bewegen wollte, nichts über den ſchwachen Herrn v. Al⸗ tenhof.„Ich kann Dir Deinen Wunſch nicht erfüllen, meine Liebe,“ entgegnete er mit abgewandtem Blick;„das koſtbare Hausweſen von früher hat mich ruinirt, ich habe mich jeder Verfügung über mein Eigenthum begeben müſſen, und ich darf ſelbſt keine neuen Schulden mehr contrahiren, will ich nicht den Namen eines ehrlichen Mannes ver⸗ ſcherzen. Es iſt die höchſte Zeit, daß Du Dich um unſrer Kinder willen in die jetzigen Verhältniſſe fügen lerneſt, denn es muß mit dem eitlen Vornehmthun nun ein Ende nehmen!“
„Aber Deine Schweſter, lieber Franz, kann und wird Dir gerne tauſend Thaler auf Handſchrift vorſtrecken, die wir ihr von den Erſparniſſen des nächſten Winters heimbezahlen können!“ wandte die Baronin ein;„wir müſſen nach Putbus, müſſen dort etwas auf großem Fuße auftreten, und ich zweifle dann keinen Augenblick, ö daß Selindens Verlobung mit dem Baron Panzow zu
Stande kommen wird. Die Mutter des Barons billigt dieſe Verbindung, iſt meine Freudin, und wenn wir mit den entſprechenden Atours erſcheinen, ſo zweifle ich nicht, daß das Glück unſerer zweiten Tochter ſich eben ſo ſicher geſtalten läßt, als das Eugeniens.“
Der Baron ſchien halb gewonnen; er war nicht un- empfindlich für die Ehre einer vornehmen Verbindung, und die Panzows galten viel bei Hofe. Da ſah er in dieſem Augenblicke durch das Fenſter Paulinen mit Körben und Flaſchen aus dem Keller überß den Hof daher kommen, und es fuhr ihm wie ein Stich durch's Herz, daß ſie nur auf's Neue unter dieſen Opfern fur ihre Schweſtern leiden müßte.
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Meine Liebe,, ſagte er haſtig, und wandte ſich nach ſeiner Frau um,— ich will Deine Bemühungen für un⸗ ſere Tochter nicht durchkreuzen, allein Du mußt dieſes Anſinnen perſönlich an meine Schweſter ſtellen. Sie kennt meine Verhältniſſe, ſie weiß, wie mir die Hände gebunden ſind; ſie iſt zu klug, um mir unter ſolchen Umſtänden, und zu ſparſam, um mir dieſe Summen vorzuſtrecken; aber Dir würde ſie vielleicht eher gefällig ſein!“ Er lachte in ſich hinein bei dieſen Worten, denn er wußte, wie wenig hold Frau Schörtel ihrer Schwägerin war, zumal ſie um die leidigen Folgen der verſchwenderiſchen Lebensweiſe der— ſelben wußte. Er hoffte aber, durch dieſes Vorgeben ſich am beſten aus der Schlinge zu ziehen, denn es that ihm in der Seele leid, daß Pauline abermals hinter einer ihrer jüngeren Schweſtern zurückſtehen ſollte. Allein ſchwach und ſchwank wie er war, fand er nicht den Muth zu einer an— dern Erklärung gegen ſeine Frau. Dieſe durchſchaute ihn vollkommen, gab aber die Hoffnung nicht auf, ſeinen Wider— ſtand noch beſiegen und durch ihren Gatten das erſtrebte Ziel ihrer Schwägerin zu erreichen.
(Fortſetzung folgt.)
Markt⸗Bericht von Friedberg. den 2. Januar.
Waizen aufgefahren 312 Malter, verkauft 244, 17 fl. 9 kr.; Korn aufg. 95 verk. 43½, 14 fl. 6 kr.; Gerſte aufg. 37, verk. 24½, 8 fl. 28 kr.; Hafer aufg. 32, verk. 32, 5 fl. 29 kr.; Vorſchußmehl aufg.
17, verk. 7, 20 fl. 10 kr.; Kartoffeln aufg. 2, verk. 2, 4 fl. 10 kr. N. B. Das Malter Waizen wiegt 200 Pfund, Korn 180 Pfd., Gerſte 160 Pfd., Hafer 120 Pfd., Kartoffeln 200 Pfd.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.
Immobiliar⸗Verſteigerung.
1952] Montag den 15. Januar 1855, Vor⸗ mittags 11 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe
X Braunkohlenverkauf.
[1955] Mit dem 1. Januar 1855 beginnt für den Braunkohlenverkanf auf dem Großherzoglichen Braunkohlenbergwerk bei Dorheim eine neue Creditperiode und zwar in der Weiſe, daß für die vom 1. Januar bis zum 31. März 1855 gegen vorſchriftsmäßige Bürgſchaft und unter den be— kannten Bedingungen bezogenen Braunkohlen ein Credit zur Zahlung bis zum 30. Juni 1855 geſtattet wird. Die Preiſe der Kohlen ſind bis auf Weiteres die früheren, nämlich für die von Haufen 11 Kreuzer und für die aus Schoppen 12 kr. der Centner, wobei 14 Klötze für einen Centner gerechnet werden.
Die Geſchirre, welche auf dem Großherzoglichen Braunkohlenbergwerk bei Do rheim Kohlen laden, genießen den Vortheil, daß ſie bei der Kurfürſtl. Heſſ. Chauſſeegelderhebungsſtätte Nauheim und 0 auch auf allen Großherzoglichen Chauſſeen von der Entrichtung des Chauſſeegeldes befreit find.
Dorheimer Bergwerk den 27. Dezember 1854.
Großherzogliches Bergamt Dorheim Jäger.
Braunkohlenverkauf.*
11956] Die 2. Creditperiode des Jahres 1854 ſchließt mit dem 31. Dezember d. J.— Vom 1. Januar 1855 beginnt eine neue Creditperiode, welche mit dem Ausverkaufe der noch vor⸗ räthigen Braunkohlenklötze endigt. Für die innerhalb dieſer Zeit gegen vorſchriſtsmäßige Bürgſchaft bezogenen Braunkohlen— klötze wird Zahlungsfriſt bis Ende September 1855 geſtattet.. 5 0 Der Preis à Centner iſt 11 kr.
Die Braunkohlenfuhren, welche auf hieſigem Bergwerke geladen haben und Oſſenheim paſſiren, erhalten das zu Oſſenheim bezahlte Brückengeld von Gräfl. Controleur Flach bei Aus⸗ händigung des Ladſcheins zurückvergütet.
Bauernheimer Bergwerk den 27. Dezember 1854. Gräfl. S.⸗R. Bergverwaltung L. S bo uch.
Bekanntmachung.
[71 Wegen vermehrter Geſchäfte und im Inte⸗ reſſe der Betheiligten ſelbſt ſind auch hier Zahl⸗ tage eingeführt und auf die Vormittags⸗ ſtunden jeden Donnerſtags und Freitags, wenn, wie es ſich von ſelbſt verſteht, darauf ein Feiertag fällt, feſtgeſetzt worden.
Es wird dieſes mit dem ausdrücklichen Bei⸗ ſatze veröffentlicht, daß an anderen Tagen keinerlei Zahlungen, namentlich keine Holzgelder ange⸗ nommen werden können.
Ockſtadt am 1. Januar 1855.
Freihl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Angerer.
die zur Verlaſſenſchaft der Caspar Werners Ehefrau dahier gehörenden Immobilien, als:
Gemarkung Friedberg und Ockſtadt. Ord.⸗No. Pag. No. Flur No. Klftr.
1. 17/v.2 II. 575 21 Hofraithe in der Stadt, 55 1/v.2 II. 574 15 ½%½ö Grabgarten f daſelbſt, 3. 1787/1—— 120 Ruthen Garten
in der 14. Gewann an der Burg Friedberger Grenze an Martin Mondigler zehntſrei, öffentlich meiſtbietend erbabtheilungshalber ver— ſteigert. Friedberg den 27. Dezember 1854. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg: Großberzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtsvorſteher.
Holzverſtei gerung. [ü] Montag, den 8. Januar 1855, werden in den Diſtrikten anderſeits der Schneiſe, längs der Straßheimer Hecken und über der Querſchneiſe an den Meiſtbietenden verſteigert: 70 Stecken Buchen- und 75 Stecken Eichen⸗ Scheitholz; 11 Stecken Buchen⸗ und 7 Stecken Eichen⸗ Prügel holz; 4 Stecken Buchen- und 14 Stecken Eichen⸗ Stockholz; 9487 Stück Birken⸗, 1488„ Buchen-, 861 Eichen-, 6025„ Nadel-, 3813„ Weiden⸗ u. 225„ Ginſter⸗ 8 Wagen Allerleiholz und 10 Stämme Buchen⸗Werkholz von 13 18 Zoll Durchmeſſer und 20—35 Fuß Länge.
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liche! aufges deige! fälſg bleiben Voller werde!
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101. 9 9 Uhr mörlen Stelle


