8 abe 5 tchliezlich derbe 5 tages und die FJortsetzung der bisherigen Kirchenpolitik des
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Die Sozialisierung der gesamten Wirtschaft, ein⸗ Landwirlschaft, Aufrechterhaltung des Achtstunden⸗
alten Kabinetts werden gefordert. Neu ist die Forderung zur Bekämpfung des Wuchers eine Verbraucher⸗Kammer ein⸗ zurichten und die Prangerstrafe für Wucherer und Schieber einzuführen.
Fürsorge für die Erwerbslosen.
Nachdem sich der sozialpolitische Ausschuß des Reichstages eingehend mit der Frage der Regelung der Unterstützungssätze für Se e beschäftigte, hat die Reichsregierung die täglichen
tze nunmehr wie folgt erhöht mit Wirkung vom 12. Februar an:
In den Ortsllassen A B O ID u. E N täglich täglich täglich täglich 0 0 5 Mk Mk. Mk. Mk 1. für männl. Personen: l a) über 21 Jahre, sofern sie nicht im Haushalt eines andern leben[1500 1400 1300 1200 b) über 21 Jahre, sofern sie im Haushalt eines anderen leben 13000 12000 1100 1000 e) Unter 21 Jahren 900 8500 800 750 2. für weibl. Per sonen: a) über 21 Jahre, sofern sie nicht 8 im Haushalt eines andern leben] 13000 12000 1100 1000 b) über 2! Jahre, sosern sie im Haushalt eines anderen leben 1100 10500 10000 950 eier 1 Jahren 800 750 700 650 3. die Familiemuschläge für: 8) den Ehegatten 700 650% 600] 550 b) die Kinder und sonstige unter⸗ 5 stützungsberechtigte Angehör ge 6000 550 500 450 Woöchentüch erhält eine Familie ohne „VVV 3200 42300 11400 10500 Familie mit 1 Kind.. 16800 15500 14400 13200 7„ 2 Kindern.. 20400 18900 17400 15900
Der Reichstagsausschuß beschäftigte sich auch eingehend mit der Frage, ob und wie sich eine automatische Anpassung der Unter⸗ stlü sätze an den indenden Geldwert erreichen läßt, 6. B. in Verbindung mit bestimmten Indexziffern oder unter An⸗ passung etwa an die Reichsarbeiterlöhne..
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Zur Verbilligung des Bauholzes. Von zuständiger Seite wird uns geschrieben: Die Hessische Forstverwaltung gewährt für Bauholz aus Staatswaldungen, das durch Ver⸗ mittlung der staatlich hessischen Baustoffbeschaffungs⸗ und
Beratungsstelle, Sitz Frankfurt a. M., Obermainstraße 51, an Kreisverbände, Gemeindeverbände, Gemeinden und ge— meinnützige Bauvereinigungen geliefert wird, einen Preis⸗ nachlaß von 50 Prozent des jeweiligen Marktpreises, sofern nachgewiesen wid, daß das zugewiesene Bauholz tatsächlich nur für den mit öffentlichen Mitteln unterstützten und im Jahre 1923 begonnenen Kleinwohnungsbau verwendet wurde und— seit dem Tage dieser Veröffentlichung— Bauholz nicht aus Gemeinde, oder Privatwaldungen be⸗ zogen werden kann oder bezogen werden konnte. Die Be⸗ dingungen für diese verbilligten Holzabgaben werden in den nächsten Hessischen Bauwirtschaftlichen Nachrichten ver⸗ öffentlicht und können von der staatlichen Baustoffbe⸗ schaffungsstelle kostenlos bezogen werden.— Bei der großen Wohnungsnot ist dieses anerkennenswerte Vorgehen nur zu begrüßen. Hoffentlich findet es seitens der übrigen Wald⸗ besitzer und Baustofflieferanten baldigst Nachahmung. Die Redaktion. 8
Gießen und umgebung Gemeiuwirtschaft Oberbessen.
Bei den Gemeinden in Oberhessen findet der Plan der Gemeinwirtschaft, dessen Zweck und Bedeutung wir vor einiger Zeit in unserem Blatte darlegten, fast allgemein sympathische Aufnahme. In vielen Gemeinden beschäftigen sich die Gemeindevertretungen noch mit der Frage des An- schlusses, man darf annehmen, daß sie fast durchgängig in bejahendem Sinne ausfällt. Unsere Genossen in den Ge⸗ meinderäten handeln richtig wenn sie überall dafür ein⸗ treten, denn es handelt sich hierbei um eine Sache, die der Provinz und der Allgemeinheit zum Nutzen gereicht und die geeignet ist, sehr viel zur wirtschaftlichen Gesundung beizu⸗ ragen. Die„Gemeinwirtschaft Oberhessen“ ist, um es noch⸗ mals zu wiederholen, ein rechtsfahiger Verein des bürger⸗ liiUchen Rechts, der die Aufgabe hat, in freiwilligem Zusam⸗ menarbeiten der oberhessischen Selbstverwaltungskörper „(Stadt und Landgemeinden, Kreise, Provinz) 1. Mittel zur Bekämpfung der Tuberkulose bei Kindern zur Kerpen zu stellen; 2. den Selbstverwaltungskörpern Betriebsmittel auf kurze Frist bereitzuhalten; 3. den Selbstverwaltungs⸗ körpern Darlehen für werbende Anlagen und für Wohnungs- bauten zu gewähren.— Der Beitritt der Gemeinden ist frei⸗ willig; er erfolgt durch Beschlüsse der Gemeindevertretungen. In den Satzungen ist bestimmt, daß für die Gemeinden, die shren Beitritt erst nach dem 15. März erklären, der Gesamt⸗ ausschuß höhere Beitragspflicht beschließen kann. Es ist also empfehlenswert, den Anschluß baldigst zu beschließen. Bisher haben im Kreise Gießen den Anschluß erklärt die Gemeinden Allendorf(Lahn), Ettingshausen, Hungen, Lang-Göns, Lich,
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Lindenstruth, Londorf, Nieder- und Ober⸗Bessingen, Röthges,
Saasen, Utphe, Weitetshain. Die übrigen Gemeinden bürf⸗ ten bald nachfolgen. f
— Deulschnationale Torheiten. Der Einbruch der Franzosen ins Ruhrgebiet und der dadurch ausgelöste entschlossene, einmüige Wider⸗ stand der Ruhrbevölkerung haben natürlich den ganzen nationalisti⸗ schen Heerbann im Reiche mobil gemacht. Man möchte gar zu gern den Funken vaterländischen Gefühls, den die Brutalitäten eines zügel⸗ losen Militarismus in allen Schichten nachgerufen haben, zur lodernden Flamme eines Rache⸗ und Befreiungskrieges ansachen. Ganz abgesehen von der Unmöglichkeit einer erfolgreichen Erhebung, die erst jüngst noch General Daimling bestätigt hat, mißachten diese „nationalen“ Herrschaften ganz und gar die Tatsache, daß ihre Agi⸗ tation den feindlichen Plänen die beste Waffe leistet: denn Frank⸗ reich sucht ja auf alle Weise eine deutsche militaristische Aktion her⸗ vorzurufen! Die nationalistischen Drahtzieher halten aber auch die Zeit für gekommen, um die Frage der Kriegsschuld zu⸗ gunsten Deutschlands zu entscheidenm und dadurch dem Versailler Frieden und allen seinen Wirkungen den Boden zu entziehen. Ver⸗ mittels ihrer ausgezeichnete Organisation haben sie die Samm⸗ lung von Unterschriften in die Wege geleitet. Sie benutzen dazu besonders ihre Frauenorganisationen. So auch hier in Gießen. So sehr wir wum auch davon überzeugt sind, daß die Behauptung von der alleinigen Schuld Deutschlands am Kriege ledig⸗ lich ein hinterlistiges Kriegsmittel der Feinde war und ist, so ist doch unleugbar der gegenwärtige Augenblick zur Aufrollung der Frage der allerungeignetste. Hente haben wir es mit Frankreich allein zu tun, dessen Tanks und Bajonette es allein durch gewaltlosen, duldenden Widerstand zu überwinden gilt. Ein Ansturm un⸗ sererseits gegen die Grundlagen des Friedens⸗ vertrages würde die sämtlichen Allfierten auf den Plan rufen. Wir schätzen auch die Einsicht der Leiter der nationalistischen Propaganda nicht so niedrig ein, daß wir ihnen eine Verkennung der Gefährlichkeit ihres Unternehmens zutrauen, aber wir glauben ihnen auch nicht zu nahe zu reten, wenn wir der Ansicht sind, daß dieser neyesten Propaganda innerpolitische Ab⸗ sichten zugrunde liegen. Sie haben Wind davon bekommen, daß die französischen Gewalttaten auch in den Schichten des arbeitenden Volkes das Gefühl tiefster Erbitterung erzeugt haben, und diese Stimmung möchte man durch das Mittel einer scheinbar so harmlosen Propaganda im eigenen Parteinteresse ausnutzen. Wir warnen daher das arbettende Volk, aber auch weiter alle Einsichtigen mittel weiblicher Propagandisten herein zufallen! Der Abwehrkampf im Ruhrgebiet muß frei bleiben von der Ver⸗ mengung mit außen⸗ und innenpolitischen Interessen jeder Art!
Das große Maul. Der Gießener Anzeiger ist wieder in seinem Element. Mit dem Großadmiral v. Tirpitz will er gern„den Haß gegen die Franzosen bis zur Weißglut wachsen lassen“, und
Gift und Galle speit er gegen den„pazifistischen Einspänner“
Dr. Strecker, von dem es ihn(den Anzeiger) nur wun⸗ dert, daß er(Strecker)„nicht auch besonders der jetzt die Lage beherrschenden grinsenden Nützlichkeitspolitik des offiziellen England einige dampfende Fleischfetzen Altdeutsch⸗ lands zwischen die bleckenden Zähne schiebt.“
Schön gebrüllt! Auch wir hassen den französischen Imperialismus und Militarismus, wie er auf unserem wehrlosen Vaterlande herumtrampelt; aber noch mehr beinahe verabscheuen wir den deutschen Chau⸗ vinismus, mit dem das alldeutsch⸗nationalistische Blatt der Schulstraße, entrüstet und vergnüglich zugleich, seinen hohlen Schaum schlägt. Ganz zuwider gar, schon aus agesthe⸗ tischen Gründen, ist uns die blutrünstige Phrase, die eine todernste Zeit schnöde und schnodderig zu über— lärmen sucht.
— Bildungsvorträge. Der astronomische Vortrag am Frei⸗ tag hatte eine überaus zahlreiche Zuhörerschaft angezogen, ein Be⸗ weis dafür, daß für derartige Dinge lebhaftes Interesse vorhanden ist. Herr Prof. Koob sprach über den Mond und führte zur Unterstlitzung seiner Schilderungen sehr deutliche und klare Licht⸗ bilber von der Mondoberfläche vor, die eine Vorstellung von der Ge⸗ staltung unferes Erdtrabanten vermitteln konnten. Man sah die zadligen, zerklüfteten, steil und spitz in die Höhe ragenden Fels⸗ massen, deren Form man an ihren Schatten erkennen konnte. Staunen erregten die zahllosen Krater, die man auf dem Monde wahrnehmen kann und von denen es zweifelhaft ist, ob sie alle bulkansschen Ursprungs sinb. Fast scheint es nach der Photographie so, als ob vor Jahrmillionen als der Mond noch eine halbflüssige Masse war, von außen her riesige Bruchstücke von anderen Him⸗ melskörpern hineingestürzt wären und diese rätselhaften Eindrücke und Felsbildungen hervorgerufen hätten. Niemand kann sich aber an den wunderbar⸗grotesken Landschaftsbildern erfreuen, denn es kann auf diesen Planeten kein Lebewesen existieren, weil keine Atmosphäre vorhanden ist. Eine schaurige Einöde muß es sein, in der man keinen Laut und keinen Ton hört, kein Baum, keine Pflanze vorhanden ist. Glühende Hitze, die das Wasser im Freien zum Sieden bringen würde, herrscht im halben Monat, während in der anderen Hälfte des Monats auf der der Sonne abgewandten Seite furchtbare für kein Lebewesen erträgliche Kälte alles zur Er⸗ starrung bringen muß. Ein Teil dessen, was der Vortragende anführt, war in der Vorbesprechung in der Mittwochnummer ent⸗ halten, worauf verwiesen sei. Mit lebhaftem Interesse versolgten die Zuhörer die teilweise mit Humor gewürzten Schilderungen, denen sie verdienten Beifall zollten.— Redner stellte einen weiteren Vortrag über ein ähnliches Thema für die nächste Zeit in Aussicht. — Nächsten Donnerstag wird Prof. Dr. v. Aster über die französissche Revolution sprechen, ein Thema, das sicher zahlreiche Zuhöhrer finden wird.
Anlagen⸗Konzert findet bei günstiger Witterung morgen, Mltt⸗ woch, 12 Uhr mittags am Liebigdenkmal durch die Kapelle des ersten(Hess.) Grenadier-Bataillon 15. Infanterie-Regiment statt.
— Lollar. Ver. Soz. Wahlverein. 4. Voltrags⸗ abend am Dienstag, den 27. Februar, abends 8 Uhr in der alten Schule. Vor dem Vortrage miissen einige Vereinsangelegen— heiten geregelt werden, jeder Genosse erscheine deshalb und bringe seine Familie mit.— Tagesordnung: Vorschläge der Beisitzer für
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und Verständigen auf dieses Lock⸗
das Pacheinigungsamt und Teilnahme an den Jugendwohlfahrle⸗ bilbungskursen.— Thema des Vorkrags wird noch ortsüblich be⸗ kannt gemacht. 1 5
— Nieder⸗Bessingen. Auf die Auschrift vom Pfarramt in Nr. 43 hätte ich folgendes zu erwidern: Des Pfarramt schreibt: Die Liese⸗ rung des Pfarrbesoldungsholzes stellte eine gesetzliche Verpflichtung der Gemeinde an die Landeskirche dar.— Ich glaube kaum, daß die Gemeinde freiwillig 356 Rm. Buchenscheitholz zur Verfügung stellen würde, ja, daß sie noch Juhrlohn bezahlt und dieses Holz an Ort und Stelle— da, wo man es verlangt— nach Lich, wo der Sitz des Pfarramtes ist, schafft. Noch in keiner Gemeinderechnung ist bis heute ein Betrag für Pfarrbesoldungsholz eingegangen! Ob der Empfänger des Pfarrbesoldungsholzes den Tarif⸗ oder Durchschnittspreis an die Landeskirche bezahlt, entzieht sich meiner Kenntnis. Feststellen möchte ich, daß die Gemeinde bis jetzt nichts für Pfarrbesoldungsholz er⸗ halten hat, aber auch, daß dieselbe noch Ausgaben hatte, um das Holz nach Lich zu bringen. Zur Frage der Organistenbesoldung habe ich mich nachträglich überzeugt, daß im Gemeinderatsbeschluß nur 1 Nm. Buchenscheit zugebilligt wurde. Dex 2. Raummeter Kiefern⸗ scheit wurde als Vergütung für die Schulheizung angesetzt. Das ändert aber den Sachverhalt kaum. Inzwischen sind die Holzpreise erneut gestiegen, die festgesetzte Menge Holz,— es sind dieses Jahr 3 Rm. Eichenknüppel, 1 Rm. Buchenknüppel, 1 Rm. Buchenscheit und 3 Rm. Mischreisig— gelten als Besoldung für das Jahr 1922, also rlickwirkend. Ein Teil des Gemeinderats hatte der Sache nicht zugestimmt, um ein festes Gehaltsverhältnis herbeizuführen, sondern um die Sache aus der Welt zu schaffen. Das beweist, schon der Ausspruch eines damaligen Gemeinderatsmitgliedes, welches äußerte: Gebt nur, damit es genug ist! Zudem ist der Beschluß sehr dehnbar— nach jeder Seite— das eine Jahr gibt es diese Menge Buchen oder Eichenholz, das andere Jahr eine andere. Und da man von einem bürgerlichen Losholz spricht, hätte man auch fest⸗ setzen müssen, wer bezahlt den Holzhauerlohn? Niemand mutet dem Herrn Organisten zu, stir Bettelpfennige zu spielen. Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert, der Sonntagsarbeiter erst recht. Gerne will man den doppelten Durchschnittslohn eines Schwerarbeiters be⸗ willigen! Wohin sollte es aber führen, wenn man alle Gemeinde⸗ dienste in Naturalien bezahlen sollte, da würde der ganze Gemeinde⸗ wald nicht schicken. Weiter ist man jetzt im Gemeinderat durchweg — nicht alle— der Ansicht, daß man zuviel gegeben hat. Man findet nur nicht den Mut, den damals gefaßten Beschluß aufzuheben und eine Summe festzusfetzen, welche ausreicht, aber nicht an die Summe herankommt, welche das bewilligte Holz, wenn man es würde, ausmachte. Das Schönste an der ganzen Sache ift das, daß der Gemeinde gar klein Holz zur Verfügung steht für Besoldungen, wenn man 316 Fstm. Losholz und 160 Fstm. Holz für Minderbe⸗ mittelte zur Verfügung stellen muß..
Kreis Als feld-Lauterbach.
= Ein Verbot der Milchverarbeitung hat der Landrat im Kreise Fulda erlassen. Er weist darauf hin, daß die Milchver⸗ sorgung der Stadt Fulda ernstlich gefährdet ist. Wenn auch einzelnen Gemeinden des Kreises in dankenswerter Weise in letzter Zeit die Milchablieferung gesteigert haben, so reicht dies doch bei weitem nicht aus, um die Notversorgung auch nur für die Kranken, die Säuglinge und die stillenden Mütte, sicher zu stellen. Mit Wirkung vom 22. Februar wird deshalb angeordnet, daß etwa in 70 einzeln aufgeführten Gemeinden die Landwirte die Milch, welche im eigenen Haushalte und zur Motversorgung der eigenen Gemeinde nicht gebraucht wird, an die Molkerei Fulda bezw. Neu⸗ hof zu liefern haben. Die Herstellung von Butter und Köse für den Verkauf ist den Milcherzeugern untersagt. Um die Milchversorgung der Stadt Fulda in diesem frommen Bezirk muß es schon recht schlemim bestallt sein, wenn der Landrat zu derartigen scharfen Mit⸗ teln greisen muß.
Niedber⸗Ohmen. Nächsten Sonntag findet nachmittags 2 Uhr im Saale von Ziegenhain eine öffentliche Versammlung statt mit der Tagesordnung: Die Besetzung des Ruhrgebiets und die Sozial⸗ demokratie.— Die Parteigenossen wollen für guten Besuch sorgen.
Kreis Wetzlar.
Konferzen des Kreises Wetzlar. Sämtliche Ortsgruppen waren durch insgesamt 44 Delegierte vertreten. Ein außerordentlich reger Geist beherrschte die Konferenz. Mit der Partei geht es im Bezirk rüstig vorwärts. Gen. Bärwinkel gab einen Bericht vom Kreistage. Seinen Ausführungen konnte man men, daß es dort der Arbeit in Hülle und Fülle zu tun gibt. Die ganze Kraft gilt es zu konzentrieren, damit wir bei den nächsten Wahlen die Mehrheit erhalten. In vielen Fragen sei es unserer
Kreistagsfraktiom gelungen. Bresche ins Bollwerk der rechts von uns gerichteten Gegner zu schlagen, jedoch sei gerade auf dem
Gebtete der Sozialpolitik mit Schwierigkeiten zu kämpfen gewesen. Anschließend sprach Gen. Köhler(Herborn) über den Kampf an der Ruhr und unsere Einstellung. Seine gut⸗ durchdachten, scharfen Ausführungen fanden den ungeteilten Bei⸗ fall aller Amwvesenden. Die Arbeiterschaft bilde den Wall gegen jedweden Nationalismus und Militarismus. Die Aussprache war lebhaft und ausgiebig. Das Dustriktsfost soll am 1. Pfingsttag am der„Dicken Eiche“ bei Blasbach stattfinden. Die Arbeiterjugend, Gesang⸗ und Sportvereine sollen zur Mitwirkung ersucht werden. Als nächsler Konferenzort wurde Waldgirmes bestimmt. Genosse Hofmann(Rodheim) schloß die vom besten soziallstischen Geiste getragene Konferenz mit dem Hinweis, nicht zu ruhen und zu rasten bis der letzte Arbeiter des Bezirks der Partei zugeführt sei.
Arbeitsrecht, Gewerkschastliches, Arbeiterbewegung. Gelbe Sumpfpflanze in Oberhessen.
Unter dieser ueberschrift brachte die Bergarbeiter⸗Zeitung in Nr. 3 am 20. Januar 1923 einen Artikel, in dem darauf hinge⸗ wiesen wurde, daß ein gelbes Unkraut in Oberhessen wuchert, welches für die hiesige Arbeiterschaft sehr gefährlich werden kaun. Das Pflänzchen ist gelb und heißt„Deutscher Arbeiter⸗Bund“. Den meisten Arbeitern ist dieses Unkraut nicht bekannt, weil es in Oberhessen bisher unter dem edelen Gewächs einer standhaften Organisation nicht aufkommen konnte. Doch nun hat sich ein neuer Gärtner gefunden. den Samen der gelben Wucherpflanze zu streuen. nämlich der Fahrsteiger Fritz Appel auf der Grube „Jernie“ bei Gießen. Er gina am 28. Januar auf das Bureau lies Deutschen Arbeiter-Bundes und nahm an einer Aussprache teil damit er die Werbetrommel für den Deutschen Arbeiter⸗Bund rühren lernte, odey aber wissen wollte, wie man ein solches Wucherkraut behandelt damit es ins Wachsen kommt. Der Gruben⸗ verwalter Freitag gräbt natürlich den Acker und streut künstlichen Dünger dabei, damit das unbekannte Pflänzchen aufkommt; denn auch er ist ein eben so großer Freund ges Deutschen Arbeiter⸗
Warum wäscht die hausfrau mit Keurio:
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