Ausgabe 
30.5.1923
 
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SSE es

dauerte den Mißer

leben, daß andere Courage haben. Ihnen auf die Finger zu sehen und zu verhüten, daß sinnlos Menschenblut vergossssen wird, sollten die Behörden als eine ihrer wichtigsten Aufgaben betrachten,

Der Verfassungskampf in B hern. Landesregierung und Staatspräsident.

Der bayerische Landtag hat Ende März die Regierung beauf⸗ tragt, einen Gesetzentwurf auszufertigen zwecks Aufstellung eines Staatspräsidenten in Bayern. Dieser Entwurf ist fertiggestellt und beschäftigte bereits das Gesamtministerium. Ueber den In⸗ halt des Entwurfs wird vorläufig noch strenges Stillschweigen be⸗ obachtet. Da er aber bereits im Laufe der nächsten Woche dem Landtag zugehen wird, erfährt man ja bald, welche staatsrechtliche Befugnissef und Vollmachten diesem Platzhalter eines künftigen Monarchen zugedacht sind. Nach den jetzigen Parteiverhältnissen im Landtage steht außer Zweifel. daß dieser Gesstzentwurf die ver⸗ fassungsmäßig notwendige Zweidrittelmaforität nicht finden wird. Infolgedessen wird dem Landtage ebenfalls schon in nächster Zeit auch ein Gesetzentwurf über allgemeine Volksabstimmung(Referen⸗ dum) zugehen, von dem man annimmt, daß seiner Durchbringung im Landtag keine besondere Schwierigkeiten bereitet werden. Auf dem des Referendums hofft man dann das schon lange mir besonderer Zähigkeit festgehaltene Problem eines selbstherrlichen bayerischen Staatspräsidenten zu lösen.

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Antisemitische Rohheiten.

Das Hamburger Echo berichtete: Die zum internationalen Jugendkongreß in Hamburg weilenden zahlreichen Vertreter der Rührjugend hatten es sich nicht nehmen lassen, am Donners⸗ tag vormittag 10 Uhr beim Heinedenkmal einen Kranz mit roter Schleife mit der Aufschrift:In unserm Herzen wirst du ein e Denkmal haben, niederzulegen. Dieser Kranz mit dieser Schleife erregte offenhar den Zorn anttsemitischer Kontorinsassen zin der Umgegend, und um 12½ lihr wurde von einem, wie sich später herausstellte, von seinem Chef aufgehetzten Lehrling die Schleife abgerissen. Bei dieser Tat wurde er aber überrascht. Bald sammelte 11 eine größere Zuschauermenge, die für und gegen den Lehrling Partei ergriff. Hierbei wurde die Schletfe zer⸗ rifsen. Der Auftritt endete damit, daß der verhetzte Mensch nach der Polizeiwache abgeführt wurde, Bei einer Be⸗ Bonn des Heinedenkmals stellte sich dann hereus, daß das Denkmal auch wieder frischmit Teer bekleckst ist⸗

Hessischer Landtag.

Darmstadt, 28. Mai. Nach 10tägiger Pfingstpause setzte der hesstsche Landtag heute 10 Beratung des Staats voranschlages fort. Präs. Adelung

junge

erb e um 2.20 Uhr die Sitzung Das Kap. Techn. Hochschule und in Verbindung damit ein Antrag, der Fliegergruppe der Techn. Hochschule den Betrag von 20 Millionen Mark bereitzu⸗ stellen, zum Bau eines Segelflugzeuges, das das Problem des motorlosen Auffluges von der ebenen Erde lösen soll, wurde einstimmig genehmigt.

In rascher Folge passierte dann eine Reihe kleinerer Kapitel, und erst das Budget des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft gab Anlaß zu einer ausgedehnten Aussprache. Nach dem Bericht des Abg. Diehl⸗Hochweisel(Bbd.) sprach als erster in der Diskussion. Abe. Dr.(Dem.), der z die an d ue Verhältnisse im besetzten und Randgebiet schilderte und sich dann den großen Fragen der Politik zuwandte. Er be⸗

folg der Dollaranleihe und verkannte nicht, daß von der Industrie mehr in dieser Beziehung hätte geschehen können. Redner wandte sich gegen die Verwahrlosung der Jugend und for⸗ derte schließlich die Einführung eines Arbeitsdienstjahres, das großen Segen bringen und auch für den Wiederaufbau der nord⸗ framzösischen zerstörten Gebiete nutzbar gemacht werden könnte.

Abg. Dr. Dehlinger(Bbd.) sprach über das dringliche Projekt der Riedentwässerung, deren Notwendigkeit im ver⸗ gangenen Jahr, als das Ried von schweren Wasserschäden heimge⸗ sucht wurde, augenscheinlich geworden sei. In Kreisen der Land⸗ pelt n e sei das Mißtrauen und die Gegnerschaft gegen das Pro⸗ jekt im Schwinden.

Für die Deutsche Volkspartei sprach Abg. Hahn, der sich zu⸗ meist mit den Landwirtschaftskammern und ⸗ämtern heschäftigte.

Abg. Mann(Soz.) verbreitet sich über die wirtschaftliche Lage der Arbeiterschaft, Hessen habe nach dem Ruhrgebiet die höchsten Teuerungszahlen aufzuweisen. Die Löhne müßten unbedingt der Geldentwertung angepaßt werden. Dann behandelte der Redner wirtschaftliche Einzelfragen. Die Regierung müsse dafür Sorge tragen, daß die Arbeitslosigkeit eingedäsamt werde.

Abg. Kindt(D. Nat.) forderte eine rasche Hilfeleistung der in großer Not lebenden Kriegsopfer. Eine automatische Anpassung der Löhne und Gehälter an die Teuerung sei erforderlich. Dann polemi⸗ sierte der Redner gegen Erzberger, der der Urheber einer verfehlten Steuerpolitik sei. Für Beschäftigung der Arbeitslosen durch Nok⸗ stands arbeiten sei Sorge zu tragen. Gegen verschiedene Vorwürfe verteidigte Abg. v. Helmolt die Landwirtschaft deren Wichtigkeit er hervorhob. 4

Abg. Ebner(Komm.) schilderte das Elend des Proletariats und nannte den Kapitalismus den Urheber der jetzigen Vorgänge im Ruhrgebiet. Die Kommunisten verurteilten die Ausschreitungen. Die größten Opfer müsse auch jetzt, wie schon im Kriege, die Arbeiter⸗ schaft bringen. Zum Schlusse appellierte der Redner für ein wirt⸗ ie Bündnis des industriellen Deutschlands mit dem agrarischen

Nach kürzen persönlichen Bemerkungen der Abg. Werner und wurde dann die Weiterberatung auf Dienstag vormittag 9 Uhr vertagt

Gießen und umgebung.

* 742 7* Die hohe Politik im Gießener Anzeiger.

Alltäglich setzt bekanntlich der Gieß. Anz. seinen genüg⸗ samen Lesern im sogenannten politischen Teil ein buntes Sammelsurium von meht oder weniget widerspruchsvollen Telegrammen aus aller Herren Länder vor, woraus dann die Leser sich ihren Vers machen sollen. Welche Belehrung und welches Verständnis dabei herauskommt, wurde jüngst aller Welt klar, als sogar ein Oberstudiendirektor bekennen mußte, aus seinem Leibblatt, eben dem Anz., über Wesen und Bedeutung Rathenaus nichts erfahren zu haben. Am Samstag freilich kommt der geprieseneWochenrückblick, und hierin gibt dann die Schulstraße ihr salbungsvolles Votum über die hohe Politik ab, d. h. wie sie nach ihrer Meinung gemacht werden müßte. Wie? Nun, mit Wirth war der Anzeiger positiv unzufrieden, mit Cuno ist er jeden⸗ falls nicht ganz zufrieden. Die Einheitsfront ist in Gefahr, wie der Anz. ste auffaßt: also von Helfferich bis(leider) Scheidemann oder lieber von der deutschvölkischen Drei⸗ männerpartei bis meinetwegen Breitscheid., Was versteht nun der Anzeiger unter Einheitsfront? Doch natürlich, wenn der aktive Widerstand aller wahren Patrioten, die in der deutschvölkischen Partei am Losungswort der Regierung Cuno⸗Rosenberg wird. Denn Gefahren sieht der Anzeiger, ja, er hält das Rennen für verloren, einmalwenn das deutsche Kabinett selbst im Widerspruch der Linken versinkt. Orakelstil! Der Anzeiger mag sich aber beruhigen. Die Linke will jedenfalls das deutsche Kabinett nicht stürzen, verlangt vielmehr, daß es die Aufgabe, die es übernommen hat, auch selbst zu Ende führe, daß es nämlich die Franzosen aus dem Ruhrgebiet wieder herausbringe. Sodann,wenn die Trennung der Geister in Deutschland gelingt. Deutlicher gesprochen wenn der Reichskanzler der Mahnung der Sozialdemokratie und der ganzen bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft, in der bekanntlich jetzt Stresemann führend ist, folgt und neue präzisere Angebote macht, wofür ihm schon die Partei Hergt Feindschaft angesagt hat. Ganz deutsch,wenn wenigstens der deutschen Nachbar(Poincarés) durch eine verbesserte Auflage seiner Angebote seine Aengstlichkeit und Schwäche verrät. Also verbesserte Angebote, die ja Stresemann, als. neuet Erzberger(im Sinne der Rechtsparteien), mit Garantierung durch Sachwerte(]) empfiehlt, fürchtet der

Denn, so lautet seine Logik, jetzt, wo Poincars in seinem eigenen Lande schon sichtbar ins Wanken gekommen ist, wo der Stern des gottlosen Nationalistenanwalts auch in Frankreich mehr und mehr verblaßt,wo der Reiter schon Zügel und Steigbügel verloren hat, jetzt nur bei unsBe⸗ harrlichkeit und Vaterlandsliebe in geeinigter und sicheret Front! Das klingt ganz schin. Aber es heißt in der An⸗ zeigerpolitik nicht etwa nur Durchhalten des tapferen passiven Widerstandes an Rhein und Ruhr, was wir alle wünschen, sondern eben: keine verbesserten Angebote, die zwar alle Welt und die überwiegende Mehrheit des deut⸗ schen Volkes für unbedingt nötig halten, um aus dem Elend herauszukommen, die aber der Anzeiger mit seiner Partei, der deutschennationalen nebst ihren deutschvölkischen und nationalsozialistischen⸗fascistischen Anhängseln, ebenso un⸗ bedingt verabscheut. Wir sagen: mit seiner Partei, der deutschnationalen! Wird das der Anzeiger Wort haben? Nein, natürlich nicht. Als Generalanzeiger ist er selbstver⸗

reinsten verkörpert sind,

Anzeigergefügige Angebote, wie er noch einmal betont.

ständlich farblos und vorsichtig. Als Annoncenblatt in dem 2 8

überwiegend demokratischen Gießen darf eren stoßen. Also, hübsch verschleierte, geschr Redewendungen, sobald er Einmal in 5 Roß der hohen Politik reitet im Wochenrüchlf

politisch Urteilslose, allerdings bis hinein in fe akademisch Höchstgebildeten, lassen sich be täuschen durch das reaktionäre Geplätscher. politisch ein und aus weiß, der weiß auch, soch* Wirklichkeit der farblose Generalanzeiger si O

im Herzen trägt. Kurz zusammengefaßt: Der 2 nzei rückwärts orientiert, möchte man sagen bis inspi wenn das bei einer Molluske kein falsches Bil

Wahlosrein Gießen. Eine Mitglie derbi findet morgen, Donnerstag, abend 9 Uhr im Geher! statt. Die Tagesordnung ist aus dem Inserat im ersichtlich. Die Parteigenosfen werden an dieser Stel sammlung aufmerksam gemacht umd ersucht, sich alle ann

Wertungssingen des Arbeitet⸗Süngerbun Sonntag hält der 2. Bezirk des Arbeitet⸗ Rhein⸗Maingau ein Wertungssingen hier theater ab, an dem 34 Vereine aus Hessen Nassau teilnehmen werden. Für Zuhörer wer karten ausgegeben, deren Preise noch bekannt den. Die passiven Vereinsmitglieder werden e ihnen zugehenden Einladungskarten zum Kontrolle mitzubringen. An das Wertungs sich nachmittags das Stiftungsfest tracht⸗Gießen an, die das Jubilaum ihr Bestehens feiert. Das Fest findet im Garth Philosophenwald statt. An dem Feste werden ch j zahlreiche befreundete Vereine beteiligen. Hoffe es von gutem Wetter begünstigt. f 4

Gegen den Wucher. Im Hinblick auf das Steig ola 1 wurden, wie der amtliche Preußische Pressedienst he* Poltzeibehörden erneut angewiesen, der Bekämpfun ihre ganze Kraft zu widmen. Die Polizetbehörbes sonders darauf aufmerksam gemacht, daß der Miez preis als Maßstab für die Angemessenheit des Gew 3 Bei vielen, für die Versorgung der Bevölkersssg

aren besteht die Notmarktlage, welche die Verksh ihre Preisforderung auf der Grundlage der Mane zu errechnen. Bei dem Verdacht del A haltung sollen die Polizeibehörden Lagenkontrollen obachten die Polizeiverwaltungen Angstkäufe des Warenhamstern, so sollen sie den Kleinhäudlern Waren in größeren Mengen nicht meht abzugeben, behörden werden ferner ersucht, ihre Aufmerksamk zeugerpreise zu lenken, die etwa 25 bis 30 Prozent Absatzgebiet notlerten Marktpreis liegen missen. ländlichen Gebieten soll diefer Standpunkt mit allem treten und darauf aufmerksam gemacht werden, daß es

gültig ist, ob der Erzeuger diesen hohen Preis forde 0 aner sie anbietet und der Erzeuger sie annimm 0 Vorschriften wären auch bei uns durchaus am 0

Jugendliche Mutter. Am Sonntag brachte. de 00

Kreis Friedberg⸗Büdin gen. Büdingen. Zu der Bluttat des Lehries Kat! Mittelgründau, der wie kürzlich berichtet, seinen Kollegen Uhl dann sich selbsterschoß, wird noch bekannt, daß dem Rieß G keitsverbrechen e wurden, die er an Schüle began haben solte. Das habe ihn zu der grauenvollen Tul era Kreis Als feld⸗Lauterbach, 1 * Alsfeld.tebevolle Aufnahme Ausgeswfesehtß Zu dem Artikel unter dieser Stichmarke in Nr. 115 nseres Mah 0 erhalten wir von Herrn Kommerzienrat G. Ramspe schrift, in der er erklärt, daß er der dort berichteten Rach

Arbeit und Sparsamkelt praktischen Hausfrauen ihre Kleider, Blusen, 0 0 i u. s. w. selbst nur mit den weltberühmter echten Heitmann's Farben, Marke Fuchs kopf im Ehen. Heitmann's Farbe spart den

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Der Desertenr.

Roman von Robert Buchanan.

Kromlaix war noch immer so royalistisch gesinnt, wie es in Wirklichkeit seit undenklichen Zeiten gewesen; man nahm daher das herausfordernde, siegesgewisse Auftreten Deroals nicht gerade günstig auf. Es hertschte eine allge⸗ meine Neigung, den Alten ordentlich durchzubläuen, was zweifellos auch geschehen wäre, wenn er seine größte Be⸗ geisterung nicht für seinen häuslichen Herd aufgefpart hätte. Mit ausgestreckten Beinen, die Schnupftabaksdose zwischen den Fingern, ganz à la Napoleon, donnerte er Gildas nie⸗ der, der den Sieg Napoleons zwar wünschte, ihn aber für unmöglich hielt, so lange Marschall Ney auf seiten des Kördigs stand. Als jedoch der große Tag hereinbrach, da Ney mit seinem Heer sich seinem alten Meister zur Verfügung stellte, umarmten sich Onkel und Neffe unter Freudentränen und erklärten, daß die kaiserliche Sache nunmehr so gut wie gewonnen sei.

Rohan kam und ging wie ein Schatten. Stillschweigend hörte er den Tiraden des Alten zu, hoffend, daß sich die Lage doch noch ändern könne; aber seine Hoffnungen ver⸗ düsterten sich mit jedem Tag. Wo Nopoleon seinen Fuß hin⸗ setzte, schienen Armeen aus der Erde zu springen; seine Stimme drang von Tal zu Tal und zauberte eine reiche Ernte von Waffenträgern hervor.

Auch Marcelle wurde wieder von der furchtbaren Epide⸗ mie der Nopoleonbegeisterung angesteckt, und dies zu sehen, war für Rohan das Schlimmste. Ein neues Feuer loderte in ihren Augen, ihre sonst bleichen Wangen glühten vor Begeisterung, wenn der Alte seine bekannten Lobreden los⸗ ließ; sie sog förmlich jedes seiner Worte ein, ihr ganzes Wesen schien sich vollständig verwandelt zu haben. Rohan beobachtete sie mit stillem Entsetzen und vermied es, ihren Blicken zu begegnen. Hatte sie denn so rasch all die Qualen und Entbehrungen vergessen, die er dulden gemußt? Be⸗

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griff sie denn nicht, daß diese Sache, die iht solche Freude bereitete, das Zeichen zu seiner Vernichtung warn

Rohan hielt es weder zu Hause noch bei Dervals lange aus; es trieb ihn hinaus, ins Innere der Erde, in sein altes, luftiges Versteck. Nur dort fand er das Gleichgewicht seiner Seele, die ihm so nötige Ruhe wieder.

Mußte er nicht jeden Augenblick auf eine neuerliche Verfolgung gefaßt sein? Aengstlich und das schlimmste er⸗ wartend, verlebte er seine Zeit zumeist draußen auf dem offenen Meere.. 5

An einem ruhigen, sonnigen Morgen konnte er der Ver⸗ suchung nicht widerstehen, alle Schauplätze seiner schweren Kämpfe aufzusuchen. Er fand die Kathedrale von einer Legion von Seevögeln belebt, die aus dem Süden heimge⸗ kehrt waren, um ihre Nester zu bauen und ihre Jungen groß⸗ zuziehen. DerTrou zeigte noch deutliche Spuren seines Kampfes mit den Gendarmen. Die Erinnerungen drohten Rohan zu überwältigen und er beeilte sich, durch den finsteren Schneckengang sein luftiges Gemach im Innern der Klippen zu erreichen. Aus dem Spalt seines einstigen Versteckes blickend, sah er das Meer ruhig zu seinen Füßen rollen; es war so klar, daß er die roten Riffe und gelben Sand⸗ bänke deutlich erkennen konnte; die Fischerboote glitten über den glatten Spiegel dahin, die Sonne leuchtete. Rohan nahm dies friedliche Bild in sich auf, aber das Herz wurde ihm dabei schwer, denn er mußte an jenen denken, der sein blutiges Schwert wieder über die friedliche Welt zückte und dessen roter Schatten sie zu verdüstern drohte. Konnte Gott das wirklich zugeben? Gott?! Satte er nicht auch zu⸗ gegeben, daß er, Rohan, den Freund seines Vaters niedet⸗ schmetterte und ihn unter dem Steinblock seines menschlichen Hasses zerdrückte? Um den auf ihn einstürmenden Gedanken zu entrinnen, kroch er durch die finsteren Hohlgänge weiter in die erste Wasserhöhle und von da über die schlüpfrigen Stiegen bis zur Mündung des Aquädukts. Auf dem ganzen Wege fand er noch die Spuren der großen Ueberschwemmung,

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Fels- und Erdstücke versperrten ihm zeitweilig den Beg ind der Abstieg war noch gefährlicher als er ihn biahher gefun Weiter als bis zum Eingang des großen Afsserkeseh konnte er nicht gelangen, denn derselbe war Hurch al Trümmer verbarkikadiert, die wenzusch issen sahkel Arbeit bedurfte. Auf dem Rückwege stolperts er au schlüpfrigen Boden über einen duaflen Gegessstand war die schwarze Mar morstatue, die er frühen im Inne des Aquädukts entdeckt hatte. 3 Jahrhundertelang hatte sie auf dem Platze gestanen, um dann schließlich dennoch ihrem Schicksch en vetsallh Sie vermochte der beispiellosen Wut der Wellel nicht ham zuhalten, die sie von ihrem Piedestal stürzten und wle ei Strohhalm wegspülten. Schwarz und still la sie da i immer häßlich und entstellt! Ave Cäsat Iihergtoe wie jener, dessen Bildnis du darstellst, seinem Schicksal au entgehen konnte, so hat dich das deinige ereilt Alles Erden ist vergänglich! Die Menschen und iht Werke gehen. Früher oder später wird alles vom Mere der e keit erbarmungslos hinweggespült, über slchem e Schatten schweben, die zu leben scheinen, aber nichts als Phantome sind! 9 Dies ungefähr waren die Gedanken, welle 5

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seelten, während er sich über die Statue mgte, mußte er an jenen furchtbaren Tyrannen delffen, det Leben verdüstert hatte, dessen Haupt ebenfells ein 10 barer Lorbeer krönte und an dessen Händen das t Tausenden und Abertausenden Menschen klebte Als er endlich wieder in die feische Luft kt, dam es bereits. Die Kälte und der Mehltau der lochen N hauchte ihn noch, er zitterte am ganzen Koͤrseh während über die Triffinesleiter zur Kapelle der Nolm Dame b Garde emporschritt. Die Welt schien in eile Frieden. Farbenpracht getaucht. 1 7 (Fortsetzung folgt.)