Ausgabe 
7.2.1867
 
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deutscher Mann eutschlagen sollte, soweit er mit

zuwirken berufen ist, am allerwenigsten aber wir

Oberhessen, im Hinblick auf unser zerrissenes hessi

sches Vaterland, und darum sagen wir: Wählet!

Ja ihr Männer in Oberhessen wählet! Wähle ihr Männer des zweiten Wahlkreises Büdingen Friedberg-Vilbel, wählet i i

Herrn Pergrath Duderus in Hirzenhain, und Ihr werdet Euch nicht nur der Genugthuung, Eure Pflicht als Staatsbürger erfüllt zu haben, erfreuen, Ihr werdet auch das Bewußtsein von der Wahlurne mitnehmen, daß Ihr eine gute Wahl getroffen, sofern Ihr Eure Stimme dem hier zum Abgeordneten vorgeschlagenen Manne zu gewendet habt.

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Hessen. Darmstadt.

Regierungsblatt Nr. 7 enthält:. 1. Rechnungsablage über die Verwendung der für das Jahr 1864 im Großherzogthum Hessen ausgeschriebenen Brandentschädigungsbeiträge. 6 5 II. Umlagen der torgel. Religionsgemeinde des Kreises

Büdingen für 1867. 5

III. Dienstnachrichten. Am 21. Dez. 1866 wurde dem Friedrich Machwirth von Alzey das Patent als Geon ter 2. Classe für den Kreis Alzey ertheilt.

Die soeben erschienene Nummer 6 des Regierungsblattes, dessen vollständigen Inhalt wir nachliefern werden, bringt eine Verordnung, wonach die Abgeordneten zum norddeutschen Parla ment sieben Gulden Diäten täglich und Ersatz der Reisekosten erhalten sollen. Die Kosten einer etwaigen Vertretung eines ins Parlament ge wählten öffentlichen Beamten trägt die Staatskasse.

Die Theilnahme der Großh. Regierung an den Conferenzen in Stuttgart, welche trotz der entgegenstehenden, bei der Debatte über den Friedensvertrag abgegebenen Erklärung des Minister⸗ präsidenten Frhrn. v. Dalwigk dennoch stattfand, soll ihren Grund darin haben, daß die preußische Regierung durch ihren hiesigen Vertreter den bestimmten Wunsch hat aussprechen lassen, auch Hessen⸗Darmstadt möge den Stuttgarter Con- ferenzen beiwohnen.

Friedberg. Von Großherzogl. Ministerium des Innern sind zu Wahldirectoren in Bezug auf die Wahlen für den Reichstag des Nord- deutschen Bundes in der Provinz Oberhessen ernannt worden: Großherzogl. Provinzialdirector Goldmann in Gießen für den ersten, Großh. Regierungsrath Trapp in Friedberg für den zweiten und Großh. Regierungsrath Fröhlich in Alsfeld für den dritten Wahlkreis.

Gießen. Geheimerath Ihering, Lehrer der Rechtswissenschaft an der hiesigen Universität, ist als Parlamentscandidat in seiner Heimath Ostfriesland aufgetreten und hat sich kürzlich in einer Versammlung zu Emden den dortigen Wählern präsentirt. In einer ausführlichen Rede bat er sein Programm kundgegeben, das viel seitige Zustimmung fand.

Offenbach. Nach den neusten Nachrichten der Main⸗Ztg. ist in dem Befinden der Herzogin von Nassau ein sehr bedauernswerther Umschlag erfolgt. Seit einigen Tagen haben sich wiederum so heftige Krankheitserscheinungen eingestellt, daß die hohe Kranke von Neuem in ernstlicher Lebens gefahr schwebt.

Mainz. Von den wegen der Vorgänge auf dem Heiligenstock bei Vilbel zum Strafdienst ab⸗ geführten Reservisten aus den vormaligen kur⸗ hessischen Bezirken sind gegen 100 Mann der in Castel stehenden Abtheilung des 11. preußischen Artillerie-Regiments und dem hier garnisonirenden 87. Infanterie⸗Regiment überwiesen worden und vor zwei Tagen bereits eingetroffen.

Preußen. Berlin. In der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 1. Febr. wurde der Gesetzentwurf betreffs Aufhebung des Salz⸗ monopols und Einführung einer Salzsteuer von 2 Thaler per Centner angenommen. Das Herrenhaus lehnte das Diätengesetz für die Reichstagsabgeordneten ab. Legationsrath Pfuel hat sich als preußischer Geschäftsträger nach Stuttgart begeben. Für den norddeutschen

ee ee Das Großherzogl.

der Kauffahrteischiffe und eine Lootsen flagge geschaffen worden. Die Kriegsflagge enthält vier Felder, von denen das eine eine Zu sammenstellung der preußischen und der Hansestädte⸗ Farben enthält, also einen schwarzen und weißen und einen rothen horizontalen Streifen und in der Mitte einen preußischen Adler. Die Flagge der Kauffahrteischiffe enthält einen schwarzen, weißen und rothen horizontalen Streifen und die Lootsenflagge dieselben Streifen in einem etwa dreimal kleineren Umfange. DieNordd. Allg. Ztg. erklärt anscheinend ofsieiös, daß das Ziel der preußischen Politik die Förderung zur Herstel lung des süddeutschen Bundes sei. Frei herr v. Patow wird sich, wie dieKreuzzeitung hört, nach beendigter Organisation der Provinz Hessen, wieder in das Privatleben zurückziehen.

Nach einer im Herrenhause abgegebenen Erklärung des Ministerpräsidenten v. Bismarck soll der preußischen Presse nicht gestattet werden, von den Verhandlungen des norddeutschen Reichs- tags vollständige Berichte zu liefern. Die Presse bleibt für ihre Referate über die Parlaments- verhandlungen verantwortlich.

Fraukfurt. Die unlängst von Berlin ge meldete Nachricht, wonach im Abgeordnetenhause eine Antrag eingebracht werden sollte auf Ueber nahme der Frankfurter Kriegscontribution auf die preußische Staatsschuld, erweist sich als voreilig. Es verlautet nämlich, daß demnächst ein solcher Antrag, von Frankfurt selbst ausgehend, an die preußische Regierung in Form einer Petition ge richtet werden solle.

Die Partei, welche hier als die des gesetz gebenden Körpers bezeichnet wird, hat als Reichs tagsabgeordneten für Frankfurt den Dr. jur. E. Passavant in Aussicht genommen und wird sich derselbe demnächst in einer Versammlung seinen Wählern präsentiren.

Die hiesigen dreijährigen Militärpflichtigen, welche bei der jüngsten Conseription für tauglich zum Dienst erklärt wurden, haben auf den 10. Febr. die Ordre zum Einrücken erhalten.

Wiesbaden. Bekanntlich hat in Hadamar bei Gelegenheit der Eidesleistung der beurlaubten ehemaligen nassauischen Soldaten des Amtes Hadamar ein Scandal stattgefunden. Dieselben müssen nun wieder, wie man demRhein. Kur. mittheilt, zur Eidesleistung erscheinen, und zwar diesmal ohne Waffen, d. h. ohne Stock und sonstige gefährliche Instrumente, in Begleitung der betreffenden Bürgermeister.

Dillenburg. In vergangener Wo t sich in Dillenburg ein Comite für Erba n Eisenbahn von Altenhunden(Station der Sieg Ruhrbahn) über Lasphe und Dillenburg nach Frankfurt a. M. gebildet. Soviel man erfährt, ist dieses Comite mit der Eisenbahn-Commisston des Frankfurter Handelsvereins in Verhandlung getreten.

Meiningen. Von München ist die Mit⸗ theilung hier eingegangen, daß die bahyerische Regierung dem gegenwärtigen Landtage den Bau einer Eisenbahn von Schweinfurt nach Kissingen und von da nach Meiningen proponiren werde.

Oesterreich. Ein Delegirter der italienischen Regierung ist in Wien eingetroffen, um mit der kaiserl. Regierung einen Telegraphenvertrag abzuschließen

Wien. Staatsminister Graf Beleredi soll seine Demission gegeben haben. Die Entscheidung des Kaisers ist noch nicht erfolgt.

Bezüglich der Befestigung Wiens sind jetzt die definitiven und Detailentschließungen gefaßt. Die Befestigung wird auf dem rechten Donauufer sich in einem weiten Halbkreis vom Kahlenberg bis nach Stadelau ziehen, und in einem dreifachen Gürtel ein System von 42 detachirten Forts in sich fassen. Der Donauübergang bei Stadelau wird gleichzeitig durch einen starken Brückenkopf vertheidigt.

Belgien. Von Brüssel wird der Ausbruch der Viehseuche zu Hasselt, Prov. Limburg, gemeldet, wo mehr als 5000 Stück Vieh in den dortigen Ställen der sehr bedeutenden Brannt weinbrennereien sich befinden. Alle Behörden sind in Permanenz. Schon sind mehrere Hundert Stück Vieh abgeschlachtet worden. Die furchtbarste Be

Bund ist eine Kriegsflagge, eine Flagge stürzung herrscht in der ganzen Umgegend.

Türkei. gemeldet, bei der Pforte soll die Anzeige gemacht worden sein, daß ein zwölf Schiffe starkes nord amerikanisches Geschwader im Anzuge sei und in den Levante-Gewässern kreuzen wolle.

Aus Konstantinopel wird

Amerika. Die katholische Bevölkerung in den Vereinigten Staaten wird gegenwärtig, nach einem allgemeinen Ueberschlage, auf zwischen vier und fünf Millionen angesetzt. Die Zahl der Kir chen, die dem katholischen Cultus geweiht sind, beträgt, inel. Kapellen, 2884, die Schulen für Katholiken zählen 1404 und unterrichten gegen 30,000 Zöglinge. Außerdem besitzt die Kirche in Nordamerika zur Heranbildung ihrer Priester 74 theol. Seminarien.

Miichelstadt. Am 18. d. M. kommt die Unter⸗ suchung gegen Lievmann Lehmann von Darmstadt wegen Fälschung vor das hiesige Bezirksstrafgericht; ein äußerst interessanter Fall, der wohl seines Gleichen suchen dürfte. Ein reicher, jedoch übel beleumundeter Mann (auch in Friedberg als solcher gekannt) ist beschuldigt, wegen einer Forderung von etwa 73 fl. eine Urkunde dadurch verfälscht zu haben, daß er die ganze Urkunde bis auf die Unterschrift, 10 oder 11 Zeilen ausradirt und andere Zeilen dazwischen geschrieben habe. Bereits im August v. J. fand eine zweitägige Sitzung des obengenannten Gerichtshofes stalt, das Gutachten eines Chemikers für die Schuld sprechend wurde verlesen, Zeugen wurden abgehört, ein anderer Chemiker zur wenteren Expertise wurde verpflichtet, ebenso drei schreibverständige Experten. Die beiden Gutachten wurden später verlesen, sie sprachen übereinstimmend für dasNichtschuldig. Es entspannen sich interessante Debatten zwischen den Richtern und dem Staatsanwalte, sowie dem ersten Chemiker einerseits und dem Vertheidiger, dem zweiten Chemiker und den Schreibverständigen andererseits, welche mit einer Vertagung der Sache endigten, indem der Beschluß gefaßt wurde, zwei neue Gutachten einzufordern, das eine von Chemikern, das andere von Schreibverständigen. Das ist nun geschehen und Tagfahrt zur Schlußverhandlung angesetzt. Es haben bereits viele Juristen von Darm⸗ stabt ꝛc. ihre Hierherkunft zu dieser Verhandlung angezeigt.

Flörsheim bei Mainz ist durch eine furchtbare Kinderkrankheit heimgesucht, welche man mit dem Namen Mumms bezeichnet und von welcher sämmtliche Kinder, die in einem und demselben Jahre geboren sind, bis auf nur sechs hinweggerafft worden.

Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht, Spec.-Agent in Friedberg.

Das Hamburger Postdampfschiff Saxonia Capitain Haack, welches Newyork am 19. Januar verließ, ist nach einer sehr schnellen und glücklichen Reise von 10 Tagen 19 Stunden wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat nachdem es daselbst die Vereinigte Staatenpost, sowie die für England und Frankreich bestimmten Passagiere gelandet, unverzüglich die Reise nach Hamburg fortgesetzt.

Dasselbe bringt 74 Passagiere, volle Ladung und 155322 Dollars Contanten.

Angekommen in Ne w-York: Am 1. Januar 1 Segel⸗ schiff Jos. Hayden von Havre. Am 7. Januar Segel Elena von Bremen Am 7. Januar Segelschiff Argonaut von Bremen. Am 11. Januar Segelschiff Columbus von Bremen.

Segelschiff Friedrich Adolph, am 23. December von Hamburg abgegangen, ist gestrandet.

Am 9. Januar lagen im New⸗Yorker Hafen 99 Dampfer, 73 Schiffe, 101 Barks, 135 Vriggs und 173 Schooner, zusammen 581 Fahrzeuge.

Auf dem Segelschiff Neckar, welches mit 560 Passa⸗ gieren ankam, lagen bei Ankunft 6 Passagiere am Schiffs⸗ fieber darnieder.

Segelschift Gen. M. Clellan, am 21. October mit werthvoller Ladung und circa 170 Passagieren von Antwerpen abgegangen, gerieth bei Patchogue Long Island, etwa 15 Meilen östlich vom Leuchtthurm von Fire Island, auf den Strand. Von der Coast Wrecking Comp, ist sofort Hilfe gesandt worden, und ist es den letzten Nach⸗ richten zufolge gelungen, das Schiff flott zu bekommen, so daß dasselbe seine Reise nach New⸗York fortsetzen konnte. Als Curiosum wird gemeldet, daß, während das Schiff auf dem Strande lag, nicht weniger als 9 Geburten stattfanden.

VBerloosungen. 907

Wien, 1 Febr. Bei der heute stattgehablen Serien⸗ ziehung der österr. fl. 500-Loose wurden folgende 55 Serien à 20 Stück Loose gezogen Serie 105, 789, 1232, 1539, 1554, 1562, 1958, 2486, 2524, 2822, 2909, 3329, 4074, 4249, 4481, 4541, 4689, 4846, 5815, 6333, 8320, 8784, 9110, 10261, 10341, 10703, 11510, 11965, 12646, 12751, 25609, 12304, 13404, 13707, 14235, 14692, 14966, 15327, 13364, 15487, 15058, 15773, 15891, 16173, 16651, 17689, 17963, 18174, 18180, 18544, 18576, 19090, 19158, 19552, 19760. Die Gewinnziehung findet am 1 Mai e. siatt.

Wiesbaden, 1. Febr. Bei der heute begonnenen Ziehung der nassauischen 25 ⸗fl.⸗Loose kamen folgenbe Treffer heraus: Nr. 89429 4000 fl., Nr. 2095 1000 fl., Nr. 64832 400 fl. Ne. 25627, 60652 200 fl., Nr. 25933, 46142 100 fl. Bei der am 2. Febr. fortgesetzten und beendigten Ziehung der Nass. 25-Gulden-Loose fiel auf Nr. 25166 der Hauptgewinn mit 20,000 fl., Nr. 18096:

2000 fl., Nr. 20294: 400 fl.

öffentuch we werden. ritt bet Ohr d Hoßtaithe I Fieilag soben in dieß Aunrag dir! Karl 05 Immoblllen Flur. Nr. i D 0.* Pag. Nr. 423, 8.

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