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Wahlresultates im zweiten oberhessischen Wahl- kreise erst in den nächsten Tagen vorgenommen wer— den wird, so kann man doch jetzt schon mit aller Bestimmtheit sagen, daß die Majorität der Stim- men auf Herrn Arnold Wendel von Butzbach gefallen und dieser unser Vertreter in dem näch— sten Reichstage sein wird.
Gießen. Freiherr Nordeck zur Ra⸗ ben au in Friedelhausen ist im ersten oberhessischen Wahlkreise wieder zum Vertreter dieses Bezirkes im Reichstage gewählt.
Preußen. Berlin. In Lehrerkreisen ist jetzt eine Petition an den König im Umlauf, die um Vorlage des in der Verfassung versprochenen Unterrichts-Gesetzes oder Dotations-Gesetzes bei dem nächsten Landtage bittet. In ruhigem und maßvollem Tone wird darin die Noth der Be— theiligten dargelegt.
— Die„Prov.⸗Corresp.“ constatirt, daß der Erfolg der Wahlen im Großen und Ganzen für die Regierung eben so günstig ausgefallen sei, wie im Februar, wenn auch im Allgemeinen die Betheiligung daran minder zahlreich als da— mals gewesen sei.
— Demselben Blatte zufolge ist das Resultat der Berathungen der hessischen Vertrauensmänner folgendes: Kreisvertretung in Hessen, ähnlich wie in den alten Provinzen, aber keine Provinzial⸗ vertretung; dagegen aber Communalstände für den Regierungsbezirk Kassel, welche den bisherigen kurhessischen Landständen entsprechen werden und die Befugnisse der Provinzialstände der älteren Landestheile haben sollen. Der kurhesstsche Staats- schatz bleibt zur Verfügung der Communalstände.
— Die Vertrauensmänner aus Schleswig- Holstein werden vermuthlich nächste Woche in Berlin zusammentreten und demnächst sollen auch
Berathuͤngen der nassauischen Vertrauensmänner stattfinden. Breslau. In der Zeit vom 24. v. Mts.
bis zum 31. früh sind amtlich angemeldet als an der Cholera erkrankt 100 Personen und als ge⸗ storben 51 Personen.
Aus Stettin schreibt die„Osts.⸗Ztg.“: Ein hiesiges Handlungshaus schickte in der vorigen Woche folgendes Telegramm nach Königsberg:„Ver- kaufen Sie 15 000 Qrt. Spiritus per Sep- tember ꝛc.“ Das Telegramm ging dem Empfänger in folgender Fassung zu:„Kaufen Sie 15 000 Qrt. Spiritus per September 1c. Ein Ent- schädigung für den durch diesen Irrthum irgend eines Beamten hervorgerufenen Schaden wird bekanntlich seitens der Telegraphenverwaltung nicht bezahlt. Wenn aber solche Irrthümer immer wieder vorkommen, so muß dadurch die Benutzung des Telegraphen Seitens des geschäfttreibenden Publikums erheblich beschränkt werden, indem zur Vermeidung von Schaden nichts übrig bleiben wird, als einen Auftrag, wie in dem erwähnten Telegramm, erst dann auszuführen, nachdem er an den Auftraggeber zurücktelegraphirt ist.
Holstein. Das neueste Verordnungsblatt enthält die vom 9. August datirte Verordnung des Herrn v. d. Heydt, wodurch die Zeitungs- stempelsteuer zum 1. Oktober in Schleswig- Holstein eingeführt wird.
Hannover. Seit dem 1. September ist in Hannover das preußzische Preßgesetz in Kraft ge— treten. Die bestehenden einschlägigen Geschäfte haben bis zum 1. Dez. d. J. die Genehmigung zur Fortsetzung des Betriebs nachzusuchen, welche übrigens nicht versagt werden soll.
Frankfurt. Am 4. d. M. wurde auf dem Landrathsamt das Wahlergebniß der Parlaments- wahl in Frankfurt und den Landorten verkündigt. Hr. v. Rothschild erhielt 930 Stimmen, Hr. Dr. Kugler 799; es stimmten demnach 1729 Wähler und ist Hr. v. Rothschild sonach mit einer Majorität von 131 zum Abgeordneten des Frank⸗ furter Wahlbezirks erwählt.
— Die biesige Polizei war in diesen Tagen in großer Rührigkeit, indem sie nach einem Flug⸗ blatte fahndete, in welchem zur Revolution auf⸗ gefordert wurde.(2)
Wiesbaden. Die als Kriegsentschädigung und Quartiergelder dahier eingetroffenen 80,300 fl. sind von dem Gemeinderath unter dem Vorbehalt angenommen worden, daß der zur Befriedigung der Quartierträger im vorigen Jahre zugesicherte Betrag von 30 Kr. pro Mann und Tag voll⸗ ständig vergütet wird. Bekanntlich sind nur 17½ Kr. pro Mann und Tag(und hierzu auch die Officiere zu rechnen) angewiesen; es werden aber noch 12½ Kr. pro Mann reclamirt, was für die Stadt Wiesbaden circa 20,000 fl. beträgt.
Weimar. Eisenach. Das 800jährige Fest der Gründung der Wartburg wurde am Geburtstage Goethes in erhebender Weise be— gangen. Die Feier war von dem schönsten Wetter begünstigt, welches die ehrwürdige Burg in dem hellsten Sonnenlicht strahlen ließ. Nachdem Kanonen⸗ schüsse den Beginn der Feier angezeigt und der Großherzog von Weimar mit seiner Gemahlin und den eingeladenen Gästen in der Burgkapelle erschienen war, hielt Oberhofprediger v. Grün⸗ eisen aus Stuttgart die Festpredigt, in welcher er eine farbenreiche Darstellung der Geschichte der Wartburg lieferte, des Sängerkriegs, der frommen Landgräfin Elisabeth, vor Allem des Helden der Reformation, der hier in schwerer Zeit Zuflucht gefunden, gedachte. Im Burghof, wo eine zahl- reiche Volksmenge versammelt war, sprach darauf der Oberhofprediger Dittenberger aus Weimar. Bei der Tafel, die um 2 Uhr im Sängersaal stattfand, war die Universität Jena durch den Rektor und vier Dekane vertreten, außerdem aber noch viele andere Notabilitäten der Kunst und Wissenschaft, Kuno Fischer, Bodenstedt, Otto Roquette, endlich Abbé List und der französische Deputirte Emil Ollivier. Die Reihe der Trink⸗ sprüche eröffnete der Großherzog mit einer Be⸗ grüßung der Gäste. Großen Enthusiasmus erregte
der Toast von Rudolph Gottschall, welcher in sinniger Weise den Geburtstag des deutschen Dichterfürsten mit der Geschichte der Burg in Verbindung brachte. Abends wurde im Ritter⸗ saal, während die Burg in einem Lichtmeer prangte,
aufgeführt, welches den rauschendsten Beifall erntete. Der Text des Oratoriums, dessen poetischer Gehalt gerühmt wird, ist von Otto Roquette.—
Eisenacher Kirche aufgeführt. Am Nachmittage
der Burg, wo ein Primaner an das großherzog⸗ liche Paar eine Anrede hielt.
zu einem fröhlichen Volksfeste. 5 Bayern. Pfalz in dem Orte Vorderweidenthal bei
das Oratorium von Lißt:„Die heilige Elisabeth“ Am nächsten Tage wurde das Oratorium in der
Durch die Theil⸗ nahme der Jugend gestaltete sich die Jubelfeier
Es bestätigt sich, daß in der
begab sich die Schuljugend von Eisenach nach 9
Annweiler die Rinderpest ausgebrochen ist und
daß bereits mehrere Thiere an derselben gefallen Die Krankheit ist wahrscheinlich durch dort
sind. wohnende Viehhändler eingeschleppt worden. Die Königl. Kreisregierung hat alle Anordnungen ge⸗ troffen, um die Weiterverschleppung der Rinderpest zu verhindern. Von Landau wird eine Abtheilung Soldaten beordert werden, um den Ort abzusperren.
Baden. Karlsruhe. Bei der am 5. d. erfolgten Eröffnung des Landtages sagte der Groß⸗ herzog in seiner Thronrede:„Mein Entschluß steht fest, der durch den Prager Frieden vorbe⸗ haltenen nationalen Einigung der süddeutschen Staaten mit dem norddeutschen Bunde unausgesetzt nachzustreben, und gern werde ich, und wird mit mir mein getreues Volk, die Opfer bringen, die mit dem Eintritt in denselben unzertrennlich ver⸗ bunden sind. Sie werden reichlich aufgewogen durch die volle Theilnahme an dem nationalen Leben und durch die erhöhte Sicherheit für die freudig fortschreitende innere Staatsentwickelung, deren Selbständigkeit zu wahren, stets Pflicht meiner Regierung sein wird. Ist auch die Form der nationalen Einigung Süddeutschlands mit dem norddeutschen Bunde noch nicht gefunden, so sind doch schon bedeutende Schritte zu diesem Ziel gethan.“ Der Großherzog berührte sodann das Schutz⸗ und Trutzbündniß mit Preußen und sagte!„Meine Regierung betrachtet es als ernste Pflicht, durch Einführung einer, der norddeutschen analogen Wehrverfassung und Heereseinrichtung dem Bündnisse mit Preußen seine volle Kraft und Bedeutung zu geben. Diese tiefeingreifende Neuerung erlangt dadurch eine gesteigerte Wich⸗ tigkeit, daß es mir gelungen ist, in der Stutl⸗ garter Conferenz mich mit den Souveränen der anderen süddeutschen Staaten über eine gleich⸗ mäßige Behandlung der Militärfrage zu ver⸗ ständigen.“ Schließlich kündigte die Thronrede verschiedene Gesetzentwürfe an, darunter solche über Ministerverantwortlichkeit, Presse, Vereins⸗ wesen, Volksunterricht, Schutz parlamentarischer
Redefreiheit u. Beseitigung des passiven Wahlcensus.
(0 Ist es überall auf Erden gleichviel Uhr?
rück.
davon; legen doch unsere Dampfboote den Weg in 10— 12 Tagen zu⸗ „Er kommt von Neu⸗Nork,“ oder:„Er geht nach Neu⸗Nork,“ wir
Sonderbar, sagte neulich ein Reisender an der Wirthstafel zu einem Bahnbeamten, daß auf den Endstationen der Main⸗Weser⸗Bahn der Zeitunterschied nicht angemerkt ist, wie ich dies anderwärts, z. B. in Zürich, gefunden habe, wo am Bahnhofgebäude neben der Züricher Uhr eine zweite mit der Aufschrift„Genfer Zeit“ zu sehen ist. Ich erinnere mich, mit großem Interesse dort bemerkt zu haben, daß die Genfer Uhr etwa 12 Minuten später ging. Frankfurt und Kassel sind gegen 40 Stun- den von einander entfernt, da muß der Zeit⸗-Unterschied wohl schon be— achtenswerth sein. Der Bahnbeamte erklärte lächelnd, daß dem nicht so sei, aus dem einfachen Grunde nicht, weil die Bahn ziemlich die Linie von Süden nach Norden einhalte.—
Zweierlei geht aus dem Angeführten hervor: einmal, daß die Frage: Ist es überall auf Erden gleichviel Uhr? bei unsern jetzigen Verhältnissen an Jeden herantritt und dann, daß man sich über solche und ähnliche Dinge aufzuklären sucht. Ganz natürlich! Die großartigen Verkehrsmittel der Neuzeit und der dadurch hervorgerufene immense Völker⸗Verkehr haben den Blick in's Weite gerichtet, Länder sich näher gerückt, die größten räum⸗ lichen Entfernungen auf Erden glücklich besiegt. Australien z. B. ist auf dem kürzesten Weg über die Landenge von Panama die Kleinigkeit von 3600 Meilen von uns entfernt. Schreckt uns das zurück? Keineswegs; Europa steht in lebhaftem Verkehr mit diesem fernen Welttheil. Was ist vollends eine Reise nach Amerika? Man macht gar kein Aufhebens mehr
sagen das mit derselben Miene, wie man ehedem etwa sagte: Er reis“ nach Hamburg. Und früher! Eine Reise nach Amerika glich einer Resse in die Ewigkeit, der Weggegangene war in der Vorstellung der Zurück gebliebenen so gut wie gestorben.
Es gibt keine Entfernungen mehr. Wer sich davon überzeugen will, der besuche die Ausstellung in Paris, dieses Stelldichein der Nationen. Die Völker strömen da zusammen, wie die Bewohner eines Kreisbezirkes zum Jahrmarkt des Kreisstädtchens. Ja selbst die persönlichen Beziehungen jedes Einzelnen erstrecken sich in Folge der Auswanderung über fast alle Theile der Erde. Kaum Einer ist unter uns, der nicht einen Verwandten oder Bekannten hätte in den Ländern jenseits der Meere, sei es in Ame⸗ rika, am Cap der guten Hoffnung oder in Australien. 8
Nun denn, wir nehmen im Kreise unserer Familie Morgens um 7 uhr den Kaffee, wir gedenken dabei unserer Angehörigen in Neu⸗ Jork oder in Kalifornien. Dürfen wir sie uns zur selben Zeit gleichfalls am
Kaffeetisch denken, selbst, wenn sie ihren heimischen Gewohnheiten auch in der Ferne treu geblieben sind? Oder ist bei ihnen vielleicht kaum erst Mitternacht vorüber, hält tiefer Schlaf sie noch umfangen? Die Frage berührt Jeden unter uns; sie ist schon einiger Worte werth. Für Wissende sind sie nicht geschrieben; sie mögen diese Zeilen übersehen.—
Denke Dir, lieber Leser, eine Kugel in einem Zimmer, das von einem Licht beleuchtet ist, welches sich über der Kugel befindet.
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