Ausgabe 
29.3.1923
 
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Aus dem Ruhrgebiet. Verhaftungen und Belagerungszustand.

In Dortmund haben die Franzosen Dienstag vormittag unter dem Aufgebot starker militärischer Kräfte eine Reihe von Gebäuden, darunter die Stadtverwaltung, satzungsamt, das Hochbauamt, die Zollstation, das Postamt und den Bahnhof Süd besetzt. Ferner nahmen sie eine Reihe von Durchsuchungen und 5 Verhaftungen führender

eute der Deutschvölkischen Padtei vor, u. à. den Rechts⸗ nwalt Dr. Kirchberg, Zahnarzt Dierska und den Diplom⸗ ngenieur Reist, in deren Wohnungen sie politisches Material beschlagnahmten. Gogen 1 Uhr mittags wurden die Ge⸗ bäude wieder freigegeben und die Truppen zurückgezogen. In Bochum verhafteten die Franzosen am Dienstag etwa 10 Zivilpersonen, weil sie beim Passieren der das Stadt⸗ zentrum abschließenden Sperrlinie nicht ihren Hut gezogen

n. Auf den am Montag morgen von belgischen Truppen,

Hesetzten Anlagen der Zeche Rheinbaben, Schlägel und Eisen treffen die Truppen zurzeit Vorbereitungen zum Ab⸗ transport von Koks, indem sie Schienen legen, Waggons beschlagnahmen usw. Auf der Zeche Rheinbaben sind seit Dienstag mittag ungefähr 25 fremde Arbeiter beim Koks⸗

laden. Auf der Zeche Schlägel und Eisen, wo den Bel⸗ giern 70-80 beladene Wagen in die Hände fielen, sind bis heute noch keine fremden Arbeiter beschäftigt, ihr Eintreffen wird aber erwartet.

An den Kontrollstellen in Vohwinkel und Hückeswagen werden neuerdings auch Lebensmittelzüge angehalten. Die französischen Ortskommandanten in Vorhalle, Herdecke und Witten haben eine Verordnung erlassen, wonach der Auto⸗ und der Fahrradverkehr von 8 Uhr abends bis Uhr morgens

verboten ist.

f In Emmerich und Wesel haben die Belgier in den bon ihnen besetzten Stadtteilen den Belagerungszustand ver⸗ hängt. Die Anwendung ist milde. Ferner ist über Mett⸗ mann, wo am 24. März ein französischer Offizier durch einen von einem unbekannten Täter abgegebenen Revolverschuß am Fuße unbedeutend verletzt worden war, der verschärfte Belagerungszustand verhängt.

Reichstagsabgeordneter Sollmaunn festgehalten.

Reichstagsabgeordneter Genosse Sollmann wurde in Vohwinkel von der französischen Besatzung aus dem Zuge heraus verhaftet. Seine Briefschaften, ebenso sein Reichstagsmaterial wurde einer ein⸗ gehenden Kontrolle unterzogen. Auf telephonischen Anruf der Kon⸗ trollstation Vohwinkel erschienen zwei Beamte des französischen Ober⸗ kommandos in Düsseldorf, die die sofortige Freilassung Sollmanns verfügten, nachdem er 4 Stunden in Haft gehalten worden war.

Die Sozialisten und das Neparationsproblem

Der Entwurf eines Programms zur Lösung des Reparations⸗ problems, wie er der Sozialistenkonferenz in Paris vorliegen soll nach Pariser Blättermeldungen folgende Richtlinien

hen: 0 19 der Reparation entsprechend der deutschen Leist⸗ 1 ie von einer unparteiischen Instanz festgestellt wer⸗ 25 Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Frankreichs und Bel⸗ giens, nach Bedarf unter Verwendung deutscher Arbeitskräfte auf 1 von den dentschen Gewerkschaften vorgelegten Pro⸗

8. Garantie der militärischen Sicherheit Frankreichs durch einen Sondervertrag über das Rheinland, der die Unterschriften Deutschlands und der Gesamtheit der Alliierten einschließlich der Vereinigten Staaten tragen soll und in dem Deutschland sich zu 8 6 5 hätte, auf alle Revanche⸗ oder Angriffsabsichten zu verzichten;

4. 1 9 des Ruhr⸗Gebietes; 5. Regelung der Frage der interalliierten Schulden, worüber (noch ein besonderes Projekt ausgearbeitet werden soll.

Pari er Stimmungsmache. Der Pariser Temps nimmt zu dem bisher bekannt ge⸗ wordenen Ergebnis der Berliner Sozialistenkonferenz Stellung und macht zunächst die Sozialisten der alliierten Länder darauf aufmerksam, daß der Standpunkt der deut⸗ schen Regierung von der Auffassung der Franzosen und

das Be⸗

Neues vom Tage.

Herabsetzung der Kohlenpreise?

Nach längeren Beratungen haben der Reichskohlenver⸗ band und der Große Ausschuß des Reichskohlenrats be⸗ schlossen, zur Förderung des allgemeinen Preisabbaus in den Bezirken Oberschlesien, Niederschlesien, Sachsen, Obern⸗ kirchen, Büren und Bayern die Nettodurchschnittspreise für Steinkohlen bezw. Pechkohlen um 3000 Mk. und im Bezirk Barlinghausen um 2000 Mk. je Tonne herabzusetzen. Die Nettopreise für Briketts wurden in Mitteldeutschland um 5000 Mk., in Bayern um 2000 Mk. herabgesetzt, während der Preis für Rohbraunkohlen in Mitteldeutschland um 1900 Mark und in Bayern um 1100 Mk. je Tonne ermäßigt wird. Die Preisherabsetzungen konnten nach Lage der Dinge nur für das unbesetzte Gebiet vorgenommen werden. Die für heute zu erwartonde Ermäßigung der Kohlensteuer von 40 auf 30 Prozent, also um ein Viertel, wird selbstverständlich für das ganze Reichsgebiet erfolgen..

Die bisherigen Kohlenpreise waren festgesetzt worden zu einer Zeit, als der Dollar 36 000 stand. Die jetzt vor⸗ genommene Ermäßigung macht bei Steinkohlen etwa 3 Prozent, bei Braunkohle und Briketts etwa 9 Prozent aus. Sie erscheint also auffallend gering gegenüber dem starken Dollarrückgang. g

Am Dienstag kam es in Dresden demonstration, tsächlich von den

wurde.

wird, gesprengt wurde. Die nonstra

Rathaus und danm vor das Polizeiprässdium. Da

zisten wurde die Menge aus einandergetrieben. 0 derungen wurden durch die Polizei durch rechtzeitige Warnung g Geschäftsinhaber verhindert, indem diese die Läden schlossen.

Vor dem Rathaus in Gelsenkirchen fand ei Den stration von etwa 300 Kommunmisten statt, die einen, f rat zum Oberbürgermeister schickten, mit Forderungen Grunde genommen nur die bebannten kommunistischen 6

ö sollen. Bezeichnend ist, daß im Laufe dieser V

7 4 und

auf eingestell a

Versuch, die Firmenschilder herunterzureißen. Sie n von der blauen Polizei gehindert. Als ein Wachtmeister he e wurde, mußten die Polizeibeamten mit der Waffe gegen die Ange

vorgehen. Ein Wachtmeister wurde durch einen Stockhieb ind sicht erheblich verletzt, doch war das Vorgehen der Beamten den energisch, daß die etwa 500 Köpfe zählende Menge zerstreut an Zahl reiche en e wurden vorgenommen. Auch in Essen es zu ähnlichen Vorfällen gekommen.

Belgier, wie sie in Brüssel formuliert worden ist, vollkommen abweicht. Der Kanzler Cuno habe in München und Stutt⸗ gart erklärt, daß die Diskussion über die Beendigung des Konfliktes die Räumung des besetzten Gebietes zum Aus⸗ gangspunkt haben müßte. Frankreich und Belgien haben dagegen offiziell geteilt, daß die Räumung des besetzten Gebietes erst allmählich und zwar nach Maßgabe der deut⸗

schen Gesamtleistungen erfolgen soll. Deshalb ergebe sich

die Frage, ob die Vertreter der deutschen Sozialdemokratie über die Räumung des Ruhrgebietes als Voraussetzung jeder Regelung der gleichen Ansicht seien wie die Reichsregierung. Sei die Sozialdemokratie aber anderer Meinung als der Kanzler Cuno, so bedeute die Berliner Entscheidung vor⸗ läufig nichts. Sie würde erst Bedeutung erhalten, wenn die deutsche Sozialdemokratie die Regierung übernehmen würde. 5 0

Als die Sozialdemokratie an der Reichsregierung be⸗ teiligt war, ließ man im Ausland alle Minen springen, um der Volkspartei die Verantwortlichkeit der Regierung zuzu⸗

schieben in der Hoffnung, so die Großindustrie für die Repa⸗

rationen zu gewinnen. Jetzt, da diese Hoffnung trügt, möchte man die ehedem ausgeschifften Sozialdemokraten wieder anseilen, um leicht beidrehen zu können.

Drohungen und Raub.

der Schienenanlagen In Mülheim a. d. Ruhr haben sie der Geschäftswelt gedroht, bei weiterer Weigerung des Verkaufs an Besatzungstruppen 10 Geschäfte in ununterbrochener Folge in einer Hauptstraße zu schließen. Aus Bottrop wird berichtet, daß auf der ZecheRhein⸗ baben seit gestern mittag Arbeiter dabei sind, Koks zu verladen.

Enthaftung und Ausweisungen von Geiseln.

Von den 5 noch als Geiseln zurückgehaltenen Polizeibeamten sind 2 entlassen und ausgewiesen worden. Der deutsche Hauptzeuge in der Angelegenheit der Ermordung der beiden französischen Offiziere in Buer ist gestern abend aus der Haft entlassen worden.

Au weifungsbrutalitäten. Nachdem Oberbürgermeister Zimmermann aus Buer von den Franzosen ausgewiesen worden ist, hat man auch seiner Familie befohlen, das besetzte Gebiet spätestens bis Donnerstag zu verlassen. Die ganze Bevölkerung empört sich über diesen Gewaltakt. Es ist dies das erstemal, daß eine ganze Familie aus dem neubesetzten Ge⸗ biet ausgewiesen wird. Neutrale Herren, die gestern Buer besuchten, bestätigten übereinstimmend, Frankreichs Ansehen in der Welt werde weiterhin sinken, wenn diese Ausweisungsmethode weiter Schule machen sollte.

N

. Bettelnde Soldaten? 4

Aus Koblenz wird gemeldet: Unter den Besatzungstr 10 rrscht offenbar Lebensmittelmangel. Wiederholt haben in etzten Tagen farbige Soldaten deutsche Zivilisten um Brot gh bettelt und zu diesem Zweck sogar ihre Posten verlassen.

Politische Uebersicht.

Die Ruhrfrage im Auswärtigen Aussch

Der Auswärtige Ausschus des Reichstags trat Dienstag zusammen, um zunächst einen Bericht über politische Lage von dem Reichsaußenminister entgegen nehmen. Anschließend begründete Genosse Hermann Ml das Verlangen der Sozialdemokratie auf Einberuf d Ausschusses. Müller wies u. a. auf die Rede des Rl kanzlers in München hin und verlangte Erklärungen ii einige Stellen dieser Rede. An der Debatte born

ö 9 N

1

Vertreter aller, Parteien; von der Sozialdemokratie die Genossen Hermann Müller und Breit sches In einer amtlichen Auslassung wird das Ergebnis der be traulichen Sitzung wie folgt zusammengefaßt: ö

Der Ausschuß war einmütig in der Ablehnung der n der sranzösischen Regierung geforderten Kapitulation in der Ueberzeugung von der Notwendigkeit der

führung des passiben Widerstandes mit dem Ziel, hier

und durch internationale Abmachungen die Befreiung

Ruhrgebiets von der heutigen unrechtmäßigen Indo

herbeizuführen. 0 e Das Recht der Beamteuräte.

Die Sozialdemokratische Fraktion des Reichstages hat gen sam mit den Demokraten im Reichstagsausschuß für Beamte legenheiten folgenden Antrag eingebracht, der das Mitw recht und das Mitbestimmungsrecht der Beamten regeln nach sollen die Beamtenräte das Recht der Mitwirkung habt 1. Bei der Ausstellung und Aenderung von allgemeine

schriften, durch welche der Dienstvorgesetzte den Betri

Dienststelle regelt, soweit hierdurch die persönlichen

nisse der Beamten berührt werden, g

. bei Aufstellung der Dienststundenpläne,

. bei Aufstellung von Grundsätzen für die Regelung von tretungen, f

. bei Auffstellung des jährlichen Urlaubsplanes, 7 0 bei Schaffung und Verwaltung von Einrichtungen, die u. körperlichen oder geistigen Wohlfahrt der Beamten dienen

bei der Ernennung von Vertrauensärzten,

bei Wiedereinstellung strafweise Entlassener, bei Unfalluntersuchungen,

Der Deserteur.

Roman von Robert Buchanan. Achtzehntes Kapitel. Das Junifest.

Ein Monat war seit Rohans Absturz von der Klippe verflossen. Man feierte in Kromlaix das beliebte Junifest. Seenelken und Lavendel standen in vollster Blüte, das Korn begann in Halme zu schießen die Wiese hinter der Klippe duftete von Thymian. Das Himmelszelt bildete einen

goldenen Dom, das Meer leuchtete wie ein Riesenspiegel, die Erde schien ein lebendes Wesen mit lebhaft pochendem Herzen. Wohin das Auge blickte, überall herrschte Farbe, Duft und Glanz. In dieser Jahreszeit zu leben, war eitel Lust und Wonne, namentlich für die liebe Jugend, die sich im Paradiese wähnte. Auf der Wiese hinter den Klippen befand sich eine grüne Schlucht. In dieser standen die Ruinen eines Dolmens und zu diesem Dolmen pilgerten alljährlich an dem bestimmten Junimorgen unter Gesang und Musik alle Jungfrauen, Jünglinge und Kinder aus Kromlaix, gleich den glücklichen Schäfern im goldenen Zeitalter von Arkadien. Die ver⸗ heirateten Leute waren von diesem Feste der Jugend streng ausgeschlossen. Jeder Bursch, der irgend ein Instrument spielen konnte, mußte zur allgemeinen Belustigung seine Kunst ausüben. Alain Derval blies eine nagelneue Flöte, die er sich erst kürzlich in St. Gurlott angeschafft, Jannick seinen Dudelsack; außer ihnen gab es noch mindestens ein halbes Dutzend Dudelsack⸗ und unzählige Holz⸗ und Zlech⸗ pfeifenbläser. Die schönste Musik aber machten die hoch in den Lüften schwebenden Lerchen, die ihre lautesten und süße⸗ sten Weisen trillerten und sich bemühten, die Musikanten zu übertönen. Um die Ruinen des Dolmens herum saßen in allen Farben des Regenbogens gekleidete Mädchen und urschen; andere wieder suchten Primeln und Margueriten oder balgten sich scherzend und singend im Grase. Auf den Hüten der Vurschen prangten Kornähren, während jedes

Mädchen eine Flachsblüte im Mieder stecken hatte.

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Aus der Richtung von Kromlaix näherte sich eine selt⸗ same Prozession, wie die alten Griechen sie wohl oft gesehen haben mochten. Eine Schar festlich gekleideter, mit Blumen bekränzter Kinder hüpfte singend, tanzend und Blumen streuend einher, hinter ihnen kamen gravitätischen Schrittes eine Anzahl von Burschen, die einen großen hölzernen Lehn⸗ stuhl trugen, auf welchem Genoveva thronte, Flachsblüten und allerlei Feldblumen im Schoße. Neben ihr trottelte lachend und scherzend und seinen derben Stock schwingend, Vater Rolland.

Merkwürdigerweise störte seine prosaische Gestalt den idyllischen und antiken Charakter des malerischen Bildes gar nicht. Er stimmte mit aller Kraft seiner Lungen in den Rundgesang ein, denn er war kein Spielverderber und besaß noch genug griechischen Geist, um für den Moment seine Tonsur vergessen und mit den Vergnügten vergnügt sein zu können.

Es war ein vielleicht noch nie dagewesener Fall, daß sich Vater Rolland oder ein anderer Seelsorger an diesem Feste der Jugend beteiligt hätte, das heidnischen Ursprungs war und selbst in den Nachbarorten mit Mißvergnügen be⸗ trachtet wurde, namentlich von den Priestern. Und obgleich Rolland nicht bigott genug war, um seinen Schäfchen ein unschuldiges Vergnügen zu mißgönnen, hatte er noch nie selber daran teilgenommen. Sein unerwartetes Erscheinen erregte daher einiges Erstaunen.

Die Burschen stellten den impropisterten Thron dicht vor dem Druidenstein nieder, während Nolland sich mit einem seidenen Taschentuch den Schweiß von der Stirne wischte. Jan Goron der einer der Sesselträger war, hob Genoveva mit seinen starken Armen von ihrem Sitze herab und ließ sie auf einer von einigen Mädchen besetzten Anhöhe niedergleiten. Die lebhaften Augen Genovevas blitzten vor Stolz und Freude. Sie erzählte ihren Genossinnen etwas, das auch deren Heiterkeit erregte, denn sie brachen in schallendes Gelächter aus und klatschten vergnügt in die Hände.

In diesem Augenblick erhob Vater Rolland seine Rechte. Solorl Hörle die Mulik au Ipielen auf, das Gelächter unnd Ge⸗

schnatter verstummte. Aller Blicke wandten sich dem G lichen zu, dessen Antlitz sehr ernst geworden war:Jüngl und Mädchen, begann er im bretonischen Dialekt, Ihr, was mich hierher gebracht hat? Ihr könnt es erraten, deshalb will ich es Euch sagen es ist einfach h traurig genug. Ihr tut wohl daran, fröhlich zu sein, ra Kinder, denn Ihr seid jung und die Ernte verspricht gusf werden; aber es ist ebenso recht und billig, der Toten! gedenken. Der Pfarrer bekreuzigte sich und alle fo seinem Beispiel.Seit Eurer letzten Zusammenkunft an ser Stelle haben sich sehr traurige Dinge ereignet; 1% Eurer Kameraden hat die Konskription in ein fremdes 9 entführt, wo große Gefahren ihrer lauern, einige sind lerweile gestorben, wieder andere ans Krankenlager gefess aber von all diesen will ich nicht sprechen, meine Ki sondern von dem armen Jungen, der im vergangenen dul EuerPatron gewesen ist und der jetzt weiß Gott wo m Wir wollen hoffen, daß er zu den Füßen des heiligen Gin und der gebenedeiten Jungfrau sitzt!

Wieder machten alle, selbst die Kinder, das Kreuzzerhh einige blickten traurig drein, andere gleichgültig, mehl Mädchen schluchzten laut auf und auch den Brüdern Deu traten Tränen in die Augen, denn alle wußten. daß Geistliche von Rohan Gwenfern sprach. Es war Sitte. das junge Volk unter sich jedes Fahr einen anderenKe und eine andereKönigin wählte, die beim Junifest! Spiele leiten und über die frohe Schar herrschen muß Im vergangenen Jahr hatte man Rohan zum König o Patron wie es im Volksdialekt hieß, und Marcelle Königin oderPatronin ernannt.

Ich will den Heimgegangenen weder loben noch ta 0 er war vielleicht töricht, vielleicht im Unrecht aber es m entschieden eine Freude, den kräftigen Vurschen anzuf Jetzt ist er tot Gott sei seinor armen Seele gnädig vergeßt ihn, der Euch ein lustiger, quter Kamerad g nicht ganz; gedenket seiner und auch der armen Marcelle, die vergangenes Jahr seine Patronin we jetzt zu traurig und gebrochen ist, um sich an dem Jeste zu beteiligen.

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