Ausgabe 
6.4.1855
 
Einzelbild herunterladen

118

insfeld, oder in der Abſtandsſumme, mit der Ihr nicht kargen dürft.

Seid unbeſorgt, lieber Pfarrer, ſagte leichthin der Rathsherr,auf einige hundert Goldgulden kommt's mir im Nothfalle gar nicht an und es iſt vielleicht möglich, daß nur die Begierde nach dem Beſitze derſelben, wenn nicht das Mädchen, doch wenigſtens die Alte dazu antrieb, das Netz nach meinem heißblütigen Gimpel von Sohne aus zuwerfen. Ich bin daher gern zu einigen Opfern bereit und würde Euch ſehr verbunden ſein, wenn Ihr Eure Ueberredungsgabe bei Mutter und Tochter verſuchen wolltet. Führt aber dieſer Weg nicht zum Ziele, nun dann, ſo werde ich ſehen, was die Macht eines Vaters und Sena tors vermag; dann wehe ihnen!

So weit wird es nicht kommen, beſchwichtigte den Aufgeregten der Pfarrer,vergönnt mir nur einige Zeit zum Handeln. Bis dahin aber ſchweigt vor allen Dingen gegen Euren Sohn und laßt ihn ſelbſt nicht ahnen, daß Ihr von ſeinen nächtlichen Gängen und Liebesabenteuern unterrichtet ſeid. Ihr wißt, die Jugend iſt gar leichtfertig mit dem Wort und der That bereit, und Gewalt reizt zum Widerſtande. In einigen Tagen hoffe ich Euch gün⸗ ſtige Nachrichten über den Erfolg meiner Bemühungen bei den Frauen geben zu können.

Ich will Eurem Rathe folgen, ehrwürdiger Herr, und Eurer Einſicht in dieſer Sache vertrauen, verſicherte Wöhler, wie es ſchien, von den Gründen des Geiſtlichen überzeugt,auch ſehe ich einen gütlichen Ausweg am lieb ſten. Was übrigens die Gewährung Eurer Bitte wegen Erhöhung des Wortzinſes betrifft, ſo rechnet auf mich, ich werde dafür ſorgen.

So will ich denn ſchon heute verſuchen, was ich bei den Frauen auszurichten vermag, ſagte der Prediger, indem er ſich von dem Senator verabſchiedete;geduldet Euch nur eine kurze Zeit.

Lebt wohl, Herr Magiſter, ſprach der Patricier, den Geiſtlichen bis zur Thüre begleitend,und verkündet mir bald einen günſtigen Erfolg.

Das hoffe ich zuverläſſig, erwiderte ſcheidend Ma giſter Garberus.

Nach der Entfernung des Pfarrers gab der Senator ſeinem Leibdiener, der in's Zimmer trat, noch einige Be fehle, nahm dann Barett und Mantel und begab ſich nach dem Rathhauſe in die Senatsſitzung. 5

(Fortſetzung folgt.)

Verſchiedenes.

Ach wollten Sie wohl ſo gefällig ſein, und dieſen Rock mit bis an das Thor der nächſten Stadt nehmen? bat ein junger Mann, der von einem Wagen auf der Landſtraße eingeholt wurde, den darin ſitzenden Herrn. Mit vielem Vergnügen, antwortete der Angeredete ſehr artig,wie wollen Sie ihn aber wieder bekommen? O, ſehr leicht, erwiederte der beſcheidene Fußreiſende, wenn Sie Nichts dagegen haben, bleib ich d'rin.

Ein Stück Himmel. Eine alte Jüdin ſaß wäh⸗ rend eines ſchrecklichen Sturmes unter Furcht und Zittern betend am Fenſter. Plötzlich ſchrie ſie kreiſchend auf:Ach Gott! ſchon ein Stück Himmel! Eine blaue Schuͤrze, die irgendwo zum Zuſtopfen gedient hatte, kam nämlich herab und bei ihrem Fenſter vorbeigeflogen.

Bürgerhülfe für den Odenwald.

Expedition des Intelligenz-Blatts: 22 fl. 29 kr. als Reſt ihrer Einnahme. In Ockſtadt vom dortigen Ortsvorſtand geſammelt: 29 fl. 48 kr. Zuſammen 52 fl. 17 kr. Herzlichſten Dank!

Damit beſchließe ich meine Sammlung und behalte mir vor, in einer der nächſten Nummern d. Bl., deſſen Redaction auch dießmal wie⸗ der mit ſo dankenswerther Uneigennützigkeit ihre Beihülfe zu einem gu⸗ ten Werke geleiſtet hat, Rechnung über meine ſämmtlichen Einnahmen und Ausgaben abzulegen. 7

Friedberg den 5. April 1855. Dr. Matthias. Bei der Unterzeichneten ging ferner ein: Ungenannt von Ockſtadt

30 kr.; von Johs. Will, Müllermeiſter von Fauerbach 1., 30 kr. Die Exped. des Frie db. Int.⸗Bl.

Markt⸗Bericht von Friedberg. 3. April. Waizen aufgefahren 183½ Malter, verkauft 163, 15 fl. 49 kr.; Korn aufg. 14½, verk. 11½, 13 fl. 8 kr.; Gerſte aufg. 3 ½, verk. 7, 8 fl. 51 kr.; Hafer aufg. 4, verk. 2, 5 fl. 30 kr.; Vorſchußmehl aufg. 37, verk. 37, 18 fl. 3 kr.; Waizenmehl aufg. 11½, verk. 11½, 14 fl.

Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-⸗Anzeigen.

Frucht⸗Markt zu Friedberg.

1457] Es wird hierdurch zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß der der Stadt Friedberg auf Dienſtag genehmigte zweite Fruchtmarkt fortwährend und ſo lange abgehalten wird, als derſelbe nicht durch eine Verfügung Großberzoglichen Miniſteriums aufgehoben werden ſollte, worüber ſeiner Zeit öffentliche Bekanntmachung erfolgen wird. Aus dieſem Grunde und um Irrthümer zu

vermeiden, wird das handelnde Publikum auf den, nächſten

Dienſtag, den 10. d. M., 5

dahier abgehalten werdenden Fruchtmarkt beſonders aufmerkſam gemacht.

Friedberg, den 3. April 1855.

Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Ben d

Solz se eis er un. L460] Donnerſtag, den 26. April l. I., Vor⸗ mittags 9 Uhr anfangend, ſoll in dem Frei⸗ herrlich von Ritter'ſchen Walde bei Hof Haſſel⸗ heck nachſtehendes Holz öffentlich an den Meiſt⸗ bietenden unter den vorher bekannt gemacht werdenden Bedingungen verſteigert werden:

1% Stecken Eichen⸗Scheitholz,

Eichen- u. Birken⸗Prügelholz, Aspen⸗ n. Nadel⸗ 5050 Stück Eichen⸗ u. Birken⸗Wellen, 4800 Aspen- u. Nadel⸗

Die Zuſammenkunft iſt auf Hof Haſſelheck. Friedberg, den 2. April 1855.

e r. In Auftrag

. Faatz.

Güter Verpachtung. 1458] 925 dem Kugelhausfonds zu Butzbach in der Gemarkung Rockenberg gehörige Gut, beſtehend aus circa 135 Morgen Ackerland und 15 Morgen Wieſen, desgleichen in der Gemar⸗ kung Oppershofen 27 Morgen Ackerland und 3 Morgen Wieſen, nebſt 5 Marken Holz im Rockenberger Markwald, ſoll entweder im Ein⸗ zelnen oder auch im Ganzen in 12jährigen Pacht gegeben werden.

Liebhaber hierzu werden hiermit eingeladen

vom Tag des Erſcheinens dieſer Bekanntmachung

im Friedberger Intelligenzblatt an ihre Gebote

auf dem Büreau der Großherzoglichen Bürger⸗ meiſterei Butzbach ſchriftlich abzugeben. Butzbach den 2. April 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Butzbach Seippel.

Schaafpferche-⸗Verſteigerung. [459] Mittwoch, den 11. April, Morgens um 11 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe 5 bis 10 Schaafpferche meiſtbietend verſteigert.

Friedberg, den 4. April 1855.

Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg

Bender.

Eichenlohrinden⸗Verſteigerung. 1486] Samffag, den 14. April l. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, ſollen in dem Freiherrn von Rodſchildiſchen Walddiſtrikt Altenberg bei Rod⸗ heim ungefähr 230 Centr. 16jährige Glanz⸗ lohrinde verſteigert werden. Die Zuſammen⸗ kunft iſt in dem diesjährigen Holzſchlag, in welchem die Rinde geerndtet werden ſoll, an der Peterweiler Grenze, Abtheilung XIV., und woſelbſt auch gleichzeitig die näheren Bedingun⸗ gen bekannt gemacht werden.

Okarben, den 4. April 1855. Hilgen reiner, Forſtaufſeher.

61

an die J Die 2 gs 9 Stangen Ockſt

0

8 betreff.

431] werden gelegene öffentlich 4 Ste