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Oesterreich. Wien. Nach der„N. fr. Presse“ zat zwischen Preußen und Bayern ein Erklärungs- austausch stattgefunden, wonach Preußen dem Brundsatze Bayerns, daß jede über den Prager Frieden hinausgehende Abmachung zwischen dem gorddeutschen Bund und den süddeutschen Staaten der Zustimmung Oesterreichs bedürfe, beipflichtet.
— Gutem Vernehmen nach haben alle nicht— ungarischen Bischöfe in Oesterreich die Aufforderung erhalten, sich zu einer Versammlung in Brünn einzufinden.— Wie es heißt beabsichtigt Herr v. Beust, die Kirchengüter zur Regelung der Staatsschuld heranzuziehen.
— Der Finanzminister Becke beabsichtigt das Defieit der Einnahmen durch den Ertrag einer erhöhten Einkommensteuer, so wie durch eine Ver— mehrung der Staatsnotenausgabe und durch ein Anlehen von nicht über 20 Millionen zu decken.
— Die„Presse“ berichtet:„In der Nacht von dem 1. auf den 2. Sept. ist in der Haupt⸗ post zu Wien und zwar in der Abtheilung für Geldbriefe ein kühner Einbruchsdiebstahl verübt worden. Die Diebe sollen durch den Schornstein und durch den Ofen ins Lokal gedrungen sein und von dort alle Geldbriefe, die, zur Ausgabe vorbereitet, auf dem Tische lagen, entwendet haben. Eine Schätzung des erlittenen Verlustes liegt vorderhand nicht vor, doch spricht die Fama bereits von Hunderttausenden. Nach der„N. fr. Pr.“ beträgt die gestohlene Summe 16 000 fl.
— Wiener Blätter melden, Rouher sei nach Paris abgereist, ohne mit Beust conferirt zu haben.— Nach den neuesten Mittheilungen würde das österreichische Kaiserpaar erst am 25. October nach Paris reisen.
Schweiz. Bern. Am 4. Sept. traf die aus 24 Personen bestehende japanesische Ge— sandtschaft hier ein und wurde von dem Bundes- präsidenten und dem Bundesrathe officiell empfangen.
Genf. Nach dem„Genfer Journal“ kommt Garibaldi zum Friedens⸗Congreß. Sein Ad- jutant ist hier angekommen und hat bereits die Wohnung für ihn bestellt.
— Zum Friedens ⸗Congreß sind eingetroffen: Garibaldi, Victor Hugo und Louis Blanc.
Frankreich. Paris. Am Abend des 31. August versammelten sich die hiesigen deut- schen Vereine in einem großen, geschmackvoll eingerichteten Locale in der Nähe des Arc de Triomphe zu einem gemeinschaftlichen Feste, das zunächst die Anbahnung eines näheren, freund ⸗ schaftlichen Verhältnisses zwischen den einzelnen Gesellschaften und gemeinsames Zusammenwirken bei öffentlichen Feierlichkeiten nationaler und lo- caler Natur bezwecken sollte. Der Abend, der durch einige auf diesen Zweck bezügliche Lieder und die Gesangvorträge der zu Einer Sänger⸗ schaar geeinigten verschiedenen Gesangvereine aus⸗ gefüllt ward, berechtigt zu den schönsten Hoffnun⸗
gen für eine einheitliche und segensreiche Entfaltung des deutschen Lebens in Paris.
— Die von Wien gemeldete Nachricht, daß die sterblichen Ueberreste des Herzogs von Reichsstadt nach Paris gebracht werden sollten, wird als vollständig unrichtig bezeichnet.
— Der ehemalige Erzieher des kaiserlichen Prinzen erklärt in einem veröffentlichten Schrei— ben, daß er seine Entlassung wegen„des Cultus liberaler Ireen“ nehmen mußte, die er dem Thron— folger einzuflößen bemüht war.
Amerika. Die neuesten Nachrichten aus Mexico besagen, daß die Bemühungen des nord— amerikanischen Gesandten bei der mexicanischen Regiérung um Auslieferung der Leiche des Kaisers Maximilian bis jetzt noch ohne Erfolg waren. Ebenso sind die Bemühungen des preußischen Ge— sandten, Baron v. Magnus, die Auslieferung zu bewirken, bis jetzt erfolglos geblieben und scheint überhaupt wenig Aussicht vorhanden, die mexicanische Regierung umzustimmen. Der öster— reichische Admiral Tegethoff weilt noch immer in New⸗Orleans, sein Schiff„Elisabeth“ liegt daselbst vor Anker.
— Die„Newyork Tribune“ vom 20. v. M. enthält Folgendes aus Mexico: Officielle Berichte aus Mexico melden, daß die mexicanische Regie— rung die Auslieferung des Körpers Maximilians verweigert habe. Der Leichnam ist in der Kathe drale von Queretaro bestattet. Er wurde niemals dem preußischen Gesandten ausgeliefert, und es wurde dem Letzteren weder versprochen, noch in irgend einer Weise in Aussicht gestellt, daß der Körper ihm oder sonst Jemandem ausgeliefert werden würde. Man glaubt allgemein, daß, wenn die mexicanische Regierung die Auslieferung für ungefährlich halten werde, sie die Absicht hege, die Auslieferung als Mittel zur theilweisen Fuͤllung ihrer leeren Cassen zu benützen.
usingen. Am 2. Sept. ereignete sich in dem Walde bei Wilhelmsdorf der Fall, daß dem Förster S. von Niederlauken beim Herabsteigen von einem Wagen die ohne Versicherung geladene Flinte losging und ihm der Schuß durch die Brust schlug. Alle angewandte ärztliche Hilfe war vergebens; am folgenden Morgen um 6 Uhr starb der Unglückliche.
Frankfurt. Am 4. d. wurde durch Aufziehen von Balken auf das Domdach ein Eckstein der oberen Mauer— kante losgelöst und stürzte unter großem Krachen herab. Glücklicherweise wurde Niemand bei seinem Falle verletzt. Das Domdach ist, was das Balkenwerk und die Bretter— verschalung betrifft, soweit vollendet und ein Theil des Chordaches bereits mit Dachpappe gedeckt.
Darmstadt. Der von der hiesigen Turnerfeuerwehr auf Sonntag den 15. d. M. ausgeschriebene Feuerwehrtag wird von einer größeren Anzahl auswärtiger Feuerwehren, welche schon am Vormittag eintreffen, besucht werden. Vor dem Nachmittags 3 Uher stattfindenden Mandͤver wird eine Berathung der verschiedenen Kommandanten über Gründung eines engeren Feuerwehrverbandes, wie solche in Baden und Würtemberg schon lange zum gegenseitigen Nutzen bestehen, sowie über Feuerlöschwesen im Allgemeinen stallfinden.— Die Nachricht, daß vorgestern zwischen Hemsbach und Heppenheim ein Frauenzimmer sich habe vom Schnellzug überfahren lassen, erweist sich als grundlos.
Mainz. Der„Hess. Losztg.“ wird von hier ge⸗ schrieben: Man hört gegenwärtig vielfache Klage darüber äußern, daß das Brod, welches bei gleichen Fruchtpreisen zur Zeit, als die Brodtaxe noch existirte, 16 kr. kostete, nun zu 19 kr verkauft wird. Man hatte sich von der Aufhebung der Brobtaxe natürlich keine goldenen Berge versprochen, aber das hätten wohl Wenige geglaubt, daß der Preis des Brodes, der kurz vor ber Ernte schon auf 19 kr. gestanden, nach derselben, die nicht unbefriedigend ausgefallen, nicht niederer werden würde. Man spricht davon, daß in Folge dessen die Regierung die Polizeitaxe, welche versuchsweise aufgehoben wurde, wohl wieder einführen werde.
Mainz. Der wegen des Morbes in Eich verhaftete Harmonikaspieler wurde wieder auf freien Fuß gesetzt, da sich seine Unschuld erwiesen hat. Dagegen wird auf einen Schlossergesellen Joh. Grüll von Gernsheim gefahndet, der sich durch die Flucht entzogen hat und des Mordes dringend verdächtig ist.
Mainz. Die hiesige Liedertafel hat bei dem Wett⸗ gesange auf dem Düsseldorfer Gesangfeste den ersten Preis errungen, welcher in einer vom Könige von Preußen ge⸗ stifteten goldenen Medaille besteht.
Weißenfels. Der chemalige Kaufmann Johann Christopy Trinkkeller hierselbst feierte am 27. August sein 100jähriges Geburtsfest. Sieben Söhne desselben dienten im preußischen Heere, die beiden ältesten nahmen an den Befreiungskriegen Theil. Der Jubilar selbst diente fünf Königen von Preußen, und zwar zweien als Soldat. Er ist ein Veteran Friedrichs des Großen
Bei Nördlingen wurden 5 Schnitter vom Blitze getroffen und von diesen 3 getödtet. Einer der tödtlich Getroffenen wurde durch die Kraft des Blitzstrahls förm⸗ lich in den Erdͤboden hineingeschlagen, ein anderer ganz nackt(mit vom Leibe gerissenen Kleidern) aufgefunden. Die andern beiden verletzten Männer erhielten bereits ärztliche Hülfe, deren Erfolg noch abzuwarten ist.
„ 5 Von der russischen Grenze In dem zu dem russischen Gute Raudohnen gehörigen Forst wurde eine sehr starke Fichte gefällt. In der Höhlung dieses Baumes enideckte man ein bekleidetes menschliches Gerippe, das nach den Papieren, die man bei dem Leichnam vor⸗ gefunden hat, aus dem letzten polnischen Insurreetions⸗ kriege— vor vier Jahren— herrührte. Der Leichnam füllte den hohlen Stamm aus und stand mit erhobenen Armen darin. In seinen Kleidern ist eine beträchtliche Summe— man spricht von 25,000 Rubel— vorgefun⸗ den worden. Vermuthlich hat der Unglückliche, welcher einen so entsetzlichen Tod erlitten, sich vor Verfolgern in diese Höhle versteckt, die ihm ein so furchtbares Ende be⸗ reiten sollte.
Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.
Das Hamburger Postdampfschiff Hammonia,“ Capt. Ehlers, welches am 17. August New⸗Pork verließ, ist nach einer ausgezeichnet schnellen, glücklichen Reise von 9 Tagen 10 Stunden wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich be⸗ stimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Hamburg fortgesetzt.
Das Hamburger Postdampfschiff„Germania“, Capt. Schwensen, welches am 17. August von Hamburg direct abging, ist nach einer schnellen und glücklichen Reise von 12 Tagen wohlbehalten in New⸗YHork angekommen.
Das Bremer Posidampfschiff„Hansa“, Capt. v. Oteren⸗ dorp, welches am 17. August von Bremen abging, ist nach einer glücklichen Reise von 13 Tagen wohlbehalten in New⸗York angekommen.
Sitzung der Lokalscktion d. Gewerbpereins den 7. September. Tagesordnung: Besprechung über das Bedürfniß und die Errichtung einer Fortbildungsschule für Töchter.
Der Vorstand.
die Kugel in der Richtung von Süden nach Norden durchbohrt und einen Draht durchgesteckt, dessen beide Enden Du in Händen hast. Auf der Oberfläche der Kugel sitzen an verschiedenen Stellen Fliegen. Folgendes ist ohne Weiteres klar: Die Fliegen oben sitzen im Hellen, die unten im Dunkeln. Auf den Seiten wird man genau die Grenzlinien unterscheiden können, bis wie weit die von oben kommenden Lichtstrahlen reichen. Die auf dieser Linie sitzenden Fliegen sehen das Licht in gerader Linie über die Kugeloberfläche hin, an ihrem Horizont; die oben auf der Kugel ge— rade über sich. Drehen wir nun die Kugel von Westen nach Osten um ihre Axe, dem in unsern Händen ruhenden Draht. Was geschieht? Die Fliegen auf der östlichen Grenzlinie zwischen Licht und Schatten rücken vor in die Dunkelheit hinein. Hinter ihnen nach Westen verschwindet das Licht an ihrem Horizont, es wird für sie Nacht. Die Fliegen dagegen auf der westlichen Grenzlinie rücken dem Licht entgegen, und zwar werden sie, wenn sie nach ihm hinsehen wollen, den Blick immer mehr von der Oberfläche erheben müssen. Allmählich wird es gerade über ihnen, als- dann hinter ihnen sein, um endlich an ihrem westlichen Horizont zu verschwinden. Denjenigen Fliegen, die hinter diesen letzteren gesessen, wird Alles ebenso erscheinen, nur mit dem Unterschied, daß der Zeitpunkt, wann sie das Licht erblicken, wann es gerade über ihnen ist und wann es endlich hinter ihnen im Westen verschwindet, etwas später eintreten wird. Die Umdrehung der Kugel geht so sanft, so ohne irgend welche Erschütte— rung vor sich, daß die Fliegen gar nichts davon merken. Ihnen muß es vorkommen, als wenn das Licht im Osten aufstiege, in einem Bogen über
sie weg sich bewege und im Westen untersinke.— Daß die Erde eine Kugel ist, daß sie sich von Westen nach Osten um ihre Axe dreht(die Bewegung um die Sonne können wir hier aus dem Spiel lassen,) daß diese Umdrehung sich in 24 Stunden vollzieht, darf als allgemein bekannt angenommen werden. Nun denn, die Fliegen auf der Kugel in unserer Hand, das sind wir auf der Erdkugel, und zwar geht es uns mit der Sonne, wie den Fliegen mit dem Licht: es scheint uns, als ob die Sonne im Osten aufgehe und über unsern Köpfen weg in einem Bogen am Him⸗ mel nach Westen zu sich bewege, während in Wahrheit sich die Sache um⸗ gekehrt verhält. Nehmen wir aber einmal den Schein für die Wahrheit, (es ist für unsern Zweck gleichgültig,) so leuchtet, wenn wir der Fliegen gedenken, alsbald ein, daß den weiter nach Osten Wohnenden die Sonne eher aufgehen, eher im höchsten Punkt am Himmel stehen und eher im Westen untergehen muß, als den weiter hinter ihnen nach Westen Wohnenden.
In dem Garten des Palais-Ropal in Paris ist eine Kanone auf- gestellt, die, getroffen von dem ersten Strahl der in ihrem höchsten Punkt am Himmel angekommenen Sonne, loskracht. Ihr weithin hallender Don— ner verkündet den Parisern, daß es Mittag 12 Uhr ist; Jedermann zieht seine Uhr, um sie darnach zu reguliren. Alle Bewohner der Erde, die auf der Linie wohnen, die man sich vom Nordpol über Paris nach dem Aequator und über denselben weiter nach dem Südpol denken kann, haben in demselben Moment 12 Uhr; an verschiedenen Punkten auf dieser Linie aufgestellte Kanonen würden im nämlichen Augenblick wie die in Paris sich entzünden.(Schluß folgt.)


