Ausgabe 
5.6.1855
 
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Heidt, r ⸗Gtzülſe.

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Friedberger Jutelligenzblatt.

Erſcheint wö⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl.

Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen,

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n Amts- und verkündigungsblatt für den Kreis Kriedberg..

ſammen 7 kr.

Nu 3.

Dienſtag, den 5. Juni.

1855.

Regierungsblatt⸗ Auszug.

Nr. 15 vom 1. Mai: J. Bekanntmachung Gr. Miniſteri⸗ ums des Hauſes und des Aeußern, vom 25. April, daß auf deßfallſigen Wunſch der Großherzoglichen Regierung de K. K. Oeſterreichiſche Regierung die Kaiſerliche Internuntiatur in Konſtantinopel und die Conſulate in ſämmtlichen zum Osmaniſchen Reiche gehörigen Ländern, ſowie die K. K. Oeſterreichiſche Geſandtſchaft in Athen und die Conſulate in Griechenland angewieſen hat, in vorkommenden Fällen den in dieſen Ländern lebenden Großherzoglichen Unter⸗ thanen ihren beſonderen Schutz und Beiſt and angedeihen zu laſſen. 11. Bekanntmachung Gr. Oberpoſtinſpection, vom 12. April, daß der Beerfelden⸗Erbacher Poſtcurs eingezogen, dagegen die Beerfelden⸗Erbacher Poſtwagenfahrten mit den zwiſchen Er bach und Darmſtadt, Erbach und Heppenheim beſtehenden Fahrten in Verbindung geſetzt worden ſind. III. Erhebung einer weiteren Umlage von 197 fl. der israelitiſchen Religionsgemeinde Parten⸗ heim, im Kr. Oppenheim. IV. Umlagen zur Beſtreitung der Be⸗ dürfniſſe in den israelitiſchen Religionsgemeinden des Kreiſes Dieburg für 1855. V. Umlagen zur Beſtreitung der Communalbedürfniſſe in den Gemeinden des Kreiſes Grünberg für 1855. VI. Desgl. der israelitiſchen Religionsgemeinden im Kreiſe Heppenheim. VII. Desgl. der Communalbedürfniſſe in den Gemeinden des Kreiſes Neuſtadk. VIII. Desgl. in den israelitiſchen Religionsgemeinden des Kreiſes Groß gerau. IX. Desgl. des Kreiſes Büdingen. X. Desgl.(u. reſp. 1855/57) des Kreiſes Oppenheim. NI. Desgl. des Kreiſes Biedenkopf für 1855, XII. Desgl, der Co⸗ munalbedürfniſſe in den Gemeinden des Kreiſcs Vöhl. XIII. Deegl. der israelitiſchen Religionsgemeinden im Kreiſe Bensheim. XIV. Namens veränderung. Am 28. März wurde dem Andreas Jockel zu Geißnidda geſtattet, ſtatt ſeines bisherigen Familiennamens künftig den NamenRullmann zu führen. XV. Dienſtnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht; am 15. Dez. 1854 die bisherigen Poſtaſſiſtenten Reen zu Mainz, Maurer zu Gie⸗ ßen, Wimmer zu Mainz, Euler zu Worms, Köhler zu Mainz, u. Alefeld zu Gießen zu wirklichen Poſtſecretären zu ernennen, ſodann den Poſtaſſiſtenten Aßmann zu Offenbach als Poſtaſſiſtenten zu Mainz, die Poſtpracticanten Lochmann aus Darmſtadt als Poſtaſſiſtenten da⸗ hier, Pagenſtecher aus Langen als Poſtaſſiſtenten zu Offenbach, Maſchmann aus Alzey als Poſtaſſiſtenten zu Alzey, und Möller aus Nidda als Poſtaſſiſtenten zu Offenbach zu beſtätigen; am 28. März dem Pfarramts⸗Candidaten Hoffmann aus Battenberg die Stelle eines Conrectors an der höheren Mädchenſchule zu Bußbach zu übertragen; am 30. den von dem Herrn Grafen zu Solms⸗ Rödelheim auf die evang. Pfarrſtelle zu Fauerbach II. präſentirten Pfarrer Bornagius zu Aſſenheim für dieſe Stelle zu beſtätigen; die mit der Verwaltung der Kreiſe Vilbel und Lauterbach proviſoriſch beauftragten Kreisaſſeſſoren Strecker und Dr. Goldmann zu Kreis⸗ räthen der genannten Kreiſe, am 1. April den Unteradj. im 3. Inf.⸗Reg. Herbert zum Hausverwalter auf dem Cabinetsgut Mathil⸗ denhöhe, den Gerichtsvollzieher Clauter zu Mainz zum Gerichts⸗ vollzieher zu Oſthofen und den Gerichtsvollzieher Zuſchlag zu Oſt⸗ hofen zum Gerichtsvollzteher zu Mainz zu ernennen; den von dem Herrn Fürſten zu Solms⸗Lich auf die evang. Pfarrſtelle zu Ettings⸗ haufen präſentirten Pfarrvicar Baur in Biſchofsheim für dieſe Stolle zu beſtätigen; den Controleur und 2. Beamten bei dem Waſſer zollamte zu Steinheim Arth zum 3. Reviſions⸗Controleur bei dem Rheinzollamte zu Mainz, den Geometer 1. Cl. Stroh aus Allen⸗ dorf a. L. zum Coutroleur und 2. Beamten bei dem Waſſerzollamte zu Steinheim, am 4. den Finanzacceſſiſten Böckmann zum Steu⸗ ercommiſſär in Alsfeld, den Kanzleidiener am Obergerichte der Provinz Rheinheſſen und Portier im Juſtizgebäude zu Mainz Henninger, unter Entbindung deſſelben von dem Amte eines Kanzleidieners am Obergerichte, jedoch unter Belaſſung deſſelben in der Stelle eines Portilers im den Nm zum Hausverwalter im Juſtizgebäude zu Mainz, und den Kanzleidiener am Bezirksgerichte Mainz Rühl zum Kanzleidiener am Obergerichte der Provinz Rheinheſſen, am 7. den Diſtrictseinnehmer Seriba zu Michelſtadt, zum Diſtrictseinnehmer

in Richenz den 2. Aſſiſtenten bei dem Nebenzollamte 1 zu Worms Schmidt zum Diſtrietseinnehmer d. D.⸗E. Büdingen II, den Decanatskirchenrechner Momberger zu Schotten zum Diſtrictseinneh⸗ mer in Altenſtadt und den Geometer 1. Kl. Wehn zu Dieburg zum Diſtrictseinnehmer in Michelſtadt zu ernennen; dem Schullehrer Krömmelbein zu Neckarſteinach die evang. Schullehrerſtelle zu Bot⸗ tenhorn, 10. dem evang. Pfarrer Müller zu Großeneichen die evang. Pfarrſtelle zu Oppenheim, dem Diaconus Baur za Friedberg die ſeither proviſoriſch von ihm verwaltete Diaconatsſtelle zu Fried⸗ berg zu übertragen; den von dem Hrn. Grafen zu Erbach-Erbach auf die 2. evang. Pfarrſtelle zu Reichelsheim präſentirten Pfarrvicar Landmann zu Erbach für dieſe Stelle zu beſtätigenz; am 11. den Director des Hofgerichts der Provinz Starkenburg, Geheimenrath v. Hombergk zu Vach zum Präſidenten dieſes Hofgerichts, den Oberappellations- und Caſſationsgerichtsrath, Geheimenrath Hahn zum erſten Director und den Oberappellations- und Caſſationsgerichts⸗ rath Geheimenratb von Heſſe zum zweiten Director des Oberappella⸗ tions- und Caſſations⸗ Gerichts, ſowie am 16. April den Geheimen Staatsrath v. Bechtold zum Director und den Hofger-Rath Frhrn⸗ v. Rodenſtein zum Mitglikde der Prüfungscommiſion für das Juſtiz⸗ und Regierungsfach zu ernennen; am 3. Januar wurde dem Rechner bei der Hauptſtempelverwaltung, Steuerrath Friedrich dahier die Nebenſtelle eines Provinzial⸗Salzregie-Inſpectors der Provinz Star⸗ kenburg übertragen.(Schluß folgt.)

Eine Wechſelſchuld. (Fortſetzung.) Ueber das Geſicht des Meiſters flog ein Schatten wehmüthiger Freude, indem er ſprach:Der Waidmoſer hat einige Zeit bei mir gearbeitet. Doch plötzlich dem Geſpräch eine andere Wendung gebend, ſagte er ſchalkhaft: Haſt bei Waidmoſer warten müſſen, glaubte Dich bei Jemand Anderem, als Du mir ſo lange bliebſt.'s freut mich, daß ich mich geirrt, daß Du Deinem alten Meiſter zuerſt die Nachricht hinterbrachteſt.

Und nicht ſeinem Mädel,, fiel jetzt die Meiſterin lachend ein.Wollteſt Du es ihm verdenken, Mann? Schau, wie der Friedrich roth geworden!

Laß das, Frau! ſprach gutmüthig eruſt der Meiſter. Ehedem ſuchte man ſich zuerſt ein Haus, eine Werkſtatt, einen eigenen Herd und dann eine Frau; jetzt iſt die Liebſte, die Frau das erſte und die Sorgen kommen hinterdrein. Geht mit Gott, Friedrich! Haltet Aug' und Herz ſtets offen ein ruhiges Gewiſſen, ein ſauftes Ruhekiſſen! und geht's Euch gut, ſoll's mich freuen und geht's Euch übel und ich kann helfen, ſo wißt Ihr, wo meine Thür zu finden. Gott befohlen!

Mit dieſen Worten reichte er dem Geſellen die Hand und ſchob ihn ſanft zur Thur hinaus, nachdem derſelbe noch von der Meiſterin Abſchied genommen.

Wollen wir nun den Friedrich begleiten? wollen wir nicht mit ihm den Weg der Liebe wandeln? Den Weg zur Liebſten findet ja ein Jeder leicht, und ob auch kein Sternlein am Himmel ſteht und der Mond ſich einen Wol⸗ kenſchleier über das Geſicht gehangen. Hat der Friedrich ſich nicht ſeinen Hut noch kecker und verwegener aufgeſetzt, als gewöhnlich? Iſt ſein Gang nicht elaſtiſcher, ſchneller als ſonſt? Nun erblickt er das Haus, wo dis Liebe wohnt