Ausgabe 
6.7.1855
 
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8 dert

int morgen, echt.

des ſofort;

bitten, mir Geld etwa

unt;was er? Einen wäte! Aller ein Bagatell

en, er ſchien 9 der Werk⸗ ner Stimme, ich ein Mal,

der Summe, Beſſt eines

231

i Der Fabrikherr ward einen Augenblick bleich, doch ſofort ſich faſſend ſprach er:Gratulire! Hättet Ihr mir das doch früher geſagt! Ein hübſches Mädel, die Erd muthe! Schade, den Wechſel hab' ich nicht mehr!

Friedrich ward bleich. Zitternd rief er!Sie haben den Wechſel nicht mehr? Wer hat ihn erhalten?

Der Jude Nathan! 5

Der 2! Der aͤrgſte Blutſauger! Wehe Ihnen, Herr, wenn Sie es thaten, um Ihre Rache zu kühlen. Nun aber geben ſie mir mein Geld, ich brauche es!

Waidmoſer trat einen Schritt näher, er legte ſeine Hand auf die Schulter des Werkführers, zutraulich ſprach er:Friedrich ſeid kein Narr! Werft Euer Geld nicht fort. Was liegt daran, ob ſolch ein Wechſel bezahlt wird oder nicht. Geſchieht es nicht, nun ſo wird Concurs eröff net; die Bude wird geſchloſſen und die Gläubiger theilen ſich in die Habe. Behaltet Euer Geld; laßt die Sache gehen, wie ſie will. An der Perſon wird ſich Niemand vergreifen.

Nicht alſo, Herr! ſprach gelaſſen der Werkführer. Mögen Sie über dieſe Sache denken wie Sie wollen; ich halte es für meine Pflicht, dies Geld zu zahlen, nach dem ich es verſprochen; und halte um ſo mehr für nöthig, dies zu thun, nachdem der Wechſel in ſolche Hände, wie die des Nathan gegeben wurde.

Der Herr ward unwillig. Entrüſtet ſprach er: Nun, ſo zahlt das Geld, wenn Ihr es habt; werft Euer Geld an eine Dirne fort, mich ſoll's nicht kümmern!

Der Werkführer brauſte auf!Herr, treiben Sie mich zum Aeußerſten! Ihr Thun und Handeln..

Wollt ihr dies etwa meiſtern? fiel der Fabrikherr ein,ſo betrachtet Euch als entlaſſen aus der Fabrik. Morgen erhaltet Ihr Euer Geld, heute nicht! Uebrigens verſchont mich mit Eurer Liebe! und ohne eine Ant wort abzuwarten, ſchritt er zur Thür hinaus.

Der Werkführer ſchien nicht abgeneigt, dem Herrn zu folgen, doch Hedwig, die bisher eine ſtumme Zuhörerin abgegeben, trat ihm höhniſch lächelnd entgegen und ſprach, indem ſie ebenfalls zur Thür hinaus ſchritt:Grüßt mir doch Eure Braut, Werkführer! Und wenn Ihr Hochzeit habt, vergeßt nicht, mich einzuladen!

Noch einen Augenblick ſtarrte der junge Mann vor ſich nieder, dann aber ſchrack er auf und eilte zum Hauſe hinaus.

Es war bereits Abend geworden. Mechaniſch ſchlug er den Weg zu dem alten Nathan ein. Sein Gang war vergebens; der Sabbath hatte begonnen, der Jude ließ ſich nicht ſprechen. Troſtlos, von banger Ahnung erfüllt, eilte er der Wohnung der Geliebten zu. Die Leute gingen auf den Straßen ſo geſchäftig wie ſonſt einher, und doch ſchien es dem Friedrich, als wäre die Welt plötz lich eine andere geworden. Wo ſollte er Rath, Hülfe ſuchen und finden? Sein einziger, wahrhafter Freund war

ſein alter, früherer Meiſter und der war ſelbſt nur arm. Troſtlos ſchritt er der Wohnung der Geliebten zu. Jetzt war er wieder am Hauſe, jetzt an der Thür wie ſo anders war es vor einigen Stunden, als er ein freudig Wiederſehen zu feiern gedachte; wie elend fuͤhlte er ſich jetzt! Nun hatte er die Thür zu ihrem Zimmer erreicht ſie war ver⸗ ſchloſſen. Alle Thüren ſind zu. Er klopft! Niemand antwortet. Stärker, heftiger pocht er an die Thur. Sollte Erdmüͤthe jetzt ausgegangen ſein? ſollte ſie in ihrer Angſt ihn nicht erwartet haben? Er klopft noch ein Mal ſtärker ſtärker! Da öffnet ſich eine Thür im Neben⸗ gebäude, Erdmuthens alte Aufwärterin erſcheint. Sie er ſchrickt, als ſie den Klopfer erkennt.Ach, Ihr ſeid es junger Herr? ſpricht ſie traurig. Der aber ſagt haſtig: Und wo iſt Erdmuthe?

Die Alte ſpricht erſtaunt, betrübt:Wißt Ihr es nicht? Ach, die gute Mamſell!

Was iſt mit ihr? Redet, redet!

Kaum war't Ihr, junger Herr, vor Kurzem fort⸗ gegangen, da kam der Nathan, zeigte ein Papier, verlangte Geld, und als er dies nicht erhielt..

Nun, Ihr ſchweigt! Als er das Geld nicht er⸗ hielt.?

Holte er einen Herrn vom Gericht. verſiegelt, und die gute Erdmuthe

Nun? ſprecht es aus, martert mich nicht länger!

Sitzt im Schuldgefängniß.

Das war ein bitkteres, truͤbes Wort. Dem Fried⸗ rich wollten die Sinne ſchwinden, mühſam hielt er ſich aufrecht, mechaniſch ſchwankte er auf die Straße hinaus. Das Liebſte, was er auf Erden hatte, war der Freiheit beraubt; Erdmuthe, die ſo fleißig, ſo emſig gearbeitet, ſaß im Gefängniß!

Mechaniſch ſchwankte Friedrich die Straßen entlang, lange, lange blieb er vor dem Hauſe ſtehen, in dem ſe in Liebſtes nun gezwungen weilte. Jeder Vorübergehende ſchien ihm glücklicher zu ſein, als er ſich fühlte; er glaubte Jeder müſſe es ihm anſehen, wie ſo grenzenlos elend er geworden; er beneidete den geringſten Arbeiter, der nach Hauſe eilte, um ſeine Freiheit. Der konnte ſeinen Kum⸗ mer, ſeine Sorgen, ſeine Freude, ſeine Luſt ſeiner Frau, ſeinen Kindern mittheilen er mochte nicht nach Hauſe er fand ja Niemand daheim, dem er ſein Leiden hätte klagen können. Und ſtiller, ſtiller ward es auf den Stra⸗ ßen. Die Wächter begannen ihre Runde, mancher Müde ſuchte und fand die Ruhe. Der junge Werkführer mochte nicht nach Hauſe gehen, es gährte in ihm, Ruhe fand er nicht. Jetzt ſtand er vor der Wohnung ſeines alten, red⸗ lichen Meiſters, des Schloſſers Wildhahn; die Fenſter wa⸗ ren dunkel, der alte Mann war zue Ruhe gegangen. Wei⸗ ter, weiter ſetzte der Ruheloſe ſeinen Fuß.

(Fortſetzung folgt.)

Es ward Alles

Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.

Hofratlthe-⸗Verſteigerung. [932 Montag den 9. Juli, Morgens um 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe nachbeſchriebene zum Nachlaß der dahier verſtorbenen Elias Neuburgs Wittwe gehörende Hofraithe meiſt⸗ bietend verſteigert, als:

Ord.⸗Nr. Flur Nr. des Grundſtücks UIlftr.

1 2 521 470 Hofraithe in der Judengaſſe.

Friedberg den 26. Juni 1855. f In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg: Großberzogliches Ortsgericht Friedberg Bender, Ortsgerichtsvorſteher.

Holzverſtei gerung.

1961 Dienſtag den 10. Juli l. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen im Gräflichen Walddiſtricte Oberforſt, nahe bei Bönſtadt: 190 Stecken Eichen⸗Schälprügelholz und 4500 Stück Eichen⸗Wellen öffentlich an den Meiſtbietenden verſteigert werden. Schloß Ilbenſtadt den 30. Juni 1855.

Gräflich von Leiningen⸗Weſterburgiſche Rentei Bernhardt.

Wieſen⸗Verſteigerung. 19361 Dienſtag den 10. Juli, Morgens um

11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe, Folge

Beſchluſſes des Stadtvorſtandes, nachſtehende

in der Gemarkung Steinfurt liegende, dem

Auguſtiner Schulfond dahier gehörende Wieſe

meiſtbietend verſteigert, als:

Pag. u. No. Nuthen Klafter.

1223 33 61-121 Wieſe hinter dem Mühl⸗ berg an der Pfarrei Oppersbofen und Frei⸗ herrn von Wieſenbütten in Frankfurt a. M.

Friedberg den 26, Juni 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Ben dee.