ſchon gehen! Krieg' überall noch einen Unterſchlupf,— brauch Euch nicht läſtig zu fallen.“
Und damit war der Fritz aufgeſtanden, als ob er wirklich gehen wolle,— daß die alte Lieſe laut ſchreiend und mit emporgehobenen, bittenden Händen ihm in den
Weg trat. Der alte Jergmichel aber ſtand auf, legte dem Fritz ſeine alte, rauhe Hand auf die Schulter und fing alſo an:
„Fritz, Du weißt nicht— Du kannſt nicht wiſſen, wie weh Du mir mit ſolchem Geplauder thuſt. Ich mein's doch ſo gut mit Dir, ſo gut! Glaube mir,— Deine eigene
Mutter hat's nicht beſſer mit Dir gemeint, als es der alte Jergmichel thut.— Denk' Dir jetzt, Dein Großvater, der Schulz, ſteh' vor Dir, und rede. Nehm' alſo von dem alten Jergmichel das an, was er Dir zu ſagen hat: Laß das Mädel fahren, Fritz, laß ſie fahren! Ich ſeh', daß ſie Dir im Kopf'rumgeht und daß Du nur abwarten willſt, bis Du ſie noch einmal triffſt! Aber glaub' dem alten Jerg⸗ michel—'s iſt beſſer, Du gehſt gleich, morgen ſchon! Ich mein's gut mit Dir, Fritz, und wenn ich glauben könnt', daß es wirklich ernſt mit Dir iſt, wollt ich ſagen: Ja, bleib! Aber ſo ſag ich Dir: Laß ſie fahren, das flackerig Ding! ſie bringt Dir doch kein Gluck,— laß ſie fahren!“
Der Fritz ſtand da und wußte nicht, was er ſagen ollte.
5„Haſt Du ſchon mit der Kathel geredet?“ fragte dar⸗ auf der Alte wieder.
„Nein!“ erwiederte der unwillige, unmuthige Burſche. „Aber's braucht's auch nicht, wir wiſſen doch, wie wir dran ſind und wie wir's zu halten haben. Bis Sonntag iſt Nachkirwe und ich möcht' wiſſen, warum ich nicht ſo lange hier bleiben ſoll.“
Der alte Mann wandte ſich ſeufzend von Fritz ab. Er hatte ſchon auf der Zunge: Denk' an Deine Mutter ſelig! aber er ſagte blos:„Denk' an mich, Fritz,— Du wirſt noch erfahren, daß ich Recht habe.“
Und von nun an ſaßen die drei Leutchen den ganzen Abend traurig und ohne noch ein bezügliches Wort fallen zu laſſen um den Ofen,— Keines wollte das bedrückende Schweigen brechen;— wenn aber der alte Jergmichel in
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das Geſicht des Fritz ſchaute, auf das die Flamme des Ofens ihren rothen Schein geworfen, ſo rang ſich unwill⸗ kürlich ein ſchwerer Seufzer aus ſeiner gepreßten Bruſt hervor, uud hätte Fritz in des Alten kummervolles Antlitz ſehen können, er hätte vielleicht dem Rathe des treuen Alten gefolgt.
3
Als am Sonntage des Buͤrgermeiſters Kathel mit des Ochſenwirths Sohn von Heuchelheim und ihr Bruder Michel mit deſſen Schweſter beim Adlerwirth tanzten, ſtand des Schulzen Fritz unter der Tanzſtuben-Thür und wollte ſeinen Augen kaum trauen. Ein unſäglich bitteres Gefühl nahm ſein Herz ein, da er ſah, wie aller Augen auf ihn gerichtet waren und manche bösartige Stichelrede fiel, während die Kathel ſo gar freundlich that mit des Ochſen— wirths Sohn, der auf der Freierei heute wieder da war.
Jetzt erſt hatte ihn die Falſche bemerkt, war wohl feuerroth dabei geworden, und konnte auch nicht mehr gar ſo freundlich mit ihrem Tänzer thun,— aber ſonſt achtete ſie auch nicht weiter des armen Burſchen, der ihr ſo ſehr zugethan war.
Der Tanz war aus und Fritz trat alsbald auf das Mädchen hin.
„Darf ich auch mit der Jungfer Hochzeiterin tanzen?“ fragte er im bitterem Tone, und er ſah, daß das Mäd— chen ihm vorwurfsvoll in die Augen ſah, gleichwohl ihm nur ungern die verlangten„Drei- bewilligte.
(Fortſetzung folgt.)
Ver ſchiedenes.
In Königsberg veröffentlicht eine Putzmacherin,„daß ſie, um dem Wunſche vieler Damen entgegenzukommen, einen Lehrcurſus im Putzmachen zu eröffnen beabſichtige, in welchem ſie zugleich Vorleſungen über Haubologie, Hutiſtik und Chemiſettenkunde zu halten beabſichtige.“
Für die Brandbeſchädigten zu Felda
iſt ferner bei uns eingegangen: Von einem Ungenannten fl. 1.; N. N.
aus B. fl. 1. e Um weitere Gaben wird gebeten. Die Exped. des Frie db. Int.⸗Bl.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen.
(Butzbach.) Lieferungen an Brod, geläutertem Oel, Thran, Stearinlichtern, Gerſtenſchrot, Waizenkleie und Leinkuchen, ſodann Stroh zum Füllen einzelner Betten. [1735] Donnerſtag den 23. dieſes Monats, des Vormittags um 10 Uhr, ſollen die Lieferungen der Bedürfniſſe der Garniſon Butzbach auf das 1. Semeſter 1855 auf dem bekannten Soumiſ— ſionswege an den Wenigſtverlangenden in Ak⸗ kord gegeben werden. Dies den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die Be⸗ dingungen jeden Tag auf dem hiefigen Militär⸗ verwaltungsbureau eingeſehen werden können. Butzbach den 14. November 1854. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter.
Verf is eng
eines Wohnhauſes auf den Abbruch. [1740] Donnerſtag den 23. d. M., Vormittags 11 Uhr, wird in dem Schloßhofe dahier ein Wohnhaus von 60 Fuß Länge und 49 Fuß Breite, wovon der unterſte Stock von Stein, und der obere Theil von Eichenholz erbaut, welch letzteres noch ſehr gut erhalten iſt, öffentlich meiſt⸗ bietend auf den Abbruch verſteigert.
Stammheim den 11. November 1854.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Stammheim Pauiy.
Arbeits ⸗Verſteigerung. [1739] Donnerſtag den 23. d. M., Vormittags 10 Uhr, werden in dem Gemeindehauſe dahier nachſtehend beſchriebene Arbeiten öffentlich we— nigſtfordernd in Accord gegeben.
A. Herrichtung eines Pumpenbrunnens in dem Ort: 1) Bergmanns⸗ und Maurerarbeit, ver-
anſchlagt zu 40 fl. 2) Zimmerarbeit, veranſchlagt zu 30* 3) Pumpenmacherarbeit,„ 36„
B. Anfertigung von Fenſtern in der Gemeinde⸗-Armenwohnung: Glaſerarbeit, veranſchlagt zu 32 fl.
Die Voranſchläge und Bedingungen können ſchon vorher auf dem Büreau der Bürgermeiſterei eingeſehen werden.
Stammheim den 11. November 1854.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Stammheim Pauly.
Bekanntmachung. 117201 In hieſigem Orte ſind mehrere Hof⸗ raithen, beſtehend in Oekonomiegebäuden, Wohn⸗ häufern ꝛc. zum Stehenbleiben oder auf den Abbruch zu verkaufen. Die Verkaufsbedingun⸗ gen können dahier eingeſehen werden.
Enzheim den 9. November 1854. Der Ortsvorſtand.
Edictalladung.
[1723] Philipp Hartmann, Wittwer, und deſſen großjährige Kinder, Philipp Hartmann, Katha⸗ rina Hartmann und Eltiſabetha, Heinrich Kleiß Ehefrau, ſämmtlich zu Bruchenbrücken, haben die Grundſtücke:
Flur I, Nr. 437= 118 Klafter,
E, ß 20 2 5 verkauft, ohne deren Eigenthum urkundlich nach⸗ weiſen zu können. Es werden deshalb alle Die jenigen, welche Eigenthumsanſprüche an beſagte Grundſtücke zu bilden haben, aufgefordert, ſolche binnen ſechs Wochen dahier geltend zu machen, widrigenfalls der Verkauf dieſer Grundſtücke ge⸗ richtlich beſtätigt werden und der Eintrag in das Mutationsverzeichniß erfolgen wird.
Friedberg den 6. November 1854.
Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann.
Verkauf eines Faſelebers. [1758] Donnerſtag den 23. d. M., Vormit⸗ tags 11 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhaus ein der Gemeinde zuſtehender ſchwerer Faſeleber meiſt⸗ bietend verſteigert werden. Wohnbach am 16. November 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Wohnbach Philippi.
I 20) Nil tags um 11 nachfehene bietenden B.
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Ard [1761] Dor um 11 Uhr, am Pfarrbo an die Wer 1) Spengle 2) Weiß bin 3) Schloſſer 4 Dachdecke
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