Ausgabe 
5.9.1867
 
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Sitzung. Vorträge von v. Madler aus Bonn über Astronomie und Pettenkofer aus Mün⸗ chen über öffentliche Gesundheitspflege. Sections sizungen. Um Uhr Festessen im Saalbau. Donnerstag 19. September von 91 Uhr und 46 Uhr Sectionssitzungen, Abends Concert im Saalbau, von der Museumsgesellschaft und dem Cäcilienverein veranstaltet. Freitag 20. September 10 Uhr Vormittags Wahl des nächsten Versamm⸗ lungsortes. Vortrag von Professor Wandt aus Heidelberg über Physiologie. Uhr gemein- schaftliches Mittagessen im Saalbau. Samstag 21. September Vor⸗ und Nachmittags Sections- sitzungen. Abends gesellige Vereinigung unter Mitwirkung des Liederkranzes. Montag 23. Sep⸗ tember Vormittags 10 Uhr dritte allgemeine Sitzung. Vorträge von Professor Claudius aus Zürich über Physik und Professor Schaafhausen aus Bonn über Anthropologie. Sectionssitzungen. Abends Festvorstellung im Theater. Dienstag 24. September vierte und letzte allgemeine Sitzung. Wissenschastliche Vortrage und Schlußakt. Ge⸗ meinsame Fahrt auf das Forsthaus. Das An- meldebureau, auf welchem die Aufnahmekarten(A 4 Thaler für Mitglieder und Theilnehmer) Quar- tier und Fest⸗Karten ausgegeben werden, befindet sich im Saalbau in der Junghofstraße.

Wiesbaden. Die Quartiergelder von vorigem Jahre sind endlich zur Auszahlung dahier angelangt, allein man ist wenig zufrieden damit, daß nun, statt der s. Z. zugesicherten 30 kr. per Mann und Tag, jetzt nur 5 Sgr. per Mann und Tag gut gethan werden sollen.

Bayern. München. Nach demFrank- furter Journal hat Preußen bei den Zollver⸗ einsstaaten, welche nicht zum Norddeutschen Bunde gehören, die Zustimmung zur Herabsetzung des Eingangszolles von Wein auf 2 Thaler bean- tragt, um den Eintritt Mecklenburgs in den Ver⸗ ein und eine Revision des Handelsvertrages mit Oesterreich zu erleichtern.

DieHoffmann'sche Correspondenz mel⸗ det: Der Zollvereins⸗Vertrag vom 8. Juli hat unterm 31. August die königliche Genehmigung erhalten. Das Gerücht, wonach Graf Tauff⸗ kirchen den bayerischen Gesandtschaftsposten in Berlin übernehmen soll, ist grundlos, vielmehr dauern die Verhandlungen mit dem Grafen Heg⸗ nenberg⸗Dux noch fort

Kissingen. Die vor einiger Zeit durch die Zeitungen gegangene Nachricht, ein Kissinger Gastwirth, der während der preußischen Invasion u. A. sein sämmtliches Silberzeug verloren und dafür eine Entschädigung von 40,000 fl. erhalten habe, sei jetzt in Untersuchung gezogen worden, da das Silberzeug nicht geplündert, sondern von ibm heimlich bei Seite geschafft worden sei,

böswilligerweise ausgesprengt worden sei.

Baden. Wie verlautet, hat die badische Regie · rung den Spielvertrag mit dem Pächter in Baden⸗ Baden bis Ende 1870 verlängert. Die Hauptpunkte des neuen Vertrags sind die folgenden: Während der nächsten drei Jahre zahlt Hr. Benazet einen jährlichen Pacht von 300,000 Gulden, woraus Das brillante des Conversationshauses und des Thea⸗ ters wird dem Badefonds am Schlusse des Jahres 1870 unentgeltlich überlassen; ebenso dit Renn⸗ bahn von Iffezheim mit ihrem gesammten Inven⸗ tar. Sämmtliche Räume des Conversationshauses und des Mestaurant werden heizbar gemacht, blei · ben während des Winters geöffnet, und werden zu geselligen Zusammenkünften, Concerten, Bällen ic. benutzt, um für die Fremden einen steten Mittel⸗

ein Reservefonds gebildet wird. Inventar

punkt des Verkehrs zu bilden.

Die badische Finanzverwaltung hat mit den Bankhäusern M. A. v. Rothschild und Söhne in Frankfurt a. M., W. H. Ladenburg in Mann⸗ heim und der Discontogesellschaft in Berlin eine Eisenbahn⸗Prämienanleihe von 12 Mil- Durch diese Anleihe ist der

lionen abgeschlossen.

durch das Finanzgesetz vom 21. April 1866 offene Credit und zugleich der Eisenbahnbau⸗Bedarf für das Großherzogthum Baden auf lange Zeit gedeckt.

hat sich nach einer Erklärung derMain⸗Zeitung als unwahres Gerücht erwiesen, das wahrscheinlich

Ein badisches Blatt macht folgende offteiöse Bemerkungen:Die neuesten Friedens⸗Ver⸗ sicherungen aus Wien und Paris besäßen keine Tragweite, gründeten sie sich nicht zunächst auf die Unmöglichkeit für Oesterreich, jetzt in Action zu gehen, und auf die weitere Unmöglichkeit für Frankreich, allein Krieg zu führen. Ueberdieß täuscht man sich 10 über die Stimmung in Oesterreich. Wer in den letzten Zeiten mit Deutsch⸗Oesterreichern zusammenkam, begreift, wie und warum ihr patriotisches Gefühl zu Oesterreich gelockert ist. Man hört da Dinge, die Alles übersteigen, was der glühendste Preußenfreund je zum Tadel der österreichischen Regierung erfinden konnte.

Oesterreich. Die Wiener Blätter vom 31. August melden übereinstimmend als authen⸗ tisch, daß in dem unter dem Vorsitz des Kaisers abgehaltenen Ministerrathe entscheidende Be⸗ schlüsse bezüglich der Staatsschuldenfrage und des Staatsbudgets pro 1868 gefaßt worden seien. Finanzminister v. Becke begab sich gestern nach

Gastein, um Herrn v. Beust das Ergebniß der

Conferenz mitzutheilen und dasselbe endgültig fest⸗

zustellen.

Nach derDebatte hat Graf Bismarck durch eine Depesche an den preußischen Ge⸗ sandten, Legationsrath v. Heydebrand und der Lasa, in Kopenhagen erklären lassen, den Vor⸗ schlag Dänemarks in Betreff directer vertraulicher Unterhandlungen wegen der nordschleswig'schen Frage anzunehmen. Das WienerTageblatt enthält ein Telegramm, wonach außer den fran⸗ zösischen Rundschreiben noch besondere berichtigende Noten Frankreichs und Oesterreichs be⸗ züglich der Salzburger Zusammenkunft nach Berlin abgehen werden.

ueber die Willfährigkeit zur Auslieferung der Reste des Herzogs von Reichstadt an Frank⸗ reich besteht kein Zweifel. Aus Mexico ist der österreichische Gesandtschafts⸗Attachs Schmidt hier eingetroffen und hat das Gilet und den Rock, welche der Kaiser Maximilian bei der Execution getragen, mitgebracht.

Frankreich. Paris. Der Kriegsminister hat derordnet, daß das Lager von Chalons mit dem 1. September aufgeboben wird. Die dasselbe bildenden Truppen werden, nach dem Moniteur de l' Armee, ihren Territorial ⸗Com⸗ mandos wieder zugetheilt.

DerMessager de Toulouse läßt sich aus Paris schreiben:Bei der Aufhebung des Lagers von Chalons sagte der Kriegsminister: Meine Herren, Sie haben so eben die Theorie des Kriegs studirt; bald werden Sie ihn in der Praxis kennen lernen. DerMessager de Toulouse ist das Organ der dortigen Präfectur.

Im Lager von Chalons ist ein großes Unglück geschehen. Die Pulverkammer der ersten Division sprang in die Luft, und es verloren durch diese Explosion acht Menschen, ein Haupt⸗ mann und sieben Sapeurs, das Leben.

Den Professoren Virchow und Vogt wurde von ihren hiesigen Verehrern ein Banket im Palais royal gegeben. Der Professor der medicinischen Fatultät von Paris, Hr. Broca, hielt den Vorsitz. Virchow feierte in seiner Tisch rede in beredten Worten den Individualismus. In allen Lagen des Lebens solle der Mann vor allen Dingen er selbst und derselbe sein und sich nicht in engherzigen und particularistischen Lehren einschließen. Dann allein sei er stark und könne der Zukunft mit Vertrauen entgegenblicken; er sei dann weder Franzose noch Preuße, sondern Weltbürger.

Die Abreise des Kaisers, der Kaise⸗ ein und des kaiserlichen Prinzen nach Biarritz erfolgt nächsten Sonntag oder Montag, die Rückkehr Anfangs October.

Belgien. Brüssel. Auf Ersuchen des Königs begibt sich der ehemalige Justizminister Tesch behufs Regulirung der Nachlassenschaft Maximilians nach Wien.

England. London. Die Hilfs⸗Eisen⸗

bahn, welche von einer englischen Gesellschaft über den Gipfel des Mont-Cenis neben der Post⸗

nach Vollendung des Tunnels noch gut rentiren wird, soll im October dem Verkehr übergeben werden. Capitän Tyler telegraphirt an das Handelsamt, daß er vorgestern mit der ersten Locomotive von St. Michel nach Sasa gefahren ist, eine Strecke von 48 englischen Meilen, deren Steigerung 6700 Fuß beträgt.(Diese Meldung hat mehrfach zu der irrigen Auffassung Anlaß gegeben, als ob der Tunnel bereits vollendet sei.)

Italien. Berichte aus Florenz melden, daß die von Rom über die Cholera eingehen⸗ den Nachrichten weit davon entfernt sind, befrie⸗ digend zu sein. Die Seuche nimmt von Tag zu Tage zu, täglich beträgt die Zahl der Todesfälle gegen 30, am 23. v. M. starben sogar 50. Es scheint, daß die Rückkehr der von Albano kommenden Zuaven zu dieser Zunahme beigetragen hat, und in der That haust diese Krankheit haupt⸗ sächlich in den Quartieren Roms, wo die Zuaven casernirt sind.

Das Reglement zum Verkauf der Kirchengüter, aus 141 Artikeln bestehend, ist vom Staatsrath genehmigt worden. Der Verkauf wird mit dem 1. September beginnen, und es werden zuerst für 150 Millionen der Versteigerung ausgesetzt werden.

Spanien. Eine Madrider Depesche vom 31. v. M. meldet, daß die Regierung keine Tele. gramme über den Aufstand mehr veröffentlichen werde, da derselbe beendigt sei. Das widerspricht anderen Nachrichten, wiewohl die jüngsten Privat⸗ nachrichten der Insurrection allerdings nicht gün⸗ stig lauten. Prim will einem Zusammenstoß mit den königlichen Truppen in offener Feldschlacht aus dem Wege gehen, dagegen eine Art Guerilla⸗ krieg organistren, so melden andere Berichte.

Frankfurt. Die Berichte über die am 28. v. M. begonnene Der bstmesse lauten sehr wenig befriedigend und man hört allgemein, daß durch die gegenwäctig herr⸗ schende Unsicherheit der öffentlichen Zuslände das Geschäft fast vollpändig darniederliege und sich lediglich auf den Umsatz des Allernothwendigsten beschränke. Selbst die villigsten Preise können die Käufer nicht bestimmen, bei ihren Einkäufen über diesen Bedarf hinauszugehen. Zudem aber soll ein Dritttheil der gewöhnlichen Messe⸗Einkäujer ausgeblieben sein und auch hierin der außerordentlich geringe Absatz seine weitere Erklärung finden.

Darmstadt. Das 50jährige Jubiläum der hiesigen

mittheilt, am 14. oder 16. September festlich begangen werden und veranstaltet die Direction bei dieser Gelegen⸗ heit eine Ausstellung der sämmtlichen Kunstschätze, Hand⸗ schriften und ältesten Drucksachen der Anstalt.

Darmstadt. Am 2. Sepiember stürzte sich zwischen Hemsbach und Heppenheim ein Frauenzimmer unmittelbar vor einem von Heidelberg herankommenden Zuge auf die Schienen und wurde überfahren. Der Zugführer erhielt erst durch die der Maschine verursachte Erschütterung von dem Unsalle Kenntniß. Der Kopf fand sich vom Rumpfe getrennt in einiger Entfernung vom übrigen Körper auf dem Bahndamme.

Mainz. Ein der 5 Jesuiten der Christophspsarrei, P. Wagner, geht nach Indien, um den Bau eines großen Colleges in Bombay mit Gymnasium und Uni⸗ versttät zu leiten. Die Baukosten sind auf 200 000 Rupien augeschiagen. Der Pater hat vereits wiederholt Proben von seiner Qualification als Architekt adgelegt.

Appenheim, Kreis Bingen, wurde am 27. August von einem fürchterlichen Unglücke bedroht. Eine Windhose hatte sich um halb 8 Uhr Nachmittags eingestellt. Zuerst sah man die Wolken sich von beiden Seiten zusammen⸗ ziehen, dann der Brandung eines Meeres gleich, run wirbeln, worauf nach 2 Minuten sich ein Getöse kund fen welches von dem Fliegen der Dachziegel, die es abgerissen, begleitet wurde. Ueber 100 Häuser wurden beschädigt und theils des Daches beraubt. 3 400 Obsioäume wurben von dem Stueme theils umgewerfen, theils be⸗ schädigt. Alles war das Werk eines Augenblicks.

Aus Schweinfurt wird folgender Unfall gemeldet: Eine enisetzliche Nachricht läuft durch unsere Stadt. Am letzten Freiiag Abend zwischen 4 und 5 Uhr sollie ein. Arbeiter eine verstopste Lalrinen⸗Rinne in der Kreis; Irrenanstalt zu Werneck öffnen, wurde aber in der Latrine ohnmächtig und da auf seinen Hülferuf sich keiner der andern Arbeiter in die Latrine wagte, so stieg der herbei geeilte Primararzt, Dr. Rabus, eine allgemein geachtete und höchst geschätzte Persönlichkeit, hinab, um den, Ver⸗ unglückten zu retien, sant aber sogleich bewußild du sammen; ihm folgten der Oberwärter, der Sekundärarzt Dr. Hopp, ein Sohn des verlebten Regierungs⸗Directors v. Hopp in Würzburg und noch zwei Wärter der Anstalt, Jeder in der Absicht zu helfen. So wurden 5 Personen Opfer ihres Edelmuthes und ihrer Pflichttreue; der Ober⸗ wärter ist zwar noch lebend herausgezogen worden, aber am Abend auch verschieden. Sechs Leichen sind das Opfer

einer an sich ganz unbedeutenden Sache geworden.

straße angelegt worden ist und sich wohl auch 9

Großherzoglichen Hofbibliothek wird, wie die Landeszeitung

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