Ausgabe 
25.1.1923
 
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wollten. Wir dauken all den Männern und sind stolz auf sie, ihre

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.. die Hochachtung bei allen Völkern auslösen. 60 J buuftee dale Mel einsg und geschlossen der Gewalt ö 1 u begennen. Wir wollen uns und uiseren Nachkommen bewelsen, da Emhichelt und pfand n Präsident nicht erteflt r

Sdaatsprästdent Ur

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ganzen Hauses fest, daß die Reichs regierung in vollem Einvernohmen mit

de dach 5 Arbeiter voll entschädigt werden, Ar N darauf, daß 121 60 0

den Willen hat zur Freihest. wenn die Gewalttaten verschwinden. Abg. Brauer(Bbd.) stellt

sodann als ältestes Mitglied den Antrag, einig sind, nicht in die Besprechung einzutreten, als ein Zeichen der Einmütigkeit. Der Antrag wird gegen die beiden Kommunisten an⸗ genommen. 1

Der Präsident vertagt das Daus auf umbestimmte Zeit.

pessen und Nachbargebiete.

Gießen und Umgebung.

Geschichtskalender.

25. Januar.

1077 König Heinrich IV. in Canossa. 8

1871 Wilhehm Weitling, utop. Kommmumfst, in Newyork gestorben.

1875 Annahme des Persomenstands gesetzeß(obligatorische Zivil⸗ ehe 100 durch den deutschen Reichstag.

1890 Der Reichstag verwirft die Verlängerung des Sozialisten⸗

1007 Nulshe Reichstagswahlen(Hottentottenwahlen). Einschräukung der Lustbarkeiten in Hessen.

Das Ministerium des Innern hat an die Kreisämter und staatlichen Polizeiämter folgende Verfügung ge⸗

tet:

Im Hinblick auf die Not des Volkes und im Anschluß an das Rundschreiben des Herrn Reichskanzlers vom 16. d. M. wird folgendes angeordnet:

1. Die Polizeistunde ist allgemein und aus nahmslos auf 11 Uhr abends festzusetzen, so⸗ weit sie bisher nicht schon auf eine frühere Stunde festgesetzt war. Es ist dafür zu sorgen, daß die Anordnung nicht nur auf dem Papier steht, sondern die Polizeistunde streng eingehalten wird. Die Polizeistunde gilt bis auf weiteres auch für geschlossene Gesellschaften, Vereine usw. Theatralische Vorstellungen, Vorstellungen in den Lichtspieltheatern, Festlichkeiten und Lustbarkeiten aller Art müssen bis spätestens 11 Uhr abends beendet sein.

Recht und Freiheit des Glückes Unter⸗

terUnverschämtheit. ch wesst zunächst das wilrdelose Benehmen in etwa einstlündiger Rede

2. Alle karnevalistischen Veranstaltungen, ein⸗ schließlich der sogenannten Kostümfeste, auch soweit sie mit Tanz nicht verbunden sind, sind verboten. Dies gilt auch für Veranstaltungen geschlossener Gesellschaften und für Veranstaltungen in privaten Räumen. Das Tragen von Verkleidungen irgend welcher Art Kostümen, karnevalisti⸗ scher Abzeichen usw. auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder an anderen öffentlichen Orten ist verboten. 36. Erlaubnis zur Tanzbelustjigung(Ver⸗ Fordnung vom 19. Dezember 1899/2. Januar 1901) darf bis auf weiteres nicht erteilt werden. Gesuchsteller sind zu bedeuten, daß Anträge an uns auf Ausnahmebewilligung keine Aussicht auf Erfolg haben.

4. Der Ausschank von alkoholischen Ge tränken und die Abgabe von Tabakwaren an Jugendliche unter 16 Jahren ist verboten. Jugendlichen unter 16 Jahren ist das Tabakrauchen auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder an anderen öffentlichen Orten verbolen.

5. Die Lichtspieltheater sind strenger als bisher zu überwachen. Die öffentlichen und privaten Organe der Jugendfürsorge klagen immer wieder darsüber, daß die halb⸗ wüchsige Jugend auch Vorführungen solcher Bildstreifen be⸗ sucht, die durch die zuständigen Prüfstellen zur Vorführung vor Jugendlichen nicht zugelassen sind. Den Vorschriften des Lichtspielgesetzes ist sowohl den Lichtspieltheaterbesitzern als den Jugendlichen gegenüber Geltung zu verschaffen.

Vollstäudig kostenlose Feuerbestattung.

Die ungeheuer gestiegenen Bestattungskosten machen es pielen Familien unmöglich, noch für diese aufkommen zu können und ein Todesfall hat oft den völligen wirtschaftlichen Ruin zur Folge, Die Verwirklichung der unentgeltlichen Totenbestattung ist heute eine Unmöglichkeit, wir müssen darauf verzichten. Aber es gibt eine Vereinigung, die die vollständig kostenlose Feuerbestattung einschließlich der Er⸗ ledigung aller Formalitäten ühernimmt, so daß bei einem Sterbefall nur die einfache Meldung nötig ist, worauf alles andere erledigt wird.

Piese Vereinigung ist der Verein der Freidenker für Feuerbostattung e. B., Sitz Berlin, der sich zum größten aller bestehenden deutschen Feuerbestattungsvereine entwickelt hat. Die Mitgliederzahl, die am 1. Januar 1922 188 704 betrug, erreichte am 31. Dezember 1922 die Höhe von 2619858, hat sich also mehr denn verdoppelt. In diesen Zahlen ist ein Zuwachs von etwa 80 000 Mitgliedern enthalten, der dem Verein dadurch erwuchs, daß sich die Feuerbestattungs⸗ kassen des Zentralperbandes proletarischer Freidenker auf lösten und in den Verein der Freidenker für Feuerbestattung aufgingen. Beide Vereine arbeiten jetzt in kultureller Be⸗ ziehung mit getrennten Aufgaben in engster Gemeinschaft

miteinanber. Diese Fusion war dem Verein für Feuerbe⸗ stattung hinsichtlich seiner Verbreitung über das gesamte

Reich dgußerst günstig. Der Verein unterhält jetzt insgesamt

600. von denen 400 auf das Reich und über N uf Groß⸗Berlin entfallen. Außer in Berlin unterhält der Verein auch in Thüringen und Schlesien einen eigenen Autobetrieb. In Berlin erwarb der Perein das Grundstüück,

Die Zahl der erledigten Sterbefälle betrug im letzten Geschäftsjahr 3557. Auf der letzten Generalversammlung, die im September stattfand, unterstrich der Verein seine freigeistige Tendenz noch einmal ganz besondern scharf da⸗ durch, daß er in seinem Statut die Bedingung aufnahm, nur solche Personen aufzunehmen, die keiner Religions- gemeinschaft angehhbren.

Ein Beweis für die starke finanzselle Kraft des Vereins ergibt sich aus der Tatsache, daß, obwohl alle Unkosten ein⸗ schließlich der Einäscherungsgebühren und der Särge sich allein seit dem 1. Oktober 1922 um mehr als das Zwan⸗ zigfache erhöht haben, die monatlichen Beiträge nur von 6 Mark auf 18 Mark, d. b. um das Dreifache und auch erst seit dem 1. Januar 1923 erhöht zu werden brauchten. Die soziale und Überaus segensreiche Tätigkeit des Vereins wird leider oft stark gehemmt durch das dußerst ge⸗ ringe Entgegenkommen und die Verständnislosigkeit der staatlichen und städtischen Behörden. Hier tatkräftig einzu⸗ greifen und diesem Teil der proletarischen Bewegung zur Hilfe zu kommen, ist eine Aufgabe, der sich in den Parlamen⸗ ten und den Kommunalverwaltungen die sozialistischen Par⸗ teien nicht entziehen dürfen. Das bezieht sich ganz beson⸗ ders auf die Stellungnahme gegenüber dem Feuerbe⸗ stattungsgesetz, das noch aus der wilhelminischen Zeit stammt, längst veraltet ist und mehr ein Reglement für polizeiliche Handhaben gegen die Feuerbestattung denn ein Gesetz für dieselbe darstellt. Es wäre an der Zeit, dieses Gesetz selbst dem Flammentode zu überliefern.

Die Aufnahmegebühr beträgt 30 Ml. und der monatliche Beitrag ab 1. Januar 18 Mk. Nach einjähriger Mitglied- schaft vollständig kostenlose Feuerbestattung einschließlich Er⸗ ledigung sämtlicher Formalitäten.

Das Gießener Volksbad,

das jetzt auf 25 Jahre seines Bestehens zurlickblickt, ist am Dienstag in den Besitz der Stadt übergegangen. Am Vormittag dieses Tages wurde es von den bisherigen Besitzern, nämlich der Aktiengesell⸗ schaft Volksbad, als deren Vertreter Herr Architekt Hans Meyer erschienen war, dem Vertreter der Stadt, Herrn Beig. Dr. Seib übergeben. Während in der Zeit vor dem Kriege das Bad bei sehr mäßigen Badepreisen gut bestehen konnte, wurden in der letzten Zeit die Verhältnisse immer schwieriger, das Defizit immer größer. Daran waren die hohen Kohlenpreise schuld; die Selbstlosten konnten auch nicht durch starke Erhöhung der Badepreise gedeckt werden. So schließt das letzte Rechnungsjahr des Bades mit einem Fehlbetrag von ungefähr 700 000 Mk, ab. In Anwesenheit einer Angahl Stadtverondneten, Mitglieder der Aktiengesellschaft und sonstiger Freunde des Bades warf Architekt Meyer einen Rückblick auf die Entwickelung der Anstalt. Er gedachte derjenigen, die sich als Grün⸗ der beteiligt und Verdienste um das Zustandekommen des Unter⸗ nehmens erworben haben: Oberbürgermelster Gnauth, Justizrat Gutfleisch, Geh.⸗R. Heichelheim, serner die Stadt, Haubach, Eiche⸗ nauer, Habenicht, ferner der Gründer der Gesellschaft, Kaufmann Pistor, Med.⸗Rat Haberkorn, Geh.⸗Rat Dr. Oncken und Kaufmann Balser. Sie alle weilen nicht mehr unter den Lebenden. Redner dankte auch den noch lebenden Mitgrlindern: Dr. Fuhr, Komm.⸗Rat Schaffstädt umd Kaufmann Bräutigam. Dem Stadtvorstand dankte Redner für die bisher gezeigte Unterstützung. Weiter wies er darauf hin, wie aus bescheidenen Anfängen heraus sich das Bad entwickelt habe. Märchenhaft klinge es, wenn man sich erinnere, daß damals ein Brausebad, das jetzt 50 Mk. kostet, für 10 Pfg. abgegeben wurde, das Schwimmbad 20 Pfg, kostete, wofür jetzt 70 Mk. bezahlt werden müssen. Und die Wannenbäder, die fetzt 120200 Mk. kosten, wurden für 80, 60 umd 40 Pig, verabreicht. Und trotzdem konnte das Unter⸗ nahmen noch Ueberschüsse machen und mehrfache Erwetterungen aus eigenen Mitteln bestreiten. Redner übergab der Stadt das gesund⸗ heillich und sozial bedeutsame Werk mit der Bitte, ihm fernerhin ihre Fürsorge angedeihen zu lassen zum Wohle unserer Stadt und ihrer Bevölkerung. Besg. Dr. Seib übernahm das Bad im Namen der Stadt und mit der Versicherung, daß alles nur irgend Mögliche getan werden solle, um diese Stätte der Gesundheitspflege zu erhalten, so schwer das guch in den heutigen Verhältmissen sel. An die Uebergabe schloß sich eine Besichtigung der/ Anstalt durch dle Anwesenden.

Der gute Einfluß der Frauen als Geschworene. Vor dem Frankfurter Schwurgericht wurde unter Ausschluß der Oeffentlichkeit gegen fünf Personen wegen Lohnabtreibung bezw. Beihilfe verhandelt. Unter den Beschuldigten befand sich eine frühere Hebamme, die bereits einschlägig bestraft ist. Auf der Geschworenenbank besanden sich auch z wei Frauen und als der Geschworenenspruch verkündet wurde, da übernahm Frau Else Alken die Funktionen des Ob- manns. Der Spruch zeichnete sich durch Milde aus. Das Gericht blieb hinsichtlich der am meisten belasteten Hebamme noch unter dem Strafantrag des Staatsanwalts und er strafe auf zwei Jahre Gefängnis, die übrigen Beschuldigten erhielten Gefängnisstrafen die in je 5000 Mk. Geldstrafe umgewandelt würden, insofern sich die Angeklagten drei Jahre gut führen. Das Urteil ist

licherweise nicht hart. Man geht wohl nicht fehl, wenn man

zurückführt. Für Gleichberecht igung der Frauen

kratie eingetreten. Jedermann, besonders die

sollten diese Tatsache nicht vergessen Geschworenen noch nichts gehört. Die Eisenbahnbeamten gegen die Ruhrbesetzung. Spitzen der Personalvertretungen Trier, die einen Boamtenbestand von nahezu körpern, zu einer Tagung zusammen, um zur lung zu nehmen.

hinter der Regierung und treu zu ihren Vaterlande stehen. Telegramm des Reichsverkehrsministers,

hess. Regierung wird bekannt gegaben: Entwertung der Mark macht es Publikum vor wucherischer Uebervorteilung zu schlitzen.

ämtern und staatlichen

Friedensstraße 60, und errichtete ein eigenes Verwaltungs,

aher

he rech! gie re.

schreit.

ahhungen ellißsichtssos mit aller Schärse

erwartet wert l, daß die gug éublickliche Wirt

kannte unter Einbeziehung einer achtmongtigen Gefängnis⸗

von zwei bis sieben Monaten,

gegenüber vielen anderen in der Abtreibungssache erfreu⸗ dies auf den Einfluß der Frauen unter den Geschworenen

auf allen Gebieten ist seit jeber aber nur die Sozialdemo⸗ Frauen, Bei uns in Oberhessen hat man von der Berufung von Frauen als Schöffen oder

Im Sitzungs sagle der Elsenbahndfrektion Frankfurt a. M. kraten am Samstag die der westlichen Reichsbahnbezirke Cassel, Elberfeld, Essen, Frankfurt a. M., Köln, Mainz, Münster und 250000 Beamten ver⸗ Ruhrbesetzung Stel- Die Beamten brachten in einer Entschließung zum Allsdruck, daß sie in dieser Stunde der tiessten Not unerschütterlich ö Das wonach allen Beamten und Arbeitern verboten ist, Kohlen füür Frankreich und Belgien zu besör⸗ dern, wurde unter allgemeiner Hustimmung zur Kenntnis genommen. Die Beschränkung des Kleinhandelsverkaufs. Von Seiten der Die neue außerordentliche notwendig, das kaufende Das Mini⸗ sterium des Innern empfiehlt, daher in einer Verfügung den Kreis- Wolszeiäm lern, in enger Fühlungsnahme mit

den Preisprüffungsstellen den Verbehr mit Gegenständen des tägl jchen Bedarfs, namen'lich mit Lebensmitteln, zu überwachen und gegen un⸗ einzu-

schaftslage auch wieder, wie früher, vielsach dazu fliührt, daß Ausländer deutsche Waren zum Schaden ber einheimischen Bevölkerung im großein Umfange aufkaufen, Die Verordnung des Gesamtministeri⸗ uns vom 14. November 1922(Reg.⸗Bl. S. 367) gitzt den Polizei⸗ behörden bie Möglichkeit, auch biesen Mißstand zu bekämpfen. Das Ministerümm des Innern erwartet, daß auch hiervon in weitem Um⸗ fange Gebrauch gemacht wird.

Finnische Wohltätigkeitsfeste zum Besten notleidender Kinder. Uns wird geschrieben! Seit Kriegsende gehört Finn⸗ land zu den neutralen Staaten, in denen unermüdlich gearbeitet und gesasumelt worben ist, um die Not ber deulschen Kinder zu lindern. So berichtet vor kurzem wiederum eine finnische Zeitung Berga⸗Bladet über ein Wohltätigkeitsfest. das von einer Keüheren hessischen Fürsorgeschwester die seit einiger Zeit in der Fürsorge in Finnland tätig ift, veranstaltet wurde. Nach mancherlei Vor⸗ bereitungen konnte dieses Fest am 6. Januar im Kommunalhause in Nickoy abgehalten werden. Unter Mitwirkung verschiedener deutscher und sinnischer Damen und Herren wurden die zahlreichen Gäste mit Musik und Deklamationen unterhalten. Ein Horn⸗ orchester spielte zur Elnleftung deutsche Stücke. worauf die Für⸗ sorgeschwester eine Vegküßungsansprache hielt. in der sie mes warmen Worten für die traurige Lage der Kinder in Deutschland zu werben wußte. Allen Sorgen und Nöten zum Trotz, führte sie aus, ist man in Deutschland ganz besonders auch in Hessen, immer noch bestrebt gewesen, die Wohlfahrtspflege, vor allem die Kinder⸗ fürsorge aufrecht zu erhalten. Um aber dies auch fernerhin zu können, ist es notwendla. daß rasch und reichlich geholsen wird. Sie bat daher die Anwefenden von ihrem Ueberfluß ein Scherf⸗ lein für die deutschen Kinder beizutragen. Im Anschluß hieran wurden gemeinsam deutsche und e Volkslieder fungen, und in der daran anschliaßenden Kaffeepause von den finnischen Damen Kassee und Kuchen angeboten. Auch eine kleine Lotterie wurde von der Schwester veranstaltet, zu der sie die Gewinne sebst gearbeitet hatte: mit deutschen Farben geschmückte Puppen. Körbe und andere Spielwaren außerdem Postkarten mit hessiscgen Landschaften und Kinderaufnahmen aus der Fürsorge und den Süüuglingsheimen. Zum Schlusse wurden deutsche Lieder gesungen und von ber Schwester in herzlichen Worten den Gästen für das Verständnis und die Mitarbeif gedankt. Der scöne Ersolg des Festes wurde der Zentrale für Mutter⸗ und Säuglingsfürsorge zur Weiterführung der Fürsorgearbeit lüberwiesen.

Schulaufnahmen. Die Anmeldung der in Gießen wohnen⸗ den Kinder zur Aufnahme in die Volks schule hat am 992 den 29. und Dienstaa den 30. Januar zu erfolgen. Nähe res ft im Inseratenteil der heutigen Nummer zu ersehen.

Auf die Abgabe von Steuererklärungen zur Einkommensteuer, Kapitalertragssteuer, sowte erste Veranlagung zur Vermögenssteuer und Zwangsanleihe bezieht sich eine Bekanntmachung der Finanz⸗ ämter im heutigen Blatte, worauf wir an dieser Stelle hinweisen.

Städtische Jürsorgestelle. Die Neuwahl des Beirats zur städtischen Fürforgestelle behandelt eine Bekanntmachung, die im heu⸗ tigen Blatte enthalten ist und auf die wir aufmerksam machen.

Großen⸗Linden. Der neugewählte Gemeinderat hielt am Montag seine zweite Sitzung ab. Zunächst wurde die Verpflichtung des Gemeinderats Henkel vorgenommen, der an Stelle des von hier versetzten Genossen Keßler auf der sogd. Liste nachge rückt war. Als 2. Punkt wurde über die Herstellung von Särgen durch die Gemeinde verhandelt. Während der Bürger⸗ meister zur Herstellung von Särgen nur die Abgabe von Bretter zu einem bestimmten Kostenpreis vorschlug, wurde von sogzd. Seite der Antrag gestellt, sämtliches Material und die Fertig⸗ stellung von Särgen durch die Gemeinde ausführen zu lassen. Die Deckung der Kosten solle durch eine allgemeine Gebühr be⸗ stritten werden. Falls eine solche auf Schwierigkeit stoßen sollte, wolle man eine Summe für den einzelnen Sarg später sestsetzen. Eine lebhafte Debatte entspann sich, als von sejten unserer Ge⸗ nossen die einheitliche Herstellung und Abnahme eines jeden Sarges hervorgehoben wurde. Einzelne Herren hielten dies für, nicht gerechtfertigt und stimmten nicht zu, sondern meinten, nach Abnahme eines Sarges könnte ein jeder die äußerliche Aus füh⸗ rung ändern und durch Verzierungen denselben ein anderes Aus⸗ sehen geben. Man kam zu dem Ergebnis, eine Anzahl Särge sofort anfertigen zu lassen und liber die Kostenfrage und Ein⸗ hettlichkeit nochmals zu verhandeln. Als 3. Punkt wurde das Wassergeld einstimmig um 300 Proz. erhöht. Gleichfalls wurde der Mahllohn für Ortsansässige auf 300 Mk. und Auswärts⸗ wohnende auf 1000 Mk. erhöht. Für Schrot beträgt derselbe 400 Mark und 500 Mk. Bei Punkt 5 wurde eine Wohnung mit dem Vorbehalt beschlagnahmt, daß es möglich ist, aus dieser einen Wohnung zwei herstellen zu können. Vel der Wahl einer Woh⸗ nungskommission wurde von seften der sozd. Vertreter erwähnt, hierbei zur Erleichterung der Geschäftsführung noch zur Wahl anderer Kommissionen und des Schulvorstandes zu Gegen diesen Antrag erhob sich kein Widerspruch, nur der Bür⸗ germeister erklärte die Wahl des Schulvorstandes für nicht zu⸗ lässig. Von unserer Sefte wurde hervorgehoben, daß auch diese Wahl nach einer neuen Zusammensetzung stattzufinden habe, wo⸗ mit sich der Bürgermeister jedoch vorläufig nicht einverstanden erktlärte. Man schritt deshalb zur Wahl der übrigen Kommissionen. Jedoch schon bei der ersten, der Wohnungskommission, fanden sich außer den sogd. Vertretern niemand bereit, in eine solche Kom⸗ mission einzutreten, trotzdem zwei Vertreter unserer Partei die Wahl annahmen. Da der dritte Vertreter von der anderen Seite nicht zu finden war und von uns hingewiesen wurde, an dieser wichtigen Kommission doch auch einen Vertreter zu stellen, wurde dies abermals verneint. Hierauf wurde die tagung dieses Punktes beantragt und die Wahl sämtlicher Kommissionen für die nächste Sitzung beschlossen. Nach Erledigung einiger kleinen Punkte, die nicht zur Tagesordnung standen, wurde die Sitzung geschlossen.

Lollar. Nationalistischer hiesigen Friseur, der in zuvorkommendster Weise für alle Aus⸗ hänge in seinem Schaufenster Platz hält, war zu diesem Zwecke die Nummer der Frankfurter Volksstimme übergeben worden, deren Titelseite die UeberschriftNie wieder Krieg trug. Dacauf ging dem Mann folgendes Schreiben durch die Post zu;

Vertraulich! Sie haben einen ZeitungsabschnittNie wieder Krieg ausgehängt, ohne anscheinend der Wirkung und daraus entstehenden Folgen in jetziger ernster Zelt bewußt zu sein. Um Sie vor Gefahr und Zerstörung(!) zu verhüten, warnen wir Sie dringend sofort dieses zu enksernen. Es ist beschlossen, es gewaltsam wegzureißen(0) Nochmals, befolgen Se unseven Rat siche ähnliche Ausschreilungen im Ruhr. Vorsicht.

Dieser natlonglistische Anonnmus. der nach obigem Stil zu urteilen ein großer Hohlkopf ist(man lese genau!), mag, nur be⸗ schließen. die Arbeiter werden handeln. Daß wir auch in Lollar einige Exemplare von der Hakenkreuzlerrasse haben wissen wir ja, sie sind uns auch bekannt. Doch werden wir sie in den Schranken zu halten wissen. Wer sich für die Handschrißt interessiert, kanu sie bei dem Friseur einsehen.

Heuchelheim. Einen recht schönen Unterhaltungs⸗Abend veranstaltete die Freie Turnen schaft am vergangenen Samstag abend im Vereinslokal Greilich. Turnerische Vor⸗ führungen, wechselten mit Theatergufführungen ab; einige vecht schöne Konzertstsücke fanden stürmischen. Veifall. Besonders seien die Freiübungen der Damenabteilung und die Uebungen der Ar⸗ beltersportler hervorgehoben. Einige Gruppen⸗Ausstellungen der Turner und Turnerinnen bei sarbiger Beleuchtung waren sehr gut eingeübt und stimmungsvoll dargestellt. Die Uebungen am Reck waren, wenn auch etwas kurz, so doch ganz vorzüglich. Was die Theateraufführungen anbelangt, waxen die Rollen gut ver- teilt und wurden auch von allen Mitwirkenden gut gelpielt. Große Heflerkeit löste das Theater stsickMann dlesbt Mann undDer bekehrte Theologe, fowieTer dresssexte Schwiegervater aus. Die Freie Turnerschast kaun stolz guf ihre Leistungen fein; möge ste sich fernerhin welter gülnstig entwickeln zum Wohle der Arbeiter- schaft und der Gefamthest.

Drohbriefschreiber. Einem

schreiten.

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