1867. Donnerstag den 4. Juli.
N Anzeiger für Oberhessen.
Friedberger Intelligenzblatt.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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— Abonnements⸗ Einladung. n bug Mit dem 1. Juli beginnt ein neues halbjährliches Abonnement auf den Anzeiger für Oberhessen, welcher auch ferner wöchentlich — dreimal, Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinen wird. Derselbe bringt die kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten 21 und wichtigsten Tagesbegebenheiten, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsätze, landwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, geschäftliche
Nachrichten, Markt- und Cours-Berichte, Verloosungen von Staatspapieren und locale Notizen, außerdem wöchentlich einmal in dem beigegebenen Unterhaltungs-Blatt interessante Novellen und Erzählungen, Gedichte, Anekdoten, Räthsel ꝛc. Die stets wachsende Zahl der Abonnenten muß uns die erfreulichste Aufmunterung sein, die Geschäfte der Redaction in der bisher eingehaltenen Weise fortzuführen. Das Abonnement beträgt halbjährlich: für die Abonnenten in hiesiger Stadt J fl., 7 17 bei sämmtlichen Postämtern des Großherzogthums 1 fl. 6 kr.
Post beliebe man baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine
Bestellungen bei der Unterbrechung eintritt.
Den verehrlichen Abonnenten in hiesiger Stadt werden wir das Blatt auch für das neue Halbjahr zusenden, wenn nicht ausdrücklich Abbestellung erfolgt. Die Redaetion.
Amtlicher Theil. Betreffend: Die Rinderpest. Friedberg den 30. Juni 1867.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Wir bringen zu Ihrer Kenntniß, daß Seitens des Königlich Preußischen Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal⸗
schilen
n landwm Angelegenheiten die Ein- und Durchfuhr von Rindvieh böhmischer Landrace auf dem Wege durch das Königreich Sachsen unter 4 der Bedingung freigegeben worden ist, daß dieselden mit Bescheinigungen der Königlich Sächsischen Behörden versehen sind, welche bekunden, Neuß, a daß solches als einheimisches böhmisches Landvieh nachgewiesen und bei dem Eingange an der Grenze gesund befunden wurde. Hiermit ist n. der§. 2. der in Nr. 61 des Anzeigers abgedruckten Bekanntmachung der Königlich Preußischen Polizeidirection in Hanau vom 19. Mai l. J.,
welche im Uebrigen in Kraft bleibt, abgeändert, beziehungsweise erweitert worden.
Sie wollen dies in Ihren Bürgermeistereien thunlichst veröffentlichen. ng.
Betreffend: Das Gemeinde-Rechnungswesen, hier die Einsendung von Handbuchsauszügen für 1867. Friedberg am 1. Juli 1867.
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Lloß. Dafse lde ande selben.
Da bis jetzt nur zwei von Ihnen unserer Verfügung vom 1. Mai d. J., Nr. 53 des Anzeigers nachgekommen sind, so erinnern wir an plese, die sofortige Erledigung derselben innerhalb 8 Tagen. Tera pp.
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2 in Betreffend: Aversalvergütungen von Gemeinden für Benutzung der Landpost. a Friedberg den 29. Juni 1867.
7 5 Dasselbe an die sel ben.
Amel Zur Erleichterung der Abrechnung zwischen der königlich preußischen und fürstlich Thurn und Taxis'schen Postverwaltung sollen die „ Ert. b. Ul Aversional⸗Vergütungen für Gemeinden für Benutzung der Landpost im laufenden Jahre in zwei halbjährigen Raten bezahlt werden. 1 Einem deßfallsigen Ersuchen Großh. Ober-Post⸗Amts entsprechend, beauftragen wir Sie daher, die bis zu dem 1. Juli d. J entfallenden dehrling Ratenbeträge der rubr. Aversional⸗Vergütungen umgehend an die betreffenden Postkassen einzahlen zu lassen. Tera p p. Suben.
5— Hessen. Darmstadt, 1. Juli. II. Kam Erhöhung des Services für die Gardeunteroffitiere. unter der Voraussetzung zu ersuchen, daß die Re⸗ weich mer. Abg. Heß brachte eine Interpellation ein,— Der Posten für„Garnisonswechsel“ mit jähr- gelung der Penstonsverhältnisse auf dem Wege
baten Prell 0 g 1 ben allen den Bau einer technischen Aula in Gießen be—
treffend.— Auf der Tagesordnung steht die Be
Butzbach. rathung des Militärbudgets. Vor Eintritt in . dieselbe theilt der Kriegsminister mit, daß sich der erung. Verlust der von den Preußen im vorigen Jahre % 4 lh, erbeuteten Vorräte in den hiesigen Kasernen und
1 date im Zeughaus auf 193,000 fl. belaufe. Die vor ·
1 2 bereitende Untersuchung habe ergeben, daß eine I. 0 Schuld mehrerer Mitglieder des Kriegsministeriums
f nicht in Abrede zu stellen sei, allein er glaube
„ Gios. aus Schonung von einer weiteren Verfolgung die⸗
ser„peinlichen Angelegenheit“ und der Anstellung einer Civilklage gegen die Betreffenden absehen zu sollen. K. J. Hoffmann behält sich weitere Anträge vor und verweist auf die demnächstige Rechenschaftsablage, wo die Sache ohnedem zur Sprache komme. Metz stellt den Antrag, die Berathung des Militärbudgets auszusetzen, da dieselbe unpraktisch sei, weil das vorgelegte Bud, get der Wirklichkeit nicht entspreche. Nach län- gerer Debatte wird dieser Antrag verworfen und die Kammer tritt in die Specialdebatte ein. Die beantragte Erhöhung des Pferdegeldes, wonach
alle Ossiciere für das erste Pferd 100 fl. vergütet 150 erhalten ollen, wird nach kurzer Debatte, an der sich die Abgg. Kraft, Volhard, v. Riedesel und
lich 5000 fl. wird ohne jede Debatte einstimmig verworfen.— Für das Commandement Darmstadt sind 7776 fl. gefordert; der Ausschuß beantragt den Commandanten mit 4456 fl. zu streichen und nur 3025 fl. zu verwilligen.— Nach kurzer Verhandlung tritt die Kammer mit überwiegender Mehrheit dem Antrag des Ausschusses bei. Für das Scharsschützenbataillon werden, mit Rücksicht auf die Militärconvention, von jetzt an 74,073 fl. bewilligt, aber das Recht der Stände bezüglich der gegen ihren Willen erfolgten Errichtung bei der demnächstigen Rechenschaft gewahrt.— Die Etats der Pionnier⸗Compagnie(13,019 fl.) der Reiterbrigade(402,274 fl.,) des Artilleriecorps (188,807 fl.) und der 4 Infanterie-Regimenter (724,219 fl.) werden fast ohne Discussion ver- willigt, deßgleichen für die Zeughaus Direction 14,246 fl.
— 2. Juli. II. Kammer. Tagesordnung: Fortsetzung der Berathung des Militärbudgets. Der Ausschußantrag: die Staatsregierung zu er— suchen, die Garnisonsschule nicht fortbestehen zu lassen und sich wegen Uebernahme der Kinder in die bürgerlichen Schulen mit der Stadtgemeinde zu verständigen, wird mit allen gegen 12 Stim- men verworfen.— Der Antrag, die Regierung
Hunsinger bethelligen, abgelehnt, deßgleichen die um angemessene Erhöhung der Invalsdenpenstonen
der Gesetzgebung geschehe, wird angenommen.— Die Regierung theilte mit, daß für die Invaliden des vorjährigen Kriegs genügend gesorgt sei.— Die verschiedenen Anforderungen für das Militär- Bauwesen, Reparaturen an den Militärgebäuden werden, den Ausschußanträgen entsprechend, de⸗ willigt; ebenso 95,000 fl. für den Etat über- zähliger Officiere und Mtlitärbeamten. N
— Das zweite Jägerbataillon ist nun mit dem 1. Juli formirt und bezieht vorläufig Can⸗ tonnements in Pfungstadt, das erste dagegen in Eberstadt.
— Durch Verfügung des Kriegsministers ist das Anlegen der Helme und Epaulettes wieder angeordnet worden.
— Das„Mainzer Abendblatt“ schreibt:„Die von verschiedenen Blättern gemeldeten massenhaften Pensionirungen höherer Stabsofficiere, welche im Publikum, und nicht mit Unrecht, zu ernsten Be- denken Anlaß gaben, scheinen sich nach neueren positiven Nachrichten bedeutend zu reduciren.
— Mit dem 1. Juli ist die Post an Preußen übergegangen, wenngleich der Vertrag noch nicht zum endgültigen Abschluß gekommen sein soll. Die Hessischen Löwen baben deßhalb auch den rreußischen Adlern den Platz noch nicht eingeräumt. Der Umtausch der alten Marken und Freicouverte


