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längerung der Kette gegeben war. Nach 8 Jahren ſoll über die weitere Verwendung entſchieden werden, die Kette hat ſeitdem bedeutenden Zuwachs erhalten. Silberne und goldene Medaillen wurden gegeben; weiter eine ſchwere goldene Halskette, ein koſtbarer goldener Ring mit Diaman⸗ ten und mehrere größere und kleinere Geldſpenden.
Ueberhaupt iſt gerade in der letzten Zeit eine ganz beſondere Theilnahme der Frauen an dem Vereine hervor- getreten. Es haben ſich an manchen Orten, wie zu Alsfeld, beſondere Frauenvereine gebildet, um durch Geldſpenden, weibliche Arbeiten und dergl. den gottwohlgefälligen Zweck unſeres Vereines zu fördern. Anderwäͤrts, wie zu Berlin, haben die Frauen Concerte gegeben und auf dieſe Weiſe über 4000 fl. zur Verwendung der nothleidenden evangel. Glau— bensgenoſſen aufgebracht. Aehnliches hat in Weſtpreußen eine Pfarrfrau gethan. Da ſie von Gott mit einer vortrefflichen. Stimme begabt worden war, wollte ſie dieſelbe für die Nothleidenden unſerer Kirche verwenden und brachte in mehreren Städten anſehnliche Spenden zuſammen.
Wie auch aus etwas Kleinem, etwas Großes werden kann, davon ſei nur noch die Kirche zu Roſenberg in Schleſien zum Beweiſe erwähnt. Der dortige Kreisrichter, Knoblauch mit Namen, hatte einen wahren Hunger, das Wort des Herrn zu hören. Er verpfändete ſelbſt ſein ei⸗ genes Vermögen um die erſten Unkoſten einer kirchlichen Einrichtung für ſich und ſeine Glaubensgenoſſen zu be⸗ ſtreiten. Bei der Hauptverſammlung zu Eiſenach erſchien der angenommene Prediger, um das Mitleid mit ſeiner neugebildeten Gemeinde rege zu machen. Die Umſtände erlaubten es nicht, ſeine dringende Bitte zu gewähren. Einer der Anweſenden gab ihm den Rath eine Pfennigſammlung zu veranſtalten, ob nicht auf dieſe Weiſe die erforderlichen 3 Millionen Pfennige zuſammengebracht werden könnten. Er that es mit dem Wahlſpruch:
Mein Roſenberg iſt glücklich dran, Wenn Pfennig es erhalten kann.
Es kam ein Pfennig nach dem andern. Das Häuf⸗ lein wurde größer und am 11. Mai 1853 wurde die neu⸗ erbaute Kirche eingeweiht.
Zu gleicher Zeit ſchenkte die arme Gemeinde 5400 Pfennige für die bedrängten Evangeliſchen in Weſtphalen.
Wie viel aber auch geſchehen iſt, um die kirchlichen Nothſtände armer evangeliſcher Gemeinden zu beſeitigen, wer ein Herz für die Bruder hat, darf nicht im Wohlthun ermüden. Ueber 2000 oft recht dringende Bittgeſuche liegen dem Centralvorſtand in Leipzig zur Berückſichtigung vor. Und was ſollte aus den neugebildeten Gemeinden werden, wenn ſie nicht fortwährend Unterſtützung erhielten?
Beſonders groß iſt die Noth in Böhmen und einigen Theilen Schleſiens, wo im 30jährigen Kriege den Proteſtan⸗ ten alles Kirchengut entzogen wurde. In Poſen müßten noch 300 Geiſtliche angeſtellt werden, wenn die Bedürfniſſe einigermaßen befriedigt werden ſollen. In Ungarn ſind die Proteſtanten durch den unſeligen Krieg in außerordentlichen Schaden gekommen. Hülfe thur dringend Noth. Auch in unſerer Nähe ſtreckt manche Gemeinde bittend die Hände nach uns aus und ruft? Nehmt euch der heiligen Nothdurft an! Röm. 12, 13.
Eine Wechſelſchuld. (Fortſetzung.)
Der junge Werkführer vernahm die Worte, und wie von Furien geplagt eilte er zur Thür hinaus.— Bald darauf ſtand Friedrich in dem Zimmer des Fabrikherrn. Hedwig trat dem Stürmiſchen mit gewinnender Grazie entgegen. Sie ſchien die Erregtheit des Eingetretenen gar nicht zu bemerken, und ſuchte die Abweſenheit ihres
Bruders auf jede mögliche Weiſe noch zu verlängern. Endlich jedoch vermochte ſie den Erregten nicht länger hin⸗ zuhalten, alle Mittel der Koketterie wollten nicht anſchla⸗ gen, und es war ein Glück für Beide, daß der Fabrikherr eintrat und der Sache eine andere Wendung gab.
Mit Heftigkeit trat Friedrich dem Herrn entgegen, der aber fragte freundlich:„Was führt Euch ſo ſchnell zu mir zurück, Werkfuͤhrer?“ Im Herzen wußte er den Grund des Kummers, Hedwig hatte ihre Geheimniſſe mit denen des Bruders längſt vertauſcht.
„Mit Vergunſt, ich komme mit einer Bitte!“ ſprach der Angeredete, mit äußerer gezwungener Ruhe.
„Und die wäre?“
„Ich brauche Geld!
„Gut! Warum ſagtet Ihr mir dies heute nicht gleich? „Hier ſind zehn Thaler.“
„Das genügt nicht, Herr!“
„Nicht 2“
„Ich bedarf des Ganzen. Ihnen anſtehen habe laſſen.“
„Alles? Wie viel iſt's?“
„Mit dem bis heut verdienten habe ich hundertund— zehn Thaler zu fordern.“
„Richtig! So iſt's! Und Ihr müßt das Geld ſogleich haben?-
„Ja, Herr! Ich wünſchte es ſofort zu erhalten.“
„Das thut mir leid, Werkführer! Kommt morgen, bin heut nicht bei Kaſſe. Die Zeiten ſind ſchlecht.“
„Thut mir leid, Herr! Ich bedarf des Geldes ſofort; Sie verſprachen mir daſſelbe prompt auszuzahlen.“
„Nun ja, morgen!“
Morgen iſt's zu ſpät! Wollte Sie bitten, mir einen Wechſel dann auszuſtellen, wenn Sie das Geld etwa nicht haben ſollten!“
„Einen Wechſel?«“ fragte Waidmoſer erſtaunt;„was fällt Euch ein, Werkführer, bin ich nicht ſicher? Einen Wechſel Euch auszuſtellen? Daß ich ein Thor wäre! Aller Welt kund thun, daß ich meinem Werkführer ein Bagatell von hundert Thaler ſchulde?“
Der Fabrikherr wandte ſich zum Gehen, er ſchien die Sache als abgemacht zu betrachten; doch der Werk⸗ führer vertrat ihm den Weg und ſagte mit einer Stimme, der man die innere Erregtheit anmerkte:„Noch ein Mal, Herr, ich bitte Sie um mein Geld!“
„Morgen, Werkführer!“
„Nein, heute, Herr! Sie ſind im Beſitz der Summe, und ſollte dies nicht ſein, ſo ſind Sie im Beſitz eines Wechſels, den ich an Zahlungsſtatt annehme.“
„Ich wäre im Beſitz eines Wechſels?“ fragte ſchein⸗ bar verwundert der Fabrikherr, daß ich nicht wüßte!“
„Beſinnen Sie ſich, Herr! Der Wechſel lautet auf hundertundzwanzig Thaler, hundertundzehn Thaler habe ich zu fordern, hier ſind die fehlenden zehn!“— Mit dieſen Worten holte der Werkführer die genannten zehn Thaler aus der Taſche und hielt ſie dem Herrn hin.
Der aber ſchien dies Alles nicht begreifen zu wollen. Scheinbar ruhig ſprach er:„Ich verſtehe Euch nicht, Werkführer! Seid ſonſt ſo klar in Euren Worten, heut ſprecht ihr mir in Räthſeln.“
„Wenn das iſt,“ lachte verzweifelnd der Angeredete, „ſo will ich deutlicher ſprechen: Sie ſind im Beſitz eines Wechſels, den eine gewiſſe Erdmuthe, die Sie kennen werden, ausgeſtellt. Dieſen Wechſel wollen Sie verſchen⸗ ken, zerreißen, wenn die Ausſtellerin Ihren Wünſchen ſich geneigt zeigt. Erdmuthe wollte ihre Ehre nicht verkaufen,
Alles Geld, das ich bei
aber ihr Bräutigam will den Wechſel mit ſeinem Gelde einlöôſen!“
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