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Regierungsblatt⸗Auszug.
Nr. 41 vom 9. Dezember: I. Großh. Verordnung vom 14. Nov., welche die Remuneration für Vertheidigungen vor dem Afſiſengerichte der Provinz Rheinheſſen für die von Gerichts- wegen beſtellten Vertheidiger auf den Betrag von 5 bis 10 fl. per Tag nach dem Ermeſſen des Gerichts feſtſetzt und den Art. 15 der Verordnung vom 4. März 1842, betr. die in der Provinz Rheinheſſen von Gerichtswegen den Angeſchuldigten zu beſtellenden Vertheidiger aufhebt.— 11. Bekanntmachung Gr. Miniſteriums der Finanzen vom 1. Dezember, den Ausſchlag der directen Steuern und der Bei⸗ träge zu den Koſten der Staats- und Provinzialſtraßen für 1855 btr.— III. Bekanntmachung Gr. Miniſteriums der Finanzen vom 1. Dez., welche eine Bekanntmachung der königlich preußiſchen Hauptverwaltung der Staatsſchulden, die Außercursſetzung der k. preußiſchen Darlehns⸗Kaſſenſcheine von 1848 btr., zur Kenntniß des inländiſchen Publicums bringt.— IV. Bekanntmachung Großh. Oberpoſtinſpection vom 3. Dez., die Perſonentaxe für die Poſtverbindung zwiſchen Offenbach und Seligenſtadt btr.— V. Abweſenheitserklärung. Durch Urtheil Gr. Bezirksgerichts Mainz vom 25. Nov. 1854 iſt Adam Joſeph Dott, früher Capitän der Gendarmerie, zuletzt Wirth in Mainz wohnhaft, definitiv für ab⸗ weſend erklärt worden.— VI. Ordensverleihung. S. K. H. der Großherzog haben am 28. Nov. dem Hofprediger, Obercon⸗ ſiſtorialrath Dr. Palmer das Ritterkreuz des Verdienſtordens Phi⸗ lipps des Großmüthigen allergnädigſt zu verleihen geruht.— VII. Er⸗ mächtigung zur Annahme fremder Orden: am 15. Ocbr. dem Geh. Regierungsrathe und Territorial⸗-Commiſſär Schmitt zu Mainz für das Comthurkreuz des k. k. öſterreichiſchen Franz⸗Joſeph⸗ Ordens, dem Archivrathe Jäger zu Darmſtadt und Poltizeicommiſſär Künſtler zu Mainz für das Ritterkreuz desſelben Ordens, und dem Inſpector der Taunus Eiſenbahn Nathan zu Mainz für das kf. öſterr. goldene Verdienſtkreuz mit der Krone.— VIII. Dienſtnachrichten: S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht; am 11. Nov. dem Freiprediger und Stadtſchullehrer Siebert zu Gießen die evang. Pfarrſtelle zu Niederrohmen;— 14. Nov. dem evang. Pfarrer Wundt zu Kriegsheim die evang. Pfarrſtelle zu Dittelsheim;— 15, Nov. dem Schullehrer Heinrich zu Rheindürkheim die erſte evangeliſche Schul⸗ lehrerſtelle zu Odernheim— dem Schullehrer Leithäuſer zu Heiſters die zweite evangeliſche Schullehrerſtelle zu Altenbuſeck, und dem Schul⸗ lehrer Hoffmann zu Altenſchlirf die evangeliſche Schullehrerſtelle zu Langd zu übertragen;— den Miniſterialkanzliſten Scherff zum Kanz⸗ lei⸗Inſpector bei dem Miniſterium der Juſtiz, und den Miniſterialkanz⸗ liſten Nick zum Protocolliſten bei dieſem Miniſterium zu ernennen;— 21. Novbr. dem Protocolliſten bei dem Oberconſiſtorium Eberhart die Stelle eines Regiſtrators bei dem Oberconſiſtorſum zu übertragen; den von dem Herrn Grafen Max zu Solms-Rodelheim auf die evang. Pfarrſtelle zu Petterweil präſentirten Pfarrvicar Kalbhenn zu Hirſch⸗ horn, den von ſämmtlichen Riedeſel Freiherrn zu Eiſenbach auf die evang. Pfarrſtelle zu Niedermoos präſentirten Pfarramtscandidaten Schnabel aus Lich, und den von dem Herrn Grafen zu Erbach⸗Für⸗ ſtenau auf die zweite evangeliſche Pfarrſtelle zu Beerfelden präſentirten Pfarrverweſer Müller zu König für dieſe Stellen zu beſtätigen;— 23. Nov. dem Probator bei der 2. Juſtificatur-Abtheilung der Oberrech⸗ nungskammer Krömmelbein die Stelle eines Steuerſchreibers bei der Brand-Aſſecurations-Commiſſion, unter Subſtituirung des Titels Calculator für die Dienſtbenennung des Steuerſchreibers, zu übertragen; — 30 Nov. den Miniſterial-Kanzlei-Acceſſiſten Feidel dahier zum Kanz— liſten bei dem Miniſterium der Juſtiz zu ernennen.— IX. Ve rſetz⸗ ungen in den Ruheſtand: am 11. Novbr. Landrichter Reh zu Umſtadt auf Nachſuchen,— 14 Nov. der Lehrer an dem Waiſenhaus zu Mainz Alisky,— 21. Nov. Oberzoll-Inſpector Dietz zu Thiengen auf Nachſuchen.— X. Concurrenz für: die 2. kath Schulſtelle zu Obererlenbach, mit einem Gehalt von 200 fl., wobei ſich der Lehrer die Wohnung zu ſtellen hat, ſodann 4 Stecken Prügelholz und 50 Wellen zur Heizung der Schulſtube.— XI. Geſtorben: am 29. October penſ. evang. Schullehrer Braun zu Elsheim;— 1. Nov. Heuwieger Münch zu Darmſtadt;— 7. Nov. Schullehrer Wolff zu Reibach; 14. Nov. Militärpenſtionär Schneider zu Sprendlingen, Kr. Alzei; 23. Nov. Hauptzollamtsrendant Sickenius zu Offenbach;— 4 Dez. penſ. Rentmeiſter Noiré zu Alzei.— XII. Berichtigung. In Be⸗ zug auf die in Nr. 40 Gr. Regierungsblattes von 1854 erfolgte Ver⸗ öffentlichung der Verſetzung des Steuercommiſſärs Eckhard in Gladen⸗ bach in den Ruheſtand, wird ergänzend beigefügt, daß dieſelbe zugleich unter Anerkennung deſſen langjähriger treuen Dienſtleiſtungen erfolgte.
Die Mitgift. 3(Schluß.)
„Ich weiß in der That nicht, was Herr v. Altenhof zu dieſem ſeltſamen Ereigniſſe ſagen wird, und wie er Ihren überraſchenden Vorſchlag aufnimmt!“ erwiederte die Stiefmama ſtolz, und blickte zugleich ſehr verlegen und enttäuſcht darein.
„O, darüber kann ich Auskunft geben,“ fiel ihr Frau Schörtel in's Wort.„Ich habe an meinen Bruder geſchrieben, und er iſt nicht nur ganz damit einverſtanden, ſondern auch herzlich dankbar dafuͤr, daß ſeine älteſte Tochter auf ſo großmüthige und zärtliche Weiſe verſorgt und ausgeſtattet wird! Er hat mich beauftragt, dieß mit— zutheilen mit dem Bemerken, daß er Paulinen ſeinen Se— gen ertheile, einen väterlichen Segen, welchen das gute Kind ſo ſehr verdient, wie alles andere Liebe und Gute,, fügte ſie leiſer hinzu. Sie wollte Niemanden wehe thun, denn ſie war eine edle Seele, und hing nicht am Gelde, das ſie nur achtete, wenn damit Anderen eine Wohlthat erwieſen werden konnte.
„Dann dürfen wir Ihnen vermuthlich dazu Glück wünſchen, daß Sie endlich eine paſſende Parthie für Karl gefunden haben, Frau Schwächerin? ſagte Frau v. Alten— hof lächelnd, denn ſie wollte höhnen.*
„Wenn Pauline ſeine Werbung annehmen will, aller— dings; ich kann es verbürgen, daß er ihrer in allen Stücken würdig iſt— und mehr kann ich zu Beider Lobe wahrlich nicht ſagen! Gott ſegne Beide und ihren Bund für das Leben!, verſetzte Frau Schörtel, welche die erzürnte Schwä— gerin nicht noch weiter in ihrem Groll ſteigern wollte, denn auch Paulinens Blicke baten die Tante um Schonung für ihre Stiefmutter; allein Tante Schörtel konnte es doch nicht unterlaſſen, hinzuzuſetzeu:„Und wenn Pauline ein— willigt, Karl's Braut zu werden— und hiezu iſt's nun die höchſte Zeit, wenn Karl nicht die Erbſchaft ſeines Onkels einbüßen will,— ſo wollen die guten, alten Leut— chen hier der Braut das erforderliche baare Vermögen als Mitgift geben und ihre ganze Ausſtattung beſorgen, und es ſoll mich dann recht freuen, wenn ich die Doppelhoch— zeit der beiden Freunde ausrichten darf, denn auch Herr v. Paßhofen iſt ſchon ſeit Wochen mit der Tochter meines ältern Bruders in Frankfurt, Fräulein Aline Altenhof, ver— lobt, und die beiden jungen Männer haben ſich das Wort gegeben, am ſelben Tage mit ihren Bräuten vor den Altar zu treten.— Aber was iſt Ihnen, liebe Schwägerin? Sie ſcheinen ja einer Ohnmacht nahe? Ich will doch nicht hoffen, daß die wunderſamen Neuigkeiten von Paulinens Glück Sie ſo ſehr erſchüttert haben?“
„O, nicht doch,— nicht doch!, ſtammelte Frau v. Altenhof, und ſtützte ſich auf ihre beiden Töchter;„ich bitte mich auf mein Zimmer begeben zu dürfen... Die Aufre— gung von der Reiſe... ein Unwohlſein, das ich ſchon lange herannahen fühlte... ich bin wirklich krank...“ Sie entfernte ſich mit ihren Töchtern, man holte den Arzt und ſie kehrte ſchon am anderen Tage mit ihren beiden Töchtern wieder nach Hauſe zurück. Henriette und Selinde hatten das Ehrenamt von Brautjungern abgelehnt, und Mama's Nerven waren allzuſehr verſtimmt, um an einer auf— regenden Feſtlichkeit theilnehmen zu können. Sie mußte jetzt nach Putbus in's Seebad— der Arzt hatte es verordnet; die Badekur that ihr ſo dringend noth, daß ſie Herrn v. Altenhof allein zu ſeiner Schweſter reiſen ließ, um der Vermählung ſeiner erſtgebornen Tochter mit Karl und der Tochter ſeines ältern Bruders mit Herrn v. Paßhofen an— zuwohnen. Herr Franz v. Altenhof ſöhnte ſich mit ſeiner Schwägerin Heinich und deren Mann vollkommen aus; dieſe fanden an ihm mehr Schwäche und Harmloſigkeit als Hochmuth, und blieben auf dem Hirſchhardter Hof wohnen, um in Paulinens Nähe zu ſein, denn ſie bedauerten einzig nur das, die guten wackeren Alten, daß Pauline mit ihrer Mitgift von vierzigtauſend Thalern ſchon Karl Schörtel angehören ſollte, bevor ſie nur halb ihren innern Werth zu ſchätzen gelernt hatten.„Indeſſen iſt's auch ſo recht, lieber Jonathan,“ pflegte Frau Heinich ihren Gatten zu
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