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Die Verordnung, wonach das Schießen in der Neujahrsnacht bei 10 Reichsthaler verboten iſt, wird hiermit ein⸗ geſchärft. Das Legen oder Losbrennen von ſogenaunten Kanonenſchlägen in den Städten reſp. Ortſchaften und de ren
Umgebung ſoll mit gleicher Strafe geahndet werden.
Das Herumlaufen der Kinder auf der Straße darf gleichfalls bei
Meldung einer Polizeiſtrafe von 30 kr. nicht ſtattfinden. Eltern, Vormünder ꝛc. bleiben dafür haftbar. Dieſes iſt als— bald bekannt zu machen und haben Sie Beſcheinigungen in Ihrer Regiſtratur aufzubewahren. Friedberg, den 13. December 1847.
IJ. Ae Krach, Gr. Kr.⸗Sect.
Der Winter iſt gekommen Und hat hinweggenommen Der Erde grünes Kleid; Schnee liegt auf Blüthenkeimen, Kein Blatt iſt an den Bäumen, Erſtarrt die Flüſſe weit und breit.
Da ſchallen plötzlich Klänge Und frohe Feſtgeſänge Hell durch die Winternacht. In Hütten und Paläſſen Iſt rings in grünen Aeſten Ein bunter Frühling aufgewacht.
Wie gern doch ſeh' ich glänzen Mit all' den reichen Kränzen Den grünen Weihnachtsbaum; Dazu der Kindlein Mixynen,
Weihnachts feſt.
Da denk' ich jener Stunde, Als in des Feldes Runde Die Hirten ſind erwacht. Geweckt vom Glanzgefunkel, Das durch der Bäume Dunkel Ein Engel mir herabgebracht.
Und wie ſie da nach oben Den Blick erſchrocken hoben Und ſahn den Engel ſtehn, Da ſtaunten ſie wohl Alle, Wie wenn zum erſten Male Die Kindlein einen Chriſtbaum ſehn.
Doch was iſt all' Entzücken Der Kindlein, die erblicken, Was ihnen ward beſcheert, Gedenk' ich, wie die Kunde Des Heils von Engelsmunde
Und rings ob allen Bäumen Sang in den Himmelsräumen Der frohen Engel Schaar:
„Gott in der Höh' ſoll werden Der Ruhm, und Fried' auf Erden Und Wohlgefallen immerdar!“«—
Drum pflanzet grüne Aeſte Und ſchmücket ſie auf's Beſte Mit frommer Liebe Hand, Daß ſie ein Abbild werden Der Liebe, die zur Erden Solch großes Heil uns hat geſandt.
Ja, laßt die Glocken klingen, Daß, wie der Englein Singen, Sie rufen laut und klar:
„Gott in der Höh' ſoll werden Der Ruhm, und Fried' auf Erden
Von Licht und Luſt beſchienen! Wohl ſchön're Freude gibt es kaum!
Die frommen Hirten angehört!
Und Wohlgefallen immerdar!“/ N. Reinick.
Regierungsblatt- Auszug.
Nr. 42 enthält: 1. Großh. Verordnung vom 10. Dez., das Verbot der Zahlung mit fremdem Papiergelde in Stücken unter 10 Thalern betr.: 1) Fremdes Papiergeld des Vier⸗ zehnthalerfußes darf, in ſo weit die einzelnen Stücke deſſelben auf geringere Werthbeträge als 10 Thaler lauten, zu Zahlungen nicht gebraucht werden. Der Umtauſch ſolchen fremden Papiergeldes gegen dieſſeitige Grundrentenſcheine, oder gegen im Verkehr zugelaſſenes Geld unterliegt dieſem Verbote nicht.— 2) Dem unter 1 gedachten fremden Papiergelde werden gleichgeachtet die in einem fremden Staate von Letzterem, oder von Corporationen, Geſellſchaften oder Privaten ausgegebenen Banknoten und ſonſtige auf den Inhaber lautende, unverzinsliche Schuldverſchreibungen.— 3) Wer dergleichen ſremdes Papiergeld(1 und 2) zur Leiſtung von Zahlungen ausgibt, oder anbietet, wird mit einer Geldbuße von 5 bis 30 fl. beſtraft. Im Falle der Uneinbringlichkeit der Geldſtrafe iſt dieſelbe im Ge⸗ fängniſſe zu verbüßen, und zwar für jeden Gulden Geldſtrafe mit einem Tage Gefängniß.— 4) Es bleibt vorbehalten, die nach Maß⸗ gabe beſonderer Verhältniſſe etwa erforderlich werdenden Ausnahmen zu beſtimmen und einzelne Gattungen des unter gegenwärtigem Ver⸗ bote begriffenen Papiergeldes nach Umſtänden zuzulaſſen. 5 Die Verordnung tritt mit dem 1. Januar 1856 in Kraft.— II. Bekannt⸗ machung Gr. Miniſteriums des Junern vom 11. Dez., vorſtehendes Verbot betr., welche mit Bezug auf§. 4 eben erwähnter Verordnung aus Allerhöchſtem Auftrage zur öffentlichen Kenntniß bringt, daß jenem Verbote das K. Preußiſche, K. Sächſiſche und Kurfürſtlich Heſſiſche Papiergeld im Vierzehnthalerfuße im Werthbetrage unter 10 Thalern nicht unterworfen iſt.(Fortſetzung folgt)
Ein Stücklein Brod. (Schluß.)
„Ewig ſtill ſteht die Vergangenheit!“ Wenden wir auch dieſe letzte paſſive Weiſe von dem dreifachen Schritte der Zeit auf unſere Geſchichte an; ſie bezeichnet getreu Sidonias Zuſtand. Ewig ſtill ſtanden ihr die vergange— nen Tage der glücklichen, hoffnungsfreudigen Jugend, ſeit⸗ dem ſie nicht mehr Gräfin Kronhelm, ſondern Fürſtin Beriſoff hieß. Der Fürſt hatte ſie zum Weibe genommen wie man aus einem Treibhauſe eine majeſtätiſche exotiſche Blume oder aus einem Mineralienkabinete einen koſtbaren Edelſtein nimmt, um mit den erhandelten Schätzen die Aufmerkſamkeit der Menſchen zu erregen, da man an ſich ſelbſt keine Eigenſchaft trägt, dieſe erſehnte Aufmerkſamkeit auf ſich zu ziehen. Er wollte die Krone der Frauen, die Königin der Geſellſchaft, nicht als liebende und geliebte
Gattin, ſondern als erkauftes, ausſchließliches Eigenthum beſitzen. Ach, wie fühlte dieſe Königin ſich gedemüthigt und zur ärmſten Sklavin herabgewürdigt, wenn ihr fürſt⸗ licher Gebieter ihre Schönheit um den Preis des Stolzes, den er aus der allgemeinen Bewunderung in ſich ſog, um den Preis des Neides, den er bei Männern und Frauen erregte, öffentlich zur Schau ausſtellte. Sidonia konnte die furchtbaren Qualen, die ihre Standes erhöhung ihr be⸗ reitete, nicht länger ertragen, wenn ſie nicht unter der Laſt derſelben erliegen ſollte. Doch nur mit der äußerſten Anſtrengung, nur mit der Hinweiſung auf ihre zerfallende Geſundheit und deren nothwendige Wiederherſtellung ge⸗ lang es ihr, den Fürſten zu einer Reiſe nach Italien zu bewegen. Aber auch dieſe Reiſe gewährte ihr nicht die Erholung, die Ruhe und den Frieden, die ſie von derſelben erwartet hatte. Ja, Italien pocht wohl mächtig und wun— derbar an die Pforte des menſchlichen Herzens; doch, wo dieſe Pforte von dem Schmerze über ein ganzes verlorenes Leben geſchloſſen iſt, da öffnet ſie auch der goldene Schlüſ— ſel der Natur und Kunſt nicht mehr. Natur und Kunſt wollen voll und rein genoſſen werden, aber in der Nähe eines Begleiters, der für beide kein Auge und kein Herz hat, kommt man unmöglich zu dieſem reinen Genuſſe. Be⸗ riſoff ſehnte ſich aus all den Wundern und Herrlichkeiten Italiens bald wieder zurück in die Kurſäle und an die Spieltiſche von Baden und Homburg; doch ließ ex ſich durch die Vorſtellungen ſeiner Gemahlin, deren Leiden er freilich nicht ahnen, viel weniger verſtehen konnte, bewe⸗ gen, daß ſie in Begleitung ihrer treuen Kammerfrau und eines zuverläſſigen alten Haushofmeiſters noch einige Zeit in Italien zurückbleiben durfte. Wir finden ſie zu Neapel auf dem Balkone des Albergo Vittoria, das mit vollem Rechte ſeinen ſtolzen, königlichen Namen von ſeiner unver⸗ gleichlichen Lage am Golfe ven Neapel trägt. Träume⸗ riſch blickt Sidonia hinaus auf das vor ihr ausgebreitete Panorama: auf den rauchenden Veſuv, das blühende Sor⸗ rent, auf die reizenden Inſeln Ischia und Capri, auf den tiefblauen Bogen des Himmels und die tiefblauen Wellen des ſanft bewegten Meeres. Doch die paradieſiſche Land⸗ ſchaft, die ſich vor ihren Blicken aufgethan, erinnert ſie
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