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folge rechtswidriger Eingriffe der orden.
Die Beamtenschaft des Postamtes in Hörde verweigert nach wie vor den Dienst wieder aufzunehmen, solange die französische Vesatzung von dem Postamt nicht entfernt ist.
Die Posten vor dem Reichsbankgebäude in Dortmund sind zurückgezogen worden. Damit wäre die Forderung der Bankbeamten erfüllt; sie nahmen den Dienst nachmittags wieder auf. a
Einstellung der Schiffahrt auf dem Rhein.
Die Schiffahrt auf dem dentschen Rhein ist infolge eines Beschlusses des Transportarbciterverbandes eingestellt worden. Jeder Schiffsverkehr ruht.
Erfolge der Eisenbahner. In Oberhausen sind vier Eisenbahnbeamte, darunter der Bahnhossvorsteher verhaftet worden; sie wurden aber auf die Vorstellung der Beamten- und Arbeiterschaft hin wieder
freigelassen. Kein Protest Amerikas?
Eine Kabelmeldung aus Washington besagt, daß der amerika⸗ mische Senat im Prinzip den Vorschlag des Senators Borah ange⸗ nommen hat, der verlangt, daß über einen offiziellen Protest der Vereinigten Staaten gegen die Besetzung der Ruhr im Senat dis⸗ kuttert wird. Der Regierungsvertreter sprach sich scharf dagegen aus, daß Frankreich Amerlka das Recht dazu absprechen würde, weil es sich geweigert hat, in den Völkerbund einzutreten, den Verirag von Versailles zu ratifißieren und einen Garantievertrag abzu⸗ salließen. Nach einer andern Meldung hat Hughes den Vorschlag des Senators Vorah entschieden abgelehnt, daß die Vereinigten
Besatzung stillgelegt
Staaten gegen die Ruhrbesetzung protestieren sollen.
Das Ergebunts des englischen Kabinettsrats.
Ueber den Kabinettsrat am Mittwoch verlautet, daß England nach wie vor an seiner Neutralität sesthalten wird. Man hat mit Besriebigung im Kabinettsrat von der Nachricht Kenntnis genom⸗ men, daß die französische Negierung den englischen Vorstellungen in der Frage der Verhaftung des Präsibenten des Landessinanzamts Köln, Hähling von Lanzenauer, nachgekommen ist.
Englische Protestaktion.
Aus London wird gemeldet: In gut unterrichteten diplomatt⸗ schen Kreisen erklärt man, der britische Botschafter in Paris habe 417 1 von Vonar Law bei Poincaré wegen der Ver- 15 ung der deutschen Beamten in der britischen Zone Protest er⸗ ben, da durch diese Verhaftungen in Deutschland der Glauben erweckt würde, Großbritannien billige das Vorgehen Frankreichs. Gleichzeitig wird erklärt, Lord Crewe habe bei dieser Gelegenheit in di me Form erklärt, bei einer Wiederholung dieser Vorfälle müsse die Zurückziehung der britischen Truppen er⸗ folgen. Poincaré soll versprochen haben, die Franzosen würden nichts unternehmen, wodurch die Stellung der britischen Besatz⸗ ungstruppen schwieriger gemacht werde, als sie bereits wäre. In⸗ . zu diesem Zwecke sollen bereits an die französi⸗ schen Kommandeure abgegangen sein. General Sir Godfroy, der Kommandant der brliischen Rheintruppen, hat um neue In⸗ struktionen gebeten. Die Antwort lautete, daß bisher kein Wechsel in dem britischen Entschluß beabsichtigt set, strikte Neutralität zu bewahren. Zu gleicher Zeit betonen hoͤchstehende britische Ve⸗ amte, obwohl bisher in der Politik Großbritanniens keine Aende⸗ rung eingetreten sei, könnte dies jedoch in jeder Stunde geschehen.
Erklärungen Mussolinis vor dem Ministerrat
Der italienische Ministerpräsident hat im Ministeyrat Er⸗ Härungen über die Lage abgegeben, die sich wie folgt zusammen⸗ sassen lassen: Mussolini sagte, er habe von der französischen Re⸗ gierung Aufklärung über die Ziele der militärischen Maßnahmen im Ruhrgeblet erbeten. Diese Maßnahmen hätten keinen anderen Zweck und Charakter, als des persönlichen Schutzes der ins Ruhr⸗ Pale entsan sehr zahlreichen Techniker. Der italienische
eleglerte bei der Nheinlandkommission habe die strenge Wei⸗ sung erhalten, an politischen Diskusstonen und Beschlüssen nicht teilzunehmen. England sei wohl nicht in der Lage, im Augen⸗ blick einen Gegensatz zur französischen Politik offen hervortreten zu lassen. Von einer Vermittlung Italiens könne nicht die Rede sein. Er habe aber Deutschland auf die Ge⸗ fahren aufmerksam gemacht, die in der Zuspitzung des Konflikts begründet wären. Andererseits habe er aber Frankreich auf die
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r 1255 N22
Schwere Baukatastrophe in Berlin.— 30 To
Im Berliner Zeitungsviertel hat sich am Mittwoch eine schwere Baukatastrophe zugetragen, die unter den Arbeitern und Angestellten der Firma Mosse eine große Zahl von Todesopfern forderte.
Die Firma Mosse, in deren Verlag u. a. das Berliner Tageblatt erscheint, läßt auf ihr Verlagshaus zwei Stock⸗ werke aufsetzen. Die Arbeiten stehen unmittelbar vor ihrem Abschluß. Am Mittwoch vormittag wurden durch einen Kran zu den bereits auf der oberen Decke liegenden Kiesmassen neue hinaufbefördert. Die Last wurde schließlich so groß, daß die Decke in einer Ausdehnung von über 20 Metern nachgab und alles, was sich unter ihr befand, mitreißend in das unterste Stockwerk stürzte. Ein großer Teil der Ange⸗ stellten konnte sich glücklicherweise in Sicherheit bringen, aber die Mehrzahl von ihnen wurde mit in die Tiefe ge⸗ rissen. Eine ungeheure Erregung zitterte durch das ganze Zeitungsviertel, in dem man in den Mittagsstunden noch von 200 Toten und Verwundeten sprach. Glücklicherweise sind die Opfer dieser Katastrophe nicht so groß. Bis 7 Uhr abends waren 14 Tote geborgen. In den Berliner Kranken⸗ häusern liegen viele Schwer- und Leichtverletzte, deren Zahl in den späten Abendstunden noch nicht festgestellt war. Leider ist zu befürchten, daß sich unter den noch nicht völlig zur Seite geschafften Trümmern noch mehr Tote und Ver⸗ wundete befinden. Der Reichspräsident hak dem Ober⸗
bürgermeister der Stadt Berlin sosort nach Bekanntwerden
„Vor über hundert Jahren war bas alte deutsche Neich
CD Hαπνπτ= ö 2—*— aus seinen Maßnahmen möglicherweise hervorgehenden politischen und sozialen Komplikationen hingewiesen. Die italienische Re⸗ gierung können von diesem grundsätzlichen Standpunkt nicht ab⸗ lassen. Die Ereignisse im Ruhrgebiet werden aber unabweislich an einem toten Punkt anlangen, der es der italienischen Regie⸗ rung ermöglichen wird, ihre friedlichen Bemühungen mit einem besseren Erfolg als bisher fortzusetzen. 5 Frankreichs Plan.
Die endgültige Organisation, die die französische Regierung im Ruhrgebiet beabsichtigt, schildert die Chicago Tribune wie folgt: 1. Zwischen dem besetzten Gebiet und Deutschland wird ein Kontroll⸗ lordon errichtet. 2. Im Rheinland und im Ruhrgebiet wird eine neue Geldwährung eingeführt, die den Namen„Rheinischer Taler“ er⸗ halten würde. Sie würde von den deutschen Staatseinnahmen im besetzten Gebiet garantiert werden und durch Aufdruck auf die ver⸗ schiebenen Markscheine hergestellt werden. 3. Die telegraphischen und telephonischen Verbindungen zwischen dem Ruhrgebiet und Deutsch⸗ land würden unter französische Kontrolle gestellt. 4. Die Besatzungs⸗ behörde würde die Verantwortung flir die Ergährung der Bevölke⸗ rung im Ruhrgebiet übernehmen. 5. Die Eisenbahnverbindungen und die Wasserwege würden unter französische Kontrolle gestellt. 6. Es würde ein Generalgouvernenr ernannt werden, der sowohl die Zivil⸗ als auch die Militärverwaltung des Ruhrbezirks übernimmt. 7. Die Industrie des Ruhrgebietes würde unter die Kontrolle der Be⸗ satzungsbehörde gestellt. 8. Die Kohlentransporte Deutschlands wür⸗ den in dem Maße abgeschnitten, als die Reparationskohlenlieferungen nicht erfüllt werden.
Politische Uebersicht.
Die Republik als Garantie der Reichseinheit Die Fürstenpolltik als Gegenbeispiel.
Der Badische Arbeitsminister, Genosse Dr. Engler, be⸗ tonte in einer Rede in Freiburg mit starkem Nachdruck die Treue, mit der in Baden Volk und Regierung zum Reiche stehen und durch nichts sich darin wankend machen ließen. Dieses Bekenntnis eines sozialistischen Ministers einer repu— blikanischen Regierung gibt dem Badischen Beobachter, dem führenden Zentrumsorgan des Landes, Veranlassung, fol⸗ gende historische Parallele zu ziehen: N
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des Unglücks eine Million Mark als erste Hilfe für d Hinterbliebenen der Opfer und für die Pflege der Schr verletzten zur Verfügung gestellt. a 9
Ueber die Ursache der Katastrophe erfahren wir, d die als Eisensteindecke konstruierte Decke vorzeitig ausge schalt und in unzulässiger Weise mit einer Kieslage bedeckt wurde. Dazu kommt, daß infolge des Frostes der letzten Tage der Abbindeprozeß beeinflußt und so das Brechen Decke verursacht wurde.
Die Baugewerkschaft Berlin des Deutschen Bauge bundes teilt über die Ursache mit, daß nach Aussagen auf dem Bau beschäftigten Mitglieder der Kies oberen Decke 80—100 Zentimeter hoch gelegen hat. dem Unfall ließ die Bauleitung den in den Räumen lagernden Kies verteilen, sodaß der Anschein erweckt w die Kiesdecke sei nur 35 Zentimeter hoch. Ob die Belaf die einzige Ursache des Unfalls ist, läßt sich nicht mit S heit sagen. Aber eine vorsichtige Bauleitung dürfte eine derartig starke Belastung einer neuen Decke nicht vornehmen lassen. Nach den Aussagen der Mitglieder des Dei en Baugewerkbundes herrschte auf dem Bau ein großes An, treibersystem. g 8
Hierzu wird uns vor Schluß der Redaktion noch tele⸗ phonisch gemeldet: Die Baukatastrophe im Berliner Ver⸗ lagshaus Mosse hat bis zur Stunde 30 Tote gefordert.
auf der
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unter der Führung der Habsburger in der gleichen Le wie heute das neue deutsche Reich: es mußte franzöfsisch Eroberungslust und französischem Uebermut entgegentr der Deutschland zerschlagen wollte und, soweit möglich, zerschlug. Damals hatte das Volk in seiner Masse nic oder wenig zu sagen. Die Politik wurde von seinen Fürsten bezw. ihren Kabinetten gemacht. Und als Napoleon a Versucher an die deutschen Fürsten herantrat, wie auch je wieder Frankreich den Versucher spielt, da bildete sich d sogenannte Rheinbund. Das war der Bund von 16 deut Staaten, die als souverän erklärt wurden und sich vom lossagten. Bayern, Württemberg, Baden, Hessen usw. ware dabei. Die Fürsten wurden teils Könige, teils Großherz ge Herzöge usw., stellten für Frankreich ein Heer von 63 00 Mann und verpflichteten sich sich untereinander, d. h. Napoleon zu helfen. Ihr Gebiet wurde durch Mediatisierm vieler reichsunmittelbarer Gebiete erweitert. Das war am 1. Juli 1806, wo der Vertrag abgeschlossen wurde, 1. August 1806 wurde die Tatsache dem Reichstag mitgetei worauf Kaiser Franz II. abdankte; das Reich war erledigt.
Heute in ähnlicher Lage haben die republikanischen Regierungen, als Repräsentant des Volkes, das Wort und sie erklären sich im Namen des Volkes für das Reich und werd en sich von diesem Entschluß auch nicht durch Vergünstigungen und Erleichterungen abbringen lassen. Das deutsche Volk hält heute fester zum Reich als vor hundert Jahren se Fürsten. Das deutsche Volk beweist dadurch, daß es in d Beziehung mündig geworden und jedenfalls von mehr n nalem Geist erfüllt, als seine Fürsten vor 100 Jahren.“
Brigade Ehrhardt sammelt sich
Unserem Parteiblatt, der Bremer Volkszeitung, weht ein günstiger Wind folgendes Plakat auf den Tisch:„Freikorps Bremen(Brigade Ehrhardt) sammelt sich...“ Das Plakat ist erstdieser Tage hergestellt und soll zweifelle bei der Mobilmachung der Bremer Ehrhardt⸗Gesellen.
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N Der Deserteur. 4
Roman von Robert Buchanan.
Rohan preßte die zitternde Mädchengestalt fest an sein Herz, ihr Haar umflatterte sein Gesicht und er bedeckte es mit heißen Küssen.
Marcelle brachte lein Wort heraus, sie wehrte ihm aber auch nicht.
„Ich liebe Dich, Marcelle! wonnetrunken.
Sie antwortete nicht, aber ihre liebeerfüllten Augen versenkten sich in die seinen, dann schloß sie dieselben, um— schlang zärtlich seinen Hals mit beiden Armen und drückte ihre weichen, vollen Lippen auf die seinen. g
Das war beredter als alle Worte. Es war die götlichste aller göttlichen Antworten der Liebessprache. Ihre Lippen zitterten in einem heißen, langen Kuß und alles Lebensblut des einen floß durch diesen warmen Kanal in das Herz des anderen hinüber. Jetzt erst setzte Rohan seine süße Last ab. Verwirrt und an allen Gliedern bebend, stand Marcelle end— lich wieder auf ihren Fiißen. Der eine Kuß genügte Rohan nicht— er überschüttete ihre brennenden Wangen, ihre Lippen, ihre Augen und Hände mit Küssen.
„Genug, genug, Rohan!“ flüsterte sie verschämt. könnte uns von der Klippe aus sehen.“
Mit Mühe entwand sie sich seinen Armen, raffte schnell ihre Strümpfe und Holzschuhe, die mit denen Rohans auf den trockenen Sand gefallen waren, auf und setzte sich mit dem Rücken gegen Rohan auf den nächsten Steinblock, um ihre nackten Beine zu bekleiden und ihr aufgelöstes Haar wieder unter der Haube zu verstecken. Als sie sich erhob, war sie zwar blaß, aber vollkommen ruhig. Aus ihren Augen strahlte helles Glück.
Die Frauen haben das Talent, sich nach solchen Episoden viel rascher zu fassen als die Männer; sie ertragen das Liebesglück viel leichter. Rohan der mittlerweile ebenfalls in seine Strümpfe und Schuhe geschlüpft war, zitterte noch von Kopf bis Fuß vor Erregung.
„Marcelle, liebst Du mich wirklich? Ich kann es kaum fassen, das große Glück!“ rief er, ihre beiden Hände er— greifend und sie diesmal auf die Stirn küssend.
„Wußtest Du es denn nicht?“ fragte sie sanft.
Und Du?“ stammelte er
„Man
„Ich dachte mir's, aber jetzt erscheint es mir so seltsam. Ich fürchtete immer, Du würdest mich als Deinen Vetter nicht so lieben können! Wir kennen uns von jeher, und doch kann ich es nicht glauben. Aber liebst Du mich wirk⸗ lich, Marcelle?“
„Ich habe Dich immer geliebt.“ Während sie dies sagte, entzog sie ihm eine Hand und lenkte ihre Schritte wieder dem Strande zu.
„Aber nicht so wie heute?“
„Nein, nicht so wie heute“ gab sie errötend zu.
„Und Deine Liebe wird beständig sein?“
„Nur die Männer sind in ihrer Liebe unbeständig, wir Frauen nicht.“
„Wirst Du mich auch heiraten, Marcellée?“
„Wenn es des guten Gottes Wille ist.“
„So?!“
„Und des Bischofs des guten Gottes.“
„Er wird uns seinen Segen geben.“
„Auch der meiner Brüder und meines Onkels, des Korporals.“
Rohan schwieg, denn des Onkels war er nicht ganz sicher. Dieser war ein gar seltsamer Kauz, dessen Ideen von den seinen ungemein abwichen. Der Korporal mochte Be— denken erheben und würde diesfalls wohl strenge Maßregeln ergreifen, um das Pärchen zu trennen. Der Gedanke an diese Möglichkeit huschte wie eine düstere Wolke über Rohans Gesicht, doch erhellte es sich sofort wieder. Nichts und niemand sollte ihm heute seine frohe Stimmung rauben. Die ganze Welt erschien ihm in rosigstem Licht. Sowet das Auge reichte, nichts als göttlicher Friede! Das Meer breitete sich wie eine glatte große Spiegelfläche aus, das Himmels— zelt war dunkelblau und mit weißen Lämmerwölkchen bedeckt.
Plaudernd erreichten sie eine steile Treppe, die sich im Herzen der Klippe bis zum Gipfel schlängelte, sie war teils natürlich, teils von Mensechnhand gehauen und stellenweise ziemlich gefährlich, denn viele Steine hatten sich losgelöst. Man nannte sie im Volksmunde die Leiter des heiligen Triffin.
Der Aufstieg war ein recht schwieriger. Rohan schlang seinen starken Arm um Marcelle und stützte sie beim Gehen. Wiederholt mußten sie stehen bleiben, um Atem zu schöpfen;
dann sahen sie durch die luftigen Gucklöcher des Felsens
weit unten das Meer mit seinem weißschaumigen Wasser d glitzernden Uferkies bespülen; flinke Möwen huschten da⸗ rüber hinweg oder träumten an des Wassers Rand. Endlich erreichte das Pärchen das Grasplateau über der Klippe. Marcelle war sehr müde geworden und setzte sich ins Gras, Rohan nahm dicht an ihrer Seite Platz. Sie sprachen kein Wort. War es nicht schon das höchste Glück, den Atem des anderen einzusaugen, die gegenseitige Nähe zu fühlen Selbst der ihnen so wohlbekannte Anblick der sie umgebenden Landschaft erschien ihnen neu und von göttlichem Lichte ver ⸗ klärt. Die Liebe ist so leicht befriedigt! Ein Blick, ein Ton, ein Duft wird sie stundenlang beglücken. Der Sprache be⸗ darf sie nicht, da sie die der Blumen, der Sterne und die ge⸗ heimen Lieder aller Vögel kennt. 3 Am liebsten wären sie bis tief in die Nacht an dem lauschigen Plätzchen sitzen geblieben; aber wieder war es Marcelle, die zum Aufbruch mahnte. Auf dem Heimwege sprachen sie von praktischen Dingen.* „Ich werde dem Onkel noch nichts sagen, auch meinen Brüdern nicht. Die Sache muß erst genau überlegt sein und eilt nicht,“ bemerkte die kleine Weisheit. g 9 „Durchaus nicht! Aber vielleicht werden sie es erraten,“ meinte Rohan. 1 „Wie sollten sie, wenn wir klug sind? Wir sind nach wie vor Verwandte und werden uns künftig nicht öfter sehen als bisher.“ 5 „Das ist richtig.“ 1 „Und wenn wir uns begegnen, brauchen wir nicht dei ganzen Welt unser Herz zu zeigen.“„ „Auch das ist richtig. Ich werde es nicht einmal meinen Mutter sagen.“ 25 „Sie wird es schon rechtzeitig erfahren. Wir tun nicht Bösos und ein solches Geheimnis darf man ohne eine Sünd zu begehen, vor seinen Nächsten geheimhalten.“ „Das meine ich auch.“* „Wenn die Sache bekannt würde, würde das ganze Do davon sprechen und am meisten Deine Mutter. Es N aber für ein junges Mädchen nicht angenehm sein, wenn Name in aller Leute Mund herumgetragen wird, bevor e sicher ist—“ 3 (Fortsetzung folgt.)


