Ausgabe 
4.7.1867
 
Einzelbild herunterladen

gegen neue preußische kann nunmehr geschehen, worauf wir das Publikum aufmerksam machen.

Gießen. Wie der soeben erschienenePersonal⸗ bestand der Universität Gießen ausweist, beträgt die Zahl der Studierenden in diesem Semester im Ganzen 326(bierunter 283 Inländer und 43 Ausländer.) Von diesen widmen sich der Theologie 41(39 Inländer, 2 Ausländer), der Rechtswissenschaft 50(43 Inl., 7. Ausl.), der Medizin 78(71 Inl., 7 Ausl.), der Thierarznei- Kunde 6(nur Inländer), der Cameralwissenschaft 30(26 Inl., 4 Ausl.), der Architertur 30(nur Inl.), der Forstwissenschaft 24(14 Inl., 10 Ausl.), der Philosophie und Philologie 49(41 Inl., 8 Ausl.), der Pharmacie und Chemie 18(13 Jul,, 5 Ausl.) Im Wintersemester 1866/67 waren anwesend im Ganzen 349 Studirende(300 Jul., 49 Ausl.) Es hat daher in diesem Semester die Zahl der Studierenden um 23 abgenommen.

Gießen. Die General-Versammlung der oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heil kunde wird für dieses Jahr zu Braunfels und zwar Samstag den 6. Juli, Vormittags 11 Uhr, abgehalten.

Mainz. Die Kaufleute Schwarz und Nicolai aus Mainz und Deiß aus Offstein haben s. Z. eine Restforderung von 59,322 fl. für nach Mainz verbrachte Proviant-Vorräthe des achten Armee⸗ Corps bei der Liquidations-Commission eingereicht. Diese hat den Genannten inzwischen eine Ver⸗ gleichssumme von 30,000 fl. anbieten lassen, die zur Hälfte alsallgemeine Kriegskosten, und zur andern Hälfte als Kosten des achten Armee⸗Corps behandelt werden sollen. Dieser Vorschlag ist allseitig, auch von den Liquidanten, angenommen worden und es werden nun 15,000 fl. der vor⸗ jährigen Proviantirung von Mainz und 15,000 fl. den bei dem achten Armee Corps betheiligt

gewesenen Regierungen angerechnet.

Preußen. Berlin. Das heutige Mor- genblatt derBbrsenzeitg. will wissen, in Paris seien zwischen Preußen und Frankreich bestimmte Abmachungen wegen Nordschleswigs getroffen worden, Alsen und Düppel verblieben deutsch.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung meldet, daß die Zeitungsstempelsteuer, so⸗ lange sie nicht auf dem Wege der Gesetzgebung in eine Inseratensteuer umgewandelt wird, auch in den neuen Landestheilen vom 1. October d. J. ab eingeführt werden soll.

DieNational Zeitung theilt mit, daß der Kronprinz Humbert von Italien heute von Paris in Berlin eintrifft. Er nimmt im Stadt⸗ schlosse zu Pots dam sein Nachtquartier. Ueber die Dauer des Besuchs steht augenblicklich noch nichts fest.

Frankfurt. Auf der Post wurden am 1. Juli die Beamten nach der neuen Dienstprag⸗ matik beeidigt. An dem Hauptpostamt wurde das preußische Wappen aufgehängt, das Thurn und Taxis sche abgenommen und eine Flagge in den Landesfarben aufgezogen.

Wiesbaden. Im ehemaligen Herzogthum Nassau macht die neue Organisation rasche Fort⸗ schritte. Die Trennung der dort in der untersten Instanz mit einander vereinigten Justiz und Ver⸗ waltung ist nun infolge eines vor wenigen Tagen eingetroffenen Befehls vollzogen worden.

Bayern. München. Das österreichische Kaiserpaar ist am 30. Juni Nachmittags dahier eingetroffen. Der Kaiser kehrte jedoch auf die Nachricht vom Tode Kaiser Maximilians sofort mittelst Extrazug nach Wien zurück.

Aus Baden. Die Agitation gegen die Tabakssteuer dauert im Unterlande noch fort. Der von der Mannheimer Versammlung ernannte Ausschuß beschäftigt sich mit einer umfassenden Denkschrist und hat zugleich Schritte gethan, um das Gutachten einiger ausgezeichneten National⸗ öconomen über diese Frage einzuholen.

Oesterreich. Wien. Wie diePresse erfährt, ist die Antwort der Pforte auf die letzte Collectivnote der Mächte eingetroffen. Die⸗ selbe erklärt, Omer Pascha habe die bestimmte Zusicherung ertheilt, binnen Monatsfceist das Ende des candiotischen Aufstandes herbeizuführen. Bis

dahin könne die Regierung des Sultans keinerlei Verpflichtung über Unter handlungen eingehen. Sollte jedoch Omer Pascha bis zum Ablauf dieser Frist, d. h. bis zum 17. Juli, nicht reussirt haben, so werde der Kampf nicht fortgesetzt, sondern Unterhandlungen behufs Zusammentritts christlicher Notabeln unter dem Beistand der Mächte eingeleitet werden.

Von Wien wird gemeldet, daß dort ein- getroffenen Nachrichten zufolge, deren Authenticität leider unzweifelhaft, Kaiser Maximilian am 19. Juni erschossen worden sei. Weitere Nachrichten besagen, daß die Depesche auf officiellen Mitthei⸗ lungen beruhe, welche der österreichische Gesandte in Washington schickte und die von dem Befehls- haber des vor Vera-Cruz stationirten österreichischen DampfersElisabeth herzurühren scheinen. Die⸗ ser österreichische Dampfer hatte die Mission, den Bruder des Kaisers Franz Joseph an Bord zu nehmen, wenn er dessen bedürfen sollte. Frankreich. Paris. In den französischen Zeitungen scheint neuerdings wieder eine gereiztere Sprache gegen Preußen Platz gegriffen zu haben, namentlich macht sich in dieser Beziehung die France bemerklich, sie sagt in einem bezüglichen Artikel:Europa kann nicht gestatten, daß man es so zu sagen, periodisch allgemeinen Erschütte⸗ rungen aussetzt. Das von Preußen Betreffs der schleswig'schen Bevölkerung gemachte Versprechen ist keine einfache, den unbestreitbaren Rechten Dänemarks bewilligte Satisfaction, sondern eine Garantie für den Frieden Europa's. Es ist kindisch, zu untersucheu, wie dieses die Nordd. Allg. Ztg. gethan, ob der Prager Vertrag den andern Mächten das Recht gibt oder nicht, wegen der Nichtausführung der Verpflichtungen Preußens Dänemark gegenüber zu reclamiren, dieses haben sie vielleicht nicht kraft eines diplomatischen Actes, aber sie haben es kraft des großen Principes des modernen Völkerrechts, welches einem einzelnen Mitgliede der europäischen Familie nicht gestattet, das Interesse und die Ruhe der übrigen in Gefahr zu bringen.

Der Sultan ist heute Nachmittag hier angekommen und im Bahnhof vom Kaiser und dem Prinzen Napoleon empfangen worden. Der Sultan fuhr in Begleitung des Kaisers und des Prinzen nach den Tuilerien und hierauf nach dem Elysce.

Die Preisvertheilung in der Industrie⸗ Ausstellung ist am 1. Juli mit großen Feierlich⸗ keiten vollzogen worden. Bei dieser Gelegenheit hielt der Kaiser eine Rede, welche einen friedlichen Geist athmete und insofern auch außerhalb Frank⸗ reichs Beifall finden wird. Der Kaiser, die Kaiserin, der kaiserliche Prinz und der Prinz Napoleon nebst Gefolge waren in 8 sechsspännigen Wagen nach dem Industriepallast gefahren, ihnen folgte der Sultan nebst Gefolge in 4 sechsspännigen Wagen. Der Kaiser wurde von der zahlreich in den Straßen befindlichen Volksmenge durch Zurufe begrüßt. Nachdem die Prtisvertheilungs⸗Ceremonie, welche bis 4 Uhr dauerte, vorüber war, kehrte der Kaiser mit der Kaiserin nach den Tuilerien, der Sultan nach dem Elysée zurück.

Es haben folgende Ernennungen für die Ehrenlegion stat'gefunden. Aus Bayern erhält Frhr. v. Liebig das Commandeurkreuz; zu Offi⸗ zieren der Ehrenlegion wurden die Herren Paul und Braun, zu Rittern derselben die Herren Haindl, Otto Steinbeis, v. Bruneberg, v. Creling und Faber ernannt. Aus Württemberg erhielt das Commandeurkreuz Herr v. Steinbeis, das Ritterkreuz die Herren Fehling, Leins, Senfft, Staub und Schmitt; von Schweizern wurden Dietz aus Basel mit dem Offizierkreuze, Turban und Metz von Freiburg mit dem Ritterkreuze decrrirt.

Großbritannien. London. Eine am 1. Juli in London eingetroffene New Norker Kabeldepesche meldet: Der Capitän einer vor Neworleans liegenden österreichischen Fregatte telegraphirte an den österreichischen Gesandten in Washington: Kaiser Maximilian sei hingerichtet worden und Juarez verweigere die Auslieferung

seiner Leiche.

wurden

jetzt 25jqährigen

Italien. Ro m. Die Ceremonie der Heiligsprechung hat mit großer Feierlichkeit stattgefunden. Es wohnten derselbe 100,000

Fremde bei, der Papst wurde bei feinem Erscheinen mit Beifallsbezeugungen begrüßt. 7

Kassel. In der hiesigen Wagenfabrik von Eggena, Thielmann und Comp. ist der 3000 Eisenbahnwagen

vollendet und festlich geschmückt nach dem Bahuhofe geschafft worden. Derselbe ist für die Köln-Mindner Elsenbahn bestimmt.

Frankfurt. Die mit dem 1. Juli in das Leben getrelenen neuen Acciseinrichtungen riefen heute Morgen an den verschiedenen Amtssiatlonen eigenthümliche Scenen hervor, indem die in die Stadt kommenden Arbeiter ihr Brod zum täglichen Bedarf, welches über 2 Pfund wog, versteuern mußten.

Frankfurt. Nächsten Sonntag den 7 Juli findet auf dem Feldberge das diesjährige Turnfest statt, wozu das Comité eine Einladung zur Betheiligung erlassen hat.

Darmstadt Der Gustav-Adolf-Verein hat stit seinem Besteben die namhafte Summe von 2,233,800 Thlr. verwendet. Im Rechnungsjahr 1864/5

vom Centralvorstand 699 Gemeinden mit 186,922 Tyle. unterstützt. Es bestehen jetzt 1128 Zweig⸗ vereine(7 im letzten Jahr entstandene) und 234 Frauen⸗ vereine(33 neugebildete). Sie haben zusammen 18892 Thlr. zu Vereinszwecken aufgebracht. Der hessische Hauptverein hat bei seiner letzten Jahresversammlung 11,700 fl. vertheilt.

Mainz. Am 29. v. M. wurde in allen Kirchen der Stadt das neunzehnhundertjährige Gedächtnißfest der Apostelfürsten Peter und Paul auf die feierlichste Weise abgehalten. An einigen Kirchenthürmen sah man Fahnen, während das Innere der Kirchen auf das Herrlichste ge⸗ schmückt war. Ein feterlicher Gottesdienst fand des Morgens und des Nachmittags stati.

Ems. Dieser Tage wurden in Ems eine russische Generalin von Chumotoff und ein Herr Borkesang wegen

eines sehr bedeutenden in Petersburg verübten Diebstahls

verhaftet. Die gufgefundnen Werthgegenstände repräsentiren

eine Summe von über 200,000 Thlr. In der Band⸗

einfassung des Barrethuis der Dame fand sich, im Futter eingenäht, eine Quittung der einen Handkoffer mit Werthpapieren.

Darmstädter Bank über Man fand in dem⸗

selben nach erfolgter Beschlagnahme ebenfalls eine Menge

werthvolle Silber- und Goldsachen.

% Aus Walldürn wird ein Wunder verkündigt.

Es soll nämlich am letzten Frohnleichnamstage die blind⸗

geborene und mit dem Staphylom beider Augen behaftete

Valentine Bauer aus Solzbach, welche Hr. Prof. Knapp

zu Heidelberg aus seiner Augen⸗Heilanstalt nach 6 Tagen mit der Bemerkung entließ, daß keine Besserung zu hoffen sei,

nachdem man sie zu Walldürn auf den Gnadenaltar

gehoben, sehend geworden sein. Das Factum ist vorläufig

*

durch ein im Pfarrhause zu Walldürn aufgenommenes und vom Bezirksarzt Dr. Ferd. Reeß, Pfarrer Dietz, Dr. Wingerath

und Don festgestellt!

Louis de Carwajal unterzeichnetes Protokoll

Schiffs nachrichten. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent. Angekommen in New-Mork:

Am 6. Juni SegelschiffCharlotte von Bremen. Am 7. Juni SegelschiffA. Böninger von Rotterdam. Am 7. Juni SegelschiffRepublik von Bremen. Am

8. Juni SegelschiffHerschel von Hamburg. Am 10. Juni

SegelschiffJ. A. Stammler von Havre. Am 10. Juni SegelschiffWm. Frottingham von Havre. Am 10. Juni SegelschiffAthena von Bremen. Am 10. Juni Segel- schiffColumbia von Havre. Am 10. Juni Segelschiff Bictoria von Hamburg. Am 10. Juni Segelschiff Jupiter von Bremen. Am 11. Juni Segelschiff ⸗Ligzie Morrow von Antwerpen. Am 11. Juni Segelschiff Rhea von Antwerpen.

Wegen Frachten und Passagen beliebe man sich an obige Specialagentur zu wenden.

0 Geschichtskalender für das Jahr 1866.

Friedberg, 3. Juli. Der wichtigste Tag für die Geschicke Deulschlands war im letzt verflossenen Jahre der 3. Juli, heute vor einem Jahte. An diesem Tage wurde in Böhmer die Schlacht von Königgrätz geschlagen, in welcher die österreichische Nordarmee so gut wie vernichtet wurde. Damit war das Ausscheiden Oesserreichs aus Oeutschland, die Oberherrschaft Preußens daselbst und die Gründung des norddeutschen Bundes entschieden. Alles, was im vorigen Jahre diesem Tage vorherging und was auf ihn solgt, darf angesehen werden einertelts als Vorbereitung dieses Enischeidungstags, andrerseits als die nothwendigen Con⸗ seguenzen desselden. Ucberall wird man heute in Deuisch⸗ land des 3. Juli 1866 und der vorhergehenden und nachfolgenden Ereignisse gedenken, und darum wird es den Lesern dieses Blattes erwünscht sein, in Nachfol gendem eine Übersichiliche, cronologisch geordneie Zusammenstellung dieser Ereignisse zu finden.

Januar. Die Spannung zwischen Oesterreich und Preußen, zunächst wegen der Schleswig ⸗Holstein'schen Angelegenheit, wächst trotz der Gasteiner Ueberemkunst

In Holstein nimmt die Bewegung zu Gunsten des

drücken. 16.1

gelbe 9e Aerwallung Holen. Auch wit de daß Weben

ducder dür Art, 19: zu besorgen pocläufige 2 vorgedeugl! 31. Me daß es ben! ofensso auf 7. Apt! 15. Ap. daß auch eh cz. Num parüiclen L österreich.! nicht ar dazu nicht Bereitwillig 25. April nächsten Ta 21. Af jedoch unte Rüstungen 22. A; Augsburg; 27. A5 Bunbeorr or Berathungen eines Par d. Nu. bean mags, Bundesaci damit die vorläufige und Thall erfolgt di desensiden Desterrtich stiner zie 14. 9 Benchel Juris zur 19. Na Vundetlag, vorgenommt ahzügtben, wüten, Alez iht Heer demselben M. Daun u. dimmigt Aussichlen

1. J Holstein e