Nachrichten über den Stand unserer Militär- Angelegenheiten:„Nach sicheren Nachrichten ist zwischen unserem Großherzogthum und Preußen eine Militärconvention thätsächlich abgeschlossen, deren formeller Vollzug nur von der Feststellung der betreffenden Artikel des norddeutschen Reichs · verfassungsentwurfs abhängen soll. Hessen wird angeblich mit seinen gesammten Truppen die Stel⸗ lung von Sachsen einnehmen, also die Sonder⸗ stellung der oberhessischen Truppen wegfallen. Eine Vermehrung des Militärs um einige Bataillone Infanterie, einige Schwadronen Cavallerie und eine große Anzahl Geschütze steht angeblich bevor. Hiernach würde Hessen militärisch gewisse Ver⸗ pflichtungen übernehmen, und dagegen größeren Schutz seiner Grenzen erhalten.“ Ob dem so ist, oder ob auch diese Nachricht sich den vielen falschen, schon aufgetauchten zugesellt, müssen wir abwarten.
— Die beiden biesigen Aerzte Dr. Weber und Dr. Eigenbrodt sind nach Hannover abgereist, um die Einrichtungen der dortigen Blödsinnigen- Anstalt, welche als mustergültig gerühmt werden, in Augenschein zu nehmen. An die Errichtung der für unser Land projectirten gleichartigen An- stalt scheint hiernach bald Hand angelegt werden zu sollen.
— In der militärgerichtlichen Untersuchung wegen des Gefechtes bei Frohnhofen⸗Laufach sollen die Urtheile nunmehr gesprochen sein und hört man, daß gegen einzelne Betheiligte Festungsstrafe bis zu 3 Monaten erkannt sei. Die Verurtheilten sollen die Entscheidung des Oberkriegsgerichts an⸗ gerufen haben.
Friedberg. Die diesjährige Entlassungs⸗ prüfung am hiesigen Schullehrer Seminar wird nach einer Bekanntmachung der Großh. Direction den 25., 26., 27. und 28. März stattfinden. Die Aufnahme⸗Prüfung beginnt am 1. April.
* Aus Oberhessen. Der durch Urtheil Großherzogl. Bezirksstrafgerichts zu Gießen wegen Majestätsbeleidigung zu 5 Monaten Corrections- haus verurtheilte Forstschütz Heinrich Becker von Ermenrod hatte gegen dieses Erkenntniß den Weg der Appellation betreten und ist nunmehr durch Großh. Hofgericht von Strafe und Kosten frei⸗ gesprochen worden, indem der Gerichtshof von der Ansicht ausging, daß der Friedensvertrag vom
3. Sept. auch dem Angeschuldigten Amnestie ge⸗
währe. Der Oberstaatsanwalt hat hiergegen die Nichtigkeitsbeschwerde an den Cassationshof an- gezeigt.
Worms. Für die General- Versammlung des Gustav⸗Adolf⸗Vereins war für 1866 Worms ausersehen, dieselbe fiel jedoch wegen der ungün⸗ stigen Zeitverhältnisse aus. Man wünscht nun sehr, daß Worms für das Jahr 1867 als der Ort der General⸗Versammlung bestimmt bleibe und scheint auch das Central⸗Comite zu Leipzig hieran ernst⸗ lich zu denken. Auf dessen Aufforderung hin ist das dahier bestehende Comite bereits mit Auf⸗ nahme der Quartiere beschäftigt, um zu ermitteln,
welche Anzahl Gäste untergebracht werden kann. Hiervon soll die definitive Bestimmung des Fest⸗ ortes abhängen. Das Fest wird Anfang September abgehalten werden.
Preußen. Berlin. Reichstags⸗ Sitzung vom 26. Februar. Heute Vormittags 11 Uhr traten die Abtheilungen des Reichstags zusammen, um sich zu constituixen und dann die Wahlprüfungen zu beginnen. Bei der gestrigen Ausloosung der Mitglieder in die Abtheilungen war ein Versehen vorgekommen, indem statt 7 Abtheilungen nur 6 gebildet waren. Die fehlende Abtheilung ist nun durch Ausloosung aus den übrigen formirt worden. Die nächste Plenar— sitzung findet morgen Mittag 1 Uhr statt und es wird dann, so weit die betreffenden Vorarbeiten bis dahin haben erledigt werden können, bereits mit den Referaten über die Wahlprüfungen be— gonnen werden.
— Zu dem Galadiner im königlichen Schlosse hatten sämmtliche Mitglieder des Reichs- tages Einladungen erhalten. Nach dem Diner fand im Rittersaale die Vorstellung der Mitglieder des Reichstages statt. Dieselben hatten sich nach Provinzen und Staaten geordnet. Während der König vorzugsweise die militärisch gekleideten Herren auszeichnete, widmete die Königin ihre Aufmerksamkeit mehr den liberalen Abgeordneten. Unter den Abgeordneten der Provinz Sachsen redete sie nur Herrn von Unruh und Gustav Freytag an. Aus ber Reihe der westphälischen Abgeordneten sprach die Königin mit dem Abg. Dr. Becker(Dortmund), bei welchem sie sich nach den gegenwärtigen Verhältnissen der Eisenindustrie in seinem Wahlbezirk auf das Eingehendste er kundigte, und außerdem mit Hrn. v. Mallinkrodt. Die Berliner Abgeordneten wurden von Herrn v. Jagow, welcher mit der Vorstellung der Ab— geordneten aus der Provinz Brandenburg beauf— tragt war, übersehen. Dafür zeichnete der Kron⸗ prinz die Abgeordneten der Hauptstadt in ganz besonderer Weise aus. Namentlich eingehend unter— hielt sich der Kronprinz mit Lasker, Moritz Wiggers und Schulze⸗Delitzsch. Letzterem gab er sein be⸗ sonderes Interesse an der Entwickelung des Ge— nossenschaftswesens zu erkennen; von der hohen Bedeutung desselben durchdrungen, äußerte er den Wunsch, Schulze möchte ihm demnächst über den derzeitigen Stand des Genossenschaftswesens ein⸗ gehenden Vortrag halten. Auch die polnischen Abgeordneten waren bei dem gestrigen Diner an— wessend; die Königin untechielt sich in ihrer Gruppe besonders lebhaft mit dem Abg. Kantak. Der König sprach sich noch gegen Baron v. Rothschild sehr huldreich über dessen Wahl aus.
— 27. Febr. Der Reichstag beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung mit den Wahl- prüfungen, in welchen 82 Wahlen für gültig er⸗ klärt wurden, darunter die von Braun(von Hersfeld), Jungermann, des Fürsten von Solms⸗ Laubach, Wiegand, Hergenhahn, Harnier, Ra—
benau, v. Rothschild. Eine Wahl wurde wegen
bei der Wahl vorgekommenen Unregelmäßigkeiten“
beanstandet. Morgen findet wieder eine Sitzung statt
— Die Anwesenheit des Grafen Malortie, in unserer Stadt hat zu bedeuten, daß der König Georg von seiner bisherigen Weigerung, mit der preußischen Regierung zu verhandeln, Abstand
nehmen will. Auch mit dem Herzog von Nassau
sind die wesentlichsten Punkte bereits geordnet, womit die bereits bekannt gewordene Verleihung des Großkreuzes des rothen Adler-Ordens an den Prinzen Nicolaus, der die Unterhandlungen geführt hat, im Zusammenhange stehen soll.
— In der„Nordd. Allgem. Ztg.“ wird die Nachricht, daß Preußen von Holland eine Grenz⸗ berichtigung gefordert, in Abrede gestellt und be⸗ merkt, Preußen habe nur eine eventuelle Gremg⸗ sperre wegen der Rinderpest notificirt.
— Bei Regelung der Penstonsverhältnisse ehe— mals kurhessischer Offiziere soll es nachträglich noch in der Absicht der preußischen Regierung liegen, auch derjenigen Militärs zu gedenken, welche 1850
und 1851 aus der Armee scheiden mußten, weil dieselben den von ihnen geleisteten Verfassungseid
nicht brechen wollten. Ein großer Theil dieser Verfassungstreuen hat bis jetzt unter sehr drückenden Verhältnissen gelebt.
Kassel. Nottebohm von Berlin bereist gegenwärtig im
höheren Auftrage die neuen Landestheile, um sich run del
von dem Stand der gewerblichen Lehranstalten und Realschulen zu informiren. Seit einigen Ta⸗ gen verweilt er hier, um von der Lage der hie⸗
40. 2. sigen polytechnischen Schule Kenntniß zu nehmen. Ansian
Frankfurt. Nachdem sämmtliche Regierun⸗ gen dem Antrage der Liquidationscommission in Betreff der Entschädigungsansprüche mehrerer Baum⸗ gutsbesitzer in Mainz und Umgebung(wegen Obst⸗ baumfällungen in Folge der Armirung der Festung im Juli 1866) ihre Zustimmung ertheilt haben, ist das Gouvernement Mainz ersucht worden, die Festungshauptcasse zur Ausfolgung des Entschä⸗ digungsbetrages von 90,635 fl. 30 kr. an den großh. Territorialcommissär zu Mainz anzuweisen. Von dieser Summe kommen auf Mainz 1725 fl., Bretzenheim 2174 fl., Gonsenheim 5507 fl., Kost⸗ heim 44,412 fl. 30 kr., Castel 36,817 fl.
Wie der„Köln. Ztg.“ von Berlin aus ge⸗ meldet wird, steht die Errichtung eines königl. Polizeipräsidiums für unsere Stadt nahe bevor. Der betreffende Organisationsplan ist be⸗ reits dem Könige zur Bestätigung unterbreitet, und sobald diese erfolgt ist, wird mit der Aus⸗ führung unverweilt vorgegangen. Als Polizei⸗ präsidenten bezeichnet man den Landrath v. Ma⸗ dai, welcher bekanntlich seit dem Juli v. J. die Civilverwaltung führt. 4
Wiesbaden. Nach dem„Rhein. Kur.“ ist das hiesige Schloß durch ein Arrangement mit dem Herzog Adolph definitiv in den Besitz des Königs Wilhelm übergegangen.
Der königl. Realschuldirector Herr
kostspielige Mittel zur Reinhaltung der Schulzimmer das sein, daß man den Fußboden mit Oel tränkte; dadurch erreichte man, daß er für Feuch⸗ tigkeit unempfänglich würde, und wenn man dann täglich nach Schluß der Schule ihn mit feuchten Tüchern abriebe, so könnte Staub und Schmutz daraus entfernt werden, ohne daß zugleich die ganze Atmosphäre feucht würde. Eine derartige Tränkung mit Oel würde dann etwa halbjährlich zu erneuern sein, und man würde so die Atmosphäre der Schulzimmer mit verhältnißmäßig geringen Kosten sehr erheblich verbessern. Daß die nöthigen Vorkehrungen nicht fehlen dürften zum Säubern der Schule vor dem Betreten des Schulzimmers, ist selbstverständlich. Sodann sollte für die Reinheit der Atmosphäre durch die sorgfältigsten Ventilationsvorrich- tungen gesorgt werden. Die Atmosphäre einer mit Kindern angefüllten Schulstube enthält außer dem entsetzlichen Schmutz und Staub bedeutende Mengen Kohlensäure, Schwefelwasserstoffgas, Elaingas und eine Menge sonstiger, zum Theil noch nicht einmal gehörig bekannter, jedenfalls aber höchst ekelhafter und gesundheitsschädlicher Beimischungen.
Das Schwefelwasserstoffgas ist nur der Blausäure an Giftigkeit zu vergleichen, ja letztere wird an Schädlichkeit noch dadurch übertroffen.
Ebenso ist das erst neuerdings durch Pettenkofer in München ge⸗ hörig bekannt gewordene Elaingas der Gesundheit höchst schädlich. Es erzeugt schon in ganz geringen Beimischungen Beklemmung, Hirnkongestion und Kopfschmerz. Und in solche Atmosphäre schicken wir täglich unsere Kinder und lassen sie darin athmen, unsere Kinder, die noch sich entwickeln und wachsen sollen a 11 1
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Vorstehender Aufsatz ist dem hannöverischen Schulblatt entnommen und hat einen Arzt zum Verfasser. Er behandelt einen wichtigen Gegen⸗ stand. Reinlichkeit ist wesentliche Bedingung für die körperliche Entwicke⸗ lung unserer Kinder, sie ist nicht minder nothwendig, faßt man den Punkt der sittlichen Reinheit in's Auge. Der Satz:„Je mehr Seifeverbrauch, desto mehr Gesittung!“ ist zwar nachgerade zum Gemeinplatz geworden und nicht gerade immer zutreffend; es gibt viele Schmutzpelze in sittlicher Hinsicht, deren Seifeverbrauch eine sehr respectable Höhe erreicht und die ängstlich jedes Stäubchen vom Rockärmel abstreifen. Aber es bleibt darum doch nicht minder wahr, daß, wer an und um sich Unreinlichkeit und Schmutz dulden und sich dabei wohl fühlen kann, sich auch leichter mit unreinen Gedanken und Gefühlen familiär macht.
Unsere Schulsäle, wie sie vielfach noch sind, und die pädagogische Forde rung nebeneinander gehalten, daß die Jugend zur Reinlichkeit, zur Ordnung, zur Wohlanständigkeit erzogen, daß das Gefühl für's Schöne und Edle bei ihr geweckt und genährt und Abscheu vor allem Gemeinen, vor allem Schmutz des Leibes und der Seele ihr eingeflößt werde, fürwahr, beide Dinge passen schlecht zu einander. 1 a
Dabei legt der Aufsatz mit Recht Gewicht auf die Gewöhnung; Reinlichkeit lernt man nicht, man gewöhnt sich daran, sie muß mit uns verwachsen, muß Bedürfniß werden. Die Räume, in denen unsere Kinder sich bewegen, sollten darum ein Bild der gefälligsten Reinlichkeit darstelleu. Dies überall auszuführen, liegt leider nicht in unserer Gewalt; ein Raum aber, in welchem alle Kinder einer gesammten Gemeinde, der Stolz so
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