gwei Todesopfer durch französische Rücsichts⸗ losigkeit.
Durch rücksichtsloses Fahren des französischen Zoll⸗ dootes kenterte auf dem Rhein ein mit Kohlen beladener Kahn, wodurch zwei Arbeiter aus Mannheim ins Wasser zielen und ertranken.
Verhaftung eines deutschen Redakteurs.
Wie das Echo de Paris aus Mainz meldet, haben die alliierten Melitärbehörden in Koblenz als Nepressalie der Verhaftung der Kor respondentin des Inlransigeant in Berlin den Redakteur der Koblenzer Zeitung, Dr. Meermann, verhaftet. Entsprechende Maßnahmen würden jedesmal getrofsen werden, wenn ein französi⸗ scher Journalist von den deutschen Behörden belästigt werde.
Professor Einstein tritt aus der Völterbunds⸗
krommission ans.
osessor Einstezn. der sich in Zürich aufhält, hat an das Sek⸗ retariat des Völkerbundes einen Brief gerichtet, worin er seinen Austritt aus der Kommission für intellektuelle Zusammenarbeit an⸗ meldet. Er schreibt in diesem Brief: 5 A habe in der letzten Zeit den Eindruck gewonnen, daß der Völkerbund weder die Kraft noch den guten Willen hat, seine Aufgabe zu erfüllen. Als überzeugter Pazifist halte ich es nicht für richtig, irgendwelche Beziehungen mit dem Bund aufrechtzu⸗ erhalten. Ich bitte meinen Namen aus der Liste der Kommissions⸗ mitglieder zu streichen.
Französische Opposition.
Unter der Ueberschrift„Warum veröffentlicht die französische Regiecur nicht endgültig ͤhren Plan“ beschäftigt sich ein Leit⸗ artikel des Ouevre mit der augenblicklichen Lage.
Die öffentliche Meinung Frankreichs, so schreibt das Blatt, Hat endlich genug von diesen Streitigkeiten der Diplomaten. Es handelt sich nicht darum, ob Herr Bergmann oder Herr Poincars im Januar Unrecht gehabt hat, es handelt sich darum, zu erfahren, durch welche Methoden man endlich versuchen wird, die wirt⸗
chaftliche und politische Liquidation vorzunehmen. 5 handelt sich darum, zu erfahren, die Regierungen in allen ndern entschlossen sind, den Völkern die Möglichkett u geben, zu arbeiten und zu leben. Wenn Poincars Manöver Cunos unwirksam machen will, darf er keine weite ren mentis mehr veröffentlichen, sondern er muß den Plan rankreichs bekanntgeben. Einen Plan für die Repa⸗ ationen, der endlich bestimmte Vorschläge enthält, einen Plan für e Liquidation der interalliierten Schulden, einen Plan der icherheit Frankreichs und einen Plan eines wirtschaftlichen Ab⸗ mens. Das erwartet man von der französischen Regierung, die die Initiative ergriffen und damit die Verantwortung für die setzung des Ruhrgebietes übernommen hat. Jetzt ist ihr
— igen vielleicht das Eingeständnis des Unvermögens.
Dentsch⸗französische Verhandlungen?
Die französche Presse veröffentlicht heute abend eine Reihe von Dementis über die Verhandlungen, die durch Herrn Dubois, dem Präsidenten des Schweizerischen Bankvereins in Basel, zwischen
rankreich und Deutschland gepflogen sein sollen. In Paris, so sschreibt der Temps, hat man nie etwas von einer Verhandlung ge⸗ ißt, die im Gange sein sollte. Auch ist hier nichts von einem ufenthalt v. Bergmanns in Bern bekannt, noch von einer Mission. ie Herr Dubois im Auftrage Frankreichs auszuführen gehabt hätte. Man muß im Gegenteil annehmen, daß Herr Bergmann in Bern gewesen ist und daß Herr Dubois, der in der letzten Woche nach Erledigung privater Angelegenheiten in Paris geweilt tte, keinerlei Demarchen in der Reparationsfrage unternommen t. Der französischen Regierung sind, so hebt der Ane hervor, im Januar noch später die Herrn Bergmann zugeschriebenen lnerbietungen bekannt geworden. Der Temps fährt dann fort: wollen nur daran erinnern, daß Frankreich, wie man es in allen fremden Hauptstädten weiß, fest entschlossen ist, keinerlei nterventionen irgend einer Regierung oder einer privaten Per⸗ önlichkeit zwischen Frankreich und Deutschland zuzulassen, soweit es sich um Besprechungen handelt, die ren. 5 Gleichzeitig wird in der französischen Presse ein Dementi der schweiderischen Telegrafenagentur veröffentlicht, in dem es heißt, alle über die angebliche Mission des Herrn Dubois ver⸗ ö ten Nachrichten jeder Grundlage entbehren. Ebenso seien auch die Nachrichten falsch, nach denen Herr Dubois im Juli 1922 eine Zusammenkunft in Curnigel mit zwei vom französischen Finanzminister entsandten französischen Beamten gehabt hätte, die ihn um vertrauliche Auskunft über die in der Schweiz lagernden deutschen Depositen ersucht hätten. Der Korrespondent der Er⸗ preß⸗Korrespondenz hat diese Dementis dem Quai d'Orsay zur Rückäußerung vorgelegt, der sie im vollen Umfange bestätigt. Man machte im Ministerium des Aeußeren nochmals darauf auf⸗ merksam, daß der Standpunkt Frankreichs sich in der Behandlung der Ruhrfrage nicht geändert habe und daß die französische Re⸗
dene gesonnen sei, nur direkte und offizielle Angebote der
das Reparationsproblem
eutschen Regierung anzunehmen.
Amerikanisch⸗englische Vermittlung.
Trotz der zahlreichen Dementis über die angeblichen Verhand⸗ lungen Dubois, sowie der ständigen Ableugnung aller Gerüchte über eine amexikanisch⸗englische Vermittelung läßt sich die fran⸗ ösische Presse auch weiterhin aus London über angebliche deuische
orschläge berichten. Der Berichterstatter des Temps in London glaubt in der Lage zu sein, ein deutsches Reparationsprogramm skizzieren zu können. Die deutsche Regierung würde diesem Kor⸗ respondenten zufolge keine endgültigen Vorschläge machen, son⸗ dern die Diskussion auf der Basis des Profektes wieder 2 das sie für die Pariser Konferenz vorbereitet hatte. Die Berliner Regierung ließ in Leudon vernehmen, daß dieses Programm die weitestgehenden Konzefsionen darstelle, die sie angesichts der pabla⸗ mentarische Lage in Deutschland machen könne. Wenn sie weiter ginge, so würde sie sich der Gefahr aussetzen, gestürzt zu werden. — Andeeseits verbreitet sich die französische Presse eingehend über eine Meldung des Berliner Korrespondenten des Daily Chronicle, der angeblich aus maßgebender Stelle bestätigen kann, daß Lord Aberdon in London tatsächlich den Auftrag habe, den englischen Premierminister über die Bedingungen zu informieren, unter denen die Berliner Regierung geneigt sei, in direkte Verhandlungen mit Frankreich und Belgien über die, Reparationsfrage und die Ruhr⸗ frage einzutreten. Obwohl die hiesigen deutschen Stellen erklären, daß der Besuch des deutschen Geschäftsträgers bei den Pariser italtenischen Botschafter mit der Reparationsfrage nichts zu tun ge⸗ habt habe, meinen die französischen Kreise fortgesetzt, daß dieser Besuch auf bevorstehende Verhandlungen hindeute.
Diylomatische Offensive?
Der Berliner Korrespondent der Basler Nachrichte stützt auf Informationen in⸗ und ausländischer Diplomaten in den letzten Tagen immer lebhafter dafür ein, daß die deutsche Regierung endlich aus ihrer Reserve heraustreten und statt der bisher geübten diplomatischen Defensive die diplomatische Offensive ergreife. Deutsch⸗ land miisse sowohl die in Paris durch Herrn Bergmann überreichten Vorschläge veröffentlichen(was bereits beschlossen wurde), als auch im Anschluß daran einen Vorschlag zur Lösung der jetzigen Verhält⸗ nisse, wie sie durch die Ruhraktion geschaffen wurden, unterbreiten. Deulschland hätte für diese Offensive einen vorzüglichen Aufmarsch⸗ raum und zwar das Gutachten der vier großen Sachverständigen Jenks, Cassel, Brand und Keynes. Das Gutachten von solchen Kapa⸗ zitäten, dem sich Bankfachleute wie Dubois u a. anschlössen, könne von Poincaré nicht übersehen werden. Poincaré werde dadurch gezwun⸗ gen, das Visier zu öffnen und sich zur Diskussion bereit zu finden. Tue er es nicht, dann sei die diplomatische Situation Frankreichs schlecht. Wenn Deutschland geschickt operiere, müsse ein solcher Schritt unzweifelhaft ein großes Minus auf der Buchseite Frankreichs zur Folge haben. Aber Poincars werde sich diesmal hüten, sich in eine schiefe Position bringen zu lassen; er könne auf die Offensive nur dadurch antworten, daß er seine eigenen Absichten enthülle.
Was Poincaré der Welt Glauben machen will. Im Anschluß an das Dementi der Schweizerischen Depeschen⸗
Agenten, wonach die französischen Behauptungen daß Reichskanzler
Cuno den Präsidenten des Schweizerischen Bankvereins in Basel, Dubois, um seine Vermittlung beim französischen Mimisterpräsidenten ersucht habe, jeder Grundlage entbehre, veröffentlicht Herr Dubois selbst in den Basler Nachrichten folgende Erklärung: Es ist kein Wort daran wahr, daß ich durch Herrn Reichskanzler Cuno beauf⸗ tragt worden wäre, mich Herrn Poincaré zu nähern. Ich hatte auch keine Gelegenheit zu einem solchen Schritt. Es ist mir absolut unbe⸗ kannt, daß Herr Cuno irgend einen Versuch gemacht habe, bei schweizerischen Bankiers einen Teil der Vorschlisse, die Frankreich angeboten werden sollen, zu bekommen. Ich zweifle daran, daß über⸗ haupt ein solcher Schritt unternommen worden ist. Es muß sich um ein vollständig haltloses Gerücht handeln. Was die weitere Be⸗ hauptung betrifft, daß ich Herrn Cuno geraten hätte, den Widerstand an der Ruhr aufzugeben, so erkläre ich, daß ich um keinen Rat ge⸗ fragt worden bin und auch keinen gegeben habe und endlich ich habe niemals Erklärungen des Schweizerischen Bundesrates gegenüber der schweizerischen Regierung bezüglich der in der Schweiz liegenden Zuthaben zu bestätigen oder zu bestreiten gehabt, Erklärungen übri⸗ gens, von denen ich durchaus keine Kenntnis hatte.
Politische Uebersicht. Der Reichskanzler in München.
Reichskanzler Dr. Cuno ist Donnerstag morgen in München angekommen. Eine große Menschenmenge er⸗ wartete ihn am Bahnhof. Auch die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden, darunter Ministerpräsident von Knilling, der Reichsgesandte von Haniel und die beiden Bürgermeister von München waren anwesend.
Im Rahmen des überaus umfangreichen Programms, das sich der Reichskanzler Dr. Cuno für seinen Münchener
Aufenthalt gestellt hat, fand auch ein Besuch im Rathause
0
n tritt, ge⸗
takt, wo der Reichskanzler Fon efner Aporbnung bes 2
rates unter Führung der beiden Bürgermeister beg wurde. Bürgermeister Genosse Schmidt richtete an Reichskanzler eine Ansprache, in der er den Kanzlerbe als maßgebendsten Faktor zur Bekundung neuer Geschlos erhörter Gewalt bezeichnete. Dr. Cuno sprach in seiner E widerung von der engen Zusammenarbeit ö Reichs- und der bayerischen Staatsregierung und gab de Hoffnung Ausdruck, daß Deutschland in dem ihm auf zwungenen Kampfe durch die passive Resistenz zu ei guten Ende komme. Der Reichskanzler drückte seine Fre darüber aus, daß der Bürgermeister so offen erklärt habe daß die Reichsregierung die Unterstützung aller einsichtigel Kreise finden werde. Anschließend an den Besuch im Rat hause nahm der Reichskanzler als Gast des Ministerpr denten an einem Frühstück im Ministerium des Auswärti teil und besuchte am Nachmittag den Kardinal Ja ho und den evangelischen Kirchenpräsidenten Dr. Veit. Sp fanden im Hotel Continental mehrere Empfänge statt, w bei u. a. die Chefredakteure der Münchener Tageszeitunge und das Präsidium der Vereinigten vaterländischen Ve bände empfangen wurden.
* Der Streik in Oberschlesien Am Donnerstag abend 6 Uhr
ten zusammen, in der über die augenblickliche Streiklage und kommende Maßnahmen Beschluß gefaßt werben soll.
Die Unternehmer haben bisher noch keine A gegenkommen gezeigt. Der Arbeitgeberverband selbst hat sich der Angelegenheit noch nicht beschäftigt, trotzdem der Reichs k beide Parteien telegraphisch ersucht hat, mit Nücksicht auf denkliche Lage im Reiche eine baldige Verständigung zu erstrebe Die Gewerkschasten aller Ri übereinstimm Auffassung. 0 eingestellt werden müssen.
derung, daß die Industriellen jetzt endlich die vertraglich zugesta
Deputalkohle für Invaliden und Witwen bewilligen. Schon vor einiger Zeit meldeten wir, daß die Franzo
sollten, auslassen. Da unsere dänischen Genossen aber webe dadurch, noch durch die fast täglich von dem Vertreter Fro n. reichs in Kopenhagen vorgebrachten Beschwerden 0 Liebestätigkeit der dänischen Arbeiter von ihrem Hilfswer abgehen, greift Frankreich zu anderen Mitteln. Die dänische Industrie leidet heute in hohem Maße unter der Ruhr besetzung, da die notwendigen Rohstoffe nicht aus dem Ruf
Abordnung der dänischen Industriellen nach dem Ruhl, gebiet, um die Möglichkeiten einer Einfuhr deutscher Roh, stoffe— die nicht etwa von Franzosen, sondern von Den schen gekauft werden sollten— aus dem Ruhrgebiet naß Dänemark zu prüfen. Die Franzosen erwiderten den Indu⸗ striellen kaltlächelnd, daß, solange dänische Arbeiter Geldet für die Ruhrarbeiter aufbringen, solange insbesondere dänische Arbeiter hungernden Ruhrkindern einen Platz an ihrem Tisch gewähren, an eine Ausfuhr deutscher Rohstoff aus dem uhrgebiet nach Dänemark nicht gedacht werden kann. Weil sich also die dänischen Arbeiter das hohe Ziel gesetzt haben, tausende deutscher Kinder vor dem Hunget⸗ tode zu retten, darum sollen sie selbst zur höheren Ehre der großen„Kulturnation“ dem Hunger überliefert werden Aber diese Drohung schreckt unsere dänischen Genossen nicht Durch den Leiter der dänischen Hilfsaktion, unseren Genossen J. P. Nielsen, haben sie in unserem Kopenhagener Bruder blatt erklären lassen, daß sie keinen Dritten um Erlaubnis fragen werden, wie sie ihr Geld verwenden. Die dänischen
Polen unterstützt, und sie werden auch in aller Zukunft do helfen, wo Arbeiter leiden, ohne danach zu fragen, wer daz Elend und den Hungertod unschuldiger Säuglinge ber, schuldet hat.“ 0
Der Deserteur. 5 Noman von Robert Buchanan.
Wenn diese Worte eine Zauberformel enthalten hätten, würde die Gesellschaft auch nicht ehrkurchtsvoller und ver— zückter dreigeblickt haben. Wir müssen jedoch, um der Wahrheit die Ehre zu geben, gestehen, daß diese Verkündi⸗ gung an demselben Orte und mit demselben Pathos von
Dervol schon wiederholt abgegeben worden war. Aber manche Geschichten klingen eben immer neu und diese ge— hörte in jene Kategorie. Onkel Ewen erzählte sie unzählige Male unter demselben Beifallsgemurnal, denselben Aus⸗ rufen des Erstaunens und der Ehrkuscht seiner Zuhörer. Alle jene, die ihn zu kennen glaubten und die denkwürdige Be— gebenheit von Cismone von ihm noch nicht gehört, kannten, den Alten eben noch nicht ganz und waren sicherlich nicht würdig, sein volles Vertrauen zu genießen. Sämtliche heute Anwesenden hatten die Geschichte mindestens schon ein Dutzend Mal gehört und lauschten ihr— mit Ausnoyme Mikel Grallons, der ziemlich gelangweilt dreinblickte und mit seinen verliebten Augen Marcolle anstarrte— heute mit eben solchem Interesse wie das erste Ma.. Mutter Derval hatte zu spinnen, Marcelle zu nähen aufgehört, die beiden Vurscken saßen mit offenem Munde da und auch der dicke Geistliche zeigte lebhaftes Interesse.
Der Stolz des Propheten, der ausnahmsweise in: eigenen Vaterland anerkannt wird, leuchtete aus den Augen des Veteranen, als er fortfuhr:„Wir verließen Trient am 16. September in frühester Morgendammerung; nach einem forcierten Marsch gelangten wir spät am Abend in ein Dörfchen, dessen Namen ich vergessen habe. Wir waren so müde, daß uns in jener Nacht nichts hätte wach erhalten können als das Losungswort, daß der Kaiser— damals war er noch General, General Bonaparte— in unserer Miite weile. Wir fühlten, daß es wahr sei, denn jeder einzelne spürte scine Nähe, ja, wir hätten darauf schwören können.
Sie müssen wissen, Vater Rolland, es verhielt sich mit ihm
so wie mit dem Arzt im Lazarett— wenn er kommt, blickt jeder Verwundete freudig auf; wenn er geht, sinkt jeder stöhnend und verzweifelnd in sein Kissen zurück. In jeder Abteilung fühlt man sein Nahen, jedes Herz schlägt rascher, wenn er sich dem Bette nähert, jedes langsamer, wenn er sich entfernt. So war's auch in unserem Lager. Unsere Pulse schlugen rascher, als es hieß:„Der General kommt, der General ist hier!“
Mutter Derval seufzte tief auf. Die Aermste dachte aber
nicht an den„Großen Kaiser“, sondern an ihre beiden Söhne, die in seiner Armee standen. Der Korporal hatte den Seufzer gehört und beeilte sich fortzufahren:„Der Mond leuchtete noch am Himmel, als wir wieder aufbrechen mußten. Wir marschierten in drei Kolonnen und stürmten wie ein Wirbelwind auf die überraschten Oesterreicher ein, die in starker Macht vor Primolano lagen. Das nennt man überrumpeln, Vater Rolland! Wir fuhren mitten unter sie hinein! Mikel Grallon, hast Du schon ein Boot in Grund und Boden bohren sehen? Krach— hin ist es! So machten wir's! Unsere Kavallerie schnitt dem Feinde den Rückzug ab, Tausende legten ihre Waffen nieder. Der Siege hätte einem gewöhnlichen General genligt; nicht so unserem „kleinen Korporal“. Vorwärts! lautete sein Kommando. Wurmser lag vor Bussano, Mezaros marschierte nach Verona und wir mit aufgepflanzten Bajonetten nach Cismone. Es war stockfinstere Nacht, als wir anlangten, und wir jauchzten, als man uns„Halt!“ gebot, denn wir waren todmüde. In jenen Tagen besaß ich einen guten Kameraden, treu wie Gold; er hieß Jacques Monier und war an der Rhone ge⸗ boren. Wir lebten wie Brüder, teilten Speis' und Trank und lagen uns gar manche Nacht in den Armen, um uns gegenseitig zu erwärmen. Nun, in jener Nacht lag Jacques auf dem Bauche, um ein Feuer anzufachen, während ich mich auf den Weg machte, Trinkwasser zu suchen. Als ich nach kurzer Zeit mit meinem gefüllten Blechtopf zurückkam, fand ich Jacques in Positur stehen, mit einem halben Laib Schwarzbrot in der Hand und— was glauben Sie, wen er⸗
*
Er war von Kopf bis Fuß mit Krot bespritzt und sah wie ein gemeiner Soldat aus, aber ich erkannte ihn auf den ersten Blick. Er saß vor dem Feuer und warmte seine et starrten Hände, während Jacques ihm das Brot reichte und sagte:„Nehmen Sie das Ganze, mein General!“ Das Ge, sicht Bonapartes war schneeweiß vor Hunger. Bedenken Sie was das bedeutet; ich weiß, was Hunger ist!“
Ein allgemeines Gemurmel des Erstaunens ging durch das kleine Gemach.
„Nehmen Sie das Ganze; ein halber Laib Brot ist ohn! hin nicht viel,“ drängte Jacques. Sie hätten das Lächeln des Generals sehn müssen, Vater Rolland. Stillschweigend nahm er das Brot, brach ein Stückchen davon ab und began daran zu knabbern, während er den Rest Jacques zurück
hervor, leerte aus meiner Feldflasche den Rest des Schnapses, den ich aufgespart hatte, in den halb mit frischem Wasser ge⸗ füllten Topf und reichte ihn dem General. Hier ist der Topf, ich bewahre ihn als heiliges Andenken an jene denk würdige Nacht,“ bemerkte Derval, seine Erzählung unter brechend, ein unscheinbares Blechgeschirr, das an ei
betrachtete. 0. „Trinken Sie, mein General!“ bat ich salutierend.„Ah. in jenen Tagen gebrach es mir nicht an Mut— das 155 Sie mir glauben! Als er den Schnaps roch, setzte er daß Gefäß an den Mund und trank gierig; dann lächelte e wieder und fragte nach unseren Namen, die wir ihm sagten, Er durchbohrte uns beinahe mit seinen scharsen Blicke hüllte sich fester in seinen Mantel und verschwand im Du der Nacht. Jetzt lagerten wir— Jacques und ich— un vor das Feuer, aßen das Brot auf, tranken das Wa
und sprachen bis zum Morgengrauen von unserem Korporal“.“ 0 a
(Fortsetzung folat.]
gebiet herauskommen. Vor einigen Tagen begab sich 1
heit und absoluter Uebereinstimmung in der Abwehr un zwischen det
trat in Hindenburg eine Be. triebsräte- und Vertrauensmännerversammlung aller 88 550 4
ichtungen en aß die gemaßregelten Betriebsräte unbedingt wieder . f Weiter erheben sie aber auch die For,
denen Soziallöhne für Invaliden und Witwen und Waisen und diz
Die Frauzosen gegen die dänische Kinderhilfe,
ihre namenlose Wut selbst an den ärmsten und schwächlichst der Ruhrkinder, die nach Dänemark abtransportiert werden
N
Arbeiter haben früher die Belgier, Russen, Franzosen und
blicke ich neben ihm? Den General, wie er leibte und lebt
gab. Nun kam ich an die Reihe. Ich trat aus dem Schatten
einen 9 Nagel über dem Kaminsims hing, herunterlangend und eh dem Pfarrer reichend, der es aufmerksam von allen Seiten 0
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