Ausgabe 
21.11.1854
 
Einzelbild herunterladen

Taxe rg und Butzbach

2 * 2 2

1

Friedberger Jntelligenzblatt.

Erſcheint wö⸗

8 Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen,

tag. Preis jährl. oder deren Raum fl. 1. 12 kr.; durch

ee Amts- und Verkündigungsblatt für den Areis Friedberg. e N 91.

Dienſtag, den 21. November. 1851.

Amtlicher Theil. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg

an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes. Betreffend: Die Conſtruction der ruſſiſchen Kamine.

In Folge Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 30. v. M., zu Nr. D. 12,000, eröffne ich Ihnen Folgendes:

In den§§. 14 und 15 des Regulativs zur Anlage der Schornſteine vom 18. Auguſt 1837 iſt vorgeſchrieben, daß zum Zwecke der Reinigung der ruſſiſchen Kamine bei einem jeden ſolchen Schornſtein in der Dachfläche eine Vorrichtung zum Ausſteigen und auf dem Dache eine Vorrichtung zum Stand für den Schornſteinfeger angebracht werden, ſowie daß dieſe Schornſteine an deren unterſtem Theile mit einer gehörig verſchließbaren Oeffnung verſehen ſein ſollen.

Dieſe Beſtimmungen ſind ſeither vielfach außer Acht gelaſſen worden, indem man ſich begnügte, Seitenthürchen an den Schornſteinen in dem Speicherraume anzubringen und durch dieſe die Reinigung der Schornſteine vornehmen zu laſſen. Die Anlegung ſolcher Seitenthürchen in dem Speicherraum iſt zwar in dem§ 15. des Regulativs für zuläſſig und nur für ſelten noͤthig erklärt, deren Vorhandenſein macht aber jene Vorrichtungen nicht entbehrlich und es gewährt deren Benutzung zum Reinigen der Schornſteine nicht die nöthige Sicherheit gegen Feuersgefahr. Zur Entfernung des Glanzruſes, welcher ſich auch in den ruſſiſchen Kaminen bei jeder Art von Feuerung mehr oder weniger anſetzt, erſcheint es nämlich noͤthig, daß die Schornſteinröhren in kürzeren oder längeren Zwiſchenräͤumen ausgebrannt werden. Dieſes Ausbrennen muß, nach der im§. 4 des Regulativs über die Reinigung der Schornſteine vom 18. Auguſt 1837 ent⸗ haltenen Vorſchrift, von zwei Pperſonen vorgenommen werden, von welchen die eine das Feuer unten anzuzünden und zu unterhalten, die andere aber auf dem Dache an der Mündung der Röhre die Flamme zu überwachen hat. Daß die Kaminfeger zur Vornahme dieſer Verrichtungen ohne Beſchädigung des Daches an die Mündung der Schornſteinröhre gelangen und dort einen ſicheren Stand einnehmen können, wird durch jene Vorrichtungen bezweckt und iſt auch durch dieſe allein ausführbar. Dieſe Vorrichtungen gewähren aber außerdem auch den Vortheil, daß die Kaminfeger in den Stand geſetzt werden, die Reinigung der Schornſteine von dem Dache aus vorzunehmen, wodurch dieſe Reinigung, nament lich auch in dem oberen Theile der Röhre, leichter und gründlicher bewerkſtelligt werden kann, als wenn dieſelbe durch die in dem Speicherraume befindlichen Thürchen ſtattfindet. Bei der Anlegung ſolcher Thürchen in dem Dachraume werden auch häufig die in dem§. 15 des erſtgenannten Regulativs vorgeſchriebenen Vorſichtsmaßregeln, namentlich der Verſchluß der Thürchen mittelſt eines Hängſchloſſes und die Hinterlegung derſelben mit Backſteinen nicht in Anwendung gebracht, und es konnen dieſelben in dieſem Falle leicht zum Ausbruch eines Brandes Veranlaſſung geben.

Es erſcheint hiernach nöthig, auf der Durchführung der oben erwähnten Beſtimmungen, ſowie auch der vorſchrifts⸗ mäßigen Anlegung der Thuͤrchen in dem Dachraume, wo ſolche vorkommen, zu beſtehen. Ich beauftrage Sie demgemäß, dieſe Vorſchriften ſofort einzuſchärfen und mit den Feuerviſitatoren dahin zu wirken, daß für Abſtellung dieſer Gebrechen geſorgt wird, ſolche namentlich aber bei Meidung ernſter Strafe, bei Neubauten gar nicht mehr vorkommen.

Friedberg den 14. November 1854. M e

Def fentliche Nachricht.

Heinrich Bopp von hier wurde heute als Subſtitut des Bezirksboten Sauer verpflichtet, was ich hiermit zur offentlichen Kenntniß bringe. Friedberg den 14. November 1854.

Großherzogliches Kreisamt Friedberg Müll te

Des Schulzen Fritz.Ich will noch die Nachkirwe) abwarten, dann 1 ſuch' ich mir halt''nen andern Dienſt. (Jortſetzung.)'s wär' beſſer, Du thäteſt das gleich, auf der

Was gedenkſt Du jetzt zu thun? Was haſt Du Stell! 1 jetzt vor, Fritz? begann nun der alte Jergmichel, undWarum? 5 5 5 iN man hatte in ſeiner Stimme etwas recht Beſorgliches undNun, warum? frag' nicht ſo, Du weißt ja doch, Vorwurfsvolles gewahren können, obgleich er ſich vor][was ich meine. 2 n a Vorwürfen hütete, weil er wußte, wie ſchwer es ohnedießJa, wenn ich Euch zu viel im Hauſe bin, kann ich dem Fritz um's Herz war.

Fritz, ohne aufzuſehen, antwortete:

) Nachkirchweihe.

.