N
„Der Bundestag erblickt ia der musfkalischen Erzke⸗
hung der Jugend eine Kulturaufgabe, die mit allen Mitteln gefördert werden muß. Unsere Volksschüler haben ein Recht auf eine gute musikalische Erziehung. Dem Gehörsingen wird leider immer noch ein zu großer Raum gewährt. Der Ministertalerlaß vom 10. Januar 1914, welcher eine gute musikalische Erziehung fordert, bleibt vielfach unbeachtet. Der heutige Bundestag richtet hiermit an das Ministertum des Innern, Abteilung für Kirchen und Schulen, die Bitte, die unterstellten Dienstbehörden und Lehrer anzuweisen, der musikalischen Erziehung unserer Volksschüler mehr Beachtung zu schenken.“ Die Wahl der Bundesleitung, deren Geschäftsführung am Vor⸗ 9 7 einer scharfen Kritik unterzogen worden war, hatte zum Er⸗ gebnis daß Sabr. Meyer und Fehsel(Berlin) als gleichberech⸗ tigte Vorsitzende amtieren sollen, für die Kassengeschäfte wurde Sgbr. Kaiser bestimmt. Dem Berliner Gau wurde nahegelegt, bei der Hinzuwahl der fünf unbesoldeten Mitglieder seinen Vor⸗ sitzenden mitzudelegieren. Die Kontrollkommission behält ihren Sitz in Leipzig, als Vorsitzender wurde Sgbr. Otto Schmidt wieder⸗
gewählt, auch die Liederprüfungskommission bleibt bis auf einige
Ergänzungen die alte.
Die Haltung der behördlichen Stellen, die die Frage der Ge⸗ meinnützigkeit für die Gesangvereine verneinen, wurde auf das schärfste mißbilligt. Die Aussprache fand ihren Niederschlag in der Annahme einer Entschließung, die von der Regierung für die konzerte der Vereine die gleiche Behandlung fordert, wie sie den Jugendpflege und Leibesübungen treibenden Korporationen zuteil wind. Bis zur Abänderung der gesetzlichen Bestimmungen vom ). Juni 1921, nach der die Vereine zur Vergüngungssteuer heranzu⸗ ziehen sind, wird die Regierung ersucht, Konzertveranstaltungen, die zum Zwecke der Kunstpflege und Volksbildung unternommen werden, als gemeinnützig zu erklären. Nach Ablehnung einiger veitergehenden Anträge wurde eine Entschließung des Gaues Rheinland, die den Bundesvereinen die Pflege proletarischer TDunst und Ausdruckskultur, mehr als bisher, neben ihren sonstigen Aufgaben 70 Pflicht macht, angenommen. In seinem Schlußwort interzog Vorsitzender Meyer die zweitägigen Beratungen einer usammenfassenden Betrachtung. Er bezeichnete die in den letzten rei Jahren eingetretene Auswärtsentwicklung des Bundes als inen Beweis für die Kraft und Stärke des Arbeitergesanges. Es ei bedauerlich, daß den Vereinen, die Kultur und Kunst in weite Arbeiterkreise zu tragen bemitht seien, jede Fahrgeldermäßigung des Eisenbahnfiskus versagt set. Daß viele Arbeiter sänger noch mmer innerhalb bürgerlicher Vereine ihre Zett verbringen, sei be⸗ hauerlich, hoffentlich lasse die Zukunft auch die abseits stehende Be⸗ imten⸗ und Angestelltenschaft den Weg in die von Klassenbewußt⸗ ein erfüllte Arbeitersängerbewegung finden. Die Heranziehung der Frauen für die Kulturarbeit des Arbettergesanges müsse eine der rtehmsten Gegenwartsgufgaben sein. Der gemeinsame Gesang hes schwungvollen„Tord Foleson“ bildete den stimmungsvollen Ausklang der in allen ihren Teilen sachlich verlaufenen bedeutungs⸗ zollen Tagung, die eine fruchtbringende Auswirkung auf alle Oltieder des Arbeitersängerbundes erwarten läßt. 5
Zugverkehr nach Darmsadt-Mannheim unterbrochen
Langen, 29. Juni.(Eig. Drahtb.) Heute, Freitag, morgen kurz vor 6 Uhr haben die Franzosen den Bahn⸗ hof Langen besetzt. Gleichzeitig haben die Fran⸗ zosen die Eisenbahnwerkstätten in Nied a. M. besetzt. Die Arbeiter dort können nicht arbeiten. Bei Langen haben die Besatzungstruppen die Eisenbahnschienen aufgerissen. Da⸗
urch ist der gesamte Zugverkehr nach dem Süden, u. a. nach
Darmstadt, Mannheim, Basel gesperrt.
Donnerstag nachmittag ist der Bürgermeister von Höchst von den Franzosen verhaftet und nach Wiesbaden transportiert worden. Er wird vermutlich vor ein Kriegsgericht gestellt werden, wegen Nicht⸗ defolgung der 5 in den Bahnübergängen. Dasselbe Schicksal hat den Bürgermeister don Nied ereilt. Ferner hat, der Kreisdelegierte von Höchst zwei Be⸗ — erlassen. Nach dem einen ist es seit Dienstag strengstens unter⸗
die Grenze zwischen 8 Uhr abends und 5% Uhr morgens zu überschreiten. Bei Tage ist das Ueberschreiten nur den Benutzern der Regiezlige gestattet. Die andere Verordnung beschränkt den Last⸗ wagenverkehr.— Man vermutet, daß diese Maßnahmen auf das Bombenattentat in Wiesbaden zurückzuführen sind.
. Lichtbildersammlung für den Schulunterricht.
Der Landtag hatte dieser Tage der Regierungsvorlage zuge⸗ stimmt, eine Lichtbildersammlung aus Privatbesitz zu erwerben. Ueber die Bedeutung dieser. heißt es in der Vorlage:
Der klinstlerische Nachlaß der kürzlich in Darmstadt verstorbenen Photographin Frl. Susanne Homann, einer anerkannten Künstlerin auf dem Gebiete der Landschafts⸗ und Architekturphotographie, ent⸗ hält ein hervorragendes Bildermaterial, das dem Staat zum Kauf angeboten worden ist. Die Homannschen Aufnahmen haben nicht nur in Hessen selbst, sondern weit über die hessischen Landesgrenzen hinaus, auch ins Ausland, den Ruf hessischer Lichtbilderkunst ge⸗ tragen. Mit dem Erwerb dieses Nachlasses wird eine Sammlung von höchstem Wert gewonnen, ferner wird damit zugleich eine Ehrenpflicht erfüllt, indem dem Lande das Lebenswerk einer Künst⸗ lerin erhalten bleibt, deren Bestreben es war, durch ihr künstleri⸗ sches Schaffen den Sinn für die Heimatschönheiten in weitesten Kreisen zu verbreiten und so die Liebe zur Heimat, namentlich auch auf dem Wege über die Schule, zu erwecken und zu vertiefen. Dieser Erfüllung erzieherischer und ideeller Aufgaben steht aber ein sehr greifbarer praktischer Vorteil zur Seite, da der reiche Nachlaß an Diapositiven und dazu gehörigen Negativen und an Postkarten für die Zwecke der Förderung der Volksbildung des Heimatschutzes und der Denkmalpflege, sodann auch für den hessischen Schulunterricht, ferner für Zwecke des Verkaufs und für Zwecke des Tauschverkehrs nutzbar zu machen ist, sodaß die für den Erwerb notwendige Summe nur als Vorschuß zu betrachten ist, der auf einige Jahre zu leisten ist und durch kaufmännische Verwertung verzinst und amortistert werden kann. Der Staat sollte sich daher diese sich ihm vielleicht nicht wieder bietende Gelegenheit nicht entgehen lassen.
Nach einem aufgestellten Inventarverzeichnis handelt es sich um etwa 5500 photographische Platten, 2100 Diapositive und rund 20 000 Serien Postkarten zu je 12 Stück, außerdem Diapositivapparate, e Regale und sonstige photographische Gebrauchsgegen⸗
Gleichzeitig mit dieser Sammlung soll auch eine größere Anzahl photographischer Platten, die sämtlich hessische Bau⸗ und Kunstdenk⸗ mäler zum Gegenstand haben und deren Ankauf durch das Denkmal⸗ —— ebenfalls zu günstigem Preis beantragt wird, miterworben werden.
Für diese Bestände kann bei Berücksichtigung der hier in Be⸗ tracht zu ziehenden Verhältnisse unseres Erachtens unbedenklich ein Preis von 21 Millionen Mark geboten werden. Da die Nachfrage nach dem Material schon jetzt groß ist, mit Bestimmtheit auf eine günstige Verzinsung alsbald und demnächst auch mit einer Kapital⸗ abtragung zu rechnen. Das Nähere ergibt sich aus den beiliegenden heiden Gutachten der Ministerialabteilung für Bauwesen und der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung. 5
Mit Zustimmung des Finanzministersums beantragen wir da⸗ her, der Landtag möge für Ankauf des vorstehend beschriebenen Bild⸗ materials aus der Homannschen Werkstätte für moderne Lichtbild⸗ kunst einen Betrag in Höhe von 21 Millionen Mark mit der Maß⸗ gabe bewilligen, daß ein für den Staat möglichst günstiger Kaufver⸗ trag mit den Erben der Fräulein Susanne Homann abgeschlossen wird, wobei die Erben unter Umständen an einem höheren Erlös aus dem Verkauf der Postlartenbestände, als er bei Festsetzung einer
erordnung betreffend das Niederlassen der Schranken
RR
Kaufsumme von 21 Millionen Mark angenommen ist, mitbeteiligt werden und zwar bis höchstens zu 7 der Mehrerlössumme; daß ferner dabei gleichzeitig mit dem Lichtbilderverlag von Benzinger in
rt, dem vertragsmäßig die Verwertung der Homannschen Diapositive auf 3 Jahre noch zusteht, eine neue eb 8 möglichst günstige Abmachung getroffen wird; daß endlich aus der bewilligten Summe ein Betrag bis zur Höhe von 1000 000 Mark für Ankauf der in zweiter Linie erwähnten Platten verwendet werden darf.
— Der Posttarif ab 1. August. Wie bereits berichtet, tritt außer der Portoerhöhung am 1. Juli eine weitere Er⸗ höhung aller Post⸗, Fernsprech⸗ und Telegraphengebühren ab 1. August in Kraft. Die Beratungen über die neue Gebührenvorlage sind im Reichspostministerium abge⸗ schlossen worden. Der vom Verkehrsbeirat beim Post⸗ ministerium gebildete Tarifausschuß tritt am 3. Juli zu⸗ sammen, um zu den Vorschlägen der Reichspostverwaltung Stellung zu nehmen. Das Reichspostministerium schlägt im allgemeinen eine Er hö hung um das 3 fache der am 1. Juli in Kraft tretenden Gebühren vor. Ausgangspunkt der neuen Regelung soll eine Fernsprechgebühr von 1000 Mark sein. Ueber die Höhe der übrigen Gebühren wird uns folgendes mitgeteilt: Post karten im Ortsver⸗ kehr 200 Mark, im Fernverkehr 400 Mark, Brief im Orts⸗ verkehr 400 bis 1 Mark, im Fernverkehr 1000 bis 1800 Mark, Drucksachen 200 bis 1800 Mark, die Ver⸗ sicherungsgebühren bleiben unverändert. Postan⸗ weisungen kosten bis 10 000 Mark 800 Mark, von 10 000 bis 50 000 Mark 1000 Mark, von 50 000 bis 100 000 Mark 1200 Mark, und für jede weitere 100 000 Mark bis zum höchstzulässigen Betrag von 500 000 Mark je 600 Mark mehr. Gewöhnliche Telegramme auf alle Entfernungen: Wortgebühr 800 Mark. Grundgebühr 1600 Mark. Sämt⸗ liche Fernsprechgebühren werden verdreieindrittel⸗ sucht. Ortsgesprächgebühr 500 Mark. Die neue Reglung wird von der Reichspostverwaltung mit der gegen⸗ wärtigen Steigerung der ungedeckten Ausgaben begründet. Der Fehltbetrag für 1923 wird auf 8 Milliarden ver⸗ anschlagt..
— Niederländische Hilfe an Kinder aus dem Ruhrgebiet. Het Volk veröffentlicht in seiner Ausgabe vom 21. Juni einen Aufruf der Amsterdamer Ortsgruppe der Sozialdemokratischen Arbeiter⸗ partei und des Amsterdamschen Bestuurdersbond(Gewerkschafts⸗ kartell), worin die Mitglieder der Partei und der Gewerlsschaften, die ein oder mehrere Kinder aus dem Ruhrgebiet auf die Mindest⸗ dauer von drei Monaten bet sich in Pflege nehmen wollen, aufge⸗
fordert werden, sich zu melden. g
Gemeinnũtzige Möbelversorgung für das Rhein-, Main- und Lahngebiet G. m. b. H.
Giessen à. L. Lindenplatz 1.— Möbel auf Teilzahlung.
Frankfurt a. M., 26. Juni. Bestrafte Ausbenter. Die Inhaberin der Modewarenhandlung Elise Triebig und deren Ge⸗ schäftsführer Otto Schenk, in der Neuen Mainzer⸗Straße 25, haben Heimarbeiterinnen in schamloser Weise dadurch ausgebeutet, daß sie die mit Hungerlöhnen bezahlte Arbeit dieser Heimarbeiterinnen mit übermäßig hohem Gewinn weiterverkauft haben. Die Polizei hat jetzt das Geschäft geschlossen. 0
Frankfurt a. M., 26. Juni. Auch ein Bombenattentat. Mit Sturmeseile verbreitete sich heute früh in der Stadt das Gerücht von einem vereitelten Bombenattentat auf die Börse. Die Sache war so: Ulkige Nachtschwärmer hatten in früheren Morgenstunden ein altes französisches 7,5 Zentimeter Artilleriegeschoß mit einem langen Bindfaden vor dem Börsengebäude niedergelegt. Es gab Alarm, eine Hundertschaft Grüner rückte an, sperrte den Platz weit ab, Tausende von Menschen standen hinter der Postenkette und harrten des furcht⸗ baren Ereignisses. Keiner wagte sich an die Bombe. Endlich geht ein beherzter Mann, ein ehemaliger Feuerwerker, näher, sieht sich das Ding an, nimmt den Zünder heraus und aus dem Innern der Mord⸗ waffe strömt in endloser Fülle Sand, Sand und abermals Sand. Das Vaterland und die Frankfurter Börse waren gerettet.
Frankfurt a. M., 24. Jum. Ein wucherischer Buch⸗ händler und seine gerechte Strafe. In bitterster Not verkaufte vor einigen Wochen ein aus Metz vertriebener Konditor einen Klavierauszug aus„Martha“ an den Buchhändler Naumann in der Goethestraße für 600 Mark. Wenige Tage darauf erhielt der junge Mann Arbeit als Kohlenschipper im Osthafen. Sobald er den ersten Verdienst in Händen hatte, versuchte er die Noten zurück zu erwerben. Es wurden ihm für dasselbe Buch sage und schreibe, 13000 Mark von Naumann abgefordert. Der Mann er⸗ stattete Anzeige wegen Wuchers und hatte den Erfolg, daß das Schöffengericht den Buchhändler zu vier Wochen Gefängnis und 800 000 Mark Geldstrafe verurteilte. Naumann legte gegen das Urteil Berufung ein. Die Wucherabtetlung stellte den Wucher sest und sagte außerdem, daß auch geistige Arbester vor der Ausbeutung geschützt werden müßten, und daß die vorliegenden Noten, die ein Sachverständiger als Luxuserwerb bezeichnet hatte einen Gegen⸗ stand des täglichen Bedarfs darstellten. Der Angeklagte wurde wegen Preiswuchers zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Zahlt
Buße, so wird die Strasvollstreckung auf drei Jahre bedingt ausge⸗ setzt. Außerdem wird das Urteil in den hiesigen Tageszeitungen mit der Ueberschrift„An den Pranger“ veröffentlicht. k
Die Post bestraft ihre eigene Saumseligleit.
Am 3. Februar 1909 sandte der Kreisarzt in Eleve eine Post⸗ karte versehen mit dem Stempel„Frei laut Avers Nr. 21“ an einen Buchdruckereibesitzer nach Altenkirchen. Die Karte kam jetzt mach 14 Jahren, 4 Monaten und 17 Tagen bei dem Empfänger an, der aber, da das„Frei laut Avers“ keine Gültigkeit mehr hat, mit einem Strasporto von 60 Mark beglückt wurde. Der Emp⸗ fänger will beantragen daß dem Reichstag ein Gesetz zur Rücker⸗ stattung der 60 Mark aus Staatsmitteln unterbreitet wird.
Lastanto mit Vieh umgekippt.
Auf der Neuenhainer Straße bei Bad Soden i. T. geriet ein mit Vieh beladenes Lastauto ins Rollen und sauste in immer größerer Geschwindigkeit die stelle Straße hinab. An einer scharfen Wegbiegung kippte der Wagen um. Während die beiden Lenker wie durch ein Wunder nur mit kleinen Hautabschürfungen davonfamen, wurden die Schlachttiere so schwer verletzt, daß sie an Ort und Stelle abgestochen werden mußten.
Der zerbrochene Regenschirm.
Ein Junggeselle saß mit einem jungen Ehepaar seiner Bekannt⸗ schaft in der Elektrischen. Es war ein regnerischer Morgen. Die junge Frau hatte ihren Schirm so neben sich hingestellt, daß er den
Ein⸗ und Aussteigenden beinahe den Weg versperrte. Ein kleiner unachtsamer Bursche stolperte beim Verlassen des Wagens darüber
Rolle Toilettenpapier. Sie kostete 1500 Mark und enthielt
hren, 5 vom 23. bis einschließlich 30. Junt auf 7800 Mark und die ü 720
Buseck bei Gostwirt Koch
. ð vb Kleine Nachrichten. 9
„Quartal ist im Laufe dieser Woche zum Versand gekommen. Orts⸗
er einen Monat nach Rechtskraft des Urteils zwei Millionen Mark
und zerbrach den Schirm.„S, das tut mir sehr leid“, stammelle mit einem puterroten Gesicht.„Das macht nichts, mein Junge, bin überzeugt, daß Du es nicht absichtlich getan hast“, sagte lächeln die junge Frau, ohne eine Spur von Unwillen und Aerger zu zeigen. „Nun, daß muß ich sagen“, rief bewundernd der Junggeselle,„Deine Gattin ist in der Tat ein Engel. Jede andere Frau würde den dummen Jungen wenigstens mit ihren Blicken durchbohrt haben, wenn sie ihn nicht mit Worten niedergeschmettert hätte“.„Ja, sie ist ein Engel“, bestätigte der Gatte, indem er die Stücke des Regen⸗ schirms aufhob und seine Frau belustigt anlächelte.„Aber, weißt Du, sie hat mich schon seit einem Monat vergeblich um einen Schirm gequält, und jetzt weiß sie, daß ich ihr einen kaufen muß“. l Vorschlag zur Markstabilisierung. Gestern kaufte ich eine Rolle— bitte nicht zu erröten—
eie 13
ge⸗ nauer Zählung 50 Blatt, das einzelne Blatt also zu 30 Mark. dem weiß ich, wie Zwanzigmarkscheine mit erheblichem Nutzen verwenden sind. Besitzern von Zwanzigmarkscheinen bin ich mein Geheimnis mitzuteflen. Es ermöglicht eine Aufwertung de Papiergeldes um 50 Prozent. Sedif Alam. Auch in Ssegerländern ist nichts heilig. 1 Die Flöte aus Holz mit einem Schlüssel aus Elfenbein, auf der“ Mozart als Kind spielte, wurde aus dem Museum für Mustkinstru⸗“ mente in Brlissel gestohlen.. N 0 1
72 17 A. 5 1 109 5 Arbeitsrecht, Gewerkschaftliches, Arbeiterbewegung. 0 1„Ausschuß der Provinz Oberhessen. 92 Fee ee 28. Juni 1923 15 a Die Fabrik feuerfester Erzeugnisse Scheidhauer u. Gleßing 155 in Mainzlar soll den Stundenlohn der Betriebsarbeiter über 5 Jahren für die Zeit vom 16.—22. Juni auf 6000 und filr
1 Löhne in demselben Verhältnis erhöhen. Die Streitteile erhielten Erde für ihre Erklärung über Annahme oder Ablehnung des Schi 5
edsspruches. 1 83
Ohne öffentliche Verhandlung erledigten die Streitteile Fe Lohnstreitigkeiten der Bad⸗Nauheimer und Friedberger Transport⸗ arbeiter und bei der Gießener Darmgroßhandlung Jalob..
Den Klndigungseinspruch eines Hausmädchens der leßener Universitäts⸗Nervenklinik wies der Schl.⸗A. aß. 2 99
„
Humoristisches. 1
Der Druckfehlerteufel, eimnal außer Rand und Band g. kennt keinerlei Rücksichten. Sveben lesen wir in dem Romane dess e e e e Bord“, versicherte fie. weiber ir es gu er an, ö „Hier draußen auf dem Deck habe chmckeipifiiit ckckckck 1 „Hier draußen auf dem Deck habe ich meinen kleinen Garten, einen Kasten mit Hyazinthenzwiebeln!“ 85 1 l Nur gut, daß unter der sicherlich nicht allgemein beraten Fremdsprache gleich die Uebersetzung steht. b. Der umgetaufte Gasthof. In einem kleinem Städtchen lebt — so wird in der„Leipziger Illustrierten Zeitung“ erzählt— eine Wirtin, die sehr hübsch war und deshalb von manchem Reisenden besucht wurde. Ihr Gasthof hieß„Zur schönen Gans“ Als nun der Magistrat befahl, die ähnlich klingenden Gasthof⸗ mamen, wie„Zur schwarzen Gans“, Zur goldenen Gans“ zu ändern, 5 1 e N* e Wirtin in gr erlegenheit. e taufte aber dann, um der
Obrigkeit 1 ihrer Eitelkeit zu genügen, den Gasthof:„Zur hübschen Wirtin, vormals schönen Gans“.—
Lokale Partei nachrichten. Unterbezirk 2 Großen⸗Buseck. Sonntag, den 1. Juli, nachmittags 2½ Uhr, in Großen.
8 14
Unterbezirks⸗ Konferenz ö Tagesordnung: 9 e 1. Abrechnung von der Maifeier. e 2. Delegiertenwahl zum Landesparteitag. 155 3. Verschiedenes.„ Die Ortsvereine werden ersucht, zu dieser Tages-
ordnung Stellung zu nehmen und Delegierte zur Konferenz zu entsenden. N 1 10 Der Unterbezirksleiter: Her ben
Bezirksverband S. P. D. Hessen⸗Nassau. Sit Frankfurt a. M., Allerbeiliaenstr. 57, I., Tel. Oansa 8441
ö An unsere Ortsvorstände! 11 Werte Genossen! Das Abkechnungsmaterial für das neue vereine, die bis zum Schluß des Monats nicht im Besitz desselben sind, wollen sich umgehend an uns wenden. l g
Die Abrechnungen für das Quartal April⸗Juni bitten wir so⸗ fort fertigzustellen und dem Bezirkssekretariat zuzusenden. Dringend ersuchen wir wiederholt darum, einkassierte Geldern nicht ungensitzt liegen zu lassen, sondern sofort der 1 18 0 Überweisen. Wer anders handelt, schädigt die Partei un ö f
schickt entwertetes Geld.. Die Finanznot der Partei ist groß! Eine Anzahl unserer Ortsvereine haben freiwillig der r kasse ihre Lokal⸗Kassenbestände überwiesen, um so die Geldno Partei zu lindern. Ein Beispiel, das wir allen Ortsvereinen nur empfehlen können. 5 25 Die Partei muß dem arbeitenden Volke erhalten bleiben, denn ohne Organisationen der Arbeiter ist eine Revoluttonser ug der Verhältnisse unmöglich. Sie ist das Kampfesorgan, mit dem wir die Reaktion besiegen können und wollen. Deshalb, Genossen, helst und zeigt Opfermut!. 1 Alle in besseren Einkommensverhältnissen befindlichen 8 genossen machen wir ganz besonders auf den Notfonds der. aufmerksagi und erbitten freiwillige Beiträge auf das Postscheck⸗ konto Nr. 29450, Fritz Daemisch, Frankfurt a. M, Allerheiligenstraße 57, überweisen zu wollen. a Mit Parteigruß! 1 9 Der Bezirksvorstand. J. A.: Fr. Daemisch⸗ 3
Versammlungskalender. 218 — Wieseck. Wahlverein. Samstag, den 30. Junk, abends 8% Uhr, bei Gastwirt Wilhelm Bierau: Oeffentliche Ber⸗ sammlung. Tagesordnung: Wohnungsbauabgabe und Woh⸗ nungswirtschaft: Referent Landtagsabgeordneter Mann⸗ Gießen. — Wieseck. Freie Turnerschaft. Samstag, den 30. Juni, abends 9 Uhr Mitglieder⸗Versammlung. Tagesordnung: Bezirksagktationssest in Großen⸗Linden am 8. Juli. 5 — Gießen. Freie Turnerschaft. Samstag, den 30. Jun abends 8% Uhr, Monatsversammlung im Gewerlschaftshaus(Tur⸗ nerzimmer). Tagesordnung: Bezirks⸗Turnfest in Großen⸗Linden am 7. und 8. Juli. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist erwünscht. — Rüddingshausen. Sozialdem. Wahlverein. den 30. Juni, abends 9 Uhr Versammlung im Vereinslokale. Tages⸗ ordnung: Bericht des Delegierten von der Bezirks⸗Konferenz in Gießen. Die Genossen werden ersucht, vollzählig zu erscheinen.
Geschäftliches. N
Allen jungen Gemssen, wie Karotten, Zuckererbsen, Bohnen, Spinat usw., welche ja bekanntlich immer etwes weichlich 1 geben einige Tropfen der altbewährten Maggi's Würze, vor dem Anrichten beigefügt, Fleischgeschmack. Es muß aber auch wirk⸗ lich Maggi's Würze sein. 5 5


