Ausgabe 
5.11.1867
 
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und Stuttgart den Austausch zu verschieben, um denselben in einem gemeinsamen Acte aller be⸗ theiligten Regierungen zu bewirken.

Wie verlautet, erwartet man die Eröffnung des preußischen Landtags nicht vor dem 15. Nov.

Der Minister der Medicinal Angelegen heiten hat unterm 12. v. Mts. eine Verfügung gegen die Geheim Mittel erlassen, worin es heißt:Nachdem die Bestrebungen, durch An preisung von an sich werthlosen Substanzen und Gemischen als Geheimmittel gegen eine Schaar von Krankheiten sich ein gesetzlich nicht erlaubtes Einkommen zu verschaffen, neuerdings eine fast bedenkliche Verbreitung gewonnen haben, finde ich mich verunlaßt, diesem Uebelstande, im Interesse des allgemeinen Gesundheitswohles, mit um so größerer Strenge entgegen zu treten. Es müssen daher nicht allein sämmtliche Gesuche um die Concession zur Bereitung und zum Verkaufe aller, auch der als unschädlich nachgewiesenen, Heilmittel durch Privatpersonen grundsätzlich zurückgewiesen, sondern auch diesfällige, in früheren Zeiten aus nahmsweise ertheilte Concessionen mit dem Aus⸗ scheiden der Personen, welchen dieselben ertheilt waren, derart als erloschen angesehen werden, daß deren Uebertragung auf Andere nicht mehr ge stattet wird.

Von den 16 Panzerschiffen, 20 Corvetten u. s. w., die Preußen in 10 Jahren haben soll, sind gegenwärtig vorhanden oder der Vollendung nahe: 5 Panzerschiffe, 9 Corvetten, 22 Kanonen- boote, 5 Uebungs⸗, 2 Artillerieschiffe und Andere. Der gegenwärtige Bestand der activen Marine sind 137 See- Officiere, 80 Cadetten, 2000 Ma- trosen und 300 zum Maschinen⸗Personal gehörige Leute; im Beurlaubten- Verhältniß befinden sich 42 See⸗Officiere, 7000 Seeleute der alten Pro vinzen und 200 Leute, die zum Maschinen-Personal gehören. Im Jahre 1877 wird das Personal der Marine steigen auf eine Friedensflotte von 350 Officieren, 100 Cadetten, 5000 Matrosen und 400 Mann Maschinen-Personal, und gleich zeitig werden im Beurlaubten⸗ Verhältniß sein 10,000 Matrosen und 1700 Mann Maschinen- Personal. Die Regierung will, nachdem Kiel und die Jahde zu Bundeshäfen bestimmt sind, den gesammten Dienst der Flotte auf die beiden Häfen bischränken, den Bau an der Jahde zu schnellem Abschluß führen, den in Kiel bis zur Beendigung der Bauten an der Jahde auf das Nothwendigste und die Beendigung der Hafenforts beschränken.

DieProv.⸗Corr. stellt in einem Artikel zu den Landtagswahlen Reformen in der inneren Verwaltung in Aussicht, indem sie sagt: König Wilbelm hat schon bei der Einsetzung des gegenwärtigen Ministeriums seine Absicht wiederholt dahin ausgesprochen:In weiterer Ausführung der bestehenden Verfassung soll die Gesetzgabung und Verwaltung von freisinnigen Grundsätzen ausgehen. Es kann aber ein heil⸗ bringender Fortschritt nur gedacht werden, wenn man, nach besonnener und ruhiger Prüfung der Zeitlage, die wirklichen Bedürfnisse zu befriedigen und die lebensfähigen Elemente in den bestehenden Einrichtungen zu benutzen weiß. Die Absicht des nigs war durch die Parteikämpfe seither vereitelt worden. Jetzt wird sie hoffentlich in Erfüllung gehen. Die gemeinsamen Aufgaben der Regierung und der Landesvertretung sind inzwischen noch größere und umfassendere geworden: es handelt sich nicht mehr blos um die früher erstrebte Verbesserung der Gesetzgebung und Ver⸗ waltung, sondern die Kraft des preußischen Geistes muß sich zugleich in der inneren Ver⸗ schmelzung der neugewonnenen Landestheile mit der alten Monarchie, in dem umsichtigen Aus- tausche der beiderseitigen Vorzüge der alten und der neuen Provinzen bewähren, endlich wird es auch eine bedeutungsvolle Aufgabe der neuen Landesvertretung sein, die Ausgleichung zwischen den alten preußischen Landesein richtungen, und der Entwickelung des Norddeutschen Bundes auf jede Weise fördern zu helfen.

Kassel. Die Obliegenheiten der Direction der ehemals kurhessischen Militär⸗Wittwen⸗

und Waisen-Anstalt gehen vom 15. d. M. ab auf die General⸗Direction für Militär-Wittwen⸗ Pensions- Angelegenheiten in Berlin über. Hier⸗ mit wird gleichzeitig das Vermögen dieser Anstalt, bestehend in ungefähr 150,000 Thlr., dorthin übergestedelt.

Mecklenburg. Schwerin. Der Ritter⸗ gutsbesitzer Manecke auf Deggenkoppel hat beim engeren Ausschuß der Ritter- und Landschaft in Mecklenburg den Antrag gestellt: die beiden Groß- herzoge zu ersuchen, die bisher in Mecklenburg geltenden Gesetze über die Presse und das Ver einsrecht zu annulliren und dagegen die in Preußen geltenden Gesetze über die Presse und Vereine vom 1. Januar 1868 an provisorisch in Kraft treten zu lassen.

Dänemark. Aus Kopenhagen wirv ge⸗ meldet, daß die dänischen Inseln in West⸗ indien für 14 Millionen dänischer Thaler an die Vereinigten Staaten von Nordamerika verkauft worden sind.

Frankreich. Paris. In vielen Blättern ist ein Brief abgedruckt, welchen der damalige Prinz Louis Napoleon Bonaparte am 2. Dezember 1848 an den Redacteur desCon stitutionel gerichtet hat:Herr Redacteur! Da ich höre, daß man bemerkt hat, daß ich mich der auf die Expedition von Civita⸗Vecchia bezüglichen Abstimmung enthielt, so glaube ich erklären zu sollen, daß ich, obgleich entschlossen, alle für den wirksamen Schutz der Freiheit und Autorität des Papstes geeigneten Maßregeln zu unterstützen, doch nicht durch mein Votum eine militärische Demon stration genehmigen konnte, welche mir gefährlich schien, selbst für die geheiligten Interessen, die man beschützen wollte, und zudem geeignet, den Frieden Europas zu bedrohen. Empfangen Sie u. s. w. Louis Napoleon Bonaparte.

Die italienische Regierung hat hier⸗ her mittheilen lassen, daß sie ihre Truppen an drei Stellen hat über die päpstliche Gränze rücken lassen, und daß dieselben beauftragt seien, mit den französischen Truppen bei der Bewältigung der Garibaldi'schen Schaaren zu cooperiren.

DerMoniteur meldet bis jetzt noch nichts über den Einmarsch der italienischen Truppen in das römische Gebiet.

Das Ereigniß des Tages ist die Ankunft des Generals Lamarmora in Paris, welcher nach den übereinstimmenden Aussagen der officiösen Blätter den Kaiser für eine sofortige Betheiligung Italiens an der Besetzung des Kirchenstaats ge- winnen soll.

DerMoͤniteur meldet vom 1. Nov.: Der Kriegsminister hat diesen Morgen Berichte des Generals Failly erhalten, datirt aus Civita⸗ vecchia vom 30. October: Der General hatte eine Brigade der Division Dumont am 29., um 3 Uhr Nachmittags, und die Brigade Pottier am 30., Abends, ausgeschifft. General Dumont sollte am 31. in Rom einrücken. Garibaldi be⸗ fand sich zu Monte⸗Rotondo mit 5000 Mann. Da die Telegraphenverbindung durch Italien unterbrochen ist, so wurde die Depesche des Ge⸗ nerals Failly von einem Dampfer nach Nizza gebracht.

Französische Blätter melden, daß der Kaiser von Oesterreich den Kaiser Napoleon zum Inhaber eines österreichischen Regiments ernannt. (Ist wohl noch nicht dagewesen, daß ein fran zösischer Kaiser Inhaber eines österreichischen Re⸗ giments war.)

Man versichert, Oesterreich habe mündlich im Princip dem französischen Vorschlag beigestimmt, wegen der römischen Frage eine Conferenz zu berufen, von Seiten Englands und Preußens 5 das Princip der Nichtintervention aufrecht erhalten werden, während Rußland sich seinen Entschluß vorbehält, bis Frankreich die der Conferenz zu unterbreitenden Fragen genau dargelegt haben werde.

Der Minister des Auswärtigen hat an den französischen Geschäftsträger in Flo⸗ renz eine Depesche gerichtet, deren Schluß also heißt: Wir vernehmen nicht ohne peinliche Ueberraschung den Entschluß des italienischen

Ministeriums, gewisse Punkte des päpstlichen Gebiets zu besetzen. So beschränkt auch die

italienische Intervention in den Staaten des heil. Stuhles sein und wie schnell sie auch enden mag, und mit welchen Rücksichten man

sie auch umgeben möge, so kann die französische

Regierung, welche sie immer getadelt und da⸗ von abgerathen hat, sie doch in keiner Weise durch ihre Zustimmung gutheißen. Wenn die Regierung des Königs glaubt, von uns eine schweigende Zustimmung erwarten zu können, so ist dies eine Täuschung, welche wir zu zer stören nicht zögern dürfen. Sie werden daher unserem lebhaften und aufrichtigen Bedauern Ausdruck geben, daß wir dasselbe sich von einer Haltungslinie entfernen sehen, welche, unserer Ueberzeugung nach, die einzige den Interessen Italiens eingemessene ist.

Nach demMoniteur, ist bei Kriegsminister eine Depesche des Generals Failly vom 31. October mit folgenden Nach- richten eingelaufen: Der General Dumont be⸗ findet sich in Rom mit der Brigade Polhes; unsere Truppen wurden von der römischen Bevölkerung mit Enthusiasmus empfangen; die Brigade Duplessis kam gerade in dem Moment in Civitavecchia an, als der Dampfer nach Nizza abging. DerMoniteur sagt ferner: Die italienische Regierung weigere sich, die Volksabstimmung der Ortschaften des päpst lichen Gebiets anzunehmen.

Nach anderen Nachrichten desavouirt die italienische Regierung alle Handlungen der italienischen Truppen, welche in ihren Con sequenzen über die im Circular Menabrea's enthaltenen Hauptideen hinausgehen. Dem⸗ gemäß sind auch die Municipalitäten von Frosinone und Velletri bedeutet worden, daß die von ihnen vorgenommene Volksabstimmung nicht anerkannt werde.

Toulon. Die Schiffe nehmen fortwährend Truppen, Pferde und Kriegsbedarf ein. Die Franzosen haben am 30. October Rom besetzt, ohne einen Schuß zu thun. In der Stadt herrscht vollkommene Ruhe. Am 2. Nov. Abends gingen

10 Schiffe mit Truppen und Kriegsbedarf nach

Civitavecchia ab. Großbritannien. London. mäßigung dee Preises der Kabeldepeschen wird am 1. Dezember beginnen. 50 Buchstaben kosten 5 Pfd. Sterling, Chiffrirungen ungefähr das Doppelte. Fünf Worte sind für die Adresse frei. Italien. Nachrichten aus Florenz vom 31. Okt. Abends melden: Die in den Provinzen bestandenen Comités zur Unterstützung der In⸗ surrection sind auf Befehl der Regierung aufgelöst worden. Nachrichten aus Rom fehlen heute. Das Gerücht vom Einzug mehrerer Compagnien der Chasseurs de Vincennes in Rom hat sich nicht bestätigt. 2000 Mann Päpstliche haben Albano besetzt. Die italienischen Truppen werden im römischen Gebiet mit Aeclamationen begrüßt. Verschiedene Gemeinden haben Regierungscomités constituirt. Im Namen des Königs hat die Regierung einen Freund Garibaldi's an diesen abgeschickt, um ihn zu veranlassen, von seinem

Vorhaben abzustehen. Das Gerücht, daß fran⸗

zösische Truppen in

Terracina gelandet, hat sich nicht bestätigt..

hisa unterm 26. Okt., 92 Theilen der Kirchen⸗ güter unter sehr günstigen gehabt. Die Preisaussetzung der Immobilien ist um 203,943 Fr. 75 El. überstiegen worden. Die Operation ist in der größten Ordnung vor sich gegangen. 1

Florenz. Nach einem Telegramm aus Cor⸗ rese wäre Garibaldi nach Monte ⸗Rotondo zurückgekehrt. Das Commando der italienischen Oceupationstruppen ist dem General Cialdini anvertraut. richten zufolge waren die Franzosen noch immer in Civitavecchia, während die italienischen Truppen verschiedene Plätze des Kirchenstaates besetzt haben. Das Gerücht, daß Nicoter a von den Päpstlichen umzingelt worden sei, wird widerrufen.

In einem Circular des Ministerpräsidenten

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