Ausgabe 
8.8.1867
 
Einzelbild herunterladen

zentdum in ud Landen f. 34 b füt Prtuin inder 8,270 fl. Baden auf des Lionidanone f preuß iche u elan, Sorgt trage den tinzelre terthadtn a

und sich 6. b beat 4 des 4

Un Du

1

lehrer⸗Seminars von Usingen, hat veranlaßt, daß sich von hier eine Deputation nach Wiesbaden begeben hat, um bei dem Regierungspräsidenten v. Diest für Belassung des Seminars in Usingen nachzusuchen. Dem Vernehmen nach gab Herr v. Diest die Erklärung ab, daß von einer Ver- legung desselben gar keine Rede sei und sie dem⸗ nach ganz beruhigt heimkehren könnten.

Der Rücktritt unseres Seminardirektors Lex in Usingen wird lebhaft bedauert. Ver- anlaßt soll derselbe durch den Umstand sein, daß Herr Lex als Gegner der preußischen Schul- regulative zu der bevorstehenden Einführung der⸗ selben in dem Seminar die Hand nicht bieten wollte. Der Nachfolger des Herrn Lex soll in der Person des Herrn Pfarrer Hardt gefunden sein.

Ems. Der Minister-Präsident Graf Bis- marck ist dahier angekommen.

Würtemberg. Stuttgart. Eine Ver⸗ sammlung von Mitgliedern der deutschen Fort- schrittspartei aus Bayern, Würtemberg, Baden und Hessen hat am 3. und 4. d. M. dahier ge⸗ tagt und verschiedene Resolutionen gefaßt, welche ausführen, daß der Eintritt der süddeutschen Staaten in den norddeutschen Bund unbedingt nothwendig sei, wenn überhaupt eine Einigung erreicht werden wolle; sie begrüßen alle jene Einrichtungen, welche zu diesem Zwecke getroffen wurden, wie Schutz- und Trutzbündniß, Zollparlament u. s. w., und schließlich fordern sie auf, die Wahlen zu letzterem in politischem und nationalem Sinn zu vollziehen. Die Resolutionen werden nun in den verschiedenen Städten Süddeutschlands ähnlichen Versammlungen zur Annahme vorgelegt werden.

In Stuttgart ist in den jüngsten Tagen der vierte deutsche Turnlehrertag abgehalten worden, zu welchem sich gegen 200 Theilnehmer eingefunden hatten; darunter 10 Schweizer, 26 Bapern, 8 Oesterreicher, 6 Badenser, 15 Darm⸗ städter und Thüringer, 27 Norddeutsche.

Baden. Heidelberg. Aus Anlaß des achtzigsten Geburtstages des Professors Mitter⸗ maier zu Heidelberg hat der Kaiser von Oester⸗ reich ein beglückwünschendes Handschreiben an denselben gerichtet, indem er ihm gleichzeitig als Anerkennungszeichen der hervorragenden Dienste des Professors um die deutsche Rechts wissenschaft und Rechtsgesetzgebung, sowie in dankender Wür⸗ digung des fördernden Einflusses, welchen die ein⸗ gehende Behandlung der österreichischen Gesetz⸗ gebung in seinen literarischen Werken auf die Fortbildung dieser Gesetzgebung geübt, das Groß⸗ kreuz des Franz⸗Joseph⸗Ordens verliehen hat.

Oesterreich. Wien. Die Antwort der päpstlichen Regierung erklärt ihre Bereitwilligkeit, in Verhandlungen betreffs des Concordats mit

dem diesseitigen Cabinette einzutreten, unter der Voraussetzung, daß dieselben die unveräußerlichen Rechte der Kirche nicht beeinträchtigen würden.

Frankreich. Paris. Bei Entgegennahme der Adressen der fremden Ausstellungs-Commissäre hat der Kaiser sich folgendermaßen geäußert: Der Aufenthalt der Commissäre in Paris habe sie müssen erkennen lassen, daß die civilisirten Nationen mehr und mehr dahin streben, nur eine einzelne große Familie zu bilden. Er zweifle nicht, daß aus diesem Zusammenwirken der geistigen Kräfte und dieser Fusion der Interessen die Harmonie entstehen werde, welche für den gedeihlichen Fort schritt der Menschheit so nothwendig ist. Indem der Kaiser im Namen der Kaiserin und des kaiserl. Prinzen für die in der Adresse ausgesprochenen Ge sinnungen dankte, fügte er hinzu, daß beide seine Wünsche für Erhaltung des Weltfriedens theilen.

Es wird hier vielfach behauptet, daß im verflossenen April ein Allianzvertrag zwischen Preu ßen und Belgien unterzeichnet worden sei. Der⸗ selbe soll jedoch nur dann in Anwendung gebracht werden,wenn die Verhältnisse es erheischen.

Italien. Die italienische Regierung soll zahlreiche Waffenvorräthe in Venedig, Padua, Vicenza, Treviso und Udine mit Beschlag belegt haben. Auch eine Kiste mit 20000 Franken, die von Brescia kam, soll mit saisirt worden sein. Das Gerücht ist verbreitet, das römische Ministe rium habe seine Entlassung eingereicht.

Das Gerücht von der Abdankung des Königs Victor Emanuel taucht wiederholt auf und findet selbst in denjenigen Kreisen einigen Glauben, die es früher gar nicht beachteten. Die Reise des Prinzen Humbert an die verschiedenen Höfe wird damit in Verbindung gebracht.

Amerika. Aus Mexico sollen jetzt ganz unzweifelhafte Nachrichten eingetroffen sein, daß der französische Gesandte Herr Dano von der mexi canischen Regierung gefangen gehalten wird. Die selbe sucht ihr Verhalten in folgender Weise zu rechtfertigen:Herr Dano ist bei uns nicht be glaubigt, ja Frankreich erkennt uns nicht einmal als regelrechte Regierung an. Wir sind also gegen Herrn Dano an keine der Rücksichten gebunden, welche man einem ordnungsmäßig accreditirten diplomatischen Agenten schuldet. Wir halten ihn als einen Fremden zurück, der uns verdächtig ist und der gekommen ist, um politische Intriguen in unserem Lande anzuzetteln.

* Frankfurt. Das Directorium des Rheinischen Nennvereins kündigt an, daß am 17., 18. und 19. August d. J., Nachmittags 4 Uhr, auf dem Forsthaus dahier Pferde⸗Rennen stattfinden. Die ausgesetzten Preise be⸗ laufen sich auf die Summe von 300 fl. bis 1500 fl. Eintrittskarten werden in verschiedenen in der Stadt errichteten Niederlagen verkaust.

Industrie werden

Kassel. Die bier abgehaltene, von 400 Theilnehmern besucht gewesene Versammlung deutscher Tabaks-Inte⸗ ressenten hat folgende Resolutionen beschlossen und ver⸗ öffentlicht: Erste Resolution. 1. Jede neu einzuführende oder erhöhte Besteuerung der inländischen Tabakscultur und jede entsprechende Erhöhung des jetzt bestehenden Eingangszolls auf ausländischen Rohlabak würde, obgleich diese Steuern von keinem erheblichen Belang für die Staatsfinanzen sein könnten, die Ursachen eines unaus⸗ bleiblichen Zerfalls zahlreicher Cxistenzen sein, zur Be⸗ schränkung des Tabaksconsums, zur Vernichtung des Ex⸗ porthandels und in Folge eintretender Arbeitslosigkeit zu einem bedenklichen Nothstande der Arbeiter führen. 2. Eben so wenig würde eine Fabrikations-, Control-, Consumtions⸗ und Concessions Steuer sich rechtfertigen lassen. Die Ein⸗ führung dieser Steuern würde mit steigendem Druck hauptsächlich den unbemittelten und ärmeren Theil der Bevölkerung treffen, Demoralisation und die Nachtheile des Schmuggels im Gefolge haben und früher oder später mit Notbwendigkeit zur Einführung des Staatsmonopols hinüber leiten. 3. Zur Einfahrung des Tabaksmonopols in Deutschland liegen überall keine stichhalligen Gründe und keinerlei dringendes Bedürfniß vor. Das Monopol wäre eine verhängnißvolle Anomalie in der wirthschaftlichen Enwickelung Deutschlands, ein so unerhörter Rückschritt, daß eine Maßregel dieser Art als völlig unmöglich er⸗ scheinen sollte. 4. Aus diesen Gründen beschiteßt die Ver⸗ sammlung, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln dahin zu wirken, daß die jetzt bestehenden Verhältnisse, die sich in Bezug auf den Tabaksbau, die Tabaksfabrikalion und den Tabakshandel in Deutschland ausgebildet haben, aufrecht erhalten bleiben und im allgemeinen Interesse jedes finanzielle Experiment, das zur Aenderung derselben versucht würde, zu bekämpfen sei. Zweite Resolution. Zur Ausführung der pos. 4 der Resolution 1 beschließt die Versammlung: alle Interessenten der deutschen Tabaks⸗ hiermit aufgefordert, bei den bevor- stehenden Reichstags-, bezw. Zollparlamentswahlen nach Kräften dahin zu wirken, daß solche Männer gewählt werden, von welchen vorauszusehen ist, daß sie Steuer- projekte von der in der ersten Resolution bezeichneten Art verwerfen würden.

2% Der AugsburgerAllg. Z. berichtet man qus Frankfurt a. M. vom 30. Juli:Zu den Gegenständen, welche aus dem Bundespalast theils an das Ger⸗ manische Museum nach Nürnberg, theils an die hiesige Stadtbibliothek übergehen, gehören auch dieGermania aus der Paulskirche(deutsches Parlament); der Grüne Tisch, an welchem die Herren Gesaudten vereinigt sagen und die Veruneinigung Deutschlands zu Stande brachten, und endlich das Instrument, womit Sand den Kotzebue erssochen hat. Es ist ein Stockdegen mit zwel Messer⸗ klungen. Bekanntlich sind aber alle Acten und Papiere, welche aus der Centraluntersuchungscommission stammten und im Bundespalast aufbewahrt wucden, im Jahre 1840 auf höheren Befehl dem Feuer überliefert worden. Es soll darunter viel schmutzige Wäsche enthalten gewesen sein, welche besonders durch eine Menge elender Denunciationen vermehrt worden war.

Neue österreichische Baumscheere mit hoti⸗ zontaler Feder. Diese neue Scheere ist fehr einfach und praktisch. Das wesentlich Neue ist nach dem pomol. Jahrbuch die Feder. Dieselbe besteht aus einer Spiral⸗ seder von Messingdraht, welche, durch zwei Stifte gehalten, die beiden Hebel der Scheere auseinandertreibt und so das Jedern bewirkt. Zum Beschneiden der Wildlingk, Gevölt, Reben ist diese Scheere ganz ausgezeichnet; niemals klewt sie die Hand. Das pomologische Institut zu Reutlingen liefert sie zu 1 fl. 30 kr. das Stück.

allein schaffte Linderung. Im Herbst 1851 blieb endlich auch diese Er⸗ scheinung aus.

Viele Jahre früher ging eine Frau aus einer Vorstadt Nürnbergs barfuß in Pantoffeln in den Wald, um Holz zu lesen. An einem mit langem Grase bewachsenen Platze wurke sie von einer Kreuzotter in das Schienbein gebissen. Die Wunde bestand aus vier kleinen Löchelchen, als rührten sie von einer etwas starken Stecknadel her, aus welchen einige Mal kleine Blutstropfen hervordrangen, welche die Frau jedesmal weg⸗ wischte. In dem Augenblicke des Bisses fühlte sie Kopfschmerzen und Schneiden im Leibe; hierauf folgte Betäubung, abwechselndes Bewußtsein und Unbewußtsein, Reißen im Leibe, Durchfall, Erbrechen und starkes Anschwellen des verwundeten Theils. Nachdem sich die Kranke mit Hülfe ihrer Kinder, die bei ihr waren, ¾ Stunden weit mühselig sortgeschleppt hatte, wurde sie völlig bewußtlos und mußte auf einem Schubkarren nach Hause gefahren werden. Das Bein schwoll nun außerordentlich an bis zur Hüfte, und bekam eine blaue Farbe. Nun suchte man einen Arzt. Dieser leugnete aber das Vorkommen von Giftschlangen in jenem Walde und schrieb die schlimmen Zufälle dem Schrecken und Entsetzen der Frau zu. Ein anderer herbeigerufener Arzt war jedoch anderer Meinung, unter band die Geschwulst, riß die Wunden wieder auf, ließ zweimal Blut aus venselben, verordnete viel Hollunderthee zu trinken, ließ eine sogenannte Giftlatwerge einnehmen, über das Bein warme Ueberschläge machen, abwechselnd von Mehl, Feigen, Safran, Sauerteig und Milch, und täglich zweimal lauwarmes Baumöl einreiben. Nach 20 Tagen wurde diese Kur mit einem Aderlasse am Arm beschlossen. Die Frau war nach Monat wieder gesund, und verrichtete ihre Arbeit wie vorher. Nur bei langem Sitzen schwoll ihr der Fuß etwas.

Ein Fleischer aus Nürnberg ging mit seinem Hunde über Land. Auf dem Wege im Walde sah er eine Kupferschlange liegen, und hetzte

seinen Hunde auf sie. Dieser packte sie an, wurde aber in die Zunge gebissen, welche so heftig anschwoll, daß er sie nicht mehr in das Maul bringen konnte. Kurz darauf starb der Hund.

Im April 1815 ging der Stadtrath Dürst von Altdorf, ein Mann von 39 Jahren in Begleitung eines Freundes nach Nürnberg zu. Unter⸗ wegs sahen sie eine Kreuzotter mitten auf dem Wege liegen, welche nicht auswich, als der Begleiter Dürsts sie mit dem Stocke wegtreiben wollte Dürst hob sie trotz der Abmahnung seines Gefährten mit der Hand auf. Die Schlange bog sich wirklich um, und biß ihn zugleich in den Daumen und den Zeigefinger. Der Verwundete schüttelte das Thier ab, welches nun sein Begleiter tödtete. Aus den Wunden, die wie Blenenstiche schmerzten, flossen Tropfen Bluts, welche Dürst mit dem Munde aussog. Doch fingen die verwundeten Glieder an zu schwellen. Nachdem beide Gefährten etwa eine Viertelstunde weiter gegangen waren, setzte sich Dürst auf einen Baumstamm nieder, und versicherte, daß er unmöglich weiter gehen könne, vielmehr wohl sterben werde. Sein Begleiter wollte voraus- eilen, bemerkte aber, wie Dürst völlig auf den Baumstamm gesunken war, und kehrte deshalb um. Mit Hülfe eines herbeigekommenen Fuhrmannes richtete er den unbehülflichen Kranken auf, und schaffte ihn auf den Wagen. Allein bald vermochte Dürst das Fahren nicht mehr zu ertragen; sie mußten ihn auf den Rasen legen. Doch brachte man ihn endlich nach dem benachbarten Dorfe. Ohne selbst beim Absteigen thätig sein zu können, wurde Dürst hier»in eine Stube gebracht und in einen Sessel gesetzt. Bis die ärztliche Hülfe kam, waren die Hände des Kranken schon kalt und schwarz. Mund und Leib schwoll auf, und mit verfallener Stimme verlangte er Hülfe. Es stellte sich Durchfall und Erbrechen mit Blut ein. Bis zur Ankunft des Arztes reichte man ihm frisch gemolkene Milch. Doch bald, Stunde nach dem Biß, starb der Unglückliche. Seiner Gattin wurde die Leiche entgegengefahren.