Schwein tuderg,
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Donnerstag den 5. September.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblatt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Amtlicher Theil.
Betreffend: Die Verwendung der baar eingehenden Pfandgelder und Strafdritttheile von Feldstrafen
zur Besoldung des Aufsichtspersonals.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen
Friedberg am 31. August 1867. Bürgermeistereien.
Wir beauftragen Sie unter Bezugnahme auf unser Amtsblatt vom 27. Mai d. J. ohne Nummer, die darin verzeichneten Beträge an Pfandgeldern und Strafantheilen zur Auszahlung an die darin genannten Gemeindebediensteten anzuweisen und für die baldige Be—
zahlung zu sorgen.
Betreffend: Die Vertilgung der Feldmäuse.
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Friedberg den 3. September 1867. d ieh bei
Veranlaßt durch die Thatsache, daß die Feldmäuse in vielen Gegenden unseres Landes in Besorgniß erregender Weise uͤberhand
mehmen, fordern wir Sie auf deßfallsige Anordnung Großh. Mini unter Bezugnahme auf den Inhalt unseres Ausschreibens vom 27. Feldmäuse in den Gemarkungen Ihrer resp. Gemeinden so überhand genommen
geboten erscheint und bejahenden Falls, welche Maasregeln Sie hierzu vorschlagen.
Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit fraglichen Gegenstandes erwarten wir die Erledigung dieser
Betreffend: Die Anschaffung des Holzsaamens zu den 1868r Culturen in den Communalwaldungen
des Forsts Friedberg.
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steriums des Innern vom 28. August l. J. zu Nr. M. d. J. 9470, und August 1861(Intelligenzblatt Nr. 68) zum Berichte darüber auf, ob die haben, daß eine amtliche Anordnung zu deren Vertilgung fur
Auflage innerhalb 8 Tagen. Trapp.
Friedberg den 30. August 1867.
an die Großherzoglichen Bürgermeisterei en der Wald-Besitzenden Gemeinden.
Wir weisen Sie an, die Anschaffung der für die Waldculturen für 1868 erforderlichen Eicheln und Bucheln unter Mitwirkung der Großh. Oberförstereien mit Beachtung der bestehenden Vorschriften zu bewirken.
Beureffend: Landwirihschaftlicher Unterricht, insbesondere die Ackerbauschule zu Friedberg.
Lan dwirthschaftlicher
Nachdem der Aus schuß des landw. Vereins von Oberhessen im Büdget pro 1867.. aus der auch Stipendien an tüchtige, aber unbemittelte fünge Landwirthe aus der Provinz, die den
landw. Unterrichts vorgesehen hat,
Winterkursus an der Ackerbauschule des Herrn Dr. Henkelmann zu Friedberg besuchen wollen, daß derartige Unterstützungsgesuche bis längstens zum 1. Oktober d. J. hierher zu richten sind.
unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß,
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Laubach den 29. August 1867.
Unterricht.
Summe von 1200 fl. zur Unterstützung
gewährt werden können, so bringe ich dies
Der Präsident des landwirthschaftl. Vereins von Oberhessen. Otto, Graf zu Solms-Laubach.
Hessen. Darmstadt. Prinz und Prin-
zessin Ludwig von Hessen sind gestern Nachmittag won einem längeren Aufenthalte aus dem Bade St. Moritz in Engadin in erwünschtem Wohlsein wieder hier eingetroffen. Ueber unsere demnächstigen Garnisons⸗ Verhältnisse sind seither die widersprechendsten Nach; richten gemeldet worden, ohne daß bis jetzt eine definitive Entscheidung bekannt geworden wäre. Das„Frankfurter Journal“ will nunmehr aus zuverlässiger Quelle vernommen haben, daß der Wroßherzog jetzt definitive Entschließung über die Dislocation der Truppen gefaßt habe und wer⸗ wen danach in Langen vorerst 2 Schwapronen Reiterei und, wenn die dortigen Kasernenbauten, zu deren Uebernahme sich die Gemeinde bereit er⸗ ilärt hat, vollendet sein werden, 3 Schwadronen ständig garnisoniren. Dem 1. Jägerbataillon ist Gießen, dem 2. Jägerbataillon Lich, als Gar- nison angewiesen worden. Die seitherigen Gar- nisonsorte behalten diese ihre Eigenschaft und wird sich, abgesehen von den neuen Garnisonen, die Dislocation der großherzoglichen Armeediviston solgendermaßen gestalten: In Darmstadt werden 4 Bataillone Infanterie, 1 Reiterregiment zu 5 Schwadronen, das Artilleriecorps zu 6 Batterien, die Pionnier-Compagnie und 2 Trainabtheilungen stehen, in Worms 2 Bataillone, in Offenbach und Friedberg je 1 Bataillon Infanterie und in Butz⸗ bach 3 Schwadronen Reiterei. Major v. Böhn soll als preußischer Militär- Bevollmächtigter bei der großherzoglichen Regierung, wenn seine Auf— gabe als Commandeur des hiesigen Lehrbataillons vollendet sein wird, seinen ständigen Aufenthalt dahier nehmen.
Preußen. Berlin. Ueber die Wahlen zum Reichstage läßt sich, abgesehen von den End⸗ resultaten, nur soviel sagen, daß allenthalben eine weit schwächere Betheiligung als bei den letzten Wahlen stattgefunden hat; kaum 30 Procent der Wahlberechtigten werden erschienen sein. Das Resultat der Wahlen wird sich als vorherrschend im national-liberalen und conservativen Sinne er⸗ geben, dennoch aber wird die demokratische Mi⸗ norität, welche diesmal im Reichstage erscheinen wird, eine minder verschwindende sein, als die der letzten Session, da sich unter den Gewählten alle hervorragenden Führer der Partei befinden, soweit 053 nicht von vornherein eine Wahl abgelehnt
aben.
— Der König hat die hessischen Vertrauens- männer empfangen.
— Graf v. d. Goltz, der preußische Botschafter am französischen Hofe, ist wieder nach Paris ab- gereist.
— Der„Staatsanzeiger“ publicirt eine könig⸗ liche, vom Grafen Bismarck contrasignirte Ver⸗ ordnung, durch welche der Reichstag des norddeutschen Bundes auf den 10. September einberufen wird.— Demselben Blatt zufolge ist der Präsident des Bundeskanzleramts, v. Del⸗ brück, zum wirklichen Geheimerath mit dem Titel Excellenz ernannt worden.— Am 3. ds. Vor⸗ mittags 11 Uhr hat die feierliche Eröffnung des neuen Oberappellationsgerichts im Ge⸗ bäude des Obertribunals durch den Justtizminister stattgefunden; sämmtliche Mitglieder des Gerichts wohnten der Eröffnung bei.
Hanau. Auf den Geburtstagsglückwunsch, welcher von hier dem Kurfürsten von einer zur
Feier dieses Tages versammelten Gesellschaft über⸗ sandt wurde, hat derselbe eine Antwort ertheilt und zwar in folgender, sehr bezeichnender Weise: „Ich habe das Telegramm, durch welches Sie mir die Glückwünsche zu meinem Geburtsfeste Namens einer Festgesellschaft zu Hanau über⸗ sandt haben, mit Vergnügen empfangen, und spreche Ihnen und sämmtlichen Theilnehmern hier⸗ durch meinen aufrichtigsten Dank für die festliche Begehung meines Geburtstages und die mir da— bei dargebrachten Glückwünsche aus. Sagen Sie Ihren Festgenossen, daß ich die lopalen Gesinnun⸗ gen, welche ich in der Stadt Hanau in den Tagen meiner Heimsuchung, wo die Herzen offenbar wer- den, wo wahre Treue und Vaterlandsliebe sich erst erproben, gefunden habe, und für die mir auch die Feier meines Geburtsfestes ein neuer, meinem Herzen wohlthuender Beweis gewesen ist, wohl zu würdigen weiß und dankbar erkenne. Ich hoffe zu Gott, daß es mir vergönnt sein werde, dieß in kommenden besseren Tagen durch die That beweisen zu können. Schloß Horzowitz, 22. August 1867. Ihr wohlgeneigter Friedrich Wilhelm.“
Frankfurt. Die 41. Versammlung der deutschen Naturforscher und Aerzte findet in den Tagen vom 18. bis 24. September d. J. dahier statt. Das kürzlich ausgegebene Programm kün⸗ digt an, daß die allgemeinen Sitzungen und sämmtliche Sectionssitzungen im Saalbau und in den Räumen der polptechnischen Gesellschaft stattfin⸗ den werden. Die Tageseintheilung ist folgende: Dienstag den 17. September Abends Begrüßung und gesellige Vereinigung im Saalbau. Mitt- woch 18. September 10 Uhr Vormittags erste


