Ausgabe 
4.6.1867
 
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Das neueste Heft des Busch'schen Archivs für Landesrecht enthält eine Entscheidung, welche auch für weitere Krrise von Interesse sein dürfte. In einem auf Herausgabe von Coupons zu ver⸗ kauften Wiesbadener Spielbank-Actien bei dem Stadtgerichte zu Frankfurt anhängig gewor⸗ denen Rechtsstreite hat nämlich dieß Gericht allen mit dem gewerbmäßigen öffentlichen Betrieb des Hazardspiels direct oder indirect im Zusammen⸗ bang stehenden Verträgen, weil gegen die guten Sitten verstoßend, die Klagbarkeit abgesprochen und daraufhin die auf Herausgabe der fraglichen Coupons gerichteten Klagen abgewiesen.

Ems. Graf Kielmannsegge, ein Enkel Stein's, ist am 30. v. M. bei einer Fahrt von Nassau nach Ems durch das Scheuwerden seiner Pferde und den Umsturz des Wagens so sehr am Kopfe beschädigt worden, daß er am folgenden Tage schon verschied. Seine ihn begleitende Ge⸗ mahlin kam mit nur geringen Verletzungen davon.

Luxemburg. Man schmeichelt sich hier mit der Hoffnung, daß die Schleifung der Festungswerke, obschon dieselbe nach dem Londoner Vertrage gleich nach der Räumung erfolgen soll, wohl noch lange hinausgeschoben und dann nicht so gar schlimm ausfallen werde. General Her⸗ wacth v. Bittenfeld ist dahier zur Inspici⸗ rung der Truppen angekommen. Die Vorberei⸗ tungen zum Abzug der preußischen Besatzung nehmen ihren raschen Fortgang.

Oesterreich. Wien. Wie die Wiener Presse hört, wird sich der Sultan von Paris nicht bloß nach London, sondern auch nach Berlin begeben und von dort seine Rückreise über Wien an⸗ treten. Der türkischen Botschaft in Wien ist bereits darüber eine vorläufige Mittheilung zugegangen.

Eine neuere Nachricht desselben Blattes vom 30. v. M. sagt: Nach den bisherigen Dis⸗ positionen ist eine Reise des Kaisers von Oester⸗ reich nach Paris zwischen dem 30. Juni und 10. Juli in Aussicht genommen. Eine Depesche der österreichischen Gesandt⸗ schaft in Washington vom 30. Mai berichtet, es sei daselbst nach Campbell's Berichten bekannt, daß General Escobedo am 15. Mai Queretaro eingenommen und daß der Kaiser von Mexico bedingungslos capitulirt hat.

DasNeue Fremdenblatt veröffentlicht

Worms. Wie derRh. H. schreibt, erfreut sich die hiesige Brauerschule unker Leitung des Chemikers Herrn Lehmann eines stets sich steigernden Besuchs.

Bonn. Der Student Weber(geb. in Köln), welcher den Studenten Rödner aus Mainz im Duell erschossen hatte, war von dem Assisenhofe zu zweijähriger Ein⸗ schließung verurtheilt, jedoch von den Geschwornen der Gnade des Königs empfohlen worben. Dem belreffenden Gesuch ist jedoch an höchster Stelle nicht entsprochen worden. Hannover. Die Angelegenheit der Verloosung des Bades Fistel, zu welcher s. Z. auch in diesem Blatte Loose angeboten wurden, scheint in ein neues Stadium getreten zu sein. Von ber Poltzei⸗Direction in Hannover werden jetzt den betreffenden Besitzeen der Loose dieselben wieder zugestellt, und dabei zugleich diejenigen Gerichts⸗ behörden namhaft gemacht, hei welchen gegen die Geranten der Fistel⸗Verloosung die Klage anhängig gemacht werden kann. Zu einem strafrechtlichen Verfahren scheint es somit

Frankreich. Paris. DerMoniteur meldet, daß am 31. Mal der Austausch der Ra⸗ tificationen des Londoner Vertrages, durch welchen die Luxemburger Berhältnisse geordnet werden, stattgefunden hat.

Die Festlichkeiten zu Ehren der an⸗ wesenden fürstlichen Personen folgen sich ununter⸗ brochen und geben den französischen Zeitungen Veranlassung, in spaltenlangen Artikeln über die fürstlichen Personen selbst und ihre Lebensweise in Paris zu berichten. Als eines der großartig⸗ sten und glänzendsten von den bis jetzt abgehal⸗ tenen Festen wird der von der österreichischen Botschaft gegebene Ball bezeichnet. Der Kaiser und die

Kaiserin, sowie alle gegenwärtig in Paris wei lenden fürstlichen Personen, der König und die Königin von Belgien, der Kronprinz und die Kronprinzessin von Preußen, der Herzog von Edin⸗ burg, die Großfürstin Marie von Rußland, der Prinz und die Prinzessin von Sachsen⸗ Weimar, der Herzog von Leuchtenberg und der Bruder des Taikun von Japan wohnten dem Balle bei, deß gleichen natürlich die Minister, das diplomatische Corps, die Spitzen der Ausstellungs⸗Commissionen, viele Künstler, Schriftsteller u. s. w. Die welt⸗ berühmte Capelle des Wiener Hof⸗Capellmeisters J. Strauß ließ sich bei dem Feste hören und erregte die Bewunderung namentlich der franzö⸗ sischen Gäste.

Die Tageseinnahme auf dem Marsfeld soll am Sonntag die fabelhafte Summe von 150,000 Francs erreicht haben.

Der Kalser von Rußland ist am 1. d. M. hier eingetroffen und im Bahnhof vom Kaiser Napoleon empfangen worden, mit welchem er dann zusammen nach den Tuilerien fuhr. Eine ungeheuere Volksmenge füllte die Straßen, durch

officiell, daß Queretaro sich am 15. Mai erge⸗ ben hat und daß der Kaiser Maximilian mit den Generalen Meja und Castillo gefangen worden ist. Neuere Nachrichten sind nicht eingetroffen.

DerMoniteur veröffentlicht ein Deeret, in welchem der Text des Londoner Vertrags

Kölner Zeitung mitgetheilt wird.

welche sie kamen. DerEtendard bestätigt als] z

gleichlautend mit der Publication desselben in der

den Adreßentwurf des Unter hausses, welcher u. A. die verfassungsmäßige Revision des Concor- dats als unabweislich bezeichnet und die gewissen⸗

hafteste Erledigung der Finanzvorlagen verspricht.

Abhaltung eines Musikfestes des mitlelrheinischen Bundes Wahrscheinlich wird dasselbe im Sommer

genehmigt.

Darmstadt. Vuf eine Vorstellung des Musikvereins

an einer genügenden Begründung gefehlt zu haben, und es bleibt also jedem einzelnen der glücklichen Befitzer jener Loose überlassen, auf dem Wege der gerichtlichen Klage sein Heil zu versuchen.

Pesth. Ein schauerliches Kapitel aus den Geheim⸗ nissen von Pesih ist nach demNeuen Lloyd kürzlich an's Tageslicht getreten. Gelegentlich der Reinigung eines Unraths-Canales im Hause Nr. 8, große Feldgasse, sind die Leichname von vier Kindern gefunden worden. Die Stadthauptmaunschaft hat die Leichname nach dem Rochus⸗ Spital bringen und eine in dem genannten Hause wohnende Frauensperson wegen dringender Inzichten verhaften lassen. Besagtes Frauenzimmer gehört zu den vielen ihrer Klasse, welche sich damit beschäftigen, Säuglinge bei Ammen hier oder auf dem Lande sehr oft gegen ein gutes Entgeld unterzubringen.

1 Einem viel gelesenen englischen landwirthschaft⸗ lichen Journal entnehmen wir folgendes Mittel, um die Ameisen aus den Häusern oder Gärten zu vertreiben: Um die Ameisen aus Häusern, Treibhäusern, Gärten oder sonst mit Erfolg zu vertreiben, muß man sich einen großen Schwamm verschaffen, denselben gehörig aus- waschen und auspressen und ihn darauf trocknen lassen, worauf er seine Zellen weit offen lassen wird. Darauf muß man etwas gestoßenen feinen weißen Zucker über den Schwamm streuen und ihn dann in die Nähe des Ortes binlegen, wo gerade die Ameisen am störendsten sind. Sehr bald beginnen dann die Ameisen sich auf diesem Schwamm u sammeln und ihre Wohnung in den Zellen aufzu⸗ schlagen. Danach ist es denn nur nöthig, von Zeit zu Zeit den Schwamm in kochendes Wasser zu thun, wo sie dann zu Tausenden und aber Tausenden ausgedrückt werden. Hierauf muß man von Neuem Zucker auf den Schwamm schütten und diese Ameisenfalle für den nächsten Fang wieder hinlegen. Dieses Verfahren hat den unfehl⸗ baren Erfolg, daß das Haus oder der Garten von allen Ameisen und ihrer Nachkommenschaft auf lange Zeit hinaus befreit wird.

Verloos ungen. Karlsruhe, 31. Mai. Bei der heute stattgehabten Gewinnziehung der badischen 35⸗fl.Loose wurden folgende 20 Serien à 50 Stück Loose gezogen. Serie: 86, 198, 980, 1076, 1233, 1616, 2244, 2350, 2556, 2806, 2868, 3446, 3829, 4066, 4788, 4880, 5704, 5907, 6627, 6985.

5 der Großherzog die Benutzung des Zeughauses zur

des nächsten Jahres abgehalten werden. Die Gewenuziehung findet am 30. Juni statt.

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