Ausgabe 
8.6.1867
 
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ausgezeichnet wurden, und die von ihren nächsten Vorgesetzten gerade die entgegengesetzte Beurthei lung finden, wie nun an maßgebender Stelle. Wenn sich dies bestätigen sollte, so würde hier nicht allein nach Befähigung gefragt, sondern auch anderen Einflüssen Gehör geschenkt, was das neue System gerade so in den Augen jedes Unpar theiischen im Interesse der Sache selbst, wie des Landes, verurtheilen würde, wie das alte.

Preußen. Berlin. Der König von Preußen ist am 4. ds. nach Paris abgereist. In seiner Begleitung befinden sich: Graf Bis marck, die Generale Moltke, Treskow und v. d. Goltz, der Hofmarschall Pückler und die Adju tanten des Königs. Sämmtliche Prinzen hatten sich auf dem Bahnhof eingefunden. Wie die Norddeutsche Allgemeine Zeitung meldet, wird am 15. Juli zwar die Ausschreibung der Reichstagswahlen erfolgen, aber nicht die Wahl zum Reichstag selbst stattfinden.

Für den gesammten Zollverein wird die Besteuerung von Salz, Zucker und Tabak eine gemeinsame sein. Die vier süddeutschen Mi⸗ nister haben die in Betreff dieser Besteuerung von Preußen gemachten Vorschläge als Grundlage für weitere Verhandlungen angenommen.

DerStaatsanzeiger enthält eine Ver⸗

ordnung vom 3. Mai, welche den Verkauf von Loosen und Loosantheilen zu einzelnen Gewinn ziehungen von Staatsprämien- Anleihen verbietet und zugleich auch die Redactionen von Zeitungen, welche ferner solche Ankündigungen aufnehmen, mit Strafe bedroht.

Es wird nicht uninteressant sein, die Na men derjenigen 93 preußischen Abgeordneten kennen zu lernen, welche in der Sitzung vom 31. Mai ihre Stimmen für Ablehnung der norddeutschen Reichsverfassung abgegeben haben. Es sind dies die Abgeordneten:

Aegerter, Dr. Alscher, André, Dr. Becker, Dr. Bender, Berger(Solingen,) Boeck, Bresgen, Caspers, v. Chla⸗ powski, Classen⸗Kappelmann, Cornely, Dekowski, Duncker, Dr. Eberty, Ellering, Elven, Fischbach, Frentzel, Frommer, Dr. Fühling, Gockel, Graf, Groote, Haebler, Hagen(Ran⸗ dow,) Harkort, Herrmann, Freiherr v. Hilgers. Hobeliug, Hoffmann(Ohlau,) Hoppe, Freiherr v. Hoverbeck, Dr. Ja⸗ coby, Dr. Kalau von dem Hofe, Kantak, Keuffel, v. Kirch⸗ mann, Kleinschmibt, v. Kleinsorgen, Dr. Kosch, Dr. Krebs, Krieger(Goldapp,) Kropff, Larz, Laßwitz, v. Laszewski, Dr. Libelt, Dr. Loewe, v. Lubienski, Lucas, Mallmann, Maranski, Metzmacher, Meulenbergh, Meuser, Dr. Miche⸗ lis(Allenstein,) Motty, Nitschke, Nücker, Olbertz, Pauli, Dr. Paur, Pietzker, Pilaski, Plöhn, Dr. Freiherr v. Proff. Irnich, Roemer, v. Rönne, Roggen, Rohden(Steinfurt,) Runge, v. Saucken⸗Tarputschen, Schmidt(Randow,) Schulte⸗Westhoff, Schulze(Berlin,) Schwartz, Senff, Som⸗ mer, Stock, v. d. Straeten, Szuldrzynski, v. Thokarcki, Triacca, Dr. Virchow, Dr. Waldeck, Dr. Weber, Wegener, Wendisch, Weygold, Winkelmann, Ziegler, Zurmühlen.

Die Verhandlungen der Ministereon⸗ ferenz haben zum Abschluß einer noch vor der Abreise des Grafen Bismarck im Wortlaut fest⸗ gestellten Uebereinkunft geführt. Dieselbe sichert den Fortbestand des Zollvereins auf 10 Jahre und gewährt den Süddeutschen den erwünschten

Einfluß auf die Beschlüsse in Vereinsangelegen⸗ heiten.

Kiel. Durch königliche Verordnung sind 26 nordschleswig'sche Geistliche aus ihren Aemtern entlassen worden,welche theils sich geweigert haben, die Fürbitte für den Landesherrn in das allgemeine Kirchengebet aufzunehmen, theils den vorgeschriebenen Diensteid abzuleisten, und zwar ohne Anspruch auf Pension von der königlichen Regierung für Schleswig.

[Frankfurt. Kürzlich fand dahier bei Dr. O. Volger, Obmann desFreien deutschen Hochstifts eine Haussuchung durch die Polizei statt, ohne daß der Betroffene irgend welchen Auf⸗ schluß über die Veranlassung dieser Maßregel er halten hätte. Eine Anzahl Briefe, meistens nur

die vertraulichsten, den engsten Blutverwandtschafts⸗

kreisen angehörige Mittheilungen enthaltend, wur den beschlagnahmt, selbst der Gattin Volger's gehörige Briefe und Zettelchen mit Notizen ze. weggenommen. Dr. Volger hat sich beschwerend an den Senat gewendet in einer ausführlichen Schrift, welche in der Beilage zum Frankfurter Journal zu Nr. 155 abgedruckt ist. Die Polizei nahm Veranlassung, dieses Blatt in allen öffent lichen Localen zu confisciren.

In Folge höherer Anordnung ist die Post angewiesen worden, nur solche Briefe an hiesige Ban- kiers zu bestellen, deren Firma wirklich als Bank firma im hiesigen Handelsregister, resp. Adreßbuch eingetragen ist. Eine große Anzahl Firmen, welche in ganz gewöhnlichen Börsengeschäften machen, mit Lotterieloosen, Promessen ꝛc. Handel treiben, sind bekanntlich in Frankfurt während der letzten Jahre üppig wie Unkraut als Bankier emporge wuchert. Es kann nur erfreulich sein, wenn die sem Schwindel ein Ziel gesetzt wird. Ob dies jedoch durch oben erwähnte Maßregel erreicht wird, dürfte bezweifelt werden. Jedenfalls aber wird diese Sorte Bankiers etwas erschrecken vor den Ziffern der den Bankiers in Preußen auf erlegten Steuern und Manchem werden die Pfau- federn ausfallen.

Vom Bodensee. Die Bewohner des Rheinthales auf der Strecke von Altstetten bis Oberriet sind in größter Angst und Aufregung über die Gefahr, die ihnen von dem stolzen Ka⸗ mor droht. Schon seit zwei Wochen beobachtet man stets zunehmende Risse und Klüfte in seinen kolossalen, senkrecht emporstehenden Felsmassen. Fortwährend löst sich Gerölle ab, zusehends senkt sich die Masse, bis ein gewaltiger Einsturz vor sich gehen wird, die reizenden Gefilde und Wohn- stätten unter sich begrabend. Drei Ortschaften haben seit zwei Tagen sich und ihre Habe vor dem ihnen Vernichtung drohenden Feind geflüchtet. Schutzvorkehrungen werden getroffen, soweit die aus weiter Umgegend herbeigeeilten Kräfte aus⸗ reichen.

Schweiz. Es ist Aussicht vorhanden, daß ein liberaler Post vertrag mit Deutschland

*

mit künftigem Jahr in Kraft treten könne, nach⸗ dem Preußen vorher die Postverhältnisse des nord- deutschen Bundes geregelt haben wird. Die nächsten Montag beginnende internationale Con- ferenz über die Rhein-Correction sindet nach St. Gallens Wunsch auf dem neutralen Boden der Stadt Constanz statt. Der Schneefall am 23. Mai hat sich über die ganze Schweiz erstreckt und am 24. Morgens erfror sogar auf der Landstraße nach Bülach ein Mann.

Frankreich. Paris. Der Kaiser von Rußland und Fürst Gortschakoff sollen sich hier in entschieden friedlichem Sinne aus sprechen. Auch sollen Rußland's Vorschläge be⸗ züglich der orientalischen Frage so maßvoll sein, daß die Zustimmung des französischen Ca binets zu denselben als gesichert betrachtet werden könnte. Ueber das Schicksal des Exkaisers von Mexico, Maximilian, liegt hier noch keine authentische Nachricht vor. Auf Ansuchen der französischen Regierung hat Präsident Johnsohn eigens zu dem Zwecke Campbell zu dem Präsi⸗ denten Juarez geschickt, um für die Freilassung Maximilian's zu wirken.

Der König von Preußen traf am Mittwoch den 5. ds. hier ein und wurde am Bahnhofe vom Kaiser empfangen, mit welchem er sodann nach den Tuilerien fuhr, wo sie um 4 Uhr 25 Minuten anlangten und von der Kai serin empfangen wurden. Große Volksmassen be⸗ fanden sich in den Straßen, durch welche der König mit dem Kaiser fuhr.

Italien. Rom. Ein Brief aus Rom meldet demJournal de Paris, daß der Papst gegenwärtig sehr leidend sei. Ohne gerade aus- nahmsweise gefährlich zu sein, flöße doch sein Zustand seiner Umgebung Besorgnisse ein.

Amerika. Newyork. Der Ausschuß des Repräsentantenhauses hat beschlossen, gegen den Präsidenten Johnsohn zwar ein Tadels⸗ votum auszusprechen, aber keine Anklage zu er⸗ heben.

* Friedberg. Der ebenso unerwartete als plötzliche Tod eines sehr geachteten, noch in kräftigem Mannes⸗ alter stehenden Mitbürgers hat unsere Einwohnerschaft in sichtliche Aufregung und Bestürzung versetzt, gleichzeitig auch die wärmfie und aufrichtigste Theilnahme bei Allen, welche den Verstorbenen näher kannten, wachgerufen. Der hiesige Bürger und Färbermeister Wilhelm Bechstein verließ nämlich am verflossenen Montag Abend den Kreis seiner Freunde im besten Wohlbefinden, um sich nach Hause zu begeben. Nach zwei Stunden schon war derselbe eine Leiche, ein Schlaganfall hatte so unerwartet rasch seiner unermüdlichen Berufsthätigkeit und seinem Leben ein Ziel gesetzt, hatte der tiefbetrübten Familie die Stütze eines liebevollen Gatten und Vaters entzogen. Die Kunde hiervon, welche am frühen Morgen die Stadt durcheilte, war erschütternd für seine Anverwandten, für seine zahl⸗ reichen Freunde, und für alle Diejenigen, mit welchen der Verblichene in näherem Verkehre gestanden, erschütternd im höchsten Grade, da man den werthen Freund und Mitbürger noch spät am Abend frisch und gesund in traulicher Gesellschaft heiter verkehren sah. Wir haben ihn zur Ruhe bestattet, einen wackern Mitbürger, der für

Die Erfindung des Zündnadelgewehres.

Von Dr. Curtman.

der Zündhütchen.

von der preußischen Regierung. die Erfindung der Zündnadel.

Wirklich erhielt er auch schon 1824 darauf ein Patent

Da gelang ihm, unterstützt durch Zufall, Allein in militärischen Kreisen wußte man

Zu den Erfindungen, welche die Geschichte von den Deutschen er. zählt, ist eine neue gekommen, das Zündnadelgewehr, und sie hat bereits ihre Früchte für die Umgestaltung Deutschlands getragen. Der zweite Barthold Schwarz war der jetzt noch als Greis lebende Schlosser Niko⸗ laus Dreyße. Freilich ist sein Name nicht mehr der einfache alte. Er heißt jetzt königlich preußischer Geheimer Commerzienrath v. Dreyße, und besitzt in seinem Geburtsorte Sömmerda in Thüringen eine großartige Waffenfabrik. Aber der alte einfache Mann, der er früher war, ist er noch bis auf die Stunde geblieben, und hält seine Angehörigen zu ähn⸗ licher Thätigkeit an, so wie er selbst immer noch auf Vervollkommnung und Erweiterung seiner Erfindungen sinnt.

Dreiße ist 1787 in Sömmerda geboren, wo sein Vater als ein⸗ facher, aber geschickter und pflichtgetreuer Schlosser lebte. Seit 1802 trat er als Lehrling ein, zuerst dabeim, dann bei einem Verwandten in Alten- burg, hierauf als Geselle; und immer zeichnete er sich durch ernstes, ja sogar etwas absonderliches Streben aus. Dies trieb ihn 1809 nach Paris, wo er sich schon mit Projecten zu neuen Erfindungen abgab. Nach dem Befreiungskriege 1814 kehrte er in seine Heimath zurück, ward bald darauf selbständiger Meister, und verehelichte sich 1821, worauf er sich auch bald mit einem Geschäftsmanne associrte. Von jetzt an widmete er sich immer mehr der Vervollkommnung der Percussionsgewehre, insbesondere

vorerst die Erfindung noch nicht zu verwerthen. In Berlin wurde Dreyße's Anerbieten zurückgewiesen. Dies verstimmte ihn dermaßen, daß er sich nach Wien wandte, wo er aber geradezu mit Hohn abgewiesen wurde, so daß er an Dänemark dachte. Da gab der Großherzog von Weimar den Ausschlag. Dieser hatte einige Probegewehre auf dem Scheibenstand benutzt und preiswürdig gefunden. Er machte also den jetzigen König von Preußen Wilhelm I., seinen nahen Verwandten, darauf aufmerksam. Und dieser, dem wohl Etwas von der Zukunft ahnen mochte, empfahl es sachverständigen Offizieren, worunter der nachmalige Reichsminister v. Peuker. Doch fehlte es auch nicht an Gegnern, selbst als Dreyße im Jahre 1836 die wichtige Verbesserung des Ladens von hinten angebracht hatte. In⸗ dessen befahl König Friedrich Wilhelm IV. 1840 die Einführung, doch nicht, ohne daß es bis 1846 immer wieder neue Anstände gab. Ein neuer Schießversuch hatte aber su glänzenden Erfolg, daß von nun an der Widerspruch verstummte. Die ersten ernstlichen Proben wurden im Jahre 1848 in Baden, und dann in Schleswig ⸗Holstein gemacht. Verdienst ward anerkannt, er wurde in den Adelstand erhoben und mit Orden und Titel belohnt. Doch die eigentliche Belohnung lag in dem großen und überraschend schnellen Erfolg des Krieges 1866. Ganz Eu⸗ ropa ist ja im Begriffe Dreyße's Erfindung anzunehmen oder nachzuahmen. Gleichwohl ist der Greis noch nichts weniger als müßig. Er trachtet be⸗

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