Ausgabe 
17.11.1857
 
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milie Pietſch.

ger Flachs is Winheim.

1h/ Hil-

ugeſandt.)

Wieduelten

neigen. den 15, Nov.

Stadtkirche:

Burekirche: 2

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fl. 1. 12 kr.; durch

die Poſt bezogen N. 1. 30.

Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg..

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NV 90.

Dienſtag, den 17. November.

1857.

Bekanntmachun

Bekanntmachung. 11829] Die Gemeinde Gettenau ſucht einen Gemeindebäcker. Nähere Auskunft hierüber er⸗ theilt die unterzeichnete Bürgermeiſterei.

Gettenau den 10. November 1857. Großherzogliche Bürgermeiſterei Gettenau J. M6 bes.

Oeffentliche Aufforderung. 1811] Zu dem Nachlaſſe des Nicolaus Swald J. zu Ockſtadt gehört u. A. eine Hofraithe 244/64 I. 703, die laut Looszettel dom 31. Dezember 1807 demſelben und ſeiner Schweſter Barbara Ewald, ſpäteren Ehe⸗ frau des Martin Thaler käuflich von der Lud⸗ wig Ewalds Wittwe angeſchlagen worden war, im Jahr 1814 aber in das alleinige Eigenthum des jetzigen Erblaſſers übergegangen ſein ſoll. Da dies jedoch urkundlich nicht nachgewieſen werden kann, werden Barbara Ewald oder deren Leibes-Erben, deren Aufenthaltsort nicht ermittelt werden kann, hierdurch aufgefordert, etwaige Anſprüche an jene Hofraithe ſogewiß

binnen 6 Wochen

dabier geltend zu machen, als ſonſt das alleinige Eigentbumsrecht des N. Ewald I. unterſtellt, die beabfichtigte Uebertragung auf den Sohn Martin beſtätigt und der betr. Eintrag in das gerichtliche Mutationsverzeichniß verfügt werden wird.

Binnen gleicher Friſt find auch von Seiten Dritter, etwaige Eigentbumsrechte an IV/ꝗ02, VII/425, Vis in Ockſtädter Gemar⸗ kung, von denen erſteres Stück noch im Grund⸗ duche auf den Namen des nach Amerika aus- gewanderten Nicolaus Ewald II. ſteht und an Fl. III, IV, Nr. 3, 4, Klafter 867 und 1445,7(Eichenniederwald der Straßheimer

gen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.

Hübner), in der Gemarkung Straßheim, welche ſammtlich, gleichfalls zum Nachlaſſe des Nicolaus Ewald J. gehören, geltend zu machen, widrigenfalls der deabſichtigten Ver⸗ theilung derſelben, unter Eintrag des Erwerb titels der Erben in das Mutationsverzeichniß, von Gerichtswegen die Beſtätigung ertheilt wird. Friedberg den 1. November 1857. Großberzogliches Landgericht Friedberg. In Verhinderung des Landrichters: v. Preuſchen, v. Le pel, Landgericht⸗Aſſeſſor. Landgerichts⸗Aſſeſſor.

Bro d⸗ un d Oelliefe rung. 118471 Montag den 23. d. M., Vormittags um 10 Uhr, wird die Brodlieferung und un mittelbar hiernach diejenige des Oels und der Talglichter für die hieſige Garniſon auf das 1. Halbjahr 1858 auf dem Verwaltungsbüreau durch Summiſſion vergeben. Friedberg den 16. November 1857. Inu Auftrag des Verwaltungsratbs: Nico ha, Oberquartiermeiſter.

Holz lieferung. 1848] Die Lieferung des Brennbolzes für die Garniſon und das Lazareth dahier auf das Jahr 1858 ſoll Donnerſtag den 286. d. M., Vormittags um 10 Uhr, durch Summiſſton auf dem Verwaltungsbüreau hierſelbſt vergeben werden.

Friedberg den 16. November 1857. In Auftrag des Verwaltungsraths: Nicola, Oberquartiermeiſter.

Hofraithe⸗Verſteigerung. 11849] Montag den 30. November, Morgens um 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die zum Nachlaſſe des verſtorbenen Bürgers und

Oekonomen Jakob Lochmann II. gehörende Hofraithe, in der Vorſtadt zum Garten, einer meiſtbietenden Verſteigerung ausgeſetzt, als: Gemarkung Friedberg: O.⸗N Fl. Nr. d.[OIKlftr. Grdſt. n 80 62,7 Hofraithe in der Vor⸗ ſtadt zum Garten. Friedberg den 14. November 1857. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Der Vorſteher Ble

Ver ſtei gerung. L850] Donnerſtag den 26. November, Mor- gens 9 Uhr, werden in der Behauſung der Wittwe des Johannes Bechſtein J. nach⸗ ſtehende Mobitien meiſtbietend verſteigert: als Kupfer, Meſſing, Zinn, Kleidungsſtücke, Bettung, Holzmöbel, Spiegel, eine Wanduhr, Weißzeug und ſonſtige Mobilien. Friedberg den 14. November 1857 In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg Großberzogliches Ortsgericht Friedberg Der Vorſteher E* D 0 1.

Jagdverpachtung.

11851] Donnerſtag den 19. d. M., Nachmit⸗

tags 2 Uhr, wird die Jagd der Gemeinde Oes

auf 6 nach einander folgende Jahre an den

Meiftbietenden in Pacht gegeben.

Oes den 10. November 1857.

Der Großberzogliche Bürgermeiſterei⸗ Beigeordnete

Dei

Der Häring

Von A. W. Grube.

von einer Art kleiner rother Seekrabben nährt, die zu Milliarden dort hauſen, hebt ſich der Häring in unzähl baren Schaaren empor und beginnt ſeine Wanderung.

Um

Der Häring iſt ein echt plebejiſcher Fiſch, ſcheint vom lieben Gott ſo recht eigentlich für das arme Volk geſchaffen zu ſein, das ſonſt weder einen Süßwaſſerfiſch noch einen Meerfiſch zu ſchmecken bekäme, wenn der Häring nicht wäre. Der ärmſte Tagelöhner, ja der Bettler, wenn er nur einen Groſchen erübrigt, kann ſich bisweilen den Genuß dieſes unſchätzbaren Erzeugniſſes der ſalzigen Fluth verſchaffen; ſollte auch auf zwölf Glieder einer hungernden irländiſchen Familie blos Ein Häring kommen und jedes Einzelne an dem Fiſch ſo zu ſagen nur lecken dürfen; die Kartoffel ſchmeckt doch gleich beſſer, denn der Häring gibt ihr mit ſeinem Fett und Salz die Würze. Was die Kartoffel auf dem Feſtlande, das iſt der Häring auf den Ackerfluren des Meeres, und wie der Thunſiſch für die Anwohner des Mittelmeeres ein reiches Fleiſch⸗ und Oelfeld bildet, iſt in noch viel höherem Maße der Häring für die Anwohner

ein Schiff, welches durch dieſe Phalanx

zu laichen, muß er die Küſte ſuchen die wärmeren Waſſer⸗ ſchichten denn ohne Licht und Wärme wird auch kein Fiſchei ausgebrütet. Das ſchwimmende Nomadenheer bildet die Form eines Dreiecks; als Herold und Anführer zu⸗ gleich zieht derHäringskönig- voran, nämlich der 10 Fuß lange Faſerwurm⸗Fiſch mit ſilbernen Schuppen und rothen Bauchfloſſen angethan.

Zwiſchen Grönland und dem Nordkap ſcheint das Meer auf viele Meilen weit von Häringsleibern ange füllt: die Fiſche drängen und ſchieben ſich ſo eng und dicht, daß zwiſchen ihnen keine Stecknadel in's Meer fallen würde, daß ſie ſich die Schuppen vom eigenen Leibe abſcheuern und hindurchdringen wollte, mit bloßer Segelkraft gar nicht vorwärts käme. Doch theilt ſich die große Truppenmaſſe in mehrere Heer ſäulen. Während nicht geringe Züge ſich nach den Geſtaden

der Nordſee eine unerſchöpfliche Nahrungsquelle. Aus den Tiefen des nördlichen atlantiſchen Meeres, wo er ſich von Fiſchbrut, Waſſerinſekten, beſonders aber

von Nordamerika wenden, wo ſie vom Januar bis April er⸗ ſcheinen, wenden ſich andere an die ſchottiſche und nor wegiſche Küſte und ſetzen dort in den erſten Frühlingsmo⸗