Ausgabe 
24.12.1855
 
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demuthigt idr fürſt⸗ Stolzes,

ſog, um d Frauen 1 founie ad t de⸗ unter der

dußerſten

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um ſo ſchmerzlicher an das verlorene Paradies ihres Lebens. Sie eilt von dem Balkone in ihren anſtoßenden Salon, wirft ſich auf die Ottomane und bedeckt mit den Händen ihre weinenden Augen. Noch einmal laßt ſie vor ihrer Seele die Bilder der vergangenen Tage vorübergleiten, dann kämpft ſie die Bewegung ihres Innern gewaltſam nieder, bis ſie ſich zu dem feſten Entſchluſſe emporgerungen hat, zu ihrem Gatten und ihrem Vater zurückzukehren, noch einen Sommer über hinter einem lächelndem Autlitz ihr blutendes Herz zu verbergen, dann für immer aus dem fröhlichen deutſchen Geſellſchaftsleben zu ſcheiden und in das Wintergrab der ruſſiſchen Steppe hinabzuſteigen. 4.

Nur wenig bleibt uns zum Schluſſe noch zu erzählen. Die Fürſtin Sidonia von Beriſoff lebt auf ihren Gütern in Rußland, und wie der Schnee und das Eis um ihren Palaſt, ſo hat auch um ihr Herz eine Eiskruſte ſich ge lagert, die dem Andrang aller Erſcheinungen und Ereig⸗ niſſe widerſteht. Im Innern dieſes Herzens aber gährt,

glüht und kocht es wie in der Werkſtätte eines Vulkans, und bald wird dieſes weiche Herz, das geſchaffen war für das volle und warme Leben, in düſterer Einſamkeit ſich an ſeinem eigenen Feuer verzehren.

4 Hugo hat ſich in kurzer Zeit durch Fleiß, Thaͤtig⸗ keit und Treue zum Geſchäftsführer eines bedeutenden Bankhauſes emporgeſchwungen und genießt nun die höchſte Freude, die ein Kindesherz fuͤhlen kann: einer zärtlichen Mutter am Abende ihres Lebens ihre Sorgen und Mühen, ihre Entbehrungen und Opfer in dankbarer Liebe zu ver⸗ gelten.

Klara iſt die glücklichſte Gattin und Mutter unter der Sonne, aber an jedem Weihnachtsabende hängt am Chriſtbaume für jedes Familienglied auch ein Stücklein Brod, damit in ihrem Hauſe das Bewußtſein nicht erlöſche von den wechſelnden Geſchicken des Lebens und von der gütigen Hand des Himmels, welche dieſe Geſchicke für das arme aber kindlich offene und redliche Gemüth doch immer zum Guten leitet.

Bekanntmachungen von Behörden und Privat⸗Anzeigen.

Aufforderung. [1832] Alle, welche an die Großherzogliche Taubſtummen-Anſtalt oder ihre Zöglinge eine Forderung aus dem Jahre 1855 zu machen

aufhört.

dieſem Tage an der Zinslauf dieſer Nummern

Framersheim, am 18. Dec. 1855.

ee eee Framersheim J will der Unterzeichnete erbvertheilungshalber in

o bilien⸗Verſteigerung.

[18541 Donnerſtag den 3. Januar 1856, von Vormittags 10 Uhr an und die folgenden Tage

ſeiner Wohnung, dem Gaſthauſe zum Adler zu

haben, find eingeladen, die betreffenden Rech⸗

nungen, ſofern dieß noch nicht geſchehen iſt, im Laufe dieſes Monats einzureichen. Friedberg den 15. Dezember 1855. Großh. Direction des Taubſtummen⸗Inſtituts FFF.

ET [1805] Suſanne Vogt dahier hat im Jahre 1813 bei Adam Vogt dahier ein Capital von 60 fl. entliehen, das beſcheinigtermaßen abgetra⸗ gen ſein ſoll. Da die Hypothek angeblich ver⸗ loren gegangen, ſo ergeht an diejenigen, welche noch Anſprüche aus ſolcher herleiten, und den Fortbeſtand der Verpfändung behaupten wollen, öffentliche Aufforderung, ſolches ſogewiß binnen 6 Wochen bier anzuzeigen, als ſonſt die gedachte Hypothek für erloſchen erachtet, und der Eintrag in den Hypothekenbüchern geſtrichen werden wird. Friedberg, den 29. November 1855. Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann.

Bekanntmachung. [1866] Aus dem unter Vermittelung des Hand⸗ lungshauſes Simon Lindbeimer in Friedberg aufgenommenen Kapitale ſind durch die heute vollzogene 5. Verlooſung die

Nr. 47, 50, 52, 53 und 54 à 500 fl. zur Rückzahlung für den 15. März 1856 be⸗ ſtimmt und es wird dieß unter dem Anfügen hierdurch bekanat gemacht, daß die Kapitalab⸗ träge ſammt Zinſen vom 1. Juni 1855 an, bei dem Rechner der bieſ. Gemeinde in Empfang zu nehmen ſind und daß keine weiteren Zin⸗ ſen vergütet werden.

Die Beträge aus den Obligationen Nr. 22, 39 und 40, welche am 15. October 1854 und 5. Jan 1855 rückzahlbar waren, ſind immer noch nicht im Empfang genommen.

Wippenbach, am 1. Dezember 1855.

Großherzogliche Bürgermeiſterei Wippenbach

Klei n.

7 Obligatſons⸗Verlooſung.

11867] Von den Framersheimer Partial⸗Obli⸗ gationen wurde die Nummer 13 zu 200 fl. durch Verlooſung zur Rückzahlung beſtimmt Der Betrag kann am 1. Januar 1856 bei dem Gemeindeeinnehmer zu Framersheim oder bei dem Handlungshauſe Herrn J. Lindheimer zu Frankfurt a. M. erhoben werden, da von

Obligations ⸗Verlooſung. 118681 Von den Wolfsheimer Partial⸗Obliga⸗ tionen wurde die Nummer 36 zu 100 fl. durch Verlooſung zur Rückzahlung beſtimmt. Der Betrag kann am 1. Jan. 1856 bei dem Ge⸗ meindeeinnehmer zu Wolfsheim oder bei dem Handlungshauſe Herrn J. Lindheimer zu Frank⸗ furt a. M. erhoben werden, da von dieſem Tage der Zinslauf dieſer Nummern aufhött.

Wolfsheim, den 18. Dec. 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Wolfsheim Hottum.

Ein großer brauner Pelzkragen [1869 wurde am 21. d. M. Abends von der Poſt bis zum Mainzerthore verloren. Der red⸗ liche Finder iſt gebeten, denſelben gegen eine Belohnung bei der Exped. d. Bl. abzugeben. CI870 1 Den 2. Weihnachtsfeiertag, als am 26. d. Mon., findet in meinem Saale Ball ſtatt, wozu ich mit dem Bemerken, daß derſelbe um 6 Uhr eröffnet wird und das Entrée 36 kr.

koſtet, höflichſt einlade. Okarben. Johs. Gaul, Gaſtwirth

Zum neuen Dielhof.

Steinkohlen,

Diele, Latten, Pfoſtenholz ꝛc. ꝛc. 18711 bei directem Einkauf zu billigen Preiſen.

Friedberg. Eduard Ruths.

Haus verkauf.

[1862] Ein einſtöckiges, erſt vor 20 Jahren neu von Eichenholz erbautes Wohnhaus mit 2 Kellern, Gebälk 43 Fuß lang, 23½ Fuß breit, ſteht auf den Abbruch zu verkaufen in Düdels⸗ heim bei Gottfried Luft. Gegen vorſchrifts⸗ mäßige Bürgſcheine kann ein Jahr ereditirt werden.

Annonce.

[1844] Auf Petri 1856 werden 2 Pferdsknechte und ein zweiter Schweizer gegen guten Lohn in Dienſt geſucht von Jacob Fah in Niedereſch⸗ bach, Kreis Vilbel.

1857] Eine leichte, einſpännige, wo möglich zweiſißzige Chaiſe, welche ſich zum Reiſen eig⸗ net, wird zu kaufen geſucht. Von wem? ſagt die Exped. d. Bl.

Heldenbergen, die nachſtehenden Gegenſtände verſteigern laſſen: 1) 4 Pferde mit Acker- und Wagengeſchirr, 2) 2 Faſelochſen, Jahr alt, 3) J trächtiges Mutterſchwein, 4) 5 Maſtſchweine, 5) 8 Zuchtſchweine, 6) 2 vollſtäudige Wagen mit eiſernen Achſen, 7) 1 Schaufelpflug, 8) 1 Schwabenpflug, 9) 2 gewöhnliche Pflüge, 10) 2 Eggen, 11) 1 zweiſpännigen Schlitten, 12) 1 Handwägelchen, 13) 2 Stumpftröge, 14) 2 Keltern mit eiſernen Schrauben und Mahltrog, 15) 7 Stück vorzüglichen Aepfelwein mit Faß, 16) 16 bis 18 Ohm dergl. ohne Faß, 17) 3 Ohm gutgebaltenen 1846 r Wein, 18) 18 bis 20 Ohm reingehaltene leere Faß, 19) 1 große Waſchbütte, 20) 1 eirca 6 Ohm baltendes Pfuhlfaß, 21) eine vollſtändige Branntweinbrennerei, 22) 1 vollſtändiges Reitgeſchirr, 23)( gute Fruchtwaage, 24) 2 gute Fruchtfegmühlen, 25) circa 300 Centner Heu, 26) 900 Stroh, 27) 300 Körbe Spreu, 5 nebſt mehreren ſonſtigen Gegenſtänden. Gegen annehmbare Bürgſcheine wird Zah⸗ lungsfriſt bis zum 1. Nov. 1856 geſtattet. Der mit Faß verkauft werdende Aepfelwein kann auf ſeinem gegenwärtigen Lager bis zu Petritag 1856 liegen bleiben. Das Vieh wird zuerſt verſteigert. Heldenbergen, den 15. Decbr. 1855.

Chriſto ph Gruner.

Anzeige.

[1858] Mit vorzüglichem Zettel. und Einſchlag⸗ garn, ſowohl in ungebleichtem, blauem und türkiſchrotbem, wie auch in Leinewand⸗ und Colduan⸗Reſten, bin ich beſtens verſehen, und werde zu den möglichſt billigſten Preiſen ver⸗ kaufen.

Friedberg.

5 Nathan Hirſchhorn,

Uſagaſſe Nr. 244.