Ausgabe 
23.4.1923
 
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Gießen und umgebung. Ftauen als Schöffen oder Geschworene.

uuocber dieses Thema sprach am Donnerstag abend Gen. Rechts⸗ anwalt Homberger in dem Schlußvortrag der Biber e. Er

0 eva began mit dem Hinweis darauf, daß mmmehr die Frauen zu Ge⸗ keutigen. schworenen und Schöffen herangezogen werden, deshalb sei es zwet⸗ 8. A mäßig, sich über deren Pflichten zu unterrichten. Vortragender legte

Solange 1 55 K 2 2 8 Ijzunüchst dar, daß bei Geschworenen und Schöffengerichten das Laien⸗ hatten 0 zelement zum Richteramte herangezogen wird, 85 15 el Wese bei der Urteilsfindung mitzuwirken. Unfähig zum Amte eines 15 dem, Schöffen oder Geschworenen sind Personen, die nicht im Besitze der * e bir bürgerlichen Ehrenrechte oder in der Verfügung über ihr Vermögen 1 zänkt find. Es sollen nicht berufen werden, wer noch nicht 30 alt, oder wegen Gebrechen ungeeignet ist. Ablehnen dürfen

Parlamentsmitglieder, wer im letzten Jah

Mal als Schöffe herangezog

dene, verletzt ist, wenn er Ehegatte oder Vormund des Angeklagten, oder

unserz; mit diesen verwandt oder verschwägert ist. Ferner a. daa e debe bernger aer Werte wger in der Fuhr l

det war, als Zeuge oder Sachverständig ernommen i Sen en een kger(Schöffe oder Geshwreder) wehen Befangenheit

Schöffengericht besteht aus 4 Richter als Vorsitzenden Schöffen. Beim Schwurgericht bilden 3 Richter den Gerichts⸗ 12 Geschworene die Geschworenenbank, unter Umständen werden noch Ersatzgeschworene ausgelost. Im weiteren Verlauf seiner Aus⸗ führungen schilde Redner eingehend das Verfahren vor dem Schmungericht, die Verhandlung, die Beratung der Geschworenen, die im abgeschlossenen Zimmer stattfinden muß, während der kein sschen Am Geschworener das Zimmer verlassen, auch keine andere Person e. f betreten darf.(Klausur.) Zu einem Schuldigspruch ist eine Zwei⸗ artes, drittel it notwendig, also mehr als sieben Stimmen, was bei

Na der Spruchverküündung durch den Obmann zum Ausdruck gebracht werden muß. Für Befahung der Frage nach mildernden Umständen ist mur die einfache Mehrheit, also 7 Stimmen notwendig. Mit 6 großer Aufmerksamkeit verfolgten die Zuhörer die interessanten Dar⸗ legungen des Redners, die für die meisten vieles Neue brachten.

re Pretec, wand

Bedauert wurde, daß die Zuhörerzahl nicht größer war.

. 100 000 Mark.

2 Ein Monteur des Glcktrizitätswerkes wegen Diebstahls von und wegen Unterschlagung mehrerer

at ire fu Aufruf an die Landwirte Hessens: 1 e Schon drei Jahrhunderte lang hat die älteste Hochschule der Kreditmot 10 efßschen Lande ihre segensreiche Tätigkeit ausgeübt. Drei Jahr⸗ 1 derte lang hat sie treulich gearbeitet in düsteren und sonnigen reisdiktatur db Zeiten, hat sie zahllose Generationen junger Männer auf die Stufe der Bildung erhoben, die zur Betätigung als Führer ku geistigen

lands Uuglül wirtschaftlichen und politischen Leben befähigt Drei Jahrhunderte gobert Sbnt lang war sie der gebende Teil für alle Kreise des hessischen Volkes er einealma mater für ihre Söhne und ein treu dienendes Glied

Solzindustrie 6010er Gemeinschaft. 5 oe Einrichtungen und Hülfsmittel der Hochschule, die für u h Lehre und Forschung unerläßliche Grundlagen bedeuten, sie sind n Angst 1 Erdreich vergleichbar, das uns das Vaterland überließ, te 195 it wir es gewissenhaft bebauen und durch fleißige Kulturarbeit 4 W. die Lage versetzen, reiche Früchte zu tragen. Die Lehrer der gten 8 universität sind die berufenen Verwalter des ihnen anvertrauten 79 ichen? wesen, und die Pfleglinge, denen wir den günstigsten Standort be⸗ 8 reiten, und in deren Entwicklung wir gerne nachhaltig eingreifen,

15 Bodens, wie es in allererster Linie der große Liebig in Gießen ge⸗ ie kam und 0 bs sind die Jünger der Wissenschaft, unsere lieben Studenten. Drei Jahrhunderte lang ist das Land von uns bebaut worden.

e er seine Au Es ist bebaut worden in inniger Fühlung und gesegneter Wechsel⸗ überdolla beztehung mit den übrigen Gliedern des großen Gutsbetriebes, den nem u i wir alle mit gleicher Liebe umfassen der deutschen Heimat. Die * an 16. haben ihres Amtes nach bester wissenschaftlicher Er⸗ e M. ie a 5

1 b An den unbekannten Soldaten.

als ob se 1 Ueber dem Portal der Kruppschen Autohalle zu Essen, u ihm belrrn durch das die französischen Geschosse am Karsamstag sausten, 8 mochten. jum sich im gleichen Augenblick in die Leiber deutscher Ar⸗ bellshes beiter zu bohren, ist eine Kugelspur zu sehen eine einzige. 5 gegen Aber diese einsame Ritze im Stein sollte als ein ewiges . inet Denkmal reinster Menschenliebe gehütet werden. i bien Augenzeugen des grauenhaften Vorganges haben näm⸗ mußte zufere lich gesehn, wie einer der zwölf azurblauen Soldaten, als 7 8 ider Offizier den Befehl zum Schießen in die Menge gab, 10 free garn Gewehr über die Häupter der ver, 11 nb A sammelten Menge, gegen die Wand oberhalb n h, ides Portals richtete. Und während die elf anderen uicht! in derselben Sekunde Tod. Trauer und Schmerz säten, und get dc ber bewußt, anstatt in das lebende Menschenfleisch, seine 2. in den leblosen Stein.

Dien Schießbefehl des Offiziers war er, wie die anderen Da Untergebenen, gefolgt. Aber er verstand es, zugleich dem

ten, s enk Befehl seines Gewissens zu folgen, der ihm zurief:Du er. er e, sollst nicht töten! Du sollst bedenken, daß die schwarze laß 22 undd Menschenmauer vor dir aus lauter Wesen besteht, die gleich en Un lt Je dir Mütter, Frauen, Brüder haben. Ein anderes Land hat den 92 5% ssie geboren als dich sie reden eine andere Sprache als du. I an mee aber es sind deine Klassengenossen, deine Brüder, die das de, Vene gleiche Recht zum leben haben, wie du selber. 5. en Wer bist du, unbekannter Soldat? Bist du vielleicht ein ie) l. ann Sozialist, der der Irrsinn des Brudermordens aus den inen 12 leidenschaftlichen Mahnungen und Anklagen eines Jaures,

eines Anatole France, eines Barbusse entnommen? Oder bist du nur ein Mensch schlechthin, dem die Natur allein die

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Beilage zur Obe

edle Ruhrh

Gießen, Montag, den 23. April 1923.

kenntnis gewaltet. Sie haben das Gelände so sorgfältig gepflügf, wie es jeweilen möglich war nach dem Maße, in dem die Guts⸗ herrschaft bei der Durchführung dauernder Grundverbesserungen verständnisvoll ihre Hülse darbot. Sie haben es auch an der nötigen Nährstoffversorgung des Bodens nie fehlen lassen, haben jeder Versumpfung desselben beharrlich entgegengewirkt. Sie haben in der Auswahl der Mflänzlinge alle Umsicht geübt, haben jeden derslben mit dem Gemisse des Lichtes zu beglücken gesucht, haben ihm auch, wenn nötig, gestützt und von überflüssigen Schossen be⸗ freit. Stets wurde wohl alles getan, um in treuer Arbeit gute Ernten zu erzielen. Die Pflanzungen sind gediehen, und es ging aus ihnen im Laufe der drei Jahrhunderte eine stattliche Zahl von Stämmen hervor, die sich ausgezeichnet haben durch gesundes und freudiges Wachstum wertvolle Zeugnisse für die kulturelle Pflege, die sie.

Was wir, die berufenen Werkmeister an der Universität des schönen hasssischen Landes, stets gewirkt und getan, das entsprang unserem Fühlen, Denken und Wollen! Wir haben sie in der Praxis unseres Lebens tief kennen gelernt, die Triebfedern, die auch die Landwirtschaft bewegen und beherrschen. Wir fühlten uns ge⸗ hobem durch den Genuß freier Arbeit im Anschluß an die Gemein⸗ schaft und im Dienste für sie. Und was immer wir aufwendeten an Bemühungen in unserem Berufe, das war auch getragen von aufrichtöger und tiefinnerer Empfindung des Gemütslebens und von Verständnis für alles gute und hohe, was unserer Fürsorge und unserer Kultur anvertraut ist.

Deshalb fühlen wir auch: Das beste an den Erfolgen der Uni⸗ versität in den drei Jahrhunderten ihrer erfolgreichen Arbeit ist den Studierenden selbst zu verdanken, der Jugend, die sich hier ewig erneut, und die voll idealen Strebens ihre Ziele verfolgt. Denn die teilnehmendste Fürsorge der Behörden und Lehrer gleicht dem Samen, der nach dem biblischen Worte unter die Dornen und Steine fällt, wenn nicht die Herzen der Studierenden sich hinge⸗ zogen fühlen zu den Quellen, aus denen sie die geistigen und sütt⸗ lichen Kräfte schöpfen zur Auslübung ihres späteren Beruses. Und da dürfen wir es einmal sagen, daß diese Jugend erfüllt ist von freudiger Hingebung an ihre Hochschule und ihre Lehrer, die ihr stets gern die Freundeshand reichn. Der Druck der Freundeshand aber soll umso herzlicher und tröstlicher sein, je mehr die studierende Jugend in Not und Verzweiflung von uns an treuer Hülse erwartet. 5

Das furchtbare Unwetter, das die deutschen Fluren verwüstet, hat auch in unseren Pflanzungen intensipster Kultur verheerend gewirkt. Der Sturm drückt viele unserer Schützlinge nieder, bricht manchen hoffnungsvollen Stamm, der die schönste Entwicklung ver⸗ spricht. Und das Studentenheim in Gießen, das in selbstloser Fürsorge durch die Hand freudlicher Schwestern sich der Bedrückten annimmt, kann seine Aufgabe nicht auf die Dauer erfüllen, wenn nicht die Nächstenliebe der Glücklicheren eingreift. Selbst die Ar⸗ beit in den Bergwerken und anderen industriellen sowie gewerb⸗ lichen Betrieben, eine Arbeit, die im Sinne sozialer Verständigung der verschiedenen Berufskreise auch ihre Sonnenseiten hat, kann es Vielen nicht mehr ermöglichen, den Kampf ums Dasein erfolg⸗ reich zu bestehen und in dem erwählten Studium entbehrungsvoll auszuharren.

Wir wissen wohl, was eine Bitte an die Landwirte in diesen Tagen bedeutet! Die Zwangswirtschaft, die Getreideumlage und andere e haben Manchen vergrämt und verbittert, die

lse und andere Sammlungen zu wohltätigen Zwecken haben schon viele Opfer erfordert, und die Frühjahrsarbeiten nehmen jetzt Sinnen und Denken in Anspruch. Und dennoch: Landwirte aller hessischen Länder! Wenn wir Lehrer der Land⸗ wirtschaft in besseren Zeiten jahraus jahrein Euch für Gottes lohn Vorträge hielten, wenn wir auch Sonntags gearbeitet für alle, die da lernen wollten, und wenn wir stets willig alle Opfer an Zeit und Kraft und Nerven gebracht haben, um unser Scherflein zum beruflichen Fortschritt beizutragen. dann gestattet mir, auch einmal für unsere Studierenden aller Fakultäten an Euch eine Bitte zu richten! Sendet an das Studentenheim in Gießen einige Mittel zum Leben, auf daß der Bekümmerte, der Unterernährte, seine Kräfte neu zu stählen vermag! Zeigt, daß Ihr gütig seid, wie Ihr es immer gewesen, wenn Ihr wißt, daß der Empfänger der Gabe wert ist, die auch Ihr wert haltet, weil Ihr selbst sie ge⸗ schaffen! Und zeigt auch mir selbst, der ich hier im Dienste des Studentenheimes werbe, daß Ihr den Berufsgenossen nicht im Stich lasset, wenn er in hoffnungsvollem Vertrauen für eine edle Sache sich an Euch wendet!

0 Deen 92 A

Zu den Steuererklärungen für die Einkommen steuer, Vermögenssteuer, Zwangsanleihe usw. er⸗ lassen die Finanzämter eine Bekanntmachung, die im heutigen Blatte veröffentlicht ist. Wir weisen darauf be⸗ sonders hin. Es geht in der Hauptsache daraus hervor, daß demnächst Vordrucke für die Einkommen⸗ und Vermögens⸗ steuer, sowie für die Zwangsanleihe herausgegeben und den Steuerpflichtigen zugestellt werden. Die Steuerpflichtigen, die bis 24. April den Vordruck nicht erhalten haben, sind ver⸗

nur allzu seltene instinktive Erkenntnis geschenkt hat, daß alle Menschen Brüder sind, gleichviel hinter welchen Grenz⸗ pfählen sie leben, gleichviel welche Sprache sie reden? Einerlei, wer du bist, wie du heißt, aus welchen be⸗ sonderen ethischen Motiven du gehandelt: fest steht, daß unter den Zwölfen einer war, der spontan nach oben schoß.

deine Handlung mehr getan, als die Ehre deines Volkes in einer furchtbaren Sekunde zu retten: du hast, vielleicht ohne es zu wissen, die gesamte Menschheit verkörpert, so wie sie sein sollte und so wie sie erst werden wird unter der Er⸗ ziehung durch den internationalen Sozialismus.

Einem unbekannten toten Kameraden von dir hat man in Paris ein Denkmal errichtet. Er war gefallen, damit nie wieder Krieg auf Erden sei, aber gerade diejenigen haben seine Knocken und seinen Gedenkstein mit Beschlag belegt, die Kriege verewigen. Dir aber, du unbekannter französi⸗ scher Soldat in Essen, dir braucht kein Denkmal errichtet zu werden: du hast es dir selbst geschaffen durch die Ritze deiner Kugel oberhalb des Kruppschen Portals und in un⸗ seren Herzen!.

Der Tunnel durch den Montblanc.

Bereits im Jahre 1907 wurde der Plan gefaßt, einen Tunnel durch den höchsten Berg Europas, den Mont Blanc, zu bauen. Die Unterhandlungen darüber wurden bis zum Jahre 1914 fortgesetzt und dann natürlich liegen gelassen. Nach dem Kriege hat Frank⸗ reich aber den alten Plan wieder aufgenommen und verfolgt ihn mit großer Zähigkeit. Die Verhältnisse zwingen gewissevmaßen zu dem Bau einer Eisenbahn durch diesen höchsten Alpenberg. Der Verkehr zwischen Frankreich und Italien ist in der Hauptsache nur auf die durch den Mont Cenis führende Eisenbahn angewiesen.

Diese Linie ist aber ziemlich veraltet und kann trotz aller im Laufe

rhessischen Volkszeitung Nr. 92

Dank sei dir dafür, du unbekannter Soldat! Du hast durch.

pflichtet, ihn auf dem Finanzamt abzuholen. Bei den Landgemeinden sind die Vordrucke auf den Bürgermeistereien zu haben.

Vom Arbeitsmarkt in Gießen, wie er sich in der letzten Woche gestaltet hat, unterrichten folgende Zahlen des Arbeitsamtes. Für männliche 26 offene Stellen vorhanden, während 233 Stellensuchende sich an⸗ meldeten. Bezüglich der weiblichen Arbeitskräfte war das Ver⸗ hältnis umgekehrt: für diese waren 93 offene Stellen angeboten, dagegen hatten sich nur 32 Stellensuchende eintragen lassen. Als völlig Erwerbslose zählte man 79. d. h. also solche, die zum Bezuge von Erwerbslosen⸗Unterstützung berechtigt sind. 46 sind als Nolstands arbeiter beschäftigt. In einer Anzahl aber seit einiger Zeit verkürzt gearheitet werden, so Heyligenstaedt 4 Tage, in der Gummifabrik wur 3 Tage gearbeitet, Im Ganzen hat sich also die Erwerbslage und der Arbeitsmarkt verschlechtert.

Monaksfahrkarten für Lehrlinge. Vom 1. Maf d. J. ab werden Schlilermonatskarten nicht nur an Handelslehrlinge sondern auch an alle anderen Lehrlinge ausgegeben. Nähere Auskunft er⸗ teilen die h

Die Kohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Volksstaates Hessen weist für den Monat März 1923 folgende Zahlen nach: An Rohbraunkohlen wurden fördert 61.324 To., verkauft wurden davon 16 679 To.; der gr Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereiprodukten erzeugt: 3550 To. Braunkohlenbriketts, 504 To. Naßpreßsteine. Unter Berücksichtigung der aus Vor- monaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbst⸗ verbrauchs verblieben am Monatsschluß absatzfähig: 19 541 To. Rohkohlen, 630 To. Naßpreßsteine, zusammen 20 171 To. Braun⸗ 1 0 und Braunkohlen⸗Produkte, im Gesamtwert von 804 637 620

ark.

Skontogewährung bei Holzverkäufen der Staats forstverwaltung. Wie uns mitgeteilt wird, gewährt die hessische Staats forstver⸗ waltung Käufern von Holz, die nach dem gekauft haben oder kaufen werden, bei baldiger Barzahlung Nach⸗ laß(Skonto) auf ihre vertragsmäßige Schuldigkeit. Falls die Zahlung in dem gleichen Kalendermonat, in dem der Kaufper⸗ trag abgeschlossen ist, oder in dem darauffolgenden Kalender⸗ monat erfolgt, beträgt der Nachlaß 5 Proz.: mit jedem folgenden weite ven Kalendermonat ermäßigt sich der 1 Proz.; nach dem 31. August 1923 wird Skonto nicht mehr ge⸗

währt.

15 Ungültige Zwanzigtausendmarkscheine. Das Reichsbankdirek⸗ torüum teilt mit: Die von den französi Besatzungstruppen in der E. Marksschen Druckerei zu Mühlheim a. R. beschlagnahmten fert ckten, nicht an die Reichsbank abgelieferten und

werden deshalb von der a von der Annahme dieser Noten. Sie sind kenntlich daran, daß sie in Ecke 10 Vorderseite(

Das Ruhrgebiet. Der erste der in der Samstags nun mer von der Volkshochschule Gießen Vor⸗ träge findet morgen, Dienstag, 24. April im Hörsaale der Universttät statt. Er wird von den Bodenschätzen des Ruhrgebiets ausgeehn, ihre Entstehung und Verbreitung schildern, von ihrer Gewinmmg und Verwertung erzählen und einen Einblick Arbeit in Kohlenschacht und Eisenhütte geben. Lichtbilder werden das gesprochene Wort unterstützen. Diefer Vortrag für den Dr. Flörke⸗Gießen gewonnen ist, wird die natstrlichen Bedingungen darlegen, auf Grund deren sich das Ruhrgebiet zu seiner überragen⸗ den wirtschaftlichen Bedeutung entwickeln mußte. Ueber diese wird dann am kommenden Freitag, den 27. April Dr. Quarck⸗Frankfurt sprechen. Näheres siehe Anzeige in der heutigen Nummer, die auch eine Ankündigung des Beginnes des neuen Se⸗ mesters der Volkshochschule enthält.

Schlachtungen im Gießener Schlachthaus. Im vergangenen Vierteljahre wunden im Gießener Schlachthof im Ganzen 1959 Tiere geschlachtet und zwar: 7 Ochsen, 12 Bullen, 149 Kühe, 251 Rinder, 26 Pferde, 732 Schweine, 699 Kälber 60 Schafe und 23 Ziegen. Von der Gesamtzahl entfielen auf Januar 731, Februar 535 und März 699 Schlachtungen. Seit Januar ist also noch ein weiterer Rückgang festzustellen.

Postbeförderung nach dem Ruhrgebiet. Postamtlich wird mit⸗ geteilt: Nach den folgenden Orten des Ruhreinbruchsgebiets sind gewöhnliche Pakete wieder zugelassen: Aprath, Dornap(Kreis Mebtmann), Düsseldorf nebst Vororten, Heiligenhaus(Niederrhein), Langenberg(Rheinland), Neviges, Tönisheide, Velbert(Rheinland), Vohwinkel, Wülfrath(Kr. Mettmann). Nach Hervest⸗Dorsten werden Pakete jeder Art angenommen.

der Zeiten vorgenommenen Verbesserungen nicht so hergerichtet werden, daß sie allen zeitgemäßen Anforderungen entspricht. Durch diese Linie würde der Weg von Parks. und natürlich auch der von London nach Mailand um rund 100 Kilometer abgekürzt wer⸗ den. Ob aber diese Wegekürzung auch eine Verkürzung der Fahr⸗ zeit mit sich bringen würde, erschien noch fraglich, denn die Bahn, die Champonix mit Aosta verbinden soll, müßte in einer Höhe von etwa 1450 Metern ausgeführt werden. Diese Höhe übersteigt die des Brocken noch um etwa 300 Meter. Die Erklimmung dieser Höhe kann selbstredend nur in langsamer Fahrt erfolgen, und so würde denn die Wegekürzung durch die Bergfahrt wieder aufge⸗ hoben werden. Dazu kam noch, daß die Schweiz, deren Gebiet allerdings nur auf etwa 20 Kilometer benutzt werden sollte, diesem Unternehmen nicht sehr sympathisch gegenüberstand, da sie in seiner Vollendung eine Konkurrenz für die Simplonbahn sah. Für den Fall, daß die Schweiz die Genehmigung zum Bahnbau verweigerte, wollte man die Bahn einfach um das Schweizer Gebiet herum⸗ führen. Endlich war es auch noch fraglich, ob die erforderlichen Clelder sich würden auftreiben lassen. Der Bahnbau ist auf 120 Millionen Franken veranschlagt worden. Ob trotz der hohen Kriegsentschädigung, die Deutschland an Frankreich zahlen muß, noch Gelder genug für dieses hohe Kulturwerk übrig blieben, ließ sich noch nicht mit Bestimmtheit sagen.

Inzwischen scheinen nun die neuerlichen Schwierigkeiten, die Frankreich in Deutschland bei der Durchführung der internatio⸗ nalen Züge gefunden hat, das Montblane-Projekt gefördert zu haben, denn man will nunmehr zum Frühjahr mit dem Bau der Bahn bzw. mit dem Durchstich des Montblanc-Tunnels beginnen. Der Haupttunnel wird in einer Höhe von etwa 1100 Meter in 15 Nähe von Chamonix, unterhalb des Gletschers des Boffons. ginnen und durch das Massiv des Berges durchgeführt werden. um zwischen Aosta und Coumayeur wieder herauszutreten. Der für den Eisenbahnverkehr bestimmte Tunnel wird zwei getrennte Gänge enthalten, während auf beiden Seiten des Berges je sechs kleinere Tunnel für die Zu⸗ und Abfahrt gebaut werden. Die In⸗ genieure hoffen, in etwa vier Jahren den Tunnelbau soweit voll⸗ endet zu haben, daß er in spätestens fünf Jahren dem Verkehr übergeben werden kann.

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Arbeiler waren am Donnerstag voriger Woche

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1. April 1923 Holz

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