Ausgabe 
6.10.1854
 
Einzelbild herunterladen

346

dieſe nicht zu verkaufen, oder nur zu einem gewiſſen Zeitpunkte, oder zu einem höheren als dem zur Zeit der Uebereinkunft beſtehenden Preiſe, oder wer durch Scheinverträge, oder durch ſonſtige Kunſtgriffe das Steigen des Preiſes des Getreides, der Fütterkörner, des Mehles oder mehliger Subſtanzen, insbeſondere der Kartoffeln, oder des Brodes zu bewirken ſucht, ſoll mit Gefängniß bis zu drei Monaten oder mit Geldbuße von fünfzig Gulden bis zu dreitauſend Gulden, und, wenn der Zweck erreicht worden iſt, mit Geldbuße von einhundert Gulden bis zu ſechstauſend Gulden und mit Gefängniß bis zu drei Monaten oder mit Correctionshausſtrafe bis zu zwei Jahren beſtraft werden. Art, 2. Die gegenwärtige

Verordnung tritt mit dem Tage in Kraft, an welchem ſie im Regierungsblatte erſcheint.

des beigedrückten Staatsſiegels. Darmſtadt am 1. September 1846. (L.

S.) Ludwig.

Urkundlich Unſerer eigenhändigen Unterſchrift und

In Verhinderung des Staatsminiſters: v. Lehmann.

Regierungsblatt⸗ Auszug.

Nr. 30 vom 20. September: 1. Verkündigung eines Bundesbeſchluſſes, allgemeine Beſtimmungen zur Verhinde⸗ rung des Mißbrauchs der Preßfreiheit betreffend. II. Ver⸗ kündigung eines Bundes beſchluſſes, Maßregeln zur Aufrechter⸗ haltung der geſetzlichen Ordnung und Ruhe im deutſchen Bunde, insbeſondere das Vereins weſen betr. III. Umlagen der israelitiſchen Religionsgemeinden im Kreiſe Worms für 1854 reſp. 185456. IV. Niederſchlagung eines Theiles der Umlagen der israelitiſchen Religionsgemeinde Sickenhofen für 1851. V. Ver⸗ zeichniß rechtskräftig gewordener, nach Art. 30 des Strafgeſetzbuches bekannt zu machender Strafurtheile der Gerichte der Provinz Rheinheſſen, und zwar 14 von dem Gr. Aſſiſengerichte zu Mainz, welche wegen Meineids, Diebſtahls, Eigenthumsbeſchädi⸗ gungen ꝛc., Raubs, widerrechtlicher Gefangenhaltung und fortgeſetzter körperlichen Mißhandlung und Peinigung, Kindermords, Verführung und Mißbrauchs zur Unzucht ꝛc. Strafen von 1½¼ Jahren Corrections bis zu 10 Jahren Zuchthaus verhängen; 18 von dem Gr. Oberge⸗ richte zu Mainz wegen Landſtreicherei, Betrugs, Diebſtahls ꝛc. Correctioͤnshausſtrafen von 1 3 Jahren ꝛc. erkennend; 16 von Gr. Bezirksgerichte Mainz und 4 von Gr. Bezirksgerichte Alzey, von 1 Jahr Corrections⸗ bis 3 Jahren Zuchthaus ꝛc. wegen Dieb⸗ ſtahls, Körperverletzung, Landſtreicherei, Bruchs der polizeilichen Auf⸗ ſicht und Paßfälſchung ꝛc. VI. Vertheilung der Preismedaillen in dem philologiſchen Seminar zu Gießen am Schluſſe des Sommerſemeſters 1854: den Studirenden der Philologie Jacob Schlenger aus Mommenheim der 1. Franz Kaver Stoll aus Mainz der 2. und Karl Ludwig Schall aus Mainz der 3. Preis. VII. Dienſtnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht: am 22. Auguſt den Profeſſor Dr. Knobel zu Gießen zum Rector der Landesuniverſität für die Zeit von Michaelis 1854 bis dahin 1855 zu ernennen; dem Pfarrverweſer Wüſt zu Schwarz die erſte evang. Pfarrſtelle zu Leihgeſtern zu übertragen; den von dem Hrn. Grafen Max zu Solms-⸗Rödelheim auf die evan⸗ geliſche Pfarrſtelle zu Gonterskirchen und Einardshauſen peäſentirten 2. evang. Pfarrer Ü rich zu Hungen für dieſe Stelle zu beſtätigen; am 28. Aug. den Kaufmann John Smidt zu Louisville zum Con⸗ ſul für den nordamerikaniſchen Staat Kentucki zu ernennen. Am 29. Aug. wurde dem bisher für den Steuerbezirt Darmſtadt patenti firt geweſenen Geometer 2. Kl. Böttger aus Gunternhauſen das Patent als Geometer 2. Klaſſe für den Kreis Neuſtadt ertheilt. VIII. Concurrenz für: die Schulſtelle zu Sellnrod mit jährlich 289 fl. 35 kr., nebſt 4 Stecken Buchenſcheidholz für Heizung des Schullocals. IX. Geſtorben ſind: am 30. Juni Landgerichts⸗ diener Pauly zu Hungen; 28. Aug. Diſtrictseinnehmer Salz⸗ mag.⸗Verw. Stockhauſen zu Vilbel; 4. Sept. penſ. Director des Landeshospitals Hofheim, Hofrath Wolff zu Darmſtadt.

Ueber Verſicherungsanſtalten. (Fortſetzung.) Die Hagelſchädenverſicherung.

Der Hagel iſt eine jener furchtbaren Naturerſchei⸗ nungen, welche oft in wenigen Minuten die auf dem Felde ſtehenden Früchte vernichtet und da nichts oder nur wenig ernten läßt, wo der Landwirth geſäet hat. Zwar kann der Bebauer des Bodens verheerende Naturerſcheinungen nicht von ſeinem Grundſtuͤcke abwenden, aber wohl kann er ſich gegen die traurigen Folgen ſchützen, welche der Hagelſchlag ſtets in größerem oder geringerem Maße in ſe inem Gefolge hat. Dieſen Schutz gewähren ihm die Hagelſchädenvergütungsanſtalten. Kein Landwirth ſollte ſich von dieſen überaus wichtigen und wohlthätigen An ſtalten ausſchließen, wähnend, daß ſeine Feldfrüchte nicht vom Hagelſchlag betroffen werden würden, indem die Ge gend nur ſelten, vielleicht ſeit Menſchengedenken nicht vom Hagelſchlag betroffen worden ſei. Aber es ſind Beiſpiele vorhanden, daß Gegenden, die ſeit Jahrzehnten, ja ſeit

Menſchengedenken von dem Hagel verſchont geblieben wa ren, doch von demſelben heimgeſucht wurden, indem über haupt keine Oertlichkeit vor dem Hagelſchlag völlig geſichert iſt. Leider iſt es Thatſache, daß noch immer die kleinſte Anzahl der Landwirthe die Feldfrüchte gegen Hagelſchlag verſichert, und insbeſondere ſind es die bäuerlichen Land⸗ wirthe, welche von den Hagelſchädenvergütungsanſtalten ſo wenig Gebrauch machen. Jedenfalls ſcheuen ſie die kleine jährliche Ausgabe, welche ſie für ihren Schutz an jene Anſtalten zu entrichten haben. Aber in dieſer Scheu liegt ſo ganz und gar kein Sinn und Verſtand, daß man Land wirthe, welche eine kleine Ausgabe ſcheuen, um dadurch einen großen Verluſt zu verhüten, nur bemitleiden kann. Offenbar iſt ein geringer Geldaufwand da nicht in Be tracht zu ziehen, wo es ſich um Sicherung gegen den Ver luſt der ganzen Ernte, um Sicherung gegen den Ruin der ganzen Wirthſchaft handelt. Verſichert doch jeder Haus⸗ beſitzer ſein Haus gegen Feuerſchaden; warum alſo will der Feldbeſitzer ſeine Feldfrüchte nicht auch gegen Hagel⸗ ſchlag verſichern, zumal dieſer leichter und öfter eintreten kann als eine Feuersbrunſt und jene nicht verhütet und abgewendet werden kann wie dieſe? Und zeigt ſich etwa der Hagelſchlag für den Landwirth nicht ebenſo nachtheilig, als Feuerſchaden für den Hausbeſitzer? Liegen demnach keine Gründe vor, die es auch im Entfernteſten entſchul⸗ digen können, die Feldfrüchte gegen Hagelſchlag nicht zu verſichern, ſo ſollte auch jeder Landwirth ohne Unterſchied nicht zögern, ſeinen Feldfrüchten einen wohlfeil erkauften Schutz gegen Verheerung durch den Hagelſchlag angedeihen zu laſſen. Er braucht dann nicht, wenn Hagelwolken am Him⸗ mel ſtehen und Verheerung drohend über die reich beſtandenen Fluren ziehen, wegen des Zerſchlagens ſeiner Früchte zu zittern; denn er iſt gewiß, daß wenn die Unheil drohende Wolke ſich entladen ſollte, er geſichert iſt gegen die Folgen der dadurch verurſachten Verheerung. Er erkauft ſich durch eine geringe jährliche Abgabe nicht nur vollſtändigen Scha⸗ denerſatz bei wirklich über ihn hereinbrechendem Unglück, ſondern er verſchafft ſich dadurch auch jene Ruhe des Ge müths, die auf Körper und Geiſt gleich vortheilhaſt ein wirkt. Und wenn er auch dem Schaden durch Hagelſchlag entgeht, wenn er die Prämie, die er für ſeinen Schutz ge zahlt, auch wirklich ohne Vortheil für ſich aufgewendet hat, ſo möge er bedenken, daß er damit ein Scherflein beige ſteuert für Diejenigen, welche weniger glücklich waren als er, welche der Hagel ereilte, welche durch ſeine Mithilfe entſchädigt werden für den ſchweren Verluſt. (Schiuß folgt.)

Die Liebesprobe. Novellette.

Ein trüber Novembertag voll Schneegeſtöber ging zur Neige. Die Luft war wie Ein Gewölke von weißen, wirbelnden Flocken und die Wolken hingen ſo niedrig, daß man gar nichts von jenen herrlichen, kühnen Bergen ſah, welche die Alpenwelt des Salzkammerguts zu einem ſolch wunderſam ſchönen Fleck der Erde machen. Nur hie und da blies ein heftiger Windſtoß die Schneeflocken davon und wühlte dafür den Treibſchnee in Wolken auf, die, wo ſie niederfielen, mannshohe Schneewehen bildeten. Nicht

führte. eſicht vo wah allein er! Andre, un gewohnt in dieſem! holtes Ga fernde W nach allen Schlaf ka NI Sie gäb da vorne u gebraten verſetzte daß mir! nahe ſo! leer, die! mich noch ten die J Meilen zu langw wehren k Kl Zügel un Finger ſin tin habe!, Lore brauchte Zuge, zu ließ ihr E alle Aufm geblich. e nen nicht nur wie 918 geht. 3 ich, und letzt fün

0 101