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Kachtheil für die Regieverwaltung zuläſſig und im Intereſſe der Landwirthſchaft nützlich erſcheint, dieſe Abgabe, je nach
den Umſtänden in einzelnen Fällen zu verfügen.
Solche Fälle vermehrter Viehſalzabgabe können beiſpielsweiſe eintreten, wenn aus Veranlaſſung der Witterungs⸗ ungunſt, wie in dieſem Jahre, die Einſalzung von Heu nöthig werden ſollte. Es kann aber auch für ſolche Perſonen, welche nach der Bekanntmachung vom 1. April 1853 zum Bezug von Viehſalz nicht berechtigt ſind, etwa für ſolche, welche Pferde in größerer Anzahl beſitzen, ohne eigentlich Landwirthſchaft zu treiben, oder für ſolche Perſonen, welche keinen Viehſtand haben, und als bloße Güterbeſitzer Salz zum Düngen verwenden wollen, die Verabfolgung von Viehſalz
noͤthig und nützlich ſein.
Wir ſehen daher in jedem einzelnen derartigen oder ähnlichen Falle, in welchem Geſuche entweder um vermehrte oder bisher noch nicht ſtattgehabte Abgabe von Salz direct oder von uns aus an Sie gelangen, hierüber Ihren gut⸗
ächtlichen Berichten entgegen.
Das Vermächtniß. Erzählung von G. Freitag. (Fortſetzung.)
Bei dieſen Worten erhob das Ehepaar, das ſich ſchon zu wiederholten Malen in den Streit hatte legen wollen, ein wildes Geſchreiz aber der Winkeladvokat be⸗ ſchwichtigte ſie durch eine Geberde, wandte ſich lächelnd zu dem jungen Arzt und ſagte:„Angenommen, dieſe Ihre Einwendung ſeie ſtichhaltig, Herr Doctor, ſo werden Sie wohl auch im Stande ſein, uns die Rechtmäßigkeit Ihrer Forderungen zu beweiſen. Sie müſſen uns alſo Ihre Bücher vorlegen, um die Beſuche nachzuweiſen, die Quit⸗ tungen für die gemachten Auslagen, und ſchriftliche Be⸗ weiſe für die verſchriebenen Recepte. Können Sie uns mit dieſen Beweismitteln aufwarten?“
„Sie wiſſen, Herr Leuchtweiß, daß ein Arzt bei ſeinen Patienten keine derartigen Vorkehrungen und Vor⸗ ſichtsmaßregeln trifft, entgegnete Marcus etwas verlegen. „Allein Sie können Mamſell Emilie befragen....“
„Sie haben Recht— das Zeugniß des Mädchens iſt in dieſem Falle viel werth,“ erwiderte der Winkelad⸗ vokat höhniſch lächelnd.„Sie zeugen für ſie, und das Mädchen muß nun zu Ihren Gunſten ausſagen, das iſt eine gerechte Gegenſeitigkeit. Glücklicherweiſe aber nehmen die Gerichte von derartigen Bethätigungen der Dankbar⸗ keit und des Mitgefühls gar keine Notiz, und bis daher der Herr Doctor ſeine eigenen Anſprüche an die Verlaſſen⸗ ſchaft des Verſtorbenen regelrecht und geſetzmäßig erwieſen haben wird, muß er es ſich eben gefallen laſſen, daß wir unſer Recht an dieſelbe als Bluts verwandte uns unver⸗ kümmert ſichern!⸗
„Ja,, rief Meiſter Strumpf, dem die Galle in⸗ zwiſchen gewaltig geſchwollen war,„und wenn das ſchmucke Herrchen da ein ſolcher Freund von Prozeſſen iſt, ſo haben wir ſchon die Mittel in der Hand, ihm ein halbes Dutzend an den Hals zu hängen!“ f
„Ihm und ſeiner gut en Freundin, der Duckmäuſerin Emilie t, kreiſchte die Brauersfrau aus dem Hintergrunde
ervor. .„Wir brauchen zum Exempel ſie nur zu fragen, wo der Vetter Hartmann ſeine Erſparniſſe angelegt hat!“
„Und was aus ſeinem Silberzeuge geworden iſt, denn ich weiß, daß er welches gehabt hat— ich habe es mit meinen eigenen Augen geſehen,“ ſetzte Frau Thereſe
inzu. 1„Und da ſie Beide allein im Hauſe waren, als Herr Hartmann die Augen zuthat, ſo müſſen ſie auch Alles er⸗ ſetzen, was im Hauſe fehlt!“ ſetzte Leuchtweiß hinzu.
„Schurken!“ donnerte der Doctor, vor Entrüſtung außer ſich über dieſe niederträchtige Beſchuldigung, und wollte mit geballter Fauſt auf den vierſchrötigen Brauer eindringen; allein in dieſem Augenblick ſprang Emilie in
und nahm einen Stock aus einem Winkel;„er ſoll mir
nur ankommen! Ich mache mir ein Vergnügen daraus,
ihm den Buckel etwas blau anlaufen zu laſſen und ſein feines Fräcklein ein Bischen aus zuſtäuben! Mußt ihn nicht aufhalten, Kleine!“
„Und nimm Du Dich nur vor mir in Acht, Du falſche Natter Du!“ rief Baſe Thereſe und drohte Emilien mit geballter Fauſt.„Fällſt Du mir einmal unter die Hände, ſo ſollſt Du an mich gedenken, Du Erbſchleicherin!“
„O kommen Sie, Herr Doctor! ich bitte Sie um Gottes willen!“ fluſterte ihm Emilie zu und ſuchte ihn aus dem Zimmer zu ziehen. Marcus zauderte eine Weile, ſchien ſich dann aber doch eines Beſſern zu beſinnen, ge⸗ wann ſeine Selbſtbeherrſchung wieder, warf ſeinen Belei⸗— digern einen Blick tiefſter Verachtung zu und folgte dann dem Mädchen zum Hauſe hinaus. Erſt am Hinterpfört⸗ chen des Pavillons blieben ſie ſtehen. Emilie hob die ge⸗ falteten Hände zu ihm, ſchlug ihr verweintes Auge zu ihm empor und flüͤſterte:„Ach, beſter Herr Doctor! Dank, tauſend Dank für Alles, was Sie um meinetwillen er⸗ duldet haben! Vergeben Sie die bitteren Kränkungen, die Sie für mich erlitten. Ein armes Weſen wie ich kann freilich die Freundſchaftsdienſte niemals vergelten, die man ihm erwieſen hat; aber Das mögen Sie mir wenigſtens auf's Wort glauben, daß ich mein Leben lang nicht vergeſſen werde, was Sie an mir gethan haben!“
„Und was wollen Sie nun beginnen, Emilie?“ fragte der junge Mann gerührt.
„Ich weiß es noch nicht, Herr Doctor,“ erwiderte ſie;„heute bin ich noch allzu gebeugt und angegriffen und zu Nichts fähig. Aber über Nacht kommt ja oft Rath, und ich will daher bis morgen warten, und einſt⸗ weilen wieder Muth faſſen. Heute Nacht finde ich ein Unterkommen bei der Obſthökerin an der Ecke,.... und dann.... jenun alsdann.... wird der liebe Gott ſchon weiter für mich ſorgen!“
Der Doctor drückte ihr ſchweigend die Hand; ſie erwiderte ſchüchtern ſeinen Händedruck, ſagte ihm leiſe Lebewohl und ging.—
3.
Dem jungen Arzte war das Herz vor Entrüſtung und Groll geſchwellt. Mit wilden Schritten ging er in ſeinem Oberſtuͤbchen auf und nieder und ſann vergebens auf ein Mittel, das arme verlaſſene Mädchen zu retten, das ſo eben von ihm ſich verabſchiedet hatte. Wenn der Vetter Hartmann aber in der That ein Teſtament hinter⸗ laſſen hatte, ſo war es allem Anſchein nach von dem Strumpf'ſchen Ehepaar und Leuchtweiß hinterſchlagen wor⸗ den; aber wie ſollte man ihnen dieſe Unterſchlagung be⸗ weiſen? Auf der andern Seite konnte das Teſtament auch bisher den Nachforſchungen der Intereſſenten entgangen ſein, denn die Worte des Sterbenden ſchienen darauf hin⸗ zuweiſen, daß er es verſteckt habe. Hatte er ſich ja doch
die Stube und fiel ihm in den Arm. „Laß ihn, Mädel! laß ihn!“ rief Vetter Strumpf
gerühmt, für Emilien geſorgt zu haben,— hatte er doch
letzten „Im
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