Ausgabe 
2.2.1855
 
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die kurze Geſchichte dieſer Endeckung erzaͤhlt, welche nach amerikaniſchen Blättern folgendermaßen lautet:

Im Monat Junius 1848%½ ſo berichtet Hr. Sutter, wollte ich mich eines Tages nach gehaltener Sieſta hin ſetzen, um einen Brief an meine Verwandten in Luzern zu ſchreiben, als ſich eilige Schritte hören ließen, und mein Factotum Marſhall, der damals gerade den Bau einer Sägemühle beaufſichtigte, haſtig bei mir eintrat. Er hatte mich erſt vor zwei Tagen verlaſſen, und ich dachte ihn nicht vor Beendigung des noch nicht weit vorgeſchrit tenen Baues wiederzuſehen. Wie groß war daher mein Erſtaunen, als ich Marſhall ganz unbeweglich, mit ſtarrem Blick, offenem Mund, ohne ein Wort zu ſprechen und die Arme ausſtreckend, vor mir ſtehen ſah.

Da er gar nicht zum Sprechen kommen wollte, rief ich ihm ungeduldig zu:Habt Ihr den Verſtand verloren?,Den Verſtand verloren 2 wiederholte er.Ich glaube; und dann, nachdem er ſich umge⸗ ſehen, ob kein Lauſcher in der Nähe ſei, flüſterte er mir halblaut zu:Unerhörte Schätze! Berge von Gold

Wie wollt Ihr dazu kommen 2Wie ich dazu kommen will? Wollen Sie einen unermeßlichen Reichthum beſitzen, Millionen von Dollars, um dieſes Zim mer zu füllen 2%

Ich bezweifelte gar nicht, daß Marſhall verrückt geworden ſei, und ſagte es ihm unverhohlen. Aber als einzige Antwort hielt er mir die offene Hand hin, aus der er einen kleinen Strom von Goldkörnern rieſeln ließ.

Jetzt fühlte ich, daß ich nun die Miene annahm, die mir vorhin bei Marſhall aufgefallen war, und war geneigt, ihn für einen großen Zauberer zu halten. Als ob er ſein Herz von einer großen Laſt befreit, ſetzte er ſich jetzt neben mich und erzählte mir die Geſchichte ſeiner Entdeckung.

Er war am Ufer des Mühlenfluſſes auf- und ab⸗ gegangen, die Arbeiter beaufſichtigend, als er in den Schlammſchichten des Bodens etwas Glänzendes bemerkte. Er hielt es für eine Art Opal, die im Lande ſehr häufig iſt, und ſetzte ſeinen Weg fort. Zwanzig-, dreißigmal wurden ſeine Blicke von dem Glanze dieſer Gegenſtaͤnde angezogen, ohne daß er ihnen mehr Aufmerkſamkeit ſchenkte. Die Häufigkeit ihres Vorkommens ſetzte ihn jedoch in Er ſtaunen, und mehr als einmal ſtand er ſchon im Begriff, an die Ufer hinunter zu gehen, um einen dieſer Steine näher zu beſehen, aber er machte ſich Vorwürfe über ſeine kindiſche Neugier, und ging weiter. Aber auf einmatk ſah er unmittelbar vor ſich einen dieſer glänzenden Steinchen liegen, und dießmal war der Juſtinct raſcher als die Ueber legung. Er bückte ſich, hob es auf, und hatte zu ſeinem größten Erſtaunen ein Korn reinſten Goldes in ſeiner Hand. Auf der Stelle kehrte er nun wieder um und ſam melte ſorgfältig alle Steinchen, die er vorhin verachtet hatte. Anfangs glaubte er, daß ſein Fund die Sache reinen Zu falls ſei, und daß vielleicht Indianer hier ihre Schätze vor Jahrhunderten verſteckt hätten; aber bald lehrte ihn eine genauere Unterſuchung, daß der ganze Erdboden goldhaltig ſei und zwar in ſehr hohem Grade. Er füllte nun die Taſchen, ſetzte ſich zu Pferde und ſprengte mit verhängtem Zügel nach Hauſe um mir die überraſchende Nachricht zu bringen.

Mein erſtes Wort nach vollendeter Erzählung war, ob er Mitwiſſer habe. Darüber beruhigt, ſaß ich alsbald im Sattel und ritt nun mit Marſhall zur Mühle zurück. Mit Anbruch der Nacht kamen wir an, und gruben mit unſern Taſchenmeſſern eine ſolche Menge Goldkörner von einer bis zu mehreren Unzen aus dem Boden, daß wir ganz ſtarr vor Erſtaunen waren. Beherrſcht von der ganz

naturlichen Aufregung uͤber eine ſo wunderbare Entbeckung, kehrten wir ſtillſchweigend nach der Mühle zurück, als uns die Arbeiter mit dem Rufe:Gold, Gold 1% aus vollen Hälſen entgegen kamen. Wie wir ſpäter erfahren, hatte einer uns während der Nacht beobachtet, und war unſerm Beiſpiele gefolgt, ohne ſein Geheimniß lange bewahren zu können. Alle verſprachen mir nun zwar das unverbrüch⸗ lichſte Schweigen, aber am nächſten Tage waren ſchon Hunderte von dem Goldfunde unterrichtet. Nach Verlauf von 4 Wochen waren ſchon mehr als 4000 Goldſucher an Ort und Stelle!,(Ausl.)

Die Erbſchleicher. Eine amerikaniſche Geſchichte.

5 Unſere Stadt war nicht alt im Vergleich mit den Städten Europa's. Hundert Jahre vor dem Zeitpunkt, in welchem meine Geſchichte anhebt, war der Boden, wo rauf die Stadt nun ſteht, noch mit jungfräulichem Urwald bedeckt geweſen; allein unter den Städten Amerika's nahm ſie ſchon ein ziemlich reſpektables Alter in Anſpruch, und ihr Name reicht auch in's graueſte Alterthum zurück, denn ſie hieß Troy(Troja). Worin unſre Stadt eigentlich Priam's Stadt glich, habe ich niemals recht in Erfahrung bringen können, wie denn auch die Topographie und Spe⸗ zialgeſchichte des Alterthums nicht meine ſtärkſte Seite iſt. Die Gründer meiner Vaterſtadt waren jedenfalls große Sanguiniker, denn ſie legten dieſelbe an wie eine embryo niſche Hauptſtadt, mit Straßen, Plätzen, Halbmonden und Promenaden, allein der Strom des Welthandels hat ſich niemals ſo tief in den Weſten von Maſſachuſetts hinein erſtreckt, daß er Troy zu einer blühenden Hauptſtadt des Verkehrs gemacht hätte. Die Promenaden waren deßhalb Obſtgärten, die Halbmonde Kohlfelder, und die Plätze Kraut⸗ äcker geworden bis auf den in der Mitte, auf welchem ein Pumpbrunnen ſtand, überragt vom amerikaniſchen Adler, dem einzigen Monument, das die Stadt aufzuweiſen hatte und das zugleich den Mittelpunkt bildete, von welchem alle Straßen wie Strahlen von einem Brennpunkte ausgingen.

So war unſer Troja beſchaffen; es erhob ſich am Ufer eines kleinen Flüßchens, welchen dieſelbe Vorliebe für das klaſſiſche Alterthum Skamander genannt hatte, ein Titel, den man aber der Bequemlichkeit wegen ſchon längſt in Skim abgekürzt. Die Umgegend war eine breite wohl angebaute Ebene, beſät mit Feldern und Maiereien, welche meiſt ſchon den Großvätern ihrer jetzigen Beſitzer gehört hatten; die Bevölkrung beſtand im Allgemeinen aus flei ßigen wohlhabenden Leuten, unter welchen ſich vorzugs weiſe die Nüchternheit, Verſtändigkeit und die vernünftige, dem Fortſchritt holde Bildung und Erziehung der Neueng⸗ länder geltend machte. Die Reichen und Vornehmeren der Landesbewohner reſidirten zu Troy, und namentlich in Pump Sqare, auf dem Pumpbrunnenplatze. Dieſen Platz zierten auch die öffentlichen Gebäude der Stadt, nämlich eine Bank, ein Stadthaus, etliche Kirchen und die Armen⸗ ſchule. Auch alle Berühmtheiten der Stadt wohnten auf dieſem Platze: Herr Naresby, der beliebte Kanzelredner; der junge Weſtland der Dichter, die ſehr modiſche und vor nehmthuende Familie Mathewſons, die gewandten Weathe⸗ ralls, und endlich der alte Nat Norton, der reichſte Mann den man je an den Ufern des Skim gekannt. Nathan Norton beſaß die meiſten Aktien an der Bank von Troy, ferner ein Dutzend Maierhöfe, die gegen ſehr guten Zins verpachtet waren; ihm gehörte die Hälfte der Häuſer in der Homerſtraße, welche er in den beſten baulichen Ver⸗ hältniſſen unterhielt, und eine Strecke von vielen tauſend Morgen von dem noch unbebauten Waldland, das unſere

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