Ausgabe 
1.2.1923
 
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1 fiebektion: gießen Fihnboffraße 23 zarche 00d. U

erhessische Volks

Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

kitung

Spedition: Gießen Bahuhofftraße 23 Jerusprecher 2008.

1 Die Oberb. Volksseitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. Wen e e 595 0 Mond 1 5 i 8 985 undLand⸗ wi iche age beträgt monatlich 1370. Me. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen 1300. Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 50 Mk

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Vergntwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich; R. Strohwig. 19 0 von 5 5 Neumann& Cie., sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M.

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Nr. 26

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Gießen, Donnerstag, den 1. Februar 1923

18. Jahrgang

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Französische Gewaltpolitik.

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10 Von Philipp Scheidem ann.

05 1 Vor einigen Wochen fragte mich einer der größten 10 eutschen Industriellen, der politisch nicht aktiv ist, aber mit fffenen Augen in die Welt schaut, und nicht gewillt ist, sich in& für ein U vormachen zu lassen:Halten Sie es wirk⸗ ch für vollkommen ausgeschlossen, daß angesichts der Hal 1 ung Frankreichs eine politische Einheitsfront in Deutsch⸗ fa und hergestellt werden könnte? Ich habe ihm geantwortet, N17 ß ich die Einheitsfront für vollkommen unwahrscheinlich DNV alten müsse angesichts der politischen Haltung und Agita⸗

bonsmethoden der Herrschaften von ganz rechts und ganz inks; daß aber unter allen Umständen eine Vorbedingung füllt werden müßte; wenn man den Gedanken der Ein itsfront auch nur debattieren wolle: sie setze voraus, daß Ale, die sich eingliedern wollten, die Republik rückhaltlos an⸗ kennen müßten. Da ich die Erfüllung dieser Vorbedingung. fir unmöglich halten müßte, hätte ich die Forderung ver⸗ beten, schleunigst einen demokratisch⸗republikanischen Block in schaffen. Diesen Block aller ehrlichen, rückgratfesten und utschlossenen Demokraten und Republikaner zu schaffen, und Dar auf breitester Basis, werde uns die Not der Zeit ingen. Jeder weitere Tag, der inzwischen ins Land gangen ist, hat mich bestärkt in der Ueberzeugung von der

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dotwendigkeit einer solchen Front

. 0* 70* a f Wenn ein deutscher Mann im Juni des Jahres 1919 n engeschlafen wäre, jetzt erwachte und die Zeitungen zur

und nähme, so würde er wahrscheinlich zunächst gar nicht damerken, daß er drei und ein halbes Jahr lang geschlafen kt. Gang wie damals!

f Wir denken nicht daran! Wir sollen und müssen aus- herren! Wir werden festbleiben, mag da kommen, was da ! Das Recht ist auf unserer Seite! Das Recht wird er die Gewalt siegen, ein Morgen wird tagen! Der glückliche Schläfer hat nicht erlebt. wie oft wir im

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duufe der Jahre haben lesen müssen; unter keinen Umstän⸗ m dies oder das! Er kennt nicht die heroischen Versicher⸗ igen über die Erfassung der Sachwerte und das Zugreifen die Substanz! Er kennt nicht doch ich will wahrhaftig nem Menschen zu nahe treten und schreibe ohne jeglichen

2 voll diese Zeilen auf dringlichen Punsch. **

* 1 Ich habe die Unterzeichnung des Versailler Diktats für * einen großen Fehler gehalten und habe meinen Standpunkt t 5 bez auf den heutigen Tag nicht zu ändern vermocht. Aber it spreche aus Liebe zum deutschen Volke, von dem heißen gunsche beseelt, daß der deutsche Name in der ganzen Welt 12 nit Achtung genannt werden kann, die sehnliche Erwartung %% es, daß alle in Betracht kommenden Stellen aus der Ver⸗

engenheit das eine gelernt haben mögen: keinJa und n, femNein zu sagen, das zu halten man nicht unter allen 1 Enständen gewillt ist. 1 Was uns angetan wird, ist eine Schande, wird ein 11 Mmandmal sein auf den Stirnen aller Länder, die sie ge 50 ehen lassen, ohne Einspruch zu erheben. u Nachdem das Friedensdiktat unterzeichnet war, gab es . te klar vorgezeichnete Richtlinie für jeden ehrlich ge 17 ounenen deutschen Politiker: wir müssen und werden be 1(rebt sein, zu erfüllen, was zu erfüllen menschenmöglich ist.

Dutschland hat erfüllt was möglich war und wollte weiter üllen.

Was die Franzosen wollten und wollen, ist aber nicht die füllung, sondern die Zertrümmerung der deutschen Re Aublik. Die Politik Frankreichs ist die Politik der Ver⸗ tung und des Hasses, nicht die Politik der Versöhnung 5 des Weltfriedens. Die französische Politik ist ein Schlag un Gesicht seiner heiligsten Versicherungen, denn wie oft en wir gehört und gelesen, daß der Krieg gegen die schenzollern, gegen das militaristische Preußen, nicht aber esen das deutsche Volk geführt werde. Die Hohenzollern

a io erledigt, das militaristische Preußen gehört der Ver⸗ 1 angenheit an, die demokratische Republik aber, die jetzt von n, nnkreich ruiniert werden soll, ist das aus dem Zusammen⸗

1 uch gerettete Kleinod des deutschen Volkes, des vergewal ten Volkes, das hungert und friert, das schafft und darbt, 15 n diese Republik zu erhalten. Wilsons Friedenspunkte

sattern als 14 zerrissene Papierfetzen in den Lüften. Wilson lot, der den Franzosen die Niederlage erspart hat durch in Eingreifen, wird als Narr behandelt.

Was das Frankreich des nationalen Blocks jetzt unter klincaré tut, ist Wort⸗ und Vertragsbruch, ist die Politik gässiger, unehrlicher und feiger Brutalität. Was die utsche Reichsregierung bis jetzt erklärt hat, ist der uation angemessen und würdig eines Volkes, das wehr u waffenlos gemacht worden ist.

Aus demRoland, Berlin.

Gesteigerter Druck im Ruhrgebiet.

Systematische Französierung.

Aus Bochum wird uns unterm 30. Jan. gemeldet:

Als Protest gegen die gewaltsame Besetzung des Ruhrge⸗ biets und die Eingriffe der Besatzung in dessen komplizierten Wirtschaftsbetrieb haben deutsche Arbeiter, Angestellte und Be⸗ amte die Arbeit niedergelegt. Heute zeigt sich mehr und mehr, daß die Franzosen an der Betriebsaufnahme von Post und Eisen⸗ bahn durch deutsches Personal gar kein Interesse haben und daß wir in unserer Abwehr zu anderen Mitteln greisen müssen als zur restlosen Arbeitseinstellung. Nach wie vor lehnt die Besatz⸗ ung jede Vermittlung ab und arbeitet

mit Hilfe des verschärsten Belagerungszustandes, der der deutschen Bevölkerung den letzten Rest von Recht Freiheit nimmt, systematisch auf die Militarisierung der Eisenbahnstrecken

hin, die sie vorläufig zu einem geregelten An- und Abtransport notwendig hat. Die Ruhrtalbahn ist militaristert; auch die Strecke Düsseldorf Duisburg OberhausenLünen steht ausschließlich unter dem Einstuß der Franzosen. Langsam geht man auf diesen Linien daran, die Weichen in Erdnung zu bringen, überhaupt auf eigene Kosten die Vorbereitungen zu treffen, die zur Aufrecht⸗ erhaltung ihres Verkehrs notwendig erscheinen. Durch die Mili⸗ taristerung der genonnten Bahnen ist die Hauptzufahrtsstraße von

und

Hamburg für deutsche Transporte gesperrt, serner müssen die Lebensmitteltransporte aus Holland zum Teil auf anderen Strecken in das Industriegebiet geleitet werden. Die Lebens⸗

mittelzufuhr für die Ortschaften, deren Bahnhöfe besetzt sind, ist sichergestellt. 1 Ae werden an der Peripherie des neubesetzten Ge⸗ etes Stellen zur Kontrolle der über die bis jetzt noch freien Strecken in das Innere Deutsch⸗ lands fahrenden Güterzüge eingerichtet. Diese Kontrollstellen scheinen die Vorbereitung für die Schaffung einer Zollinie zu bilden. Es steht einwandfrei fest, daß aus Elsaß⸗Lothringen französische Soldaten in das besetzte Gebiet transportiert werden. So ist z. B. am Dienstag ein derartiger Transport in Cleve ein- getroffen. Der Bürgermeister wurde aufgefordert, für diese Be amten Quartier zu besorgen. Er hat das abgelehnt und wurde infolgedessen nachts um 11% Uhr aus dem Bett verhaftet.

Auch im Hinterland, im altbesetzten Gebiet, ist man syste⸗ matische bei der Militaristerung der Eisenbahn. Die Strecken Koblenz Bonn, Trier Euskirchen, Aachen Düren werden augenbläklich von französischem Personal bedient. Der deutsche Personenverkehr ruht auf diesen Linien vollständig. Hauptsächlich trausportieren die Frauzosen bezw. Belgier hier Lebensmittel- züge bis an die Grenze des unter dem Hoheitsxrecht der Engländer stehenden Gebietes. Die englische Besatzungsbehörde verlangt, daß in den ihr unterstellten Landesteilen deutsche Eisenbahner die französischen Transporte, welcher Art sie auch sind, bis nach Mül⸗ heim a. Rh. fahren. Hier sollen sie von den Franzosen übernom- men und weitergeleitet werden. Die Engländer wollen abrücken, sobald ihrem Verlangen nicht Folge geleistet wird. In Anbetracht dieser Zwangslage fahren unsere Eisenbahner jetzt in dem ge nanntem Gebiete französische Züge, sie müssen also unter dem

Druck der euglischen Besatzungsbehörden

den Franzosen für die Gewaltaktion Vorschub leisten, trotzdem das oberste englische Gericht die Besetzung des Ruhrgebiets als

völkerrechtswidrig bezeichnet hat.

Die Voraussetzungen für das Gelingen der Militarisierungs⸗ aktion sind für Poincaré

Verhaftungen und Ausweisungen.

Nach einem französischen Geheimbefehl, der von dem französischen Ministerpräsidenten unterzeichnet ist, soll jede Amtsperson ausge⸗ wiesen werden, die sich weigert, einen Befehl der französischen Be satzungsbehörden auszuführen. Die Treue der deutschen Beamten zum Gesetz und zu den Anordnungen der Regierung stellt dieser Erlaß alsArbeitsverweigerung hin. Das System ist: entweder arbeiten für die Besatzung oder ausgewiesen werden. Die Be satzungsbehörden machen gar keinen Hehl daraus, daß, sobald alle flihrenden Amtspersonen ihrer Pflichttreue wegen über die Grenze des besetzten Gebietes gebracht bezw. krtegsgerichtlich abgeurteilt sind, das gleiche System auf die Gewerkschaftler Amwendung fin⸗ det, wenn sie ihrem Vaterland einen Dienst exweisen und die Führung bei der weiteren passiven Resistenz übernehmen. Der Anfang mit der Ausweisung von Gewerkschaftlern ist bereits ge macht. In Essen wurde der Vertrauensmann des Verkehrsbundes ausgewiesen, auch an anderen Stellen sind Vertrauenspersonen der Gewerkschaften, die an der Organisation des passiven Widerstandes betelligt waren, aus ihrem Heimatland gewaltsam entfernt worden. CCC ͥ VCC ccc

Wer es gut mit der deutschen Republik meint, wer sie vor dem Verfall behüten und dem französischen Rachegeist entgegenwirken will, der wird die Ermahnung der Reichs regierung befolgen und im Sinne ihrer Kundgebungen

wirken müssen. Jetzt handell es sich um das Schicksal der Republik, nicht um irgend welche Parteinteressen. Die

deutsche Arbeiterschaft, die die Erfüllungspolitik nach besten Kräften gestützt hat, wird das ist eine Selbstverständlich⸗ keit keiner Regierung Schwierigkeiten machen, die sich unzweideutig für den Schutz der Demokratie und der Repu blik einsetzt. Was die französische Arbeiterschaft tun wird, um Herrn Poincaré plausibel zu machen, daß auch sie den Weltfrieden gesichert, kein Kulturvolk der Welt aber ver sklavt haben will dem darf man mit Spannung entgegen- sehen. 0

Der Hauptabwehrstoß gegen den französischen Gewaltakt konzentriert sich unter den vorstehend geschilderten Umständen jetzt

wieder auf die Bergarbeiter,

die schon einmal ihren Mann gestanden haben. Frankreich wünscht vor allem Kohlen und wird hierzu balb den ersten Versuch machen, nachdem die zum Abtransport der Kohlenproduktion erforderlichen Eisenbahnstrecken notdürftig sichergestellt sind und es die Abwehr- kraft durch Ausweisung und Verhaftung führender Männer ge⸗ schwächt glaubt. Sicherlich wird man zunächst auch hier, soweit der Widerstand erneut einsetzt, mit der Ausweisung der Dechen⸗ direktoren, der technischen Ingenieure und schließlich der Gewexk⸗ schaftsführer beginnen. Aber auch damit merden die Franzosen vorläufig nichts erreichen. Es bleibt abz warten, welches System sie dann anwenden. Soll dann die Hungeraktion in Erscheinung treten? Gute Vorbereitungen hirfsir sind getroffen!

Frankreich braucht ih kaum mehr zu bemühen, seine gegen⸗ wärtige Aktion alswirtschaftlich hinzustellen. Die Methoden, die jezt angewangt werden und die wir vorstehend kurz geschilderr haben, bestätigen jedermann, daß Frankreich nicht nur darauf aus⸗ geht, das übrige Deutschland wirtschaftlich zu ruinieren, sondern auch das Ruhrgebiet durch systematische Französierung zu annek⸗

tieren. Zollgrenze am 1. Februar?

In der Information gibt ein Berichterstatter dieser Zeitung bekannt, daß die Zollabschnürung am 1. Februar beginnen soll. Von da ab werde die Kohleusteuer durch 6 Bataillone Zollbeamte unter Führung von Hauptmann Philips eingetrieben werden.

Verstärkter holländischer Grenzschutz. In den letzten Tagen sind die an der holländisch⸗deutschen Grenze gelegenen holländischen Stationen wohl im Hinblick auf die gespannte Lage im Ruhrgebiet wesentlich verstärkt worden.

Protest gegen den Belagerungszustand.

Am Montag nachmittag nahmen die Vertreter der Essener Stadtverwaltung, der Arbeitgeber und der Gewerk⸗ schaften Stellung zu der Verordnung, durch die General Degoutte den Belagerungszustand verhängt hat. Undurch⸗ führbar erschien vor allem die beabsichtigte Verkehrskontrolle. Alle Anwesenden waren der Ansicht. daß die Verkehrs⸗ kontrolle unbedingt zurückgewiesen werden müsse, weil sie das wirtschaftliche Leben im höchsten Maße gefährde. Sie sei technisch auch völlig undurchführbar, da sie die praktische Bedeutung habe, daß ungefähr alle Arbeiter und Ange⸗ stellten mit einer Bescheinigung versehen sein müßten. Es wurde beschlossen, ein Protestschreiben an den französischen General zu schicken, um ihm zu erklären, daß die Verord nung undurchführbar sei. Das Protestschreiben soll durch den Beigeordneten Dr. Reichard dem französischen General übergeben werden.

Die Dauer der Nuhrbesetzung. Poincarés Zukunftspläne.

Das Wolffbureau meldet: Ministerpräsident Poincaré erklärte am Montag amerikanischen Pressekorrespondenten gegenüber, ent⸗ gegen den deutschen Behauptungen habe Frankreich nicht die Absicht, das Ruhrgebiet zu annektieren, um die notwendigen Kohlen für die Eisenbahnen, die Industrie und Lothringen herauszuholen. Er unter⸗ streiche jedoch die Tatsache, daß die französische Armee solange deut⸗ sches Gebiet besetzt halten werde, bis das Reich seine Neparations⸗ verpflichtungen gemäß den Klauseln des Versailler Friedensvertrages erfüllt habe. Frankreich, so erklärte Poincare, ist fest entschlossen, nicht die Garantie aufzugeben, die seine Truppen in Händen haben, bevor die Zahlungen erfolgt sind. Auf diese Weise vereiteln wir im voraus jedes fremde Manöver, in das Problem einzugreisen. Die Ruhr ist ein weiteres Pfand von der gleichen Art wie die Rheinlande. Wenn Deutschland das tut, wozu es nicht die Absicht hat: wenn es seine Verpflichtungen erfüllt, indem es mit den Zahlungen beginnt und die Lieferungen ausführt, wie sie ausgemacht wurden, so werden die französischen und belgischen Truppen sich aus dem Ruhrgebiet zurück⸗ ziehen und in fünfzehn Jahren, nachdem mit der Ausfführung der Vertragsbestimmungen begonnen wurde, wird auch das linke Rhein⸗ ufer geräumt werden.. 8 5

Nach dem Kriege von 1870 haben die Preußen ihre Garnisonen in Frankreich gelassen, bis der letzte Centime bezahlt war. Die Pfand⸗ nahme wird also so lange dauern bis Deutschland bezahlt hat. Es können fünf Jahre 8 vergehen, bis genügend Beweise der Aufrichtigkeit, Reparationen zu zahlen, von Seiten des Deutschen Reiches vorliegen. Aber das Deutsche Reich kann das Ruhrgebiet vorher befreien, wenn es sein Finanz⸗ systeimn vorher reorganisiert und eine solide Basis schafft, um eine internationale Anleihe zu sichern, deren Ertrag für den Wiederauf⸗ bau bestimmt wäre. Aber Frankreich ist einmütig darin, die Ga⸗ rantie, die das Ruhrgebiet darstellt, vor diesem Tage nicht verlassen.

Poincaré fühlte sich auch noch dazu berusen, die Korrespondenten vor der deutschen Propaganda zu warnen, die behaupte, Frankreich vergeude ungeheure Summen für die militärische Besetzung des Ruhr⸗ gebietes. Das sei vollkommen falsch. Frankreich habe nicht einen ein⸗ zigen Soldaten mobilisiert. Es habe nur über die Soldaten verfügt, die schon unter den Wassen ständen. Die Unterhaltungskosten im Ruhrgebiet seien kaum höher als die in Frankreich, denn die Kosten der Lebensmittel und der sonstigen Gebrauchsgegenstände seien nicht sehr beträchtlich.