Ausgabe 
8.8.1867
 
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1867.

Donnerstag den 8. August.

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nzeiger für Oberhessen.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Jutelligenzblatt.

1 Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

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Hessen Darmsladt. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 32 enthält(Schluß):

VIII. Militärdienstnachrichten. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 9. Mai den Stabs-Auditeur Kühn in der Reiterbrigade auf Nach⸗ luchen wegen geschwächter Gesundheit temporär in den Ruhestand zu versetzen; am 19. Mai die Hauptmänner Frhr. von Schenck zu Schweinsberg, Scriba und von Hessert im 3. Inf.⸗Reg., auf Nachsuchen, wegen Un⸗ tauglichkeit zum Felddienst, in den Ruhestand zu ver⸗ setzen; am 21. Mai dem Oberarzt Dr. v. Hesse im 2. Reiterregiment den nachgesuchten Abschied aus dem Militärdienst zu ertheilen; am 23. Mai den Haupt⸗ maun v. Zangen im 3. Inf.⸗Reg., auf Nachsuchen, wegen körperlicher Gebrechen, in den Ruhestand zu versetzen, und unter Versetzung à la suite der Infanterie; am 24. Mai den charaktertsirten Stabscuditeur Dr. Verdier im 4. Inf. Regiment zum wirklichen Stabsauditeur und den charakterisirten Oberauditeur Lotheißen im 1. Inf. ⸗Reg. den Rittmeister v. Hombergk zu Vach vom Gendarmerie⸗ corps, Conimandant der Division Oberhessen, zum charak⸗ terisirten Major zu befördern; am 1. Juni dem 2. Lehrer an der Garnisonsschule, Garnisonsmitprediger Dr. Krätzinger den nachgesuchten Abschied zu ertheilen, den seitherigen 2. Lebrer an dieser Schule, Garnisons⸗ mitprediger Dosch zum 1. Lehrer an derselben zu befördern und den Diaconatsverwalter Gustav Eyermann zu Gernsheim zum 2. Lehrer an der Garnisonsschule und zum Garnisonsmitprediger zu ernennen; am 8. Juni den interimißischen Commandeur der 2. Infanterie-Brigade, X. Oberst Becker, auf Nachsuchen, in den Nuhestand zu ver⸗ setzen; am 15. Juni die Erlaubniß zum Annehmen und Tragen folgender von Seiner Majestät dem Kaiser von Rußland verliehenen Orden zu ertheilen: dem General⸗ XI. lieutenant und Generaladjutanten Freiheren v. Trotha für

Dienstentlassung.

und Generaladjutanten Freiherrn v. Günderode für den

Keim, Cemmandanten der Residenz, für den St. Annen⸗ Orden 1. Classe, dem Generalmajor à la suite Frei⸗ herrn v. Geyso für den St. Annen⸗Orden 1. Classe, dem Ecneralmajor à la suite Frey für den St. Stanis⸗

tanten v. Grolman für den St. Annen⸗ Orden 2. Classe, dem Major v. Zangen, Platzstabsosfteier der Residenz, und dem Ritimeister und Flügel⸗Abjutanten v. Küchler für den S!. Stantslans⸗Orden 2. Classe; am 18. Juni den vormaligen groß herzoglich mecklenburg schwerinischen Lieutenant v. Witzendorff zum Lieutenant im 4. Infanterie⸗ Regiment zu ernennen; am 20. Juni den Obersi Freiherrn Gedult v. Jungenfeld, interimistischen Comman⸗

setzen.

deur der Reiterbrigade, zum ordentlichen Mitglied des Oberkriegsgerichts zu ernennen; am 28. Juni den Stabsarzt Dr. Mayer als Stabsarzt im 2. Infanterie⸗ Regiment am Regimentsstab zu belassen, den Oberarzt Dr. Steinhäuser von dem Militärhospital Friedberg bis auf Weiteres unter gleichzeitiger Uebertragung der Func⸗ tionen des dirigirenden Hospftalarztes bei dem Militär⸗ hospital Friedberg, zum 2. Infanterie-Regiment, den Ober⸗ arzt Dr. Schäfer vom 2. Infanterie-Regiment an das Militärhospital Friedberg, den Militärarzl Dr. Jäger von dem Militärhospitale Darmsiadt zu dem Großherzog⸗ lichen Scharfschützencorps und den Militärarzt Dr. Schmidt von dem Großherzoglichen Scharsschützencorps zu dem 2. Reiterregiment zu versetzen, sodann den Militärhospitalaccessisten Dr. Draudt, unter Zutheilung zu dem Militärhospital Darmstadt, und den practischen Arzt Dr. Melchior zu Butzbach, unter Zutheilung zu dem 2. Infanterie-Regiment(2. Bataillon,) zu Militärärzten zu ernennen; an gleichem Datum dem Lieutenant v. Witzendorff im 4. Infanterie⸗Regiment die Erlaubniß zum wuklichen Oberauditeur zu befördern; am 30. Mai zu ertheilen, das ihm von Seiner Majestät dem Könige von Preußen verliehene Erinnerungskteuz für den Feldzug 1866 anzunehmen und zu tragen; am 6. Juli den Generalmajor v. Grolman, Director des Kriegzemtnisteriums, als Zeichen der Allerhöchsten Zufriedenheit mit den bisher in dieser Stellung geleisteten Diensten, zum Präsidenten des Kriegsministeriums zu ernennen.

IX. Characterertheilung. der Großherzog haben allergnädigst geruht: dem Bürger und Spenglermeister Friedrich Adolph Herling zu Darmstadt den Character als Hosspengler zu verleihen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 16. Juli den fünften evangelischen Schullehrer zu Erbach Kredel auf sein Nachsuchen von seiner Diensistelle zu entlassen. Versetzungen in den Ruhestand. liche Hoheit der Großherzog haben allergnäbigst geruht: den Alexander⸗Newsty Orden, dem Generatlientenant am 12. Juli den Ober- Mebicinalrath Dr. Pfannmüller, mit Rücksicht auf seine geschwächte Gesundheit, auf sein St. Annen⸗Orden 1. Classe, dem Generallieutenant Nachsuchen, an demselben Tage den Lehrer an der evangelischen Schule zu Selters Heck und den Lehrer an der evangelischen Schule zu Breitenbrunn Bund, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen; am 16. den Salzmagazinsverwalter der Salzmagazinsverwaltung in' ie nid. laus⸗Orden 1. Classe, dem Oberst und Flügel⸗Adju⸗ Marloff, unter Anerkennung vieljährigen ine Leben zu rufen, resp. die nöthigen Subven treuen Dienste auf sein Nachsuchen, in den Ruhestand zu vetsetzen und ihm den Character alsRendaut zu ver⸗ leihen; an demselben Tage den evangelischen Schul' zweien Unternehmern für die oberhessischen Bahnen lehrer zu Walldorf Gumbart in den Ruhestand zu ver⸗

XII. Concurrenz für: die evangelische Pfarrstelle zu Angersbach mit einem Gehalte von 886 fl. 19 k die 2. evangelische Schulstelle zu König mit einem Gehalte

von 300 fl., nebst 4 Stecken Holz zur Heizung des Schul⸗ locals; dem Herrn Grafen zu Erbach⸗Schönberg steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die evangelische Schulstelle zu Wallernhausen mit einem Gehalte von 300 fl., nebst 4 Stecken Holz zur Heizung des Schullocals.

XIII. Zurücknahme einer Concurrenzeröffnung. Die in Nr. 30 Seite 356 des Regierungsblattes erfolgte Con⸗ currenzeröffnung für die evangelische Schulstelle zu Bellers⸗ heim ist zurückgenommen worden.

XIV. Gestorben. Am 11. Juli der evangelische Pfarrer Frey zu Kelsterbach; am 17. Jult der pen⸗ sionirte Landgerichtsactuar Heß zu Nidda.

Berichtigung. In Nr. 30 des Regierungsblattes Seite 356 muß es unter Nr. 3 der Sterbfälle stattder evan⸗ gelische Pfarrer J. J Rau zu Hahnder evangelische Schullehrer J. J. Rau zu Hahn heißen.

Darmstadt, 5. August. II. Kammer. Die Eisenbahnfrage steht auf der Tagesordnung. Als Vertreter der Regierung sind der Minister⸗ präsident v. Dalwigk und Geh.⸗Rath Schleier⸗ macher anwesend. Zentgraf theilt mit, daß Preußen seinen Antheil an der Main⸗Neckar⸗Bahn keineswegs an die Ludwigsbahn zu veräußern gewillt, daß es aber geneigt sei, die Offenbach⸗ Hanauer Bahn mit Ueberbrückung des Mains bei Steinheim mit dem Großherzogthum auf Staatskosten zu bauen. K. J. Hoffmann erörtert noch, daß die Offerte der Taunus bahn auf schwachen Füßen beruhe. v. Dal⸗ wigk erklärt, daß die Staatsregierung die Offen⸗ bach⸗Hanauer Bahn auf Staatskosten hauen wolle. K. J. Hoffmann weist verschiedene erhebliche Irrthümer des Berichts der Mehrheit nach. Der Verkauf der Main⸗Neckar⸗Bahn werde den Inte⸗ ressen Rheinhessens, Starkenburgs, sowie Ober⸗ hessens nur förderlich sein, da hierdurch die Mittel gewonnen würden, die meisten projectirten Bahnen

Seine Köoͤnigliche Hoheit am 9. Juli

Seine König⸗

tionen hierzu zu gewähren. v. Dalwigk theilt mit, daß die Regierung sich bereit erklärt habe,

eine% Zinsgarantie zu gewähren und deren weiteren Anträgen entgegensehe. Hunsinger, der das System des Staatsbaues nicht für em⸗ pfehlenswerth hält, spricht für den Minoritäts⸗

Die Schlangen unseres Vaterlandes. Von Dr. Curtman.

Zu den besonderen Begünstigungen, deren sich Deutschland zu er⸗ freuen hat, gehört auch die, daß wir von giftigen und sonst schädlichen Thieren mehr als viele andere Länder verschont geblieben sind. Der reiche Süden hat wohl Vieles vor uns voraus, er muß dies aber auch durch manche Plagen erkaufen. Dahin können wir denn auch die mancherlei kriechenden Geschöpfe rechnen, vor Allem die Schlangen. Während man z. B. in Nordamerika nicht sicher ist vor der schrecklichen Klapperschlange, während selbst Italien von Skorpionen beimgesucht wird, besitzt Deutschland ganz wenige Schlangenarten und unter diesen eine einzige giftige, die Kreuz otter oder Kupferschlange. Dem Namen nach ist zwar auch die Ringelnatter schrecklich. Denn bei dem Namen Natter denkt man an etwas recht Falsches und Gesährliches. Allein es ist gerade umgekehrt; der Name Natter(natrin) bedeutet nichts Anderes, als die Schwimmerin. Die Ringelnatter mag aber immerhin schwimmen und sich ringeln, sie mag sogar Armslänge erreichen, sie thut darum keinem Menschen Etwas zu Leide. Ihre bläulich graue Haut ist mit dunklen Flecken durchkreuzt und zeigt an dem Kopf drei weiße Flecken, welche Einige als Halsband aus legen, Andere dagegen für eine Königskrone nehmen. An vielen Orten läßt darum die Sage eine verwünschte Prinzessin in Gestalt dieser Schlange erscheinen und unter gewissen Bedingungen die Krone auf ein Tuch hin⸗ legen. Außer der Unschäblichkeit dieser Schlange muß man aber noch ihre Nützlichkeit rühmen. Da sie nur von Thieren lebt und nichts Anderes er haschen kann, so vertilgt sie zahlreiche Mäuse, Maikäfer und sonstiges Ungeziefer. Verwandt mit dieser Ringelnatter ist die gelbgefärbte Art, weich? sich sonst nirgends, als in der Nähe des nassauischen Badeortes Schlangenbad findet, welches ohne Zweifel auch seinen Namen davon trägt.

So bleibt denn nur die Kreuzotter zu fürchten übrig. Den Namen Kreuzotter führt sie von der kreuzförmigen Zeichnung auf ihrem Rücken, während ihre Hauptfarbe kupferfarbig ist. Doch gibt es auch eine schwarze Abart, welche zwar nicht minder giftig ist als die eigentliche Kupferschlange, aber doch auch nicht gefährlicher. Den Namen Viper, welcher ihr von den Gelehrten beigelegt wird, trägt sie jedoch keineswegs von ihrer Giftig⸗ keit, sondern weil sie ihre Jungen nicht in Eiern, sondern lebendig zur Welt bringt. Und leider ist dieser jungen Schlänglein keine geringe Anzahl. Wenn gleichwohl die Zahl der Schlangen im Allgemeinen ab⸗ zunehmen scheint, so hat dies wohl seinen Grund in der steigenden Cultur überhaupt. Abgesehen von denen, welche mit Absicht aus dem Wege geschafft werden, so kommen gar viele durch die Thätigkeit der Menschen um, welche ihre feuchten Schlupfwinkel zerstört. Daß man aber die nütz⸗ liche Ringelnatter und wobl gar die unschuldige Blindschleiche gerade so behandelt, als die gefährliche Kupferschlange ist ein Unrecht, dessen sich unsere besser unterrichtete Zeit nicht mehr schuldig machen sollte. Um in⸗ dessen die Jugend nicht allzu furchtsam zu machen, ist es nöthig auch in diesem Punkte das Zuverlässige zu erfahren.

In Baiern und überhaupt in Süddeutschland weit und namentlich in den Gebirgen verbreitet. In Oberbaiern ist namentlich die schwarze Abart unter dem Namen Beißwurm gekannt und gefürchtet. Daß Menschen nicht häufiger von ihr gebissen werden, hat wohl seinen Grund darin, daß die Kupferschlange sich hauptsächlich an solchen Orten aufhält, welche von Menschen wenig besucht werden. Ferner liebt sie den Sonnenschein und liegt deshalb vorzugsweise auf Wegen, wo sie leicht gesehen und gemieden werden kann. Auch greift sie den Menschen doch nur gereizt an, wenngleich eine geringe Bewegung auf sie zu schon hinreicht, ihren Zorn zu reizen. Mehr Unheil wird indessen wohl durch den ständigeren Gebrauch der Kleider insbesondere der Schuhe verhütet.

ist die Kreuzotter