v. Dal⸗ wigk sucht das Verhalten des Ministeriums in der Eisenbahnsache zu vertheidigen und nachzu weisen, daß es Alles Mögliche in dieser Angelegen heit gethan. Seitz tritt der Majorität des Aus- schusses bei und hält einen Verkauf der Main- Neckar-Bahn ohne Zustimmung Preußen's und Baden's für unmöglich, diese Zustimmung aber für unwahrscheinlich.(Forts. folgt.)

Eine Anzahl in Paris lebender Hessen hat eine Adresse an das Großherzoglich Hessische Staatsministerium gerichtet, worin auf die segens⸗ reiche Wirksamkeit und Unentbehrlichkeit der Hessi⸗ schen Gesandtschaft in Paris hingewiesen und mit Rücksicht auf die vielen Tausenden der hier leben- den Hessen um Belassung des Hessischen Gesandten in Paris gebeten wird.

Wie ein hiesiges Blatt berichtet, wird die preußische Regierung gegen den eventuellen Ver⸗ kauf der Main-Neckar⸗Bahn Einsprache erheben, da dieselbe nicht geneigt ist, gemeinschaftlich mit einer gleichberechtigten Privatgesellschaft den Betrieb derselben zu übernehmen.

DieDarmstädter Zeitung erklärt:Wir sind in der Lage, irrigen Angaben in öffentlichen Blättern gegenüber mitzutheilen, daß der Post⸗ vertrag zwischen Großherzogthum Hessen und König⸗ reich Preußen bereits vor längerer Zeit die Ge⸗ nehmigung Seiner Königlichen Hoheit des Groß- herzogs erhalten hat. Auch hören wir, daß der Vertrag den Ständen des Großherzogthums vor⸗ gelegt werden soll, sobalb die Ratification der Königlich Preußischen Regierung eingelangt sein wird.

Die zufolge der Militär Convention zu bildende Train- Abtheilung ist jetzt auch formirt und wurde dem Oberlieutenant Sartorius von der Artillerie unter Beförderung zum Hauptmann das Commando derselben übertragen. Oberst Laue, Commandeur des 3. Infanterie-Regi⸗ ments, welcher eine Reise nach Paris unternommen, ist daselbst bedenklich erkrankt.

Preußen. Berlin. Wie Berliner Blätter melden, soll zu dem oft berührten Art. 5 des Prager Friedens, die definitive Regelung der nordschleswig'schen Frage betreffend, eine bis fetzt geheim gehaltene Nebenbestimmung vorhanden sein, welche der preußischen Regierung in Bezug auf die Ausführung dieses Artikels Zeit bis zum Jahre 1870 läßt. Davon hat jedenfalls die sranzösische Regierung nichts gewußt, als sie den

fehlgeschlagenen Anlauf zur Einmischung in diese Angelegenheit nahm.

Der Lieutenant v. Scheve, welcher am 10. Juni d. J. seinen Zimmervermiether, Schuh ⸗⸗

machermeister Seyffart, erschossen hatte, ist zu

dreijähriger Festungsstrafe verurtheilt und nach Kundmachung der Allerhöchsten Bestätigung, wo⸗ durch das kriegsgerichtliche Urtheil erst Rechts⸗

kraft erlangt hatle, sofort zur Abbüßung der Strafe nach Magdeburg abgeführt worden.

Durch denStaatsanzeiger werden fol⸗ gende Ernennungen publicirt: Lother(Bromberg) zum ersten Präfidenten, Baumbach(Kassel) zum Viceprästdenten und Moele(Kassel) zum Ober⸗

staatsanwalt beim Appellationsgericht zu Kassel;

ferner: Hergenhahn(Wiesbaden) zum ersten Präsi⸗ denten, Bertram(Dillenburg) zum Vicepräsidenten und Diel(Wiesbaden) zum Oberstaatsanwalt beim Appellationsgericht zu Wiesbaden.

Frankfurt. Mit dem 1. September d. J. wird das preußische Strafproceßverfahren an den hiesigen Gerichten eingeführt werden. Gestern Abend trafen drei höhere preußische Polizeibeamte, welche in die hiesige Polizei eintreten werden, aus den alten Provinzen hier ein.

Am Samstag wurden dasFrankfurter Journal, sowie dieFrankfurter Zeitung mit Beschlag belegt, beide wegen eines Berichtes über die im Saalbau abgehaltene Versammlung der Tabakshändler und Fabrikanten.

Die Bundesliquidations-Commission hat ihre Verhandlungen am 31. Juli geschlossen, nachdem durch allseitiges Entgegenkommen der Regierungen die noch schwebenden Fragen in befriedigender Weise gelöst worden waren. Die Abfindungs⸗ summen für Oesterreich, Luxemburg und Limburg bezüglich ihres Antheils an dem zu 9,036,656 fl. 40 kr. taxirten beweglichen Bundeseigenthum in den Festungen Mainz, Ulm, Rastatt und Landau berechnen sich auf zusammen 2,916,656 fl. 34 kr. Dagegen haben alle deutschen Staaten ihren Schuldantheil zu tragen, der sich z. B. für Preußen mit Einschluß der neuerworbenen Länder auf 1,513,920 fl. stellt, für Bayern auf 508,273 fl., für Würtemberg auf 199,234 fl., für Baden auf 142,773 fl., für das Großherzogthum Hessen auf 88,448 fl. In der Sitzung der Liquidations⸗ Commtission vom 20. Juli hatten die preußischen Bevollmächtigten noch insbesondere zu erklären, daß die preußische Regierung dafür Sorge tragen werde, daß die Auszahlung der den einzelnen süddeutschen Staaten zustehenden Restguthaben am 1. August d. J. erfolgen könne.

Usingen. Das viel verbreitete und sich mit Hartnäckigkeit behauptende Gerücht, als beabsichtige die königliche Regierung eine Verlegung des Schul⸗

An Muth fehlt es ihr nicht, denn vor bellenden sondern erwartet

sächlichsten Grund darin haben, daß gerade im größesten Giftvorrath von dem Winterschlafe her

dieser Jahreszeit selbst die Aermsten Schuhe. zeit hält Orten.

gefährlicher machen. gebissen, so säume einstweilen sei man nicht müßig.

Sonst würde der raschere Blutumlauf

pulver aus.

von dieser immer geschont worden war, ließ

dieselbe in den Hinterfuß.

den Angriff. Daß ihr Biß nur ausnahmsweise tödtlich wird, dürste nach dem Urtheile eines Sachverständigen frinen haupt⸗

gefährlichsten ist, am seltensten ein Mensch gebissen wird. In der wärmeren Jahres- sich die Otter weniger auf offenen Wegen auf als in verdeckten

Ist aber Jemand wirklich von er keinen Augenblick ärztliche Hülfe zu suchen.

Ein erfahrener Arzt empfahl vor Allem, die Wunde zu unterbinden, das Blut so viel als möglich herauszudrücken, die Wunde mit warmem Wasser(resp. Urin) auszuwaschen und, wenn thunlich, das verwundete Glied in kühle Erde zu stecken. Hat Jemand ein scharfes Misser bei sich, und fürchtet er sich nicht, so schneide er die Wunde augenblicklich aus, oder lege glühenden Schwamm darauf, oder aber brenne sie mit Schieß Er beugt damit der eigentlichen Gefahr vor. aber reibe man die Wunde, wie auch deren ganze Umgebung mit warmem Baumbl ein, mache Aufschläge mit demselben, trinke auch dann und wann ein Glas voll davon, und setze dies einige Tage lang fort.

Ueber die Wirkungen des Ottergiftes bei Thieren hat man bei ge fangenen Schlangen Versuche angestellt. Eine Maus, welche ein Beobachter lange neben einer eingesperrten Kreuzotter gehalten hatte, und welche

Schlange belästigend auf der Nase herumkrebbeln. Sogleich schleifte die Maus den Fuß nach, und schleppte sich mühsam auf die Seite, blieb dann mit gesenktem Kopfe

Hunden flieht sie nicht,

Frühjahre, wo sie den tödtete sie der Besitzer. besitzt, und folglich am

Auch tragen in

den Biß gerade dann einer Kreuzotter Auch

zum Beißen gereizt.

Stunde darauf.

andere Thiere hüten. machen. Mehr als 2 Außerdem

gebissen fühlte.

zu schaffen. der Besitzer endlich der Da erst biß die Otter

bereits junge Ottern von ½ Zoll Länge befanden. machte man ähnliche Beobachtungen. ottern fraßen in der Gefangenschaft Nichts, bezeigten sich furchtsam, wenn ihnen Würmer, Insekten, kleine Vögel oder Saugethiere gegeben wurden. Höchstens wurden sie durch das Treten und die Bewegungen der Thiere Ein Vogel, welchen man auf diese Weise beißen ließ, dann aber sosort wieder an die freie Luft brachte,

Beispiele von Verwundungen von Menschen

Im Jahre 1840 ging ein Arzt aus Augsburg im Walde botanissren. Er bückte sich um ein Pflänzchen zu brechen, und bog das Gestrüpp aus einander, als er sich plötzlich am Ballen der Hand von einer kleinen Kupferotter Der Arm schwoll sofort gewaltig an; der Mann litt heftige Schmerzen und hatte etliche Wochen mit den Folgen des Bisses Vier Jahre nach einander, jedesmal zu der Zeit, wo die Verwundung stattgefunden hatte, und die Haut schälte sich 2 bis 3 Zoll im Umkreise flechtenartig ab. Patient gebrauchte allerlei, aber Nichts wollte helfen. Durch Einreiben von Fett und Oel wurde jedoch die Sprödigkeit der Haut gemildert; dies

sitzen, fing an zu wanken, und fiel nach 8 Minuten todt um. Die Schlange ließ aber ihr Opfer liegen und kümmerte sich nicht weiter darum. Nachdem die Otter 2 Monate gehungert hatte, mager und matt wurde,

Er fand 14 Eier in ihrem Leibe, worin sich aber Auch anderwärts Zwei in Gläsern gehaltene Kreuz⸗

starb eine halbe

Auch eine braune Waldschnecke, welche man vorzugs⸗ weise beißen ließ, starb nach 2 Tagen; Nahrungsmangel eingewirkt haben. bis zum andern Morgen todt. aufbewahrt worden sind, muß Die

doch mag bei ihr vielleicht auch Nicht minder war ein gebissener Frosch Auch vor dem Weingeiste, worin Ottern man wegen des darin rückständigen Giftes Grötze würde diese Schlange nicht furchtbar Fuß Länge erreicht sie nur selten. Nun einige durch Kreuzottern:

brach die gebissene Stelle wieder auf, Der

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der vierte worden, eingefunden 20 Bahern, städter und Bade achglen maler u teich ein docen d Auer kenn

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