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um die Unterbandlung zu beschleunigen, so daß dieselbe vor Ende der sechswöchentlichen Ferien, welche dieser Tage der Reichsrath nimmt, beendigt sein wird.
— Die Königin von England hat bekanntlich vor einiger Zeit dem Kaiser von Oesterreich den Hosenbandorden verliehen. Die Ueberreichung fand kürzlich durch eine eigens mit der Ueberreichung der Investitur für den Kaiser betrauten Commission
statt. Die dabei stattgehabte Ceremonie war, wie(
dem„Frankfurter Journal“ telegraphirt wird, sehr feierlich. Der englische Bevollmächtigte, Marquis v. Bath, betonte in seiner Ansprache an den Kai⸗ ser, daß die Königin von Großbritannien gerne die Gelegenheit ergreife, die seit so langer Zeit zwischen beiden Staaten bestandene Allianz dauernd zu befestigen. In Erwiederung hierauf sagte der Kaiser, daß ihm nichts mehr am Herzen liege, als die persönlichen Beziehungen zu einer Sou⸗ veränin, deren Name von der Liebe und Ehrfurcht der großen britischen Nation so hoch emporgehoben, enger geknüpft zu sehen.
Aus Ungarn wird berichtet, daß zu An⸗ fang Juli heftige Schneegestöber stattfanden und daß in den Gebirgen der Schnee zwei Fuß hoch lag. Auf den Bergen fanden Menschen und Thiere durch Kälte und Schnee den Tod, in einem Bezirke fand man die Leichname von 16 Erfrorenen.
Frankreich. Paris. Der„Moniteur“ schreibt: Verschiedene deutsche Journale versichern, daß dem Berliner Cabinet eine Note in Bezug auf Nordschleswig übergeben worden sei. Diese Behauptungen einer wesentlich falschen Thatsache haben leider den Erfolg, wenn nicht den Zweck, den irrigsten Ansichten über die Art der Beziehun⸗ gen zwischen den beiden Regierungen im Publikum Glauben zu verschaffen. Es ist dem Berliner Cabinet eine Note über Nordschleswig oder über irgend eine andere Frage weder übergeben, noch vorgelesen worden.
— Die im Umlauf befindlichen beunruhigenden
Gerüchte bezeichnet der„Moniteur“ als feindseli⸗ gen Leidenschaften, eigennützigen Speculationen und bedauernswerther Leichtgläubigkeit entsprungen. Es sei vollständig wahr, daß dit Regierung sich gegenwärtig keiner diplomatischen Frage gegenüber befindet, welche geeignet wäre, die freundschaftlichen Beziehungen Frankreichs zu den andern Mächten zu modificiren.
— Auch im französischen Senat ist nun die Neugestaltung Deutschlands durch Baron Dupin zur Sprache gekommen! Der genannte Senator brachte in der letzten Sitzung eine Betrachtung über Preußen, in der er u. A. sagte: Preußen habe den Nordbund zum Angriff gegen Frankreich gebildet; sein Ehrgeiz strebe beständig weiter und werde, das sei er überzeugt, nach den errungenen Erfolgen keineswegs innehalten; der Redner hofft, daß eln entscheidender Moment kommen werde, wo die großen Mächte sich vereinigen dürften, um die Gefahren der Zukunft zu beschwören und dem preußischen Reiche zulässige Verhältnisse vorzuschrei⸗ ben. Dann erst werde man die Ausgaben für den Krieg einschränken können, dann erst werden Frankreich und die anderen Nationen, glücklicher und rꝛicher, mit einander friedlich wetteifern können. Geben diese Anschauungen wirklich die in den oberen Regionen herrschende Stimmung wieder, so treiben wir allerdings dem Kriege über kurz oder lang entgegen. Ee scheint fast, als könnten die Franzosen ohne eine tüchtige Tracht Prügel von deutscher Seite ihre Anmaßung nicht aufgeben.
— Schulze Delitzsch hat dem Comjté des internationalen cooperativen Congresses angezeigt, daß er an den Arbeiten dieses Congresses, dessen Sitzungen am 16., 17. und 18. August in Paris stattfinden sollen, Theil nehwen werde. Viele an⸗ dere, um die Förderung der öconomischen Studien verdiente Männer, Engländer, Deutsche, Schweizer, Italiener, haben sich gleichfalls für diesen Con⸗ greß angemeldet. Das„Journal des Debats“ spricht nun auch seine Verwunderung und sein Bedauern darüber aus, daß die Ausstellungs-Jury nicht Herrn Schulze ⸗Delitzsch den großen Preis
von 100,000 Fr. für seine Verdienste um das
sen zuerkannt hätte.
Italien Die römische Frage steht im Vor⸗ dergrund. Garibaldi hat ein Manifest erlassen, welches die Italiener in feurigen Worten auffor⸗ dert,„die Schande der französischen Vasallenschaft abzuschütteln“ und Rom zu nehmen, wie es da liege; während die römische Insurrectious-Junta das aus den vereinigten revolutionären Parteien gebildete Comité) die Römer speciell bearbeitet. Ein vom 17. Juli datirter Aufruf betont, daß die europäische Diplomatie zwar die Emancipation der Völker nicht ermuthige, aber sie geschehen lasse, sobald sie vollendete Thatsache sei; das italienische Cabinet sei durch feierlichen Vertrag gebunden und könne somit nichts provociren, werde aber der eigenen Thätigkeit der Römer keine Hin⸗ dernisse in den Weg legen. Soweit könnte der Revolutionsausschuß Recht haben; indessen ist das Turiner Cabinet unzweifelhaft entschlossen, einer etwaigen Invasion des päpstlichen Gebietes durch italienische Freischaaren mit Gewalt entgegenzu⸗ treten.
Rußland. Von der russischen Grenze wird geschrieben: Die russische Amnestie hat bei meh⸗ reren Familien jenseits der Grenze die bitterste Enttäuschung hervorgerufen. Erfüllt von der fro⸗ hen Hoffnung, die Ihrigen wiedersehen zu dürfen, sandten sie sofort Geld und Briefe nach Sibirien, um den Verbannten die Rückreise zu erleichtern.
Bis jetzt ist noch Niemand zurückgekehrt, und auf
ihre wiederholten Anfragen haben sie keine Ant wort erhalten. Der unheilvolle Zusatz, die Rück⸗ kehr der Verbannten von einem Zeugniß der Polizei abhängig zu machen, hat die Unglücklichen ganz in die Hände der beaufsichtigenden Beamten gelegt. Wer russische Zustände kennt, weiß, daß man ein solches Zeugniß unter Umständen gar nicht oder nur mit schweren Opfern erlangen kann.
Amerika. Amerikanische Blätter bringen den vollständigen, authentischen Bericht über den proceß Maximilian's und seiner Mitangeklag⸗ ten Wir heben daraus nur hervor, daß die Verhandlungen volle zwei Tage dauerten, den Angeklagten die unbedingteste Freiheit der Ver⸗ theidigung gegeben war und Maximilian zwar den Verhandlungen, durch sein Unwohlsein gehin⸗ vert, am zweiten Tage nicht beiwohnen konnte, indessen durch seine Vertheidiger auf's Energischste vertreten wurde. Unter den Anklagepunkten figu⸗ rirte nicht nur das Blutdecret vom October 1865, welches die Vertheidiger bekanntlich dem Marschall Bazaine zur Last legten, sondern auch der unbe⸗ greiflich unkluge Schritt, daß Maximilian noch
schaft für den Fall seines Todes einzusetzen ver⸗ suchte, an deren Spitze er den durch zahllose Grausamkeiten und Infamien gebrandmarkten Mat⸗ quez stellte.
— Auf der Fahrt von New Aork stieß der Dampfer Nebraska in der Nacht des 10. Juli
von Gysterhaven zusammen, wobei letzteres unter⸗ ging und fünf Matrosen ertranken, während die drei übrigen gerettet wurden. Ein anderes Schiff „Queen of the Deep.“ mit Baumwolle, Reiß und Flachs beladen und für 100,000 L. versichert, ward auf der Fahrt von Calcutta nach Liverpool durch eine Feuersbrunst zerstört; der Mannschaft gelang es, sich auf ihren Booten in Sicherheit zu bringen.
Friedberg, 30. Juli. Heute wird im Kreise einer hiesigen Familie ein Fest begangen, an dem man auch in wetleren Kreisen innigen Antheil nimmt. Herr Lehrer und Organist Wilhelm Fritsch feiert mit den Seinigen das fünfzigjäyrige Jubiläum seiner Wirksamkeit in unserer Stadt. Angestellt als Lehrer wurde er schon 1808 am 8. Oktober zu Rodheim v. d. H.; der fünfzigjährige Ge⸗ dächtnißtag seiner Austellung hätte also schon neun Jahre frühec gefeiert werden können. Von Rodheim aus wurde der Jubilar am 28. December 1812 als Lehrer in Nauheim angestellt, und aun 5. Mai 1817 erhielt er das Dekret als solcher nach Friedberg, woselbst er am 30. Juli desselben Jahres in seinen Dienst eintrat.
Mit Eifer, Gewissenhaftigkeit und Treue verwaltete er
sein Amt bis zum 17. Januar 1838, an welchem Tage ger in Folge der neuen Schulreorganisation Friedbergs in
sittliche und materielle Wohl der arbeitenden Clas-
am 10. Juni von Queretaro aus eine Regent ⸗
bei hellbrennenden Lichtern mit dem Schiffe Nauey
den Ruhestand aus seiner amtlichen Lehrerthäligkeit trat.
Privatim blieb er namentlich als Klavierlehrer thätig und mancher geschickte Klavierspieler unserer Stadt ver— dankt ihm guten Unterricht und erfolgreiche Unterweisung in der Kunst des Klavierspiels. Den Kirchendienst ver⸗ sieht Herr Fritsch bis zur Stunde noch und die Gemeinde Friedberg ist ihm, namentlich für erbauliches, meisterhaftes Orgelspiel während so langer Zeit in hohem Grade zu Dank verpflichtet. Außerdem wissen alle einheimischen Familien, wie der heitere, gemüthliche Mann bei Tauf⸗ feierlichkeiten immer willkommen war. Wohlwollend dank— bare Gesinnung wurde ihm in den Gratulationen des Kirchen und Schulvorstandes in herzlicher Weise auch ausgesprochen und von Ersterem in einem Geschenk weiter bethätigt. Zur Beglückwünschung des allgemein geachteten Jubelgreises waren noch Herr Regierungsrath Trapp und zahlreiche Freunde des Jubilars und seiner Familie erschienen. Auch am gestrigen Abend hatte der hiesige Gesangverein„Frohsinn“ die Gelegenheit wahrgenommen, den beliebten und namentlich um die Pflege der Musik verdienten Mann durch Gesang zu begrüßen und zu er⸗ freuen. In gleicher Weise gab der Gesangverein„Lieder⸗ kranz“ seinen freundschaftlichen Gesinnungen für den ver⸗ ehrten Jubilar durch ein Ständchen am heuzigen Abend Ausdruck. An mancher gelungenen musikalischen Auf⸗ fuͤhrung in unserer Stadt hat Herr Fritsch früher per⸗ sönlich, in letzter Zeit durch seine Söhne, die wir alle als begabte und tüchtige Jünger der Musik kennen, An⸗ theil gehabt.
Wir freuen uns, daß es dem ehrwürdigen Manne vergönnt gewesen, diesen Ehren- und Freudentag zu er⸗ leben, und wir hoffen und wünschen, daß er an seinem Lebendabend recht lange noch heiter und ungetrübt in unserer Mitte weilen möge. Die Beschwerden höheren Alters(der Jubilar wurde geboren am 25. Januar 1790 und hat somit das 77. Lebensjahr zurückgelegt) mögen iym leicht werden. Seine treue Lebensgefährtin, seine Söhne(deren es 8 sind), seine Tochter, seine Enkel(elf an der Zahl), seine Verwandten alle, werden nimmer aufhören, ihm durch alle Beweise von Sorgsamkeit, treuer Hingabe und Liebe das Leben bis zum letzten Hauche so angenehm als möglich zu machen und ducch inniges familiäres Zusammenhalten ihn stets zu erfreuen. b.
„Friedberg. Auf den badischen Bahnen werden eben 120 Wagen 3. Klasse mit Oesen versehen. Auf diesen Bahnen waren visber schon die Salons 1. Klasse mit Oefen, die übrigen Abtheilungen und die Wagen 2. Klasse mit Fußwärmern verseben. Daß man auf der Main⸗ Weser⸗Bahn eine gleiche Fürsorge im Interesse des reisen⸗
den Publikums zu treffen geneigt sei, davon verlauset bis jetzt nichis.
T Nauheim. Wir sind dem Höhepunkt unserer Saison nahe gerückt und dürfen mit deren Gestalfung trotz des wenig günstigen Wetters zufrieden sein. Die neueste Kurliste weist im Ganzen bis zum 28. Juli 2194 Fremde, darunter 1045 noch Anwesende auf, cine Frequenz, deren wir uns seit langer Zeit nicht erfreuen konnten. Das Geld ist zwar nicht so im Flusse wie in früheren Jahren, weil die Fremden, denen dasselbe leicht durch bie Finger rollt, sich heuer nicht so zahlreich eingefunden haben, allein diesen Ausfall muß die größere Frequenz einiger⸗ maßen ausgleichen. Die nahen Frankfurter sind für die laufende Saison unsere Leute, welche uns ein ansehnliches“ Contiagent von Kurgästen gesendet haben und ihnen vor⸗ nämlich verdanken wir die erhöhte Frequenz und 1 tigkeit unserer Kur. Wenn das Wekter einigermaßen sich freundlich gestaltet, so dürfen wit eine ebenso günssige Nach kur erwarten, da schon eine namhafte Anzahl Wohnungen für diese Zeit reservirt sind. Wie man sich hier der Hoff⸗ nung bingibt, wäre auch gegen Ende August der Besuch unseres neuen Landesherrn, des Großherzogs K. H., für einige Tage zu erwarten.
S. Gießen. Heute am 29. Juli wurde unse Jugend ein Fest bereitet, wie es an andern Orten wo kaum vorzukommen pflegt. Man feierte heute nam! das 8. große Jugend fest. Schon seit Wochen übten sich die Knaben der hiesigen Stadt in allen nur erdenk⸗ lichen Spiel⸗ und Turnerkünsten, damit sie ja wür dlge Fesigenossen repräseutiten könnten. Und allerdings hallen die Bewohner Gießens ein Schauspiel an ihnen, wie 4e anderwärts wohl nirgends zu sehen ist. Schon der Zug der Knaben im Alter von 6—13 Jahren bot die wannig; fachste Gelegenheit zu eingehenderen Studien; aber damit nicht zu vergleichen war das Leben, welches sich auf dem Festplatz im Philosophenwald unter den durchaus une philosophischen Festgenossen erhob. Zunächst hielt Herr Lehrer Eurschmann von hier in sehr augemiessener Weise ein einfache Ansprache, worin er auf die, Wichligkeit der körperlichen Uebungen bei unsrer Jugend hinwies und damit eine kurze Auseinandersetzung über den Zweck des Festes verband; nachdem der Redner noch einige er⸗ munternde Worte an die Knaben selbst gerichtet hatte, ver⸗ theilten sich diese, etwa 400 an Zahl in ungefähr zwanzig Gruppen, deren jede unter Leitung ihrer Spielorduer eine andre Uebung vornahm, als: Wursischuappen, Armbrust⸗ und Bolzenshießen, Schaukeln, Stechvoge, Kleltern, Springen, Turnierübungen, Jacob, wo bist du, Schwebe⸗ gehu, Steinwerfen, Prellball, Schnurrball, Rundball, Ringrennen, Ringwersen, Sternschießen, Gerwerfen, Wen lauf und Sacklaufen.— Gewiß viel Abwechselung nicht nur für die Knaben selbst, sondern ebenso für die Zu⸗ schauer, die nicht müde wurden dem bunten Leben und Treiben ihrer Nachkommen stundenlang ihre Aufmerksam⸗ keit zu schenken. Als es nun gar an die Vertheilung der Preise ging, bestehend in Würsten, Brezeln, Federkäsichen, Notiz⸗ büchern, Halsbinden, Westen, da wollte der Jubel und das.
Nachllager, d. karren schlafen ichen konne und enischäbl getrelene Veze
9 Pari tölhlich dit sclgc auch Volländdex und abgeseßz Ftanks; die welchts einigt Damen etha wenn die Na England, die die Bezugsgu Was die Kl. förmigen, gesp —
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