Ausgabe 
2.3.1867
 
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Die Baulust in hiesiger Stadt wird tine regt; ein neues Bauquartier in der Nähe jer Artillertekaserne ist fast ganz belegt und sollen zächster Tage bedeutende Neubauten in Angriff genommen werden. Die herzogl. Gewächs. zäuser in Biebrich sind vom 3. nächsten Monats in Sonntags, Dienstags, Donnerstags und Frei sags wieder geöffnet.

Würtemberg. Ulm. Diesortificato- zische Desarmirung unserer Festung geht gegen wärtig vor sich, das heißt, die Umzäunung der Wälle mit Pallisaden wird wieder herausgenommen und die Pallisaden werden für den Frieden in Schuppen untergebracht. Ob sie jemals wieder gebraucht werden, bezweifeln Fachmänner, nicht peil sie an den ewigen Frieden glauben, auch nicht in der Poraussetzung, daß die Festung gänz ich demolirt werde, sondern weil Verpallisadirung der Festung mit dem heutigen Stande des Ge chützwesens nicht mehr vereinbar, sondern ein zanz unnützer Aufwand ist.

Baden. Mannheim. Am 25. Februar brauste zum ersten Mal die Locomotive mit Güter- zügen über die stehende Rheinbrücke und es hat nun die Arbeit der Trajectanstalt ihr Ende er reicht. Die Züge beschränken sich vorerst auf Hüterzüge und gehen theils von unserem Bahnhof zu Bahnhof Ludwigshafen, theils von und nach entfernteren Stationen.

Oesterreich. Wien. Das ungarische Mi- gisterium hat zwei Erlasse an Ungarn gerichtet, welche die Bevölkerung auffordern, den noch fun⸗ girenden Behörden des alten Spstems Gehorsam zu leisten, und Kunde geben, daß das ungarische Ministerium seine Funckionen am 10. März über⸗ nehmen wird. Bis dahin wird es also geschehen sein, daß der Kaiser in Ofen seine ungarischen Minister beeidet haben wird. Die Landtage, deren Sitzungen sich ihrem Ende nähern und theilweise(wie der schlesische und kärnthner) schon geschlossen sind, haben sich in den letzten Tagen mit den Wahlen für die Landesausschüsse und den Reichsrath beschäftigt.

Frankreich. Paris. Dem gesetzgebenden Körper zu Paris ist das Blaubuch, das heißt die Schilderung der Lage des Kaiserreichs vor- gelegt worden, welches uns um so mehr interes⸗ ren muß, als es sich auch über die deutschen Angelegenheiten ausspricht.Die große Thatsache so heißt es dortwelche das Jahr 1866 ausgezeichnet hat und ihm einen bedeutenden Platz in der Geschichte sichert, ist der im Centrum Eu- ropas ausgebrochene Krieg. In Deutschland brach, wie in Italien, das Gebäude von 1815 zusammen. Schon längst erwartete Frankreich seinen Fall und es kann wirklich nicht betrübt darüber sein, daß er sich endlich vollbracht hat. Dieses Resultat ward erreicht, ohne daß wir den Degen hätten ziehen müssen, die kaiserliche Regierung kann sich dazu Glück wünschen... Das Bundessystem Deulschlands hatte aufgehört, den Ideen und Be⸗

dürfnissen, die durch den gegenwärtigen Lauf der Dinge herbeigeführt waren, zu entsprechen. Von mächtigen Genossenschaften untergraben, ohne Au torität für den Geist der Masse, hatte es nicht einmal die vollständige Unterstützung der Regie rungen, die doch dabei interessirt waren, ihre Selbstherrschaft und die bestehenden Einrichtungen zu schützen. Die Mittelstaatengruppen, Preußen, Oesterreich selbst, hatten nacheinander ihre Reor ganisationspläne vorgebracht. Eine wesentliche Modification des deutschen Bundes war mithin bevorstehend. Jede äußere Opposition hätte nur eine Beschleunigung davon zur Folge gehabt, jede innere Frage mußte nothwendig dahin führen, ein Streitpunkt von beziehungsweise untergeord neter Wichtigkeit(die schleswig-holsteinische An- gelegenheit) gab das Zeichen zu dieser großen Umgestaltung.

Wie verlautet, haben mehrere Depu tirte einen gemeinschaftlichen Brief an den Kaiser gerichtet, um gegen das Militär-Project zu protestiren.

DerMoniteur meldet:Seit dem 1. Februar hat der Kaiser mehrmals die Ausstellungs localitäten besucht, um sich zu vergewissern, daß Alles am Eröffnungstage bereit sein werde. Der Kaiser hat darüber seine Zufriedenheit ausge sprochen.

Großbritannien. London. Die Köni⸗ gin ist mit einer literarischen Arbeit beschäftigt,

deren Veröffentlichung, wie es heißt, nicht mehr 8 n. vou 30,000 Pfd. Dem Athenäum zufolge ist es wahr⸗

fern sei. scheinlich, daß Prinz Albert der Gegenstand des Werkes sei; ihr Privatseeretär, Herr Phelps, unterstützt die Königin. Donaufürstenthümer. Ein officielles Telegramm aus Bukarest erklärt alle Gerüchte von Verschwörungen und Verhaftungen in den vereinigten Fürstenthümern für reine Erfindung.

Aus Oberhessen. Ein außerordentlich reges Leben zeigt sich diesen Wiater unter den Landwirthen der Wet⸗ terau. Im Kreise Friedberg fanden bis jetzt seit November nicht weniger als 5 stets zahlreich besuch te Vereins⸗Ver sammlungen statt. Außerdem hält Hr. Dr. Henkelmann mit seinen Zögtingen in den größeren Ortschaften landw. Kränzchen, in welchen über vorgelegte Fragen öffentlich disculirt und die jedesmalige Frage durch den Vortrag eines Ackerbauschülers zur Discussion eingeleitet wird. Der gegenseitige Austausch landw. Erfahrungen unter Leuten aus den verschiedensten Gegenden wirkt äußerst anregend. Die Kränzchen sind daher außerordentlich zahlreich besucht, saben wir doch neulich zu Griedel in einem solchen an 200 Menschen versammelt. Wir wünschen diesen Bestre⸗ bungen einen recht gesegneten Fortgang!

Friedberg. Gestern wurde in der Eisenbahnstraße dahier Hert Oekonom Helfer ich von Fauerbach in Folge Scheuwerdens seiner Pferde von einem schweren Oekonomte⸗ wagen überfahren und erlitt dabei, wie wir vernehmen, neben einigen unbedeutenden äußeren Verletzungen einen Knochenbruch an dem Beine. Es soll alle Hoffnung vor⸗ handen sein, daß dieser Unfall ohne bedenkliche Folgen für den Betreffenden sein wird.

Für die Weltausstellung zu Paris ist neuerdings die Verordnung ergangen, daß diejezigen Aus⸗ stellungsgegenstände, deren Aufstellung in den Ausstellungs⸗ räumen nicht bis 28. März vollendet sein sollte, von

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nämlich

[Gußstahlblock

der Berücksichtigung durch die Jury ausgeschlossen u

rden. Es werden hiernach die Aussteller es sich angelegen sein lassen müssen, sowohl ihre Sendungen pünktlich zur Ablieferung zu bringen, als ihre etwaigen Agenten in Paris zeitig und vellständig zu instruiren haben. In

den nächsten Tagen wird von der Krupp'schen Fabtit u Essen der für die Pariser Ausstellung bestimmte colossale Gußstahlblock von 80,000 Pfund vermittels des zum Trans⸗ porte eines gleichfalls für dieselbe Ausstellung bestimmten Geschützes erbauten Eisenbahnwagens abgehen. Der Wagen, in der Fabrik selbst etbaut, ruht auf acht Achsen und wird, wenn er den Plock au seinen Bestimmungsort

befördert hat, hierher zurückkehren, um dis Geschützrohr zu holen. Letzteres kaun erst Ende März nach Paris versandt werden, wodurch dem Ctablissement bedeutende

Kosten entstehen, da die Tarifermäßigung für den Transport und Eingang der für die Ausstellung bestimmten Gegen⸗ stände nur bis zum 28. d. M. Anwendung findet. Die Eisenbahn⸗Gesellschafien, deren Bahnstrecken das Geschütz passiren muß, haben sich geweigert, dasselbe mit einem gewöhnlichen Zuge zu befördern, in Folge dessen ein Separatzug genommen werden muß. Das Rohr, bestimmt zur Bewaffnung eines Küstenforts, ist ein gezogener Hinterlader von 14 Zoll Seelendurchmesser. Ganz von Gußstahl construirt, beträgt sein Gewicht 100,000 Zollpfund. Die Kanone besteht aus einem inneren Rohre und darauf warm aufgezogenen Gußstahlringen. Das innere Rohr wiegt 40,000 Pfd. und ist aus einem massiv gegossenen von 85,000 Pfd. mittels Ausschm inter einem Tausend⸗Centner-Hammer dargestellt en. Die aufgezogenen Gußstahlringe wiegen zusammen 60,000 Pfund. Das Gewicht des Geschosses beträgt genau das Hundertsache des Geschosses einer gezogenen Feldfanone und das Doppelte des Gewichtes eines Vierpfünders, 1100 Pfd., die Pulverladung 100 Pfd. Der Pieis des Rohres ist 100,000 Thlr. Schon seit einem Jahre wird Tag und Nacht an dem Eceschütze gearbeitet. Die Kanone wird auf einer Stahl⸗Lafette im Gewichte und diese auf einem drehbaren Rahmen im Gewichte von 50,000 Pfd. ruhen. Auf denn Rahmen leitet das Geschütz zur Hemmung des Rücklaufes beim Schießen. Die nöthigen Triebvorrichtungen sind angebracht, um mit ein bis zwei Mann einer so enormen Masse Höhe, Richtung und Drehung so rasch und leicht geben zu können, daß ein in größter Nähe und mit größter Geschwindigkeit vorbeieilendes Panzerschiff mit Sicherheit verfolgt werden kann.

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Schiffs nachrichten.

Mütgetheilt von Chr. Hecht, Spezialagent in Friedberg.

Angekommen in New-Yorl; Am 2. Februar Segel⸗ schiff Wm. Frottingham von Havre, am 4. Tebruar Segel⸗ ciff Gardner Colby von Rotterdam, am 4. Februar Dampfer Cily of Paris von Liverpool, am 6. Februar Segelschiff Wilhelmine von Rotterdam, am 8. Februar Segelschiff Olbers von Bremen. Das SchiffJohn Bright von Liverpool brachte die Nachricht, daß am 31. Januar ein Boot des SchiffesNesolute heran kam, welches am 26. Januar von dem entmasteten, 54 Tage auf der Fahrt von Havre nach New Hork befindlichen amerikansschen Segelschiffe Bavaria 175 Passagiere an Bord genommen hatle und deßhalb um Lebensmittel bat, die ihm von dem John Bright abgelassen wurden.

Sitzung der Lokalsektion d. Gewerbvereins

Samstag den 2. März, Abends 8 Uhr. Tagesordnung: 1. Ergebniß der Ausschußsitzungen in Darmstadt, 2. Ent⸗ gegennahme von Desiderien und Wünschen bezüglich der Gewerbe und des Verkehrs. Behufs der Aufnahme in den Bericht der Offenbacher Handelskammer.

Alle Juteressenien, also auch nicht dem Verein ange⸗ hörige, sind hierzu eingeladen.

Friedberg den N. März 1867.

Der Vorstand.

dieler Mütter und die Hoffnung so manchen Vaters, den größten Theil ver holden Jugendzeit zubringen, müßte überall ein mit Aengstlichkeit rein- gehaltener, netter, behaglich wohnlicher Aufenthalt sein. Die paar Gulden Kosten hierfür dürfen gar nicht in Betracht gezogen werden.

Was wird da nicht versäumt? Oder paßten die Worte des obigen Aufsatzes nur auf hannöverische Schulstuben? Wo sind denn bei uns die Schulsäle, die täglich mindestens gekehrt werden? Und dies bezeichnet der Verfasser mit Recht als bei weitem nicht ausreichend.

Unsere Säle werden wöchentlich 2, wenn's hoch kommt, 3 mal ge segt. Und wie? Wie es mit einem Besen ohne Aufputzlumpen und Wasser geschehen kann. Der Schmutz wird aufgescheucht, ein Bruchtheil kommt glücklich hinaus, der übrige hat das Vergnügen, in dichten Staubwolken im Schulsaale herumzuvagiren, um sich gemüthlich wieder dahin niederzu lassen, wo er war. Jährlich zwei- oder dreimal wird aufgewaschen.

Einen Punkt aber vermißt man bei den Ausführungen vorstehenden Aufsatzes, es ist dies die Rücksicht auf die Gesundheit des Lehrers. Sollte die nicht leiden in dem Staub, der die Schulräume gewöhnlich dermaßen anfüllt, daß man oft unwillkürlich erschrickt, wenn dieselben von den Son nenstrahlen plötzlich beschienen werden? Es ist wahr, viele Leute müssen den ganzen Tag im Staub stehen, ihr Geschäft bringt es mit sich. Nun, wo es nicht zu vermeiden ist, ist es schlimm genug. Der Unterschied be- steht übrigens darin, daß diese nur wenig und nur zuweilen sprechen, während der Lehrer stundenlang und, wenn er mit Herz und Seele bei

seinem Unterrichte ist, in erregter Weise spricht und bei der erhöhten

Thätigkeit der Lunge mit jedem der beschleunigten Athemzüge Massen des feinen Staubes verschluckt. Brust- und Kehlkopfkrankheiten sind bei Leh⸗ rern an der Tagesordnung; letztere werden von erfahrenen Aerzten manch- mal geradezu Lehrerkrankheiten genannt.

Es wäre zu untersuchen, welche Rolle der Schulstaub in der Ent- stehungsgeschichte dieser Krankheiten spielt. Die Billigkeit erheischt wohl auch Rücksicht auf die Gesundheit des Mannes, dessen Beruf an und für sich aufreibend genug ist, zumal wenn, wie hier, das Interesse dafür mit dem für das körperliche und sittliche Wohlbefinden unserer Kinder Hand in Hand geht. g

Obiger Aufsatz schließt mit den Worten:Es ist unbegreiflich, daß diese so allgemeinen UHebelstände immer noch in so erheblichem Maße vor- handen sind, obgleich sie doch verhältnißmäßig leicht, wenn auch nicht ganz beseitigt, doch jedenfalls auf ein Minimum herabgedrückt werden könnten.

Sagen wir lieber: An Bereitwilligkeit zur Abhülfe fehlt's gewiß nirgends. Nur werden derartige Dinge gar leicht überseben und sind den Eltern zumal meist unbekannt. Darum aber ist es Pflicht, darauf hinzuweisen.

Lücken büßer.

Kaffeetrinker. Die größten Kaffeetrinker auf dem Erdboden sind die Holländer, da sie nach statistischen Ermittelungen per Kopf der Bevölkerung jährlich 12 Pfund ver⸗ brauchen; wir Deutschen dagegen kaum 4 Pfund. Die gesammte Kaffeeproduktion auf der Erde beträgt bei einer guten Ernte 10 Millionen Centiner, darunter 75,000 Centner des berühmten Mokka.(Von dem wir keinen bekommen. Der Setzer.)