Ausgabe 
15.8.1854
 
Einzelbild herunterladen

4 oft 1 einſt⸗

ich ein und

t ſchon

277

Marcus gebeten, es zu ſuchen! Aber freilich hatten ſich ſeine Eröffnungen hierauf beſchränkt, und der Tod ihm weitere Enthüllungen vor dem Munde abgeſchnitten.

Ein wahres Fieber verzehrte den jungen Arzt und er verlor ſich in Muthmaßungen. Die Dämmerung war mittlerweile eingebrochen und die Stirn an die Scheiben ſeines Fenſters gelehnt, wie an jenem Abend zu Beginn unſerer Erzählung, hatte er die Verwandten des Verſtor benen und ihren Advokaten mit den Papieren und den beſten Habſeligkeiten des alten Geizhalſes fortgehen ſehen. Des Doctors Auge ſchweifte, wie zufällig, über das ver laſſene Hinterhäuschen, den öden Hofraum und den brach liegenden verwilderten Garten, als es plötzlich auf einem zertrümmerten Ziehbrunnen am Ende des letztern haften blieb, hinter welchem ſich eine Mauer, wie von einem Tempelchen, mit den Trümmern eines Karnieſes und et licher Säulen hinzog. Dieſer Anblick rief ihm im Nu die letzten Worte des Verſtorbenen wieder in's Gedächtniß: Im Garten hinter dem Brunnen die Säule das Kapitäl! Es ſchoß ihm wie ein Blitzſtrahl durch den Kopf, denn ihm war, als habe er nun den Schlüſſel zu dem Geheimniß des Verſtorbenen gefunden.

(Fortſetzung folgt.)

Miszellen.

Der engliſche Lord F. hatte längſt gewünſcht, den Dichter Johnſon kennen zu lernen und ließ ihn deßhalb eines Tages zur Tafel laden. Johnſon erſchien, wurde aber wegen ſeiner nachlaſſigen Kleidung vom Pförtner abgewieſen. Wahrend des darüber entſtandenen Wortwechſels kommt der

Lord ſelbſt dazu, und als er die Urſache deſſelben erfahren hatte, ſah er den Dichter befremdend an und ſagte:Es iſt nicht möglich, daß Sie Johnſon ſind; Sie ſehen ja aus, als könnten Sie nicht! zu einem Schafe ſagen. ! antwortete Johnſon und ſah dabei den Lord unverwandten Blickes an.

Ein eben neu angeſtellter Poſtmeiſter machte, nachdem das Uebernahme-Geſchäft beſeitigt war, mit einigen guten Freunden eine kleine Schlittenpartie. Kaum hat die Ge ſellſchaft den Schlitten beſtiegen, ſo wirft ſie der Poſtillon, als er eben um eine Straßenecke will, um. Ganz blaß vor Schrecken naht der Poſtillon ſich ſeinem neuen Herrn, von dem er den verdienten Verweis erwartet, mit den Worten: Mir iſt die Sache ſelbſt ſehr fatal; ich fahre Sie nun heute das erſte Mal, und gerade muß ich die Ehre haben, Sie umzuwerfen.

Als man einſt in Gegenwart Kaiſer Karls V. von einem ſpaniſchen Hauptmann ſprach, der ſich rühmte, nie Furcht empfunden zu haben, bemerkte der Kaiſer:Dann putzte jener Mann das Licht gewiß noch nie mit den Fingern, denn ſonſt würde er ſich vor dem Verbrennen gefürchtet haben!

Die Herren und die Diener.Man muß ge⸗ ſtehen, ſagte einſt ein Herr zu ſeinem Bedienten,daß die Herren recht unglücklich ſind, ſich nicht ohne die Be⸗ dienten behelfen zu können.Meiner Treu, mein Herr, verſetzte der andere,die Bedienten ſind nach meiner Ueberzeugung noch weit unglücklicher, daß ſie ſich nicht ohne Herren behelfen können.

Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen.

Oeffentliche Aufforderung. L12381 Anna Margaretha, Johann Hein⸗ rich Klein's Wittwe, geborne Gorr, zu Mün⸗ zenberg, hat durch gerichtlich beſtätigten Schenk⸗ und Verpflegungsvertrag vom 11. September 1848 und 22. März 1850 ihr geſammtes Ver⸗ mögen an Tobias Enders daſelbſt abge⸗ treten. Geſtützt darauf, nimmt Tobias Enders, nachdem Heinrich Klein's Wittwe am 3. Fe⸗ bruar d. J. verſtorben, ſaͤmmtliche auf den Namen des Heinrich Klein I. zu Münzenberg (oder auf dem Steinweg) in den Flurbüchern von Münzenberg, Traismünzenberg und Gambach eingetragenen Liegenſchaften als zu dieſem Vermögen gehörig in Anſpruch und hat deren Ueberſchreibung auf ſeinen Namen bean⸗ tragt. Anderweite Erb- und ſonſtige An⸗ ſprüche an dieſe Liegenſchaften, deren Ver⸗ zeichniß in der Landgerichtsregiſtratur zur Einſicht offen liegt, ſind deßhalb binnen einer Friſt von 2 Monaten bei dem unterzeichneten Gericht ſo gewiß anzumelden, als ſonſt die zum Eintrag in's Mutationsverzeichniß erforderliche Urkunde ausgefertigt und der Eintrag verfügt werden wird.

Butzbach den 21. Juli 1854. * n Butzbach bel,

Landrichter.

Jagdverpachtung. L12601 Freitag den 18. Auguſt ſoll die der Ge⸗ meinde Holzhauſen zuſtehende, leihfällige Feld⸗ und Waldjagd unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf dem Rathhauſe da hier öffentlich an den Meiſtbietenden verpachtet werden.

Holzhauſen den 7. Auguſt 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Holzhauſen. In Beurlaubung des Bürgermeiſters a

Beigeordneter.

Bekanntmachung.

11254] Montag den 21. d. M., Vormittags um

10 Uhr, wird die Brodlieferung für die hieſige

Garniſon auf das letzte Quartal d. J. unter

den in unſerm Büreau zur Einficht offen liegen⸗ den Bedingungen in Accord gegeben. Friedberg den 10. Auguſt 1854.

Großherzoglicher Verwaltungsrath des 2. Bataillons 4. Infanterieregiments.

[Butzbach,] Strohlieferung. [1259] Donnerſtag den 17. Auguſt d. J., des Vormittags um 10 Uhr, ſollen die zum friſchen Füllen ſämmtlicher Betten der biefigen Garniſon erforderlichen 1110 Gebund, à 16 Pfund, Korn⸗ ſtroh und 1260 Gebund, à 8 Pfund, Gerſten⸗ ſtroh auf dem Wege der Soumiſſion in Lieferung vergeben werden. Dies den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die Lieferungs- bedingungen von heute an zur Einſicht aufge- legt ſind.

Butzbach den 9. Auguſt 1854. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter.

Main⸗Weſer⸗Bahn. [1255] Auf dem hieſigen Bahnhofe werden Frei⸗

tag den 18. Auguſt Vormittags 11 Uhr etwa 18 Maas Liqueur öffentlich verkauft. Friedberg den 9. Auguſt 1854. Der Großherzogliche Bahnhofs ⸗Inſpector Hochgeſand.

Jagdverpachtung. [12721 Die der Gemeinde Oſſenheim zuſtehende Feld⸗ und Waldjagd ſoll Samſtag den 19. Sep⸗ tember l. J., Vormittags 10 Uhr, in der Be⸗ bauſung des Gaſtwirth Heil, unter den bei der Verpachtung bekannt gemacht werdenden Bedin- gungen öffentlich meiſtbietend verpachtet werden.

Oſſenheim den 12. Auguſt 1854. Großherzogliche 1 Oſſenheim o p p.

Jagdverpachtung. [1273] Die der Gemeinde Bauernheim zu⸗ ſtehende Feldjagd ſoll Samſtag den 19. Au⸗ guſt d. J., Nachmittags 2 Uhr, in der Behau⸗ ſung des Gaſtwirths Höres unter den bei der Verpachtung bekannt gemacht werdenden Bedin- gungen öffentlich meiſtbietend verpachtet werden.

Bauernheim den 12. Auguſt 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Bauernheim e.

Geſchäftseröffnung.

112641 Einem hieſigen und auswärtigen Publikum mache hierdurch die ergebene Anzeige, daß ich das von mir ſeither zu Bönſtadt betriebene Ledergeſchäft mit allen in dieſes Fach einſchlagenden Artikeln nunmehr an hieſigem Platze unter früherer Firma fortbetreibe. Unter Zuſicherung reeller Bedienung ſehe

ich einem zahlreichen Zuſpruch entgegen. Friedberg den 8. Auguſt 1854.

M. Reis,

breite Straße, neben dem Rathhauſe.