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Abend. Unter
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1000
1867.
Donnerstag den 7. Februar.
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Anzeiger für Oberhessen.
Enthält die amtlichen Exlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblatt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samftag.
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2
Bestellungen auf den„Anzeiger für Oberhessen“ bei den auswärtigen Postämtern angenommen,
für Friedberg bei der
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für das erste Halbjahr werden fortwährend
Expedition.
Betreffend:
Amtlicher Theil.
Die Wablen zum Reichstag des Norddeutschen Bundes in den nördlich des Mains
gelegenen Gebietstheilen des Großherzogthums.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg
Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben in dem Amtsblatt vom 24.
die Abgeordnetenwahlen für den Reichstag des norddeutschen Bundes vorgenommen werden sollen.
Dienstag den 12. l. Mts.
Betreffend: Die Volkszählung vom 3. December 1864.
Dassel be
Nachdem die Bearbeitung der am Schlusse des§. 17.
über die Ergebnisse der Volkszählung vom 3.
an die sel b
der Instruction vom 30. December 1864 stattgefunden hat
Friedberg den 2. Februar 1867.
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.
v. Mts. bringen wir in Erinnerung, daß
Ti a p.
Friedberg den 5. Februar 1867. E n.
September 1861 bezeichneten Zusammenstellungen und deren Veröffentlichung eingeleitet ist, lassen wir Ihnen
anbei die für Ihre Gemeinden aufgestellten Zäh lu ngslisten und Notizbücher der Zählungs⸗ Agenten mit dem Auftrag zugehen, dafür
zu sorgen, daß diese werthvollen Nachweisungen über den Stand der
zu weiterer Benutzung bereit gehalten werden.
Oeffe
Da nach der Bekanntmachung in Beilage Nr. 5. zu der Zeitschrift dauernde Cursus für Baumwärter in dem pomologischen Justitute zu Bezugnahme auf wein Ausschreiben vom 30. Dezember v. J. in Nr. 2.
Friedberg den 5. Februar 1867.
Bevölkerung in den
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Reutlingen
einzelnen Gemeinden
sicher aufbewahrt und Trapp.
Bekanntmachung.
für die landwirthschaftlichen Vereine Seite 38 der 2½ Monate schon am 7. März l. des diesjährigen Intelligenzblattes wiederholt zu Anmeldungen auf.
J. beginnt, so fordere ich unter
Der Director des landwirthschaftlichen Bezirks⸗Vereins Friedberg
Tra,
4 Die Parlamentswahlen.
Der Termin zur Vornahme der Wahl von Abgeordneten für das norddeutsche Parlament ist bertits sehr nahe an uns herangerückt, es sino nur noch wenige Tage bis zum 12. Februar, dem angeordneten Wahltermine, und dennoch können wir fast überall, wohin wir uns wenden, nicht das gewünschte Interesse an dieser für die Zukunft des deutschen Volkes und Vaterlandes höchst wichtigen, in ihrer weiteren Entwicklung und deren Folgen heute nicht zu überblickenden An- gelegenheit wahrnehmen. Die Wahlbewegung ist dis jetzt, wollen wir die Wahrheit nicht um⸗ schreiben, gegen alles Erwarten lau geblieben und nur an sehr wenigen Orten, wir reden von Oberhessen, ist eine bemerkenswerthe Agitation einigermaßen in Fluß gekommen; man verhält sich derselben gegenüber theilweise höchst gleich- gültig und indifferent, theilweise, und nicht zum geringsten Theil, spricht man sich offen dahin aus, daß man sich bei der Wahl gar nicht zu betheiligen gedenke. Keiner von beiden Stand- punkten ist unserer Ansicht nach der richtige. Der besonnene, nüchterne Mann, der einsichtsvolle Patriot, welcher die eigenthümlichen Verhältnisse und die ganz ausnahmsweise Stellung unseres Großherzogthums resp. Oberhessens so zu er⸗ kennen und zu würdigen versteht, wie sich solche in Folge der Ereignisse des vorigen Sommers thatsächlich gestaltet haben, und sich der Erkennt- niß und Würdigung derselben nicht absichtlich ver- schließen will, mögen diese factischen Zustände nun seinen individuellen Ansichten entsprechen und mit seinen persönlichen Wünschen und Hoffnungen über⸗ einstimmen oder nicht, dieser Mann tritt zur Wahlurne und gibt seine Stimme ab für den Abgeordneten zum Parla: ment!— Doch wen wählen? Gleichgültig ist es nicht, wen wir wählen. Wir sollen und wollen einen Mann zum Abgeordneten für das norddeutsche Jarlament auserseben, dessen bekannte patriotische Gesinnung und liberale Anschauungs
weise im Allgemeinen keinen Zweisel zuläßt, der durch Wort und That sich als ein Mann von klarer Einsicht und richtiger Erkenntniß unserer industriellen Interessen und der unabweisbaren Forderungen nach zeitgemäßer Neugestaltung und Kräftigung der staatlichen und politischen Zustände unseres deutschen Vaterlandes bewährt hat, dem ein warmes Herz für das Wohl des Gesammt⸗ vaterlandes innewohnt und der so als des allge⸗ meinen Vertrauens würdig bezeichnet werden kann. Wir brauchen einen besonnenen Mann, der nicht allein die zwingende Nothwendigkeit erkennt, son; dern auch den festen und ehrlichen Willen hat, sich offen und ohne Rückhalt dem norddeutschen Bunde und somit der Großmacht Preußen anzu⸗ schließen und unterzuordnen, denn nur dadurch wird unsere Provinz, unser Großherzogthum und unser Fürstenhaus vor größeren Calamitäten als die erlebten, gesichert werden können und gesichert bleiben. Unser Abgeordneter soll ferner durch seine allgemeine Bildung, durch seine Stellung im öffent⸗ lichen Leben, durch seinen Charakter, durch seine persönlichen Eigenschaften und Vorzüge zu einem Vertreter unserer Provinz in hervorragender Weise geeignet sein, damit wir einer ersprießlichen Thätig- keit desselben gewiß sein können. Ein solcher Maun ist für den Wahlkreis Büdingen-Friedberg⸗Vilbel gefunden und zwar in der Person des Herrn Bergrath Buderus in Hirzenhain. Der- selbe ist für unseren Bezirk als Candidat aufge- stellt worden und es ist alle Hoffnung vorhanden, daß seine Wahl mit einer großen Majorität durch- geführt werden kann, nachdem zu Gunsten desselben von jeder anderen Candidakur abgesehen worden ist.— Was nun die Frage anbelangt, ob wir Oberhessen überhaupt wählen sol- len, so ist dieselbe in Vorstehendem zwar indirect schon beantwortet, allein wir wollen noch auf das Bestimmteste erklären, daß dieselbe unserer Ansicht nach ganz entschleden bejaht werden muß. Wir Oberhessen sind durch den Friedensvertrag mitten in das Gebiet des norddeutschen Bundes hinein
gerückt, wir sind diesem Bunde mit eben jenem Friedensvertrage durch Entschließung und Zustim⸗ mung unseres Landesherrn und seiner Regierung, endlich durch Sanctionirung des Vertrags von Seiten unserer Stände zugewiesen und nun auf- gefordert und berufen, an der durch unsere Be⸗ börden angeordneten Wahl Theil zu nehmen. Was kann und soll es unter diesen Umständen auch bezwecken und was nützen, wenn wir in der Protzecke unserer hessischen Enklave wie eigenstunige Kinder sitzen bleiben wollen und durch Nichtbe⸗ theiligung bei der Wahl eine Heldenthat zu thun glauben, wenn wir uns selbst mit dem zweifelhaf⸗ ten Troste zufrieden zu stellen suchen wollen, daß Alles ohne uns so gut gemacht und nicht ge⸗ macht werde als mit uns. Nenne man es ein Flick⸗ und Stückwerk, was Bismarck dem deutschen Volke mit der verlockenden Signatur„Parlament“ vorsetzt, versage man dem Manne von Eisen und Blut das Vertrauen, da er nie unsere Sympathie besessen, aber— vergesse man nicht, daß Rom auch nicht in einem Tage gebaut wurde und daß wir vielleicht jetzt schon über das Ziel hinaus sind, welches man der Thätigkeit und Macht die⸗ ses Parlaments ursprünglich gesetzt hatte! Dreißig Millionen Deutsche werden berufen bei der poli- tischen Neugestaltung Deutschlands berathend und thatend mitzuwirken und wir Oberhessen sollten irgend einen Effect, oder gar einen günstigen für uns, davon erwarten, wenn wir diesem Rufe nicht folgen wollten! Wir zum norddeutschen Bunde ge⸗ hörigen Glieder der deutschen Nation, wir, resp. unsere Abgeordneten, sind berufen, den. Weg zu bahnen, der für unsere süddeutschen Brüder, da⸗ runter die Angehörigen der beiden linksmainischen Provinzen unseres engeren Vaterlandes, die jetzt hoffentlich nur für kurze Zeit errichtete, uns tren nende Grenze der Mainlinte beseitigen und Nord und Süd zu einem großen, mächtigen einigen Deutsch⸗ land fest und dauernd wieder vereinigen kann. Das ist die durch die vollzogenen geschichtlichen [Ereignisse uns zugewiesene Aufgabe, der sich kein


