Ausgabe 
2.1.1857
 
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2 Bekanntmachung.

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Die Hebregiſter über die Hundeſteuern des Jahres 1857 werden nach Ablauf Dezember gefertigt und können allenfallſige Ab- und Zugänge noch gewahrt werden. Jeder, welcher den aufgegebenen Beſitz eines Hundes verſchweigt, iſt zur Fortentrichtung der Hundeſteuer verbunden, und per die ſchuldige Anzeige eines Hundes unterläßt, verfällt

in die geſetzliche Strafe.

Die Hebregiſter der directen Steuern ſind für die erſten ſechs Monate des Jahres 1857 für executoriſch erkannt und liegen bei den betreffenden Bürgermeiſtereien zu Jedermanns Einſicht offen.

Alle Steuern, indirecte Auflagen und andere fiscaliſchen zur Steuerkaſſe fließenden Gelder von Pflichtigen aus Gemarkungen innerhalb des Diſtricts-Einnehmereibezirks können ſtets zuſammen, die direkten Steuern jedoch nur

fuͤr's 1. Semeſter k. J. vorausbezahlt werden.

Die Bewohner Friedbergs werden beſonders eingeladen in den erſten zehn Tagen eines jeden Monats an den gewöhnlichen Zahltagen, Dienſtag und Donnerſtag, ſich zur Zahlung einzufinden.

Friedberg am 27. Dezember 1856.

Großherzogliche Diſtrikts-Einnehmerei Friedberg Bit ich

Auszug aus dem Groftherzoglichen Negierungsblatt

Nr. 40 vom 27. Nov. enthält: 1. Bekanntmachung Gr. Miniſteriums des Innern vom 24 Nov., welche nachträglich bemerkt, daß unter die zu Abgeordneten der Städte und Wahlbezirke vermöge ihrer Steuerverpflichtung, Gehalte und Penſionen wählbaren Staatsbürger, welche die Bekanntmachung vom 31. Okt. d. J. anführt, auch Frhr. Adalbert von Nordeck zur Rabenau zu Friedelhauſen gehört. II. Er- gebniſſe der Verwaltung der allg. geiſtl. Wittwenkaffe von 1854. III. Erhebung einer nachträglichen Umlage von 220 fl. behufs der Ver tilgung der Feldmäuſe in Dorndürkheim für 1856. IV. Ermächti⸗ gung zur Annahme eines fremden Ordens: am 11. Nov. dem Advo⸗ katen bei der kſ. k. öſterreichiſchen und k. würtemb. Geſandtſchaft in

Paris, Levita aus Mainz für die ihm von Sr. M. dem Könige von Württemberg verliehene goldene Medaille für Verdienſt und das Band des k. württemb. Ordens der Krone. V. Dienſtnachrichten: am 6. Nov, wurde dem Schulvicar Tempel zu Dittelsheim die 2. evang., Schul ſtelle daſelbſt, am 8. dem evang. Pfarrer Schweisgut zu Buſenborn die ebang. Pfarrſtelle zu Burkhards, und dem Schulvicar Witzel zu

Frieſenheim, die kath. Schulſtelle daſ. übertragen. VI. Geſtorben:

9. Juli Landgerichtsdiener Reuter zu Seligenſtandt, 24. Okt. Land- richter Strecker zu Offenbach, 4. Nov. penſ. Geh. Ober forſtrath Zam⸗ miner zu Darmſtadt.

Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen.

Oeffentliche Aufforderung.

[1921] Nachfolgende Liegenſchaften find ver⸗

theilt oder veräußert worden: I. Gemarkung Griedel: Eingetragen auf den Namen des Heinrich Viſſel in Griedel

10,18 Klftr. Hofraithe an Friedrich Klein und

106 Item, deren Verzeichniß in der Landgerichts-Regiſtratur offen liegt. II. Gemarkung Niederweiſel: Eingetragen auf den Namen des Johann Georg Klippel in Niederweiſel: 536/24 15%[◻IKlafter Wieſe im Obergrund, 1289/3 17 u. 463/11[◻lftr. im Müblenfeld, 195/16 u. 17 15%[lf und 22½ Kli. im Altenwegsfeld. 2/7 96[◻Klftr. im Rödelbacherfeld. III. Gemarkung Steinfurt: Eingetragen auf Konrad Hubers, erſtens Erben in Steinfurl:

13/77 160 Rth. Hofraithe und 135/77 60 Ruthen Garten bei der Hofraithe

und ſoll die Anſchlags ſumme mit 2900 fl. längſt

bezahlt ſein. 340/20 39 Rth. Acker im Melbacherfeld. IV. Gemarkung Rockenberg:

Eingetragen auf den verlebten Heinrich Fröh

lich und von ſeiner Wittwe verkauft: Fl. 1 Nr. 234 29[◻IKlftr. Hofraithe nebſt

1 235 53 Garten dabei, ſodann die Grundſtücke Fl. V Nr. 273, IX 466, XI 303 und XV 273.

Auch ſteht ein auf dieſen Liegenſchaften haf tender Hypotheken-Eintrag vom 20. Ja- nuar 1837 über 150 fl. Darlehen bei dem Mathildenftift Friedberg noch offen, ſoll aber erloſchen ſein, da das Kapital nach beigebrach ter Beſcheinigung abgetragen iſt.

Das Eigenthum dieſer Liegenſchaften kann urkundlich nicht nachgewieſen werden. Auf An-

ſtehen der jetzigen Inhaber ergeht daher dieſe

Aufforderung, etwaige Anſprüche an das Eigen thum, insbeſondere auch ad III an die ange⸗ gebene Anſchlagsſumme oder die ad IV ange- führte Schuld- und Pfandverſchreibung binnen einer zerſtörlichen Friſt von WM dahier geltend zu machen und zwar ſogewiß, als ſonfſt die Beſtätigung der nachgeſuchten Theil zettel und Kaufbriefe verfügt, der Eintrag im Mutationsverzeichniß und zwar ad III unbe⸗ ſchränkt vollzogen, und auch der noch offen ſtehende Pfandeintrag gelöſcht werden wird. Butzbach den 13. Dezember 1856. eee Landgericht Butzbach Ebel.

Edi e taff ad ien g. 11943] Nachdem Landgräfliche Landesregierung das Concursverfahren über das Vermögen des hieſigen Bürgers und Schneidermeiſters Louis Trinkmann erkannt hat, ſo werden alle dieje

Das ECertiſieaten- oder Promeſſen⸗Spiel. (Dorfzeitung.)

Wenn ſchon das Lotterieſpiel im Allgemeinen be denklich und gefährlich iſt, dann ſteht's um das Certifi catenſpiel noch viel ſchlimmer. Die Certificate werden nicht von Regierungen, ſondern von Privatperſonen ausgegeben und an Leute zu bringen geſucht, die mit den Spielarten wenig oder nicht bekannt ſind, namentlich an Bauern, Müller, Oeconomen, Landgeiſtliche ꝛc. Die Adreſſen werden den AdreßbüchernZeitungs annoncen u. dergl. entnommen, ſowie durch Geſchäftsreiſende, Soldaten ꝛc. aufgetrieben, welch' letztere nicht ſelten für ein paar Groſchen ihre ganze Heimathsbekanntſchaft in die Hände der Verkäufer liefern. Für die am 30. November ſtattgehabte Serien ziehung der badiſchen Anlehenslotterie waren vielleicht über 12 Mill. Certificate, à 2 Thlr. ausgegeben. Wenn man nun bedenkt, daß dieß jährlich vier Mal geſchieht und daß dieß Alles ſchon 12 Jahre hindurch geſchehen iſt, ſo weiß man wahrhaftig nicht, worüber man eigentlich ſtaunen ſoll, ob über die Ausſteller der Certificate, über die Abnehmer, oder ob über die Behörden! Zum Erbar men iſt's, wie oberflächlich Viele leſen; denn in den Certifi

caten ſteht ganz deutlich:Inhaber dieſes Certificats erhält, falls bei der am ſtattfindenden Serienziehung ſeine Nummer herauskommt, eine Originalobligation, d. h. eine beliebige Obligation und weiter nichts. Und doch beißen ſelbſt Schulmeiſter, Geiſtliche, ja Kaufleute und Banquiers den Köder an. Was in den Certificaten, den beigefügten Plänen, Erklärungen und Erläuterungen noch mehr ſteht, iſt von keinem Belang; denn mit den Certiſfi caten ſteht keine Regierung, kein Haus Rothſchild, keine Schuldentilgungskaſſe und natürlich auch kein Gewinn in Beziehung.

Hier der wahre Sachverhalt der Certificate. Zur Erörterung diene das badiſche Anlehen von 14 Millionen Gulden. Dasſelbe iſt eingetheilt in 8000 Serien von zu ſammen 400,000 Obligationen à 35 fl. Bei der am 30. Nov. ſtattgehabten Serienziehung wurden 20 Serien gezogen. Jede Serie beſtimmt 50 Looſe, welche Ende December aus geſpielt werden. Mit dieſen Looſen haben die Certificate durchaus nichts zu thun; denn die Certificate ſind auf die Seriennummern ausgeſtellt, nicht auf die Looſennummern. Und dieß erklärt hinlänglich die Naivetät der Käufer. Oft kommt von einem Certificatenverkäufer keine einzige Serie

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170 verkauf urkucd! Grunde

ſogewiß geſuchte auch de vetfüͤgt

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