Sohn und die Schwägerin erkrankt, in einer Straße liegen 40 Personen darnieder.
Frankfurt. Die Beschlagnahmungen von Zeitungen folgen sich hier seit Kurzem Schlag auf Schlag. So wurde innerhalb weniger Tage die„Frankf. Zeitung“, der„Frankf. Beobachter“, die„Frankf. Börsenzeitung“ confiscirt und das „Frankf. Journal“ sogar zweimal.
Wiesbaden. Die Departements Ersatz⸗ Commission im Bezirk der 42. Infanteriebrigade, wozu auch das in Frankfurt garnisonirende Regiment gehört, macht in dem hiesigen Intelligenzblatt bekannt, daß das Departement⸗Ersatz⸗ Geschäft(Aushebung) pro 1867 am 30. Juli in Frankfurt stattfinden wird. In Höchst wird die Aushebung am 2. August, in Idstein am 6., in Königstein am 9., in Homburg am 13. und in Usingen am 16. August vorgenommen. Die Revision der Listen und die Erledigung der ein⸗ gelaufenen Reclamationen findet jedesmal einen Tag vor dem Ersatzgeschäft selbst statt.
Oesterreich. Wien. Die Amtszeitung publicirt ein kaiserliches Handschreiben, welches den Herrn v. Beust, unter Belassung desselben in seinen Stellungen als Minister des kaiserlichen Hauses und des Aeußern, zum Reichskanzler ernennt, dem Grafen Taaffe die Stellvertretung im Prä⸗ sidium des Ministerraths überträgt, den Justiz- minister v. Komers seiner Stellung enthebt und den Ritter v. Hye zum Justizminister ernennt, indem ihm gleichzeitig die interimistische Leitung des Unterrichts- und Cultusministeriums über⸗ tragen wird.
Frankreich. Paris. Thiers will den Beweis führen, daß die unselige französische Expedition nach Mexiko 700 Millionen Francs gekostet hat, während das Buoget nur 380 Millionen angibt.
— Der österreichische Admiral Tegethoff, der auf der Rückreise von Amerika seit einigen Tagen in Paris ist, ist von dem Kaiser zu ver⸗ trautem Circel in die Tuilerien geladen und mit großer Aufmerksamkeit behandelt worden.
M. Friedberg den 1. Juli. Obwohl Sie in Ihrem gesch. Blatte schon eine Mittheilung über das letzte Gustav⸗ Adolf⸗Fest des Wetterauer Zweigvereins gebracht haben, so wird es doch nichts Ueberflüssiges sein, wenn ich noch Einiges zur Ergänzung hinzufüge. Die Collecte betrug, wie dort richtig angegeben war, in der Kirche 22 fl., aber außer den 8 fl. Beiträge, die von den Kirchenvor⸗ ständen zu Dorheim und Schwalheim bewilligt worden waren, wurden bei der zweiten Versammlung dem Vorstand noch 2 fl. 12 kr. von Herrn Pfarrer Eckhardt und einigen Damen, sowie durch Herrn Director Matthias von Friedberg von zwei Friedberger Freundinnen des Vereins noch 2 fl. übergeben. Im Ganzen wurden demnach 34 fl., als Ertrag der Festcollecte, der Gemeinde zu Montabaur im Königreich Preußen abgeschickt. Sodann ist noch zu erwähnen, daß von den anwesenden Herren Vertretern des Ortsvereins der seitherige Vorstand gebeten und bestimmt worden ist, die Geschäfte noch einmal für die nächsten drei Jahre fortzuführen. Ferner ist neben den Pfarreien Dorheim und Nauheim auch die Gemeinde Reichelsheim unserem Wetterauer Zweigverein beigetreten
und beantragt worden, daß an diesem letzt genannten Ort das nächste Jahresfest im Jahr 1868 abgehalten werden möchte. Da dieser Antrag in der erwähnten Gemeinde, wie es scheint, keine Schwierigkeit finden wird, sondern der Vorstand zu der Hoffnung berechtigt ist, daß er dort die gleiche freundliche Aufnahme und herzliche Theilnahme für bie Gustav⸗Adolf⸗Sache finden wird, wie er sie in der Gemeinde Dorheim angetroffen hat, so können wir es wohl als gewiß ansehen, daß dem erwähnten Antrage entsprochen werden wird.
h. Friedberg. Am letzt verflossenen Sonntage fand die diesjährige Waldparthie des Gesangvereins„Frohsinn“ nach dem v. Franckenstein'schen Tempel statt. Diese Parthieen sind immer sehr sinnig, schön und heiter gewesen, ganz besonders aber war es diesmal der Fall. Nicht wenig trug hierzu schon das außerordentlich günstige Wetter bei, dann war die Gesellschaft in rechter Weise gemischt. Mit gut ausgeführten Chören, in denen und ducch die Gefühle für Vaterland und Natur Ausdruck und Widerhall fanden, wechselten Reden gleichen Inhalts und konische Aufführungen ab. So fand Geist und Gemüth Anregung und Nahrung. Aber auch an den Dingen, womit den Rechten und Forderungen des Leibes genügt wird, fehlte es nicht. Der heiterste, frischeste Sinn dewegte die Gesellschoft von Anfang bis Ende der Parthie, und man schiedt neu gestärkt für die nun wieder folgende Arbeit, mit dem Wunsche, daß der Verein„Frohsinn“ uns auch fortan jedes Jahr solche Erheiterungen bieten möge. Möge er in seinen herrlichen Leistungen nie gestört, sondern stets gefördert werden!
Wir empfehlen bei dieser Gelegenheit allen Natur- freunden den Besuch dieses herrlichen Punktes, von dem sich eine reizende Fernsicht über Friedberg und weitere Umgebung darbietet, als eine sehr lohnende Waldparthie und glaubten diese Bemerkung namentlich im Interesse der Kurfremden Nauheims machen zu sollen.
Schwurgericht der Provinz Oberhessen.
III. Quarial 1867. Anklagen:
1) Montag den 1. Juli, Vormittags 9 Uhr, gegen Johannes Traband und dessen Ehefrau von Lauterbach, wegen ausgezeichneten Diebstahls resp. Begünstigung dieses Verbrechens; Verth.: Großh. Hofg.⸗ Advokat Rosenberg II., Kraft.— 2) Dienstag den 2. Jul, Vormittags 8 Uhr, gegen Blasius Hill, Conrad Happ und Gottfried Schmidt von Ohmes, wegen Körper⸗ verletzung und Raubs bezw. Bezünstigung des letzteren Verbrechens; Verth.: Groß h. Hofg.⸗Advokat Labroiße, Krauskopf, Weidig.— 3) Mittwoch den 3. Jul, Vor⸗ mittags 8 Uhr, gegen Peinrich Grun von Raberts⸗ bausen, wegen ausgezeichneten Diebstahls; Verth.: Gr. Hofg.⸗Adv. Steinberger.— 4) Donnerstag den 4. und Freitag den 5. Juli, Vormittags 8 Uhr, gegen David Rothschild III. von Heldenbergen, wegen Meineids; Verth.: Großh. Hofg. Adv. Dr. Eckstein.— 5) Samstag den 6. Juli, Vormittags 8 Uhr, gegen Elias Meer von Gießen, wegen Meineids; Verth.: Großh. Hofg.⸗Adv. Baist.— 6) Montag den 8. Juli, Vormittags 9 Uhr, gegen Johannes Adolph von Rixfeld, wegen Schriftfälschung; Verth.: Gr. Hofg. Advokat Barth.— 7) An demselben Tage, Nachmittags 2 Uhr, gegen Peter Webel von Hattenbof, wegen Raubs, Diebstahls und Landstreicherel; Verth. noch nicht bestellt.— 8) Dienstag den 9. Juli Vormittags 8 Uhr, gegen Johannes Jost von Burg- Gemünden, wegen Raub; Verth. noch nicht bestellt.— 9) Mittwoch den 10. Juli, Vormittags 8 Uhr, gegen Wilhelm Trier und dessen Ehefrau von Schlitz, wegen ausgezeichneten Diebstahls resp. Begünfligung dieses Verbrechens; Verth. noch nicht bestellt.— 10) Donnerstag den 11. Juli, Vormittags 8 Uhr, gegen Matthäus Deberer von Daudringen, wegen Brandstiftung; Verth. noch nicht bestellt.
Das Porheimer und Melbacher Dergwerk.
Seit 1813 ist das Dorheimer Braunkohlen— bergwerk im Betrieb. In 1863 hätte also auf dem Dorheimer Bergwerk ein Jubelfest des fünfzig— jährigen Bestehens gefeiert werden können. Warum es nicht geschehen, ist uns unbekannt. Vielleicht weil in unserer Zeit schon zu viel jubilirt wird. Wäre es gefeiert worden, so hätte es einen metal⸗ lischen Beigeschmack gehabt, in anderem Sinne als dies sonst bei den meisten Festen der Fall ist. Das Bergwerk soll gleich mit 10000 fl. Ueber⸗ schuß angefangen haben. Später gab's 20 bis 30000 fl. Anfangs der 60r Jahre hörten wir sogar einmal von 36000 sage,— sechs und dreißig Tausend Gulden Ueberschuß. Nehmen wir durchschnittlich 20000 jährlich an, so ergibt sich für 50 Jahre 1000000 fl.„Das ist wie aus Weizen gelbst“ sagt der Wetterauer. Eigent⸗ lich ist es noch viel besser als eine Weizen- einnahme, denn die 1 Million sind ein wirklicher, reiner Geldüberschuß, wovon alle Kosten in Ab⸗ zug gebracht sind, auch die für Arbeitslohn, Besoldungen, für Anschaffung von Immobilien und Mobilien. Der Werth für letztere muß dem Ertrag noch zugesetzt werden; denn alle Gebäude und alles Gelände, Maschinen und die vielen Geräthschaften des Bergwerks sind gänzlich schuldenfrei.
Ein Hauptvortheil des Dorheimer Bergwerks mag indessen darin bestanden haben, daß es mit den anderen Kohlenwerken die Holjpreise seit 50 Jahren nieder gehalten hat, und dieser Vor⸗ theil besteht noch. Ein jeder Wetterauer belehrt uns:„Wenn wir die Braunkohlen nicht hätten, so wäre das Holz nicht aufzutreiben, nicht zu be⸗ zahlen gewesen.“ In der That, wenn wir in Zah⸗ len darstellen könnten, was in dieser Bezie⸗ hung gespart worden ist, so könnten wir den Wetterauer Braunkohlenbergwerken noch einige Millionen zu Gut schreiben. Es sind jedoch die⸗ selben in den Taschen der sehr vielen brand⸗ bedürftigen Menschen stecken geblieben, um später zu anderen Zwecken verwendet zu werden.
Der Einfluß mehrerer Kohlenbergwerke dehnt sich weit aus, viel weiter als Braunkohlen ge⸗ brannt werden. Wenn die Nachfrage nach Holz in Friedberg und Umgegend nachhaltig geringer ist, so bringen die Vogelsberger Bauern weniger Holz dorthin; also wird es anderwärts billiger, auch in jenen Gegenden des Angebots, und noch viel mehr in anderen Gegenden der Nachfrage, Gießen, Frankfurt, Hanau ꝛc. ꝛc.„Aber es sind ja Steinkohlen genug da!“ wird gewöhnlich auf solche Bemerkungen geantwortet. Das ist richtig, jetzt sind genug da; die Eisenbahnen bringen sie fast überall hin. Der Verbrauch an Steinkohlen ist ungeheuer. Sie sind ein absolutes Produk⸗ tionsmittel, wir möchten sagen das Brod der Industrie. Ohne die Steinkohlen oder ein voll⸗ genügendes Ersatzmittel dafür verfiele das ganze
General von Moltke.
Von Dr. Curtman.
Die Kriegsstürme des Jahres 1866 sind
aber in der Geschichte werden diese Ereignisse fortleben, und mit ihnen die Namen der Männer, welche die Entscheidung herbeigeführt haben, mithin der des ehemaligen Schlossers Dreyse, des Erfinders des Zünd⸗ nadelgewehres, und der Moltke's, welcher durch seinen kühnen und scharf berechneten Feldzugsplan die Preußen zu dem beispiellos schnellen und vollständigen Sieg bei Königgrätz und bis vor Wien führte. Obwohl Molike einen hohen militärischen Posten(Generallieutenant) einnahm, so hatte doch der lange Friede veranlaßt, daß man ihn in der Ferne sehr
wenig kannte, und ohne Krieg würde es auch
Auch ist er ein so anspruchloser Mann, daß er gewiß keine Schritte gethan haben würde, um dem Publikum bekannter zu werden. Um so lieber wird man Angaben über seine Lebensgeschichte hören, welche aus
einer Unterredung mit ihm selber stammen.
Moltke ist am 26. Oktober 1800 geboren, worden ist, in Dänemark(Holstein), sondern in Meklenburg, wo eine der Schon sein Vater hatte in preußischen Diensten gestanden, kaufte sich jedoch später in Holstein an, wo der junge Graf in einfacher Lebensweise aufwuchs. 12. Lebensjahre wurde derselbe in die Cadetten-Akademie zu Kopenhagen aufgenommen, wo im Allgemeinen eine bis an Härte streifende strenge Behandlung stattfand, welche für ihn nur durch die Dazwischenkunft be- Im Jahr 1822 trat er in
Gräflich Moltke'schen Linien ihren Sitz hat.
freundeter Familien etwas milder ward.
preußische Dienste,
schnell vorübergebraust, helfen.
wohl so geblieben sein. sich nun auch, er jetzt ein.
nicht, wie oft behauptet
In seinem
festigung der Nordsee, Weise, das heißt sehr
Moltke wenig zur Verwendung,
und zwar in Frankfurt a. O., bald wurde er auf die Offiziersschule in Berlin commandirt, Eltern außer Stande waren ihm Zulage zu gewähren, aufs äußerste be⸗ Gleichwohl gelang es ihm, seine Kenntnisse, namentlich in Ma⸗ thematik und neueren Sprachen beträchtlich zu erweitern. davon wurde er zu Vermessungen in der Provinz Posen verwandt, und zwar, wie er sehr dankbar anerkennt, bekannten Generals von Müffling.
Generalstab. Darauf begleitete er diesen General als Hauptmann in die Türkei, und lernte dort die orientalischen Zustände so genau kennen, daß er eine Schilderung derselben, wiewohl ohne konnte(1829). Nach seiner Rückkunst wurde er Major, mit einer Holsteinerin. Er wurde als Adjutant zu dem katholisch gewordenen preu⸗ ßischen Prinzen Heinrich in Rom geschickt. 1848 aber war Moltke wieder in Magdeburg als Chef des Generalstabs des 4. Armeecorps, und Generallieutenant(1856). begleitete er diesen zuerst auf seiner zu dessen Vermählung und etwas 0 Albert(Gemahls der Königin von England). die ihm ertheilt wurden, ist zu
mußte sich aber dort, da seine
In Folge
unter der trefflichen Leitung des Dies öffnete ihm den Weg in den
seinen Namen, drucken lassen und verheirathete Wieder in einen neuen Beruf trat
Zur Zeit der Aufregung von
avancirte von nun an regelmäßig bis zum Als persönlicher Adjutant des Kronprinzen Verlobungsreise nach England, dann später zu der Leichenfeier des Prinzen Von besonderen Aufträgen, erwähnen, der Plan zu einer Küstenbe⸗ welche der Bundestag zu Frankfurt nach seiner langsam betrieb. In dem dänischen Kriege kam war jedoch zuletzt zum Chef des General-
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