Ausgabe 
26.6.1923
 
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berhessische Volfszeitung

el wen. g. 0 ö 0 ne be Nedaktion: Gießen Or 85 2 247 1 2 rg ter des werktät Volles s ee an für die Interessen des werktätigen Volkes mana Fausphe us. d P a Ob d j ä e v d Nachb biet 4 . der Provinz erhessen und der Nachbargebiete. we, Die Oberb. Volksseitung erscheint j f a Der Ab tspreis mi nt jeden Werktag vormittag in Gießen. Verantwortli Redakteur: F. Vetters. ägt für die Milli i i 9 N 15 l dee e e. e 41. 99 57 1 0 140 5 met e wen 10 10 1. e 120 Mk be Mellamenisifare tegel 5 K 0 8 0. 5 1 9 erlag von Hermann Neu 8. Mek. 5 Aufträ i i u 9 Dur e k. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 220. Mk, Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. 8 35 Offenbach a. M. 2. Nabel dene e een Ae Abr abends, 975 Nr. 143 ˖ c f u d, 1 ö Gießen, Dienstag, den 26. Juni 1923 18. Jahrgang g

Daunamitlattentat

Ahn. 1 Zugeständnisse?

g Ueber die augenscheinliche Wandlung in d ösi⸗ 1 schen Politik schreibt uns der Soz. ee . N Die Verhandlungen zwischen Paris und London sind dan, vorläufig noch in vollem Gange. Immerhin aber muß der Samt vor sichtige Beobachter feststellen, daß die Aktion der eng⸗ lischen Regierung schon einen gewissen Erfolg für Deutsch⸗ nd ergeben hat, der am besten bei der Durchsicht der fran⸗

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eagle zösischen Presse ersichtlich wird. Ein kurzer Rückblick auf die alser frühere Haltung der in engster Beziehung zu der französi⸗ a schen Regierung stehenden Pariser Zeitungen läßt erkennen, 0* daß es in der Absicht Frankreichs lag, Deutschland zur Kapi⸗ pasane tulation im Ruhrgebiet zu zwingen und daß diese Auf⸗ Damen fassung von Poincaré in den letzten Tagen noch in der

Kammer und von der Presse öffentlich mit Entschiedenheit vertreten wurde. Erst in den allerletzten Tagen ist ein ge⸗ wisser Umschwung eingetreten. Seitdem der Temps in Ent⸗ gegnung eines Artikels von sozialdemokratischer Seite, der die Möglichkeiten einer direkten Verständigung untersuchte,

en, de darauf verwies, daß die Hauptfrage nicht die sei, ob Deutsch⸗ 1 land kapituliert oder nicht, ist die Phrase von der Kapi⸗

tulation der deutschen Bevölkerung an der Ruhr merkwürdig dverstummt. Dieser Wandel hat sich auf die deutsche Rechts⸗ presse so ausgewirkt, daß sie jetzt das Schlagwort von der

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eee Kapitulation übernommen hat und es tagtäglich als Kenn⸗ 1 0 zeichnung der Absichten der französischen Regierung benutzt, g, e während in Wirklichkeit nicht nur in der französischen Be⸗

as gehen, völkerung, sondern auch innerhalb der Regierung des Herrn

eien l Poincare langsam unter dem englischen Druck die Auf ift fassung durchdringt, daß die Lösung des Ruhrkonflikts selbst 2 unker den gegenwärtigen schlechten Wirtschaftsverhältnissen liegen mb nur durch einen Waffenstillstand auf Gegenseitigkeit mög⸗ ahrschenlih lich ist. Bei der ganzen Einstellung der französischen Re⸗ Taucslosn 5 ierung zur Reparationsfrage. insbesondere aber mit Rück⸗ wohl sicht auf die Zusammensetzung der sranzösischen Kammer

haben wir Verständnis dafür, daß diese geänderte Haltung

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n, ens nicht plötzlich in einer Art zur Schau getragen wird, die auf a der Gegenscite als Zeichen der Schwäche gedeutet werden ben ni könnte. Aber es bleibt immerhin bemerkenswert, wenn man

en Gedanken der Kapitulation in Frankreich endgültig

14 reisgegeben hat und an seine Stelle die Frage eines 1 wee Waffenstillstandes auf Gegenseitigkeit, eine Lösung des Konnt uhrkonfliktes, die sowohl der einen wie der anderen Seite

ich ae Zugeständnisse bringt, erörtert.. 1

. Aus zuverlässiger Quelle haben wir Mitteilungen er⸗ halten, die sich mit der geegnwärtig von Frankreich beab⸗ sichtigten Aenderung des Besatzungszustandes, wie er zur⸗ eit noch im Ruhrgeßiet herrscht, befassen. Unter der Vor⸗ aussetzung, daß Deutschland sich bereit erklärt, auf den bpassiven Widerstand zu verzichten. will Fronkreich seine Keren im neubesetzten Gebiet auf 15 000 Mann redu⸗ zieren di e ausschließlich zur Bewachung der Ingenieur⸗

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chaffen werden, die auf das Konto hm zustehenden Reparationszahlun⸗ en zugunsten Deutschlands verrechnen. i

ein militärisches Schutzbündnis zwffchen Frankreich 10 5 Belgien beabsichtiat, das die Sicherheit e e behörden gewährleisten soll. Die selten 1 Ruhrgebietes will man erstnach Maßgabe der deutschen Erfsissung vornehmen. 1

5 ietes Programm ist unbollkommen: es läßt 5 Fragen unberührt, so z. B. die Sachlieferungen und 5 Eisenbahnregie, aber es gibt dennoch zu erkennen, worau

di 1 1 i Die französische die Absichten Frankreichs hinauslaufen. Die

veel Regierung ist bereit, Zuge ständnisse zu ee 4610 sie versucht andererseits auch, den Zustand aufre 17 1 15 * den sie am 11. Januar schaffen wollte. Ob ihr das gelingt,

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wird i tlichen von England abhängen. ein rn Paris muß man sich klar darüber.

Deutschland erst dann wieder in 15 Kae ane 0

Sachli in vollem Umfange aufzunehmen

0* Belgien darauf verzichten, weiterhin. rechte ous pub 15 e 5

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ist. Es ist ein igen andererseits aber mit end-

0 u verlangen, es g e nee und sonstigen Dingen zu belasten, die

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gegen unser Parteiblatt in Münter. Die Noßbachfeme entdeckt! 1

Eine neue Verschwörerbande entlarvt. Ein Meuchelmord der Feme festgestellt. Kaiserliche Offiziere mit Verbrechern die Mitglieder. 1 Der Anfang oder das Ende? Die Organisation der französischen Spitzel

0 1 5 Berlin, 25. Juni.(Eig. Drahtb.) Münster i. W., 25. Juni. Eig. Drahtb.) In den nächsten Tagen wird die deutsche Bevölkerung

In Münster i. W., das schon lange ein Hauptsammelplatz von einem neuen Schreckensregiment der Roßbachfeme über⸗

der nationalistischen Aktivisten ist, wurde am Sonntag vor- rascht werden. Die Berliner Kriminalpolizei ist einer um. b mittag Uhr von nationalistischen Banditen in Stärke fangreichen Verschwörung auf die Spur 2 b der 1 von etwa 5 Mann die Druckerei unseres Parteiorgans, des verschiedene Mordtaten und umfangreiche Mordpläne 1 Volkswille, in die Luft gesprengt. Die Verbrecher ver⸗ bereits nachgewiesen 4 wandten dazu mindestens 10 Kilogramm Dynamit oder sind. Der Sitz der Organisation ist Mecklenburg. Sie hatte 1 Ammoniak⸗Salpeter. Es entstand eine große Feuersbrunst, die Aufgabe, mißliebige Elemente aus den eigenen Reihen, 9 was die Explosion an Gebäuden, Maschinen, Setzmaterial aber auch hervorragende Persönlichkeiten der Republik 1 und Papiervorräten nicht vernichtete, wurde von den Flam⸗ durch Meuchelmord men zerstört. Zu retten war nichts mehr. Die Feuerwehren zu beseitigen. Ihr Mitgliederbestand setzt sich aus zahl waren sofort zur Stelle. Wie durch ein Wunder wurde der reichen bereits bestraften Verbrechern und Ange. 70jährige Wächter gerettet. Im Vorderhause schliefen zwei hörigen der sogenanntenbesseren Gesellschaft zusammen, es Familien mit kleinen Kindern, die zweifellos mitverbrannt gehören ihr Fabrikanten an und vor allem Mitglieder wären, wäre die Sprengladung auch nur um weniges stärker des ehemaligen kaiserlichen Offiziers korps. gewesen. Die Fensterscheiben in der Umgebung der Druckerei] Der größte Teil der Verbrecher dürfte jetzt bereits hinter sind sämtlich durch den gewaltigen Luftdruck geplatzt. Schloß und Riegel sitzen. 5 Der Oberpräsident von Westfalen, Gronvwski, der be⸗ Am Samstag begab sich ein Berliner Kriminalpolizist kanntlich im Vordergrund des Abwehrkampfes steht und ein nach Mecklenburg, der nähere Erkundigungen über die Or⸗ Hauptziel der nationalistischen Hetze ist, erschien zusammen ganisation einziehen sollte. Es ist ihm gelungen, mit dem Oberbürgermeister von Münster bei der Geschäfts⸗ 6 die Leiche eines feige Ermordeten 8. leitung unseres Blattes, um ihr sein tiefstes Bedauern über aufzufinden, die Meter tief verscharrt worden war. Es das Verbrechen auszudrücken. U. a. sagte Oberpräsident handelt sich um einen Mann, der bei der Femeleitung im Gronowski wörtlich: g Verdacht der Spitzelei stand. Es wurde deshalb beschlossen, f Und diese Leute wollen Deutschland retten? Ich ihn meuchlings zu ermorden. Zu diesem Zweck wurde zu. komme, um mein tiefsten Abschen und Ekel über dieses ge⸗ nächst ein ausgedehntes Trinkgelage veranstaltet, an dem 2 meine Attentat auszudrücken. Vor einem Jahre wurde am der Ermordete keilnahm und berauscht gemacht wurde. Nacht Johannistig Walther Rathenau feige gemordet, und heute Beendigung dieses Exzesses unternahm man ein Kutschfahrt, 1 geschieht dieses fluchwürdige Verbrechen. Ich erwarte von derVerurteilte mußte auf dem Bock der Kutsche Platz 9

der Polizei, daß sie alles tun wird, um die Verbrecher und nehmen. Während der Fahrt wurde er aus dem Wagen ihre Helfer zu fassen. ö hinterrücks erschossen. Ein Teil der Begleiter will angeblich

Wir verlangen jetzt, daß die Regierung mit den nichts von der Mordabsicht gewußt haben, obwohl auch sie schärfsten Mitteln gegen diesen Rattenkönig von 1 Zweck 15 e ie di Verbrechern von Organisationen vorgeht, so auch in Elber⸗ 4 8 0 5 nach den genauen Festste een ee feld, wo man unserem dortigen Parteiblatt, der Freien gleiche Organisation, der Schlageter angehörte und von deren Presse schon vor Wochen das gleiche Schicksal angedroht hat Mitgliedern er der französischen Militärpolizei in die Hände und bereits eine Handgranate in die Druckerei geschleudert gespielt wurde. 5 i

hat. 8 7 5 Soll sich die Arbeiterschaft nicht selbst helfen, muß von Eine Antwort an Frankreich. des Sozialdemokratischen Parlaments⸗

den berufenen Organen mit fester Hand zugegrifen werden. Durch einen Artikel 5. Die Lohngtbeiter haben es endlich dick, als die einzigen dune is ene Faulen zwischen unserer deutschen Porteipresse Steuerzahler und Erhalter des Staates von einer Bande 1 8 een de e 7 85 15 19

0 70 945 5 einer direkten eu ⸗französischen Verständigung von Meuchelmördern vergewaltigt und der Sklaverei aus⸗ in Gang e Unsere Presse nahm erneut zu dieser Frage geliefert zu werden. Es liegt jetzt an der Arbeiterschaft, ob Stellung; wir forderten als Beweis für den französischen Verstän⸗

e f 3 Ende der alten digungswillen eine einwandfreie Erklärung zu dem das der Anfang neuer Bedrückung oder da End r alt vorgeschlagenen Waffenstillstand auf Gegenseitigkeit, insbesondere zu

it. 8 5 5 5 9 1 den Reparationsvorschlägen klar formulierte Voraus⸗

Die Stinnes'sche Telunion weiß nichts weiter zu setzungen. Der Temps hat es zwar für nötig erachtet, auf diese

melden als dies: Ausführungen zu antworten, jedoch in einer Art und Weise, die dem SPD. Anlaß zu dieser berechtigten Antwort gibt:

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Münster, 25. Juni. In der Nacht zum Sonntag ist die i i 5 Druckerei des sozialdemokratischen Blattes Der Volkswille e delt une ae f E 5 1 791652 5 8 8 Me durch eine Dynamiterplosion e en Waffenstillstand auf Gegenseitigkeit im Gegensatz zu seiner ö 1 8 anfänglich wohlwollenden Haltung zu dieser Idee jetzt auf 5

sorgsam dazu beitragen, daß unsere Finanzkraft nicht ge⸗ Verständnis dafür hat, daß auch auf der andern Seite stärkt, sondern geschwächt wird. In seinem Entgegnungs⸗ Prestigerücksichten in gewissem Sinne gewahrt werden artikel hat der Temps selbst indirekt zugeben müssen, daß die müssen. Deshalb hat man sich inzwischen in der Ruhr- Voraussetzung für die Stärkung der deutschen Finanzen bevölkerung damit abgefunden, daß auch nach der Ein⸗ und die Wiederaufrichtung der deutschen Wirtschaft über- stellung des passiven Widerstandes ein Teil der französischen haupt das Ende der französischen Gewaltpolitik, wie sie bis⸗ Truppen noch im Ruhrgebiet verbleibt. Mit gutem Recht her betrieben wurde, ist. Will man zu einer Verständigung wird von der Arheiterschaft vor Verzicht auf den passiven kommen, dann ist es notwendig, daß endlich auch ent-] Widerstand die Wiederherstellung der Hoheitsrechte des sprechend gehandelt wird und die Zugeständnisse, zu denen] Deutschen Reiches im Ruhrgebiet gefordert und die end⸗ sich Frankreich nun durchgerungen hat, entsprechend aus⸗ gültige Räumung der widerrechtlich besetzten Gebiete, sobald fallen. die Verhandlungen über die Reparationsfrage abgeschlossen 5 5 K 5. eee, eich, das F Jerständi 5 Cs ist begrüßenswert, wenn in Frankreich endlich die bereit W 1 5 W dee 5 Einsicht insofern zu siegen beginnt, daß man anerkennt, nur die es zurzeit in E 16 j 15 815 g. 7 5 1 je es zurzeit in Europa besitzt, nicht schwer fallen, dieses auf dem Wege gegenseitiger Zugeständnisse zu einer Lösung[ Zugeständnis gegenüber einem wirtschoftlich ä 5 Bus 1 gegenübe*) zusammenge⸗ des Ruhrkonfliktes zu gelangen. Deutschland verlangt von brochenen Gegner zu machen. der französischen Regierung nicht viel, weil man bei uns

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