das entschiedenste zurück und kennzeichnet sie als— Inspiration der deutschen Regierung. Bei dieser Gelegen⸗ heit fordert der Temps Aufrichtigkeit von Deutsch⸗ land, aber er selber denkt nicht daran, wenigstens selbst auch aufrichtig zu sein, denn genau so wie wir weiß der Temps, daß die deutsche Sozialdemokratie mit der gegenwärtigen Regierung nichts gemein hat, und daß wir ihre Außen⸗ politik nur zeitweise unterstützen, weil das aus nationalen Gründen nötig ist. Die Bezeichnung unseres Artikels als Inspiration der Reichsregierung erfolgt also wider besseres Wissen. Gewiß, wenn der Temps unter Aufrichtigkeit natio⸗ nale Würdelosigkeit versteht, dann werden wir zweifellos nicht aufrichtig sein können. Die gleichzeitig von dem offiziellen Pariser Organ mit entschiedener Ablehnung
unserer Voraussetzungen geäußerten Bedingungen Frankreichs für einen Waffenstillstand sind unseres Erachtens für Deutschland unerträglich. Wie ist es überhaupt mit der Auslassung des Temps verein⸗ bar, der in seiner ersten Entgegnung und auch jetzt wieder eine Reorganisation der deutschen Finanzwirtschaft fordert, plötzlich aber darauf besteht, daß die Gläubiger Deutschlands die mit Gewalt in Besitz genommenen Pfänder behalten, das heißt, die Eisenbahnregie auch in Zukunft im besetzten Gebiet weiterzuführen? ahbe versucht Frankreich, die Pfänder zu behalten und muß sich dann darein schicken, daß die Reorganisation der deutschen Finanzkraft wie dessen Sachleistungen für absehbare Zeit unmöglich bleiben, oder aber, es schickt sich darein, auf die Pfänder zu verzichten und hat dann das Recht, mit allem Nachdruck Reparationen zu verlangen, die im Rahmen unserer Leistungsfähigkeit liegen. Solange aber Frankreich auf Pfänderwirtschaft besteht, verwirkt es das moralische Recht auf finanzielle Leistungen. Wir bedauern, daß der Temps in seiner Politik nicht konsequent ist. sondern seine Meinung von heute auf morgen zum Schaden der Verständigungsidee widerruft. So kann man keine Verständigung betreiben, für die doch angeblich auch Frankreich sein will; nein, so erschwert man den deutschen Kreisen, die für eine Verständigung sind, die Arbeit und gibt den nationalistischen Elementen Wasser auf ihre sonst trockenen Mühlen. Wir sind nicht boshaft genug, auf Grund der Erklärungen des Temps festzustellen, daß die französische Bevölkerung eine Verstandigung nicht will, aber darüber kann es doch keinen Zweifel mehr geben, daß einer Verständigung auf Gegen⸗ seitigkeit große Schwierigkeiten entgegenstehen, solange das Kabinett Poincaré am Ruder ist, und durch maßgebende Zeitungen die französische Oeffent⸗ lichkeit in einem Geiste beeinflußt, der jede Loyalität gegen⸗ über Deutschland vermissen läßt. 5
Hessischer Landtag.
Darmstadt, 22. Juni. nt Adelung eröffnet die Sitzung um 9.15 Uhr. der Beratung der Tagesordnung wird fortgefahren.
Eine kleine Anfrage des Abg. Diehl⸗Hochweisel(Bbd.) über eine Anzahl von Wagen mit leerem Stroh, die seit langem ohne Witterungsschutz auf dem Bahnhof Butzbach stehen, wird von der Regierung dahin beantwortet, daß Erhebungen über den ihr nicht bekannten Fall angestellt werden sollen.
885 Die Regierungsvorlagen: über die gewerblichen Unterrichts⸗ 3— für 1922, über die Verbesserung der Wasser⸗ und Boden⸗ vethältnisse im Ried im Kreise Groß⸗Gerau, über die Drucklegung der Kreisbeschreibung Bingen; über den Erwerb des Grundstücks erde 46 in Gießen für ein kunstwissenschaftliches Institut, über die(gnadenweise) Gewährung eines Rühegehalts an den ehe⸗ maligen ordentlichen Honorarprofessor Dr. Ludwig Günther in Gießen, über die Inneneinrichtung des umgebauten Demonstrations⸗
Hörsaals in der Medizinischen Veterinärklinik der Landesuniversität,
Mit
über die Gewährung eines staatlichen Zuschusses von 23 Millionen Mark an Privatschulen(gegen die Stimmen der Sozialdemokraten) werden ohne Debatte gemäß den Ausschußanträgen genehmigt. Ebenso eine Regie rungsvorlage über die Herstellung der Wohnung für den hessischen Gesandten und die äußere Herszellung des Ge⸗ sandtschaftsgebäudes in Berlin(die Kosten betragen 125 Mill. Mk.). In 2. Lesung wird die Vorlage über die Verbesserung der Wasser⸗ und Bodenverhältnisse im Ried genehmigt. Desgleichen in 1. und 2. Lesung die Regierungsvorlage über die Erhöhung des Betriebs⸗
stocks der Hauptstaatskasse auf 20 Milliarden Mark. Für die Exwei⸗
terung der Diensträume des Staatsministeriume, durch den Ankauf des Anwesens Heidelbergerstraße 22 in Darmstadt, werden insgesamt 370 Millionen Mark benötigt. Die bisherigen Wohn⸗ räume des Stagtspräsidenten sollen in Diensträume umgewandelt werden. Die Vorlage wird entsprechend dem Antrage des Aus⸗ schusses genehmigt. Ebenso wird dem Ankauf eines Lastkraftwagens für die Baubehörden in Mainz(Kosten 300 Millionen!!) zuge⸗ stimmt. Flir die Regulierung der Ilz(in den Gemarkungen Nieder⸗ Olm, Ober⸗Olm, Essenheim, Stadecken, Elsheim Engelstadt, Buben⸗ heim und Schwabenheim) wird auf Anforderung der Regierung ein Betrag von 44 444 445 Mk. bewilligt. Genehmigung entsprechend den Ausschußanträgen findet auch eine Regierungsvorlage über die Verbands angehörigkeit zur Landwirtschaftskammer und eine weitere Vorlage über die Ersatzansprüche leistungsschwacher Gemeinden auf Grund des§ 8 Alsatz 3 des Notstandsmaßnahmengesetzes der In⸗ validen⸗ und Altersrentenempfänger. Ein Betrag von 15 Mill. Mk., der erforderlichenfalls überschritten werden kann, wird hierzu be⸗ willigt.
Angenommen wird ein Antrag Reiber, der die Brennholz⸗ . 92 der aus dem besetzten hessischen Gebiet Ausgewiesenen
derte.
Ein Antrag Kindt und Genossen, den Abgeordneten des Hess. Landtags Eisenbahnfahrkarten für das ganze Reich zu bewilligen und ein zweiter Antrag desselben Antragstellers, wenigstens den Fraktionen als solchen Fahrtausweise auszustellen, wurde von der Regierung dahin beantwortet, daß sie angesichts der wiederholt ge⸗ zeigten ablehnenden Haltung der Reichsregierung den Zeitpunkt für Verhandlungen in dieser Hinsicht nicht für geeignet halte. Darauf beschloß der Ausschuß, den Antrag der Regierung zur Berück⸗ sichtigung zu überweisen. Das Haus stimmt dem zu.
Ein Antrag des Abg. Dr. Osann, wünscht bei der Reichs⸗ regierung Beschwerde zu führen über die Nachlässigkeist in Steuer⸗ fragen. Der Ausschuß schlägt vor, den Antrag als erledigt zu er⸗ klären. Es wird so beschlossen.
Ebenso wird ein Antrag Herbert(Ztr.) über die beschleunigte Zahlung der Gehaltsbezüge(Pensionen, Witwengelder der Ruhe⸗ gehaltsempfänger und an die Hinterbliebenen verstorbener Beamten gemäß dem Antrag des Ausschusses für erledigt erklärt.
Ein Antrag Kindt und Genossen über die Vorauszahlung der Dienstbezüge der nicht festangestellten Beamten wird abgelehnt.
Für erledigt erklärt wird ein Antrag Ebner⸗Roth, der die Er⸗ höhung der Werbungskosten für Kriegsbeschädigte fordert, da die ge⸗ forderte Erhöhung inzwischen eingetreten ist. Ein Antrag Eb⸗ ner⸗Roth(Komm.), der die Erhöhung der Gehälter der un⸗ teren und mittleren Beamten fordert, wird entsprechend dem Aus⸗ schußantrag angenommen. Die Annahme soll der Regierung
die Anregung geben, in dieser Frage immer wieder aufs neue bei
der Reichsregierung vorstellig zu werden. Iiir durch die Re⸗ gierungsantwort erledigt erklärt wird der Antrag der Abg. Frau Hattemer(3tr.), der fordert, daß die Dienstzeit der Penstonäre während des Krieges in Anrechnung kommt.
4 Anträge der Abgg. Nuß(3tr.), Sturmfels(Soz.) und Dr. v. Helmolt(Bbd.) befassen sich mit der Notlage der Anwaltschaft Der erste dieser Anträge wird vom Ausschuß der Regierung zur Be⸗ rlicksichtigung überwiesen. Ein zwefter Antrag, der zeitgemäße Aen⸗ derung der hessischen Verordnung, der Gebühren der Rechtsanwälte betr. wird vom Ausschuß für erledigt erklärt. Für die Simultan⸗ zulassung der Amtsgerichtsanwälte setzt sich der Antragsteller ein.
Die Abstimmung ergibt entsprechend den Anträgen des Aus⸗
schusses die Ueberweisung des ersten Antrags(Notlage des Anwalt⸗
standes an die Regierung zur weiteren Berücksichtigung. Der An⸗ trag über die Zulassung der Anwälte zu den Sondergerichten wird gegen die Stimmen der Linken und einiger Mitglieder der Mitte angenommen. Der Antrag zur Aenderung der Gebühren der Rechtsanwälte wird für erledigt erklärt. Der Antrag auf Simul⸗ tanzulassung der Amtsgerichtsanwälte wird angenommen.
Zu einer Regierungsvorlage über den Ausbau der Baustoff⸗ beschaffungsstelle Frankfurt a. M. forderte die Abgg. Hofmann⸗ Seligenstadt-(Ztr.) und Mann(Soz.) rascheste Bewilligung der möglichst weitgehenden Mittel. Abg. Mann weist darauf hin, daß
. 1 die rechtzeitige Bewilligung dieser Mittel erheblich billit beiten ermöglicht. Die Vorlage wird angenommen. In zweiter Lesung wird der Gesetzentwurf üb hebung ber Standesvorrechte angenommen, Die eilige machte es den Mitgliedern der ere e Fra möglich, zur zweiten Lesung einige weitere Anträge einz Ebenfalls in 2. Lesung wird die Regierungsvorlage über d grenze der Staatsbeamten angenommen. Zur Frage der Erwerbs losenunterstützung führt A (Soz.) aus: Der Reichsarbeitsminister hat lehnt, uns den einmaligen Betrag von 30 Milliarden Förderung der produktiven Erwerbslosenfürsorge zur Verft stellen. Dagegen hat er sich bereit erklärt, für diejenig aufzukommen, die durch die Durchführung von Notstandsarb forderlich werden, mit der Maßgabe, daß Arbeiten ausgef den, die auf anderem Wege bisher nicht durchge führ konnten, und daß dadurch nur solche Arbeiter beschäftigt Anspruch auf rbslosenunterstützung haben. Die Lö entsprechend den Tarifen bezahlt werden. Der Minister bereit erklärt, sich vom Reichskabinett die Vollmacht erte lassen, bei Lohn⸗ und Gehaltserhöhungen die Erwerbslo stützungen automatisch mitgehen zu Jessen. wurde, daß ganz Hessen als besetztes Gebiet betrachtet wi Einheitlichkeit in der Bewilligung der Unterstützungssätze Für die Zuweisung eines Betrages von 5 Millionen Mark hessische Arbeits⸗ und Wirtschaftsministerium zur Abstellung ders großer Notfälle erklärte sich der Minister beim Rei einsetzen zu wollen. Zu der Frage der einmaligen schaftshilfe erklärte der Reichsminister, der Landtag kö Zubilligung einer derartigen Beihilfe zwar beschließen, ab sei er(der Minister) genötigt, den Reichsanteil zu den Erw losenunterstützungs⸗Beträgen zurückzuhalten. Denn solcher Beschluß führe zu un absehbaren Weiter un da sicher die Erwerbslosen aller Nachbarländer dann sofort malige Beihilfe forderten. Auch der Reichswirtschaftsministe Becker sagte alle mögliche Förderung in den Erwerbslosenfragen Es ist daher anzunehmen, daß das Reichskabinett, nunmehr die Verhältnisse Hessens eingehend unterrichtet, alles tun wird möglich ist, um die schwere Lage der Erwerbslosen zu erlei Abg. Knoll(3tr.) beschästigt sich dann mit dem soz dem. Antrag, der die Bereitstellung eines Betrages von 1 liarde und die Zuweisung dieser Summe an die Wohlfahrtsäm fordert, durch die dann in besonderen Notfällen geholfen werden
Abg. Lutz(Soz.): Man hat nicht den Eindruck, daß m es auch der Minister für Arbeit und Wirtschaft fordert, in 2 sich in der Erwerbslosenfrage, den jeweils veränderten Verh rasch angepaßt hätte. Zu Notstandsarbeiten sind manche Ern lose nicht in der Lage, da sie das notwendige Schuhwerk n bringen können. Gegensiber den Aus führungen des Finan muß ich doch sagen, daß es heute völlig salsch ist, in der Arbelts sißge allzu ängstlich nach der Deckung der angeforderten zu fragen. Wenn es zum ene käme, dann spielt mehr oder weniger zulängliche Deckung gar keine Rolle.
Abg. Roth(Komm.): Der Antrag zur Bereitstellung ef Milliarde ist unzulänglich. Angesichts von 50— 690 000 losen ist eine Milliarde eine Bagatelle. 0 Abg. Knoll(Ztr.): Die Prozentsätze der Erwerbslosen stützungen im Verhältnis zu den Löhnen scheint mir hinreichend, von der Linken eingebrachten Anträge sind lediglich agitato Abg. Ebner(Komm.): Den Vorwurf, daß die Ant Linken agitatorischer Art seien, muß ich energisch zurlckweise Hierauf wird der Ausschuß⸗Antrag auf Bereitstellung e Milliarde für die Erwerbslosenunterstützung gegen die Stim Linken abgelehnt. Ferner wurden die Anträge E (Komm.) auf Bereitstellung von 30. Milliarden aus Landes! für die Erwerbslosen und Kaul(Soz.) auf Bewilligung eine maligen Wlrtschaftsbeihilfe an die Erwerbslosen abgelehnt.
Der verlorene Sohn.
8 Roman von Hall Caine. 16
Thora dachte einen Moment nach und sagte dann:„Wenn Du hergekommen bist, um mir zu sagen daß ich trotz alledem meinem Wort getreu bleiben muß, so ist es ganz überflüssig, weil ich das zu tun beabsichtige.“ „Würde das recht sein, Thora?“ „Es mag Oskar gegenüber nicht recht sein, oder viel⸗ leicht mir selbst gegenüber—“ „Ich denke eben nicht an Oskar und auch nicht an Dich, Thora,— ich denke an mich selbst— würde es mir gegen⸗ über recht sein?“ 0„Was mehr noch kann ich tun, Magnus? Es war nicht durchaus nur meine Schuld, daß ich Dir mein Wort gab; ich habe es Dir aber gegeben und ich bemühe mich es zu
„Würde es recht sein, Thora, mich mit dem Bewußtsein zu heiraten, daß Du Dir nichts aus mir machst, wie Du ja selbst eingestehst?“ f 5 Thora senkt das Haupt. 5
„Du sagtest gestern, daß ein Mädchen, um einen Mann zu heiraten, ihn von ganzem Herzen, ganzer Seele und Kraft lieben müsse. Würde es nicht unrecht sein, mich zu heiraten und jemand anders zu lieben? Kannst Du das wieder gut machen, Thora?“
„Ich versuchte nur das Rechte zu tun, Magnus, wenn Du es aber für unrecht von mir hältst, Dich zu heiraten, will ich überhaupt nicht heiraten, niemals!“
„Was würde das mir nützen, Thora? In fünf, zehn, zwanzig Jahren, was würde es mir nützen, wenn Du, weil
i Du mir Dein Wort gegeben hattest und es nicht halten konntest, Dein Leben irgendwo einsam verbrächtest.“
Thora bedeckte ihr Gesicht mit den Händen.
„Für welch einen jämmerlichen Wicht von Mann hältst Du mich, Thora?“
Ich wollte Dich nicht kränken, Magnus. Wenn ich Dich aber nicht heiraten und auch nicht unverheiratet bleiben soll, was soll ich dann tun?“
„Du weißt ganz gut, Thora, was Du tun sollst.“
i Thora ließ die Hände fallen und saß glänzenden Auges da.„Du meinst, ich soll Oskar heiraten?“
„Das hängt davon ab ob Du ihn liebst.“
Die glänzenden Augen leuchteten trotz der sie füllenden Tränen freudig auf.
„Liebst Du ihn?“
„Frag mich das nicht, Magnus.“
„Aber ich frage Dich, Thora, ich habe ein Recht, Dich zu fragen. Liebst Du Oskar?“
„Ich bewundere und schätze ihn, Magnus.“
„Aber liebst Du ihn?“
„Jedermann liebt Oskar.“
„Liebst Du ihn, Thora?“
8„Ja,“ antwortete Thora leise, und einige Augenblicke hörte man keinen andeern Laut als das Ticken der Born⸗ holmer Uhr im Zimmer. a
„Dann ist es, da er Dich liebt und Dich zu seiner Frau zu machen wünscht, Deine Pflicht, ihn zu heiraten,“ sagte Magnus. 1
„Ich habe Dir aber mein Wort gegeben, Magnus.“
„Ich gebe es Dir zurück, Thora.“
Die glänzenden Augen vergossen jetzt Freudentränen; während aber die Liebe für Oskar stritt, fochten Pflicht und Ehre für Magnus.
Ich habe ihm aber gesagt, daß»s unmöglich ist,“ sagte
1458
„Er fragt Dich noch einmal, T ore Sier ist sein Brief,“ sügte Magnus. i
„Er hat ihn Dir zur Beförderung gegeben?“
„Ich bat ihn darum.“ f
„Und Du bist hergekommen, reden?“
Ich kam eben so wohl um meiner selbst willen.“
Wie gut Du zu mir bist, Magnus.“ a
Lies Deinen Brief,“ sagte Magnus, und Thora riß zillernden Händen das Kuvert auf.
Es war ein kurzer, aber heftiger Kampf gewesen. Magnus hatte jeden Ausdruck auf Thoras Gesicht scharf be— obachtet. Hätte er einen Strahl von Liebe für sich in ihren dankbaren, reumütigen Blicken entdeckt, würde er sich an die Hoffnung geklammert haben, daß mit der Zeit noch alles gut werden würde; Liebe für Oskar allein jedoch hatte aus ihren Augen geleuchtet, sich von ihren Lippen gerungen und sich gerade in der Hartnäckigkeit, mit der sie auf ihrer Heirat mit Magnus bestand, offenbart. Es blieb ihm keine Hoffnung.
um ihm das Wort zu
mit
Thora blickte von ihrem Brief auf und sagte:; edel! Wie brüderlich Du handelst! Oskar teilt mi daß Du glaubst, den Kontrakt, ohne mich hineinzuzleh ihn bloßzustellen, lösen zu können. Du bist wirklich — zu großmütig— zu vergebend— wie kann danken?“ 7
„Indem Du mir Oskars Brief gibst,“ sagte Magn
„Was willst Du damit?“ 5
„Ich möchte ihn morgen, wenn ich meine Aufgabe richte, in der Tasche fühlen. Es ist nur billig— während ich meinen Anteil ausführe, Oskars schriftli sicherung, daß er den seinen auszuführen gedenkt, in Hän habe.“ 5 a 5
„Du würdest keinen ihm nachteiligen Gebrauch machen?“ 1
„Mancher schärft seine Axt, ohne je zuzuschlagen,“ Magnus.
Thora gab Magnus den Brief zurück, und er stec wieder in die Tasche. N
„Nun mußt Du ihn beantworten,“ sagte Mag
„Nicht jetzt, nicht sofort,“ erwiderte Thora.
„Sofort,“ sagte Magnus und legte von einem tisch Feder und Papier vor sich hin.
Durch die von dem Manne wee, del ht an setzte sie sich an den Tisch und nahm die Fe
nd. f 1 „Weshalb aber sollte ich heute schon schreiben?“ sie,„weshalb nicht morgen?“ b 5
„Morgen ist der für die Verlobung festgesetzte 2 wenn ich überhaupt handeln soll. muß ich alles sch weiß haben.“ a g 5
„Aber so laß doch das eine Verlöbnis erst aufgeh sein, ehe ich das andere eingehe, Magnus.“ 97
„Wenn Oskar innerhalb einer Stunde keine Ant 25 von Dir hat, nimmt er das erste beste Schiff nach En 4 und Du siehst ihn nie wieder.“ 6
„Sagte er das?“ 5 a
780 5
„Du brichst mir das Herz, Magnus. Ich 5 was ich schreiben soll.“ 5 5 7
(Fortsetzung folgt.)
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