Ausgabe 
23.2.1923
 
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Der Kampf gegen die Schupo. ö

In Dortmund sind am Mittwoch vormittag der Kom⸗ mandeur der Schupo, Oberst Daniel, mehrere Polizeileutnants und eine Reihe unterer Beamten verhaftet worden. Ein, Last⸗ wagen, der die Ausrüstungsgegenstände der Beamten N sollte, wurde beim Uebergang in das unbesetzte Gebiet van den Franzosen beschlagnahmt.

In Witten wurden zwei Polizeibeamte wegen Nicht⸗ 1 zu 2 Monaten Gefängnis und 50 000 Mk. Geldstrase ver⸗ urteilt.

In Lüdenscheid erschten eine französissiche Abteilung vor dem Rathause, wo der Kommandeur der Schupo nach der Be⸗ setung des Essener Poltzespräsidiums den Dienst wieder. 1 nommen hatte und verlangte von dem stellv. Kommandeur die Herausgabe sämtlicher noch in der Hand der Schupo befindlichen Maffen. Major Bothmer wurde abgeführt.

n Oberhausen wurde in der Nacht zum 20. Februar ein lizetbeamter von den Franzosen erschossen. Ein zweiter Beamter wurde schwer verletzt.

Französische Lebens mittelgeschäfte.

In Herdeke haben die Franzosen eigene Lebensmittelge⸗ schäfte errichtet, in denen sie alle Waren um die Hälfte billiger verkaufen, als sie in den deutschen Geschäften zu haben sind.

Die Benutzung der Bahnlinien im englischen Gebiet.

Die Kölner Verhandlungen über die Benutzung der über Köln gehenden Eisenbahnlinien für französische Truppentransporte haben bisher zu keinem Ergebnis geführt. ie der New⸗Nork Herald erfährt, wird eine unbeschränkte Benutzung der Bahnlinien für die genannten Strecken von England nicht zugestanden werden. Es könne sich nur um einen Zugverkehr handeln, der dem vor Beginn der Besetzung herrschenden Bahnverkehr an Wichtigkeit nicht übertreffe. In dieser Richtung werden die Verhandlungen fort⸗ gesetzt. Der französische General Payot ist gestern von Köln nach London abgereist, um mit Bonar Law zu verhandeln.

Politische uebersicht. N

Die Reichs⸗Goldanleihe.

Zur Goldanleihe des Reiches schreibt der Vorwärts u. a.:

Das Merkwürdige dabei ist, man feiert das Kabinett Cuno als die Retterin der Mark, obwohl diese für die Mark nur das tut, was die Regierung Wirth tun wollte, was jedenfalls die Sozialdemokratie, der man heute eine Dolch⸗ stoßlegende andichten möchte, immer gefordert hat. Damals waren die Leute, die heute um Cuno sind, die scharfsten Gegner einer Stützungsaktion. Solange Genosse Schmidt Reichswirtschaftsminister und Staatssekretär Hirsch sein Be rater war, war nicht nur eine große Stützungsaktion für die Markunmöglich, auch eine Goldanleihe warundurch⸗ führbar. So sagte damals die Reichsbank, die Hüterin der deutschen Währung. Heute hat sie die Stützungsaktion mit sichtbarem Erfolg durchgeführt und will diese durch die Auf⸗ legung einer Goldanleihe in Höhe von 200 Millionen Gold- mark auf eine breitere Basis stellen. Es ist schmerzlich, fest⸗ stellen zu müssen, daß das, was zuvor unmöglich war, heute möglich ist, erst möglich wurde, nachdem die Franzosen das Ruhrgebiet besetzt hatten. 0

Und nach einer ausführlichen Besprechung des Planes der wertbeständigen Anleihe und verschiedenen Vorschlägen

den besseren Ausbau der Anleihe im. Interesse des Reiches sagt der Vorwärts nochmals:

Wir müssen freilich auf das schärfste Verwahrung da⸗ gegen einlegen, daß man versucht, die Lorbeeren dieser Tat den unfreiwilligen Objekten einer zwangsläufigen Politik zu spenden, dem Bürgertum und der Schwerindustrie, die jetzt an der Regierung beteiligt ist. Sie alle haben früher die gleiche Forderung der Sozialdemokratie mit der größten Erbitterung bekämpft und können jetzt selbst nicht anders,

Der Deserteur.

Noman von Robert Buchanan.

Stockfinstere Nacht war's, die Sterne glitzerten bereits auf dem dunklen Himmelszelt, als Rohan, zu Tode erschöpft, endlich sein Boot wieder in die Bucht zog und in Sicherheit brachte. Vorsichtig schlich er seinem Häuschen zu. Je näher er kam, desto lauter schlugen Stimmen an sein Ohr. Er blieb stehen und horchte; als sich sein Auge an die Dunkel⸗ heit gewöhnt hatte, unterschied er ganz deutlich mehrere um die Haustür versammelte Gestalten. Er tat noch einen tiefen Atemzug, ehe er entschlossen vorwärts schritt.

Hier ist er endlich! rief ihm eine Stimme entgegen, an der er Mikel Grallon erkannte.

Vive l'Empereur! Und dreimal Hoch Eins! brlillte der etwas angeheiterte Gildas.

Rohan trat, von den Hochrufen der Burschen begleitet, hastig in die Küche, in der sich eine Anzahl von Männern und Frauen befand, in deren Mitte, mit dem Rücken zum Feuer gekehrt, Onkel Ewen deklamierte.

Auf einem niedrigen Schemel vor dem Feuer saß seine Mutter, den Kopf mit der Schürze verhüllt, wehklagend und jammernd. Einige Frauen bemühten sich, sie zu trösten. Im Nu hatte Rohan diese Szene begriffen, die Würfel waren gefallen. Blaß wis der Tod, trat er an die Seite seiner Mutter. Die Leute begrüßten ihn teils mit Hochrufen, teils mit Beileidsbezeugungen. Der Korporal hielt in seinem Vortrag inne, die Mutter ließ die Schürze sinken, streckte dem Sohne ihre zitternde Hand entgegen und schluchzte bit⸗ terlich:Rohan! Rohan, mein geliebtes Kind!

Was ist denn los? Wer hat Euch alle hierher gebracht? fragte er stirnrunzelnd.

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der Nummer

Alle schrien durcheinander, so daß man kein Wort ver⸗ steh konnte. Ruhe! kommandierte der Korporal streng.Ruhe,

sag' ich, denn ich will sprechen. Ich werde Dir erzählen, was vorgefallen istd' mein Sohn! Zum Teufel mit den Weibern, sie schnattern ja wie die Gänse! Sie sagen Deiner Mutter, daß ich schlimme Nachricht bringe, aber das ist grundfalsch. Dein Name ist gezogen worden und Du sollst fortan dem Kaiser dienen das ist alles! 5 Nein, nein; er kann und darf mich nicht verlassen! Das wäre mein Tod! schrie der verzweifelte Witwe auf. Unsinn! Du wirst leben und ihn gesund und mit Ruhm

Neues vom Tage.

Die Frage von Mossul im Unterhaus.

In der Nachtsitzung des englischen Unterhauses brachte der Abg. Lambert einen Antrag ein, der die sofortige Abbe rufung der britischen Truppen aus Mesopotamien forderte. Der Abgeordnete führte aus, daß die englischen Kämpfe in Mesopotamien bisher an Toten 31 000 und an Verwundeten 51 000 gekostet haben. Die finanziellen Opfer. der englischen Politik in Mesopotanten seien noch gar nicht abzusehen. Wenn die Regierung unvorsichtig genug sein sollte, die Rati⸗ fizierung des Vertrages mit Irak zu fordern, sei zu hoffen, daß die Kammer das ablehnen werde. Asquith erklärte, daß mindestens 150 Millionen Pfund für Mesopotamien ausgegeben worden seien. Eine schlimmere Verschwendung englischer Steuern sei bisher nicht zu verzeichnen gewesen. Nachdem der unabhängige Staat Arabien geschaffen worden sei, dürfe England nicht wegen der Petroleumquellen von Mossul seine Truppen einen Tag länger in Mesopotamien verbleiben lassen. Bonar Law führte aus, daß es ein grober Fehler von Seiten der Kammer wäre, im jetzigen Augen- blick, wo die Nationalversammlung von Angora mit den Verhandlungen über den Lausanner Vertrag beschäftigt ist, einen derartigen Entschluß zu fassen. Der Antrag wurde mit 273 gegen 167 Stimmen ab g elehnt. Auf Verlangen eines Abgeordneten, eine Intervention Amerikas in der Ruhrfrage herbeizuführen, erwiderte Bonar Law, daß für die Vereinigten Staaten, deren Parlament den Friedens- vertrag von Versailles nicht ratifiziert habe, kein Anlaß vorliege, sich mit der Frage zu beschäftigen, ob die Ruhr⸗ besetzung im Einklange mit dem Vertrage stehe oder nicht. Die Kammer nahm zum Schluß die Adresse zur Erwiderung der Kronrede einstimmig an. 1 1 1*

Frankreich und Rußland, ein Zukunftsbild.

Der Temps macht die Note der russischen Regierung, die zur Vermittlung im litauisch-polnischen Konflikt von Tschitscherin an die beiden Regierungen gesandt wurde, zum Ausgangspunkt einer politischen Zukunftsphantasie. Das Blatt will in dieser Note, die angeblich von verschiedenen

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Seiten falsch interpretiert worden wäre, den Anfang einer wirklichen Wiederherstellung des Friedens in Osteuropa erblicken. Litauen habe begründeter Weise den Völkerbund um Intervention angerufen und mit Recht habe es sich dabei auf die Rücksichten berufen, die es der russischen Politik schuldig sei. Rußland tue gut daran, sich nicht auf bestimmte litauische Forderungen fehtzulegen, sondern die Fixierung der neuen Grenze in der Schwebe zu lassen, selbst auf die Gefahr hin, daß Litauen die Strecke Kowno Wilna besetze Der Temps glaubt, daß eine Einigung zwischen der Sowjetregierung und Frankreich nicht mehr ausgeschlossen sei. Rußland müsse sich nur von den deutschen Einflüssen freizumachen verstehen. Dann werde die Anerkennung der Sowjetregierung durch Frankreich bald nachfolgen. 4 1 Militärische Rüstungen der Tschecho⸗ Slowakei. An der baye anden in 45 Ortschaften Protest⸗ ä 1 ede emilltärischen Rüstungen der flalt, durch die sich die bayerische Grenzbevölkerung bedroht sieht. Vielleicht handelt es sich bei diesen Protestversamm⸗ lungen nur um eine Aktion der Deutschvölkischen mit dem Zwecke. die Gemüter zu erregen. 8 9

Der polnisch⸗litauische Konflikt.

Tschitscherin hat an die polnische Regierung eine Note gerichtet, worin erklärt wird, daß bie Verwickelungen zwischen Polen und Litauen in der Wilnafrage die Sowjetregierung beunruhigt, und worin daran erinnert wird, daß nach dem polnisch⸗russischen Friedensvertrag von Riga alle Streitfragen zwischen Polen und Litauen lediglich der Eutscheidung dieser beiden Staaten unterliegen und die Hinzuziehung einer dritten Partei, zumal des sogenannten Völkerbundes, der von der Sowjet⸗Regierung nicht anerkannt sei, dem Vertrage wider⸗ spreche. Die Sowset⸗Regierung hege die Befürchtung, daß der Ver⸗ zicht auf den Grundsatz, daß die Kepsetung einer Demarkationslinse zwichen Polen und Lilauen nur auf Grund, einer polnisch⸗litaulschen Verständigung zulässig sei, den Frieden bedrohe, an dem die Sowfet⸗ Republiken unmitlelbar interssiert seien. Die Moskauer, Regierung 4 hoffe, daß die poln und litauische Regierung den Streit in freund⸗ schaftlicher Weise schlichten werden. Die Sowjet⸗Regierung sei bereit, bei der Beilegung des entstandenen Konflikts mitzuwirken.

Diese rufsische Note hat in Paris Beunruhigung hervorgerufen. Man spricht dort in amtlichen Kreisen von einer Art von Monroedik⸗ trin nach der Rußland den Auspruch erhebe, daß die Angelegenheiten der Nandstaaten ausschließlich, von diesen selbst, eventl. unter Mitwir⸗ kung der Moskauer Regierung zu regeln seien.

wie die Sozialdemokratie es geplant hat. Not lehrt beten sie lehrt auch Währungspolitik treiben. Darum begrüßen wir trotz aller Bedenken gegen Einzelheiten diesen neuen Schritt der Reichsregierung und können nur fordern, daß er konsequent zu Ende gegangen wird.

Die Zeit, das Organ der Deutschen Volkspartei, hält es für zweckmäßig, in einer Besprechung des Goldanleihe⸗ projekts zu versichern, daß dem Kabinett Cuno gelingen konnte, was das Kabinett Wirth vergeblich versuchte, die Mitwirkung der Reichsbank an einer Maßnahme zur Stützung der Mark zu gewinnen. Daß dabei in der gegen⸗ wärtigen Zeit wirtschaftlicher Kriegsführung manche Be.

denken schwinden mußten, die sich früher geltend machten, sei unbestreitbar, ebenso wie auch, daß es nur einer fachmänni⸗ schen und willensstarken Regierung bedurfte, umdie in der deutschen Wirtschaft ruhenden Finanz- und Wirtschafts⸗ kräfte mobil zu machen. i

Die Zeit gibt also hier offen zu, daß gegen die Re⸗ gierung Wirth Sabotage geübt worden ist, vor allem von denFinanz- und Wirtschaftskräften, aber auch, daß die Reichsbank bisher die Regierung nicht genügend unterstützt hat. Das Interesse des Vaterlandes steht bekanntlich bei der Wirtschaft immer sehr hoch im Kurse, aber wenn nicht

der Korporal.Hahaha, was wirst Du für einen prächtigen

Grenadier abgeben, mein Junge! Der Kaiser liebt solche stramme Bengels! Ehe Du Dich versiehst, bist Du Kor- poral! Gildas, reiche Deinem Vetter und Kriegskameraden die Hand!

Gildas, der gerade in die Küche kam, streckte Rohan die Hand entgegen; man merkte daß er über den Durst ge⸗

trunken, wie fast alle anwesenden Männer. Ohne die ihm entgegengestreckte Hand des Vetters zu beachten, keuchte

Rohan:Ist das wahr, was Onkel Ewen eben sagte? Einer von Euch, der nüchtern geblieben ist, soll es mir bestätigen.

Der Korporal wütete. Jan Goron, der beste Freund Rohans, trat auf diesen zu, legte seine abgearbeitete Hand auf dessen Schulter und sagte freundlich:Ja, Rohan, es ist wahr! Deine Nummer ist gezogen worden. Mich und meine Mutter hat der gütige Gott beschützt.

Mutter Gwenfern stöhnte schmerzlich auf. Männer und Weiber suchten sie und Rohan zu trösten. Dieser stand wie vor den Kopf geschlagen da, jeder Blutstropfen war aus seinem Gesicht gewichen. Er war keines Gedankens mächtig. Erst als die jungen Burschen sich um ihn scharten, ihn mit guten und schlechten Witzen zu trösten suchten, riß er sich aus seiner Erstarrung empor und schrie:Das kann ja nicht sein! Ihr erlaubt Euch einen Scherz mit mir! Wie kann mein Name gezogen worden sein, da ich gar nicht dort war?!

Der Korporal, der wie die übrigen etwas verdutzt dreinblickte, faßte sich zuerst und entgegnete spöttisch:Ge mach, gemach, der Kaiser läßt sich kein Schnippchen schlagen. Schmach genug, daß Du Dich in einem Winkel verkrochen, statt wie ein Mann Deiner Pflicht nachzufommen! Danke der Vorsehung, daß Du einen so braven Oheim hast, der Deine Abwesenheit entschuldigte und statt Deiner zog. Alles ist in schönster Ordnung. Es lebe der Kaiser!

Du hast statt meiner gezogen! rief Rohan, am ganzen Körper zitternd.

Du bist nicht erschienen und ich wollte für Dich ziehen, aber meine kleine Marcelle beschwor mich, sie ziehen zu lassen, da Du sie darum gebeten. Corbleu! Wie die Herren lachten, als sie zur Urne trat und ihr Händchen ängstlich hineinversenkte. Mut! rief ihr der Herr Bürgermeister zu und sie übergab mir den Zettel

Marcelle! keuchte Rohan.

Jewohl, sie ist eine tapfere Kleine und brachte dem

bedeckt zurückkehren sehen, Mutter Gwenfern! beruhigte sie

Volksparteiler in der Regierung sitzen, dann sinkt diefer J Kurs erheblich. Ein sehr lehrreiches Geständnis in dieser schweren Zeit. 5

Dollarstand gestern millag 12 Uhr: 22 75023 000 Mark-

Versammlungskalender.

Alten⸗Buseck. Turnverein. Samstag, den 24. Februar, abends 8 7 Uhr ieder⸗Versammlung. Mitgliedsbücher sind mit⸗ zubringen. Das inen sämtlicher Mitglieder ist dringend er forderlich. Der Vorstand.

Gießen. Vereinigte Sozialdem. Partei. Sonn⸗ lag, den 25. Februar, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus Lichl⸗ bildervortrag über:Volk in Not, zu Gunsten des Arbeiterwohl⸗ fahrtsausschusses. Zahlreicher Besuch wird erwartet. 1

Lang⸗Göns. Wahl verein. Samstag, den 24. Februar, abends Uhr, Mitaliederversammlung beiHebbel Dages⸗ odnung: und Kassenbericht, Vorstandswahl. Ver⸗

lald. Wahlverein. Sonntag, den

schudenes. Nüddingshausen. S oz 5 25 nachmittags 4 Uhr, findet im Parteilokale unsere

0

Mon 0 verfammlung statt. Wegen wicht ger Tagesord⸗ mung it de Erscheinen aller erforderlich. Mitalledsbücher sind mitzubringen. 1 g

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denn Du bist der önig der Konskribierten. Die kleine Hand, die statt Deine den Zettel zog, hat die Nummer Eins herausgefischt.

Rohan Gwenfern Nummer Eins! brüllte Gildas, Stimme und Haltung dz Sergeanten nachahmend. Alles lachte. Jannick entlocktedem Dudelsack ein komisches Ge. 5 quietsche und die jungen eute drängten zur Türe, um sich ins Wirtshaus zu begeben wo sie den denkwürdigen Tag würdig beschließen wollten. Sie forderten Rohan auf, si ihnen anzuschließen, am zudriglichsten der schon angeheiterte Gildas. 8 1

Plötzlich ertönte von draren her Stimmengewirr und Füßegetrappel, die Tür ging af und eine Schar junger Mädchen trat, die Nationalhyne singend, ein. An ihrer Spitze Marcselle.

Auf jeder ihrer Wangen brante ein hektischer Fleck, ihre Augen glühten wie im Fieber. V sie Rohan erblickte, blieb sie mitten in der Küche wie angeurzelt stehen und sah ihn forschend an. Er hatte, seit er Urcelles Namen hervorge- stoßen, noch kein Wort gesprochen ud nur zu Boden gestarrt. Beim Eintritt Marcelles hob er de Kopf. Ihre Blicke be⸗ gegneten sich eine einzige Sekunde, m sich dann wieder ver⸗ legen zu senken. J

b Das arme Mädchen hatte heute son einen harten Kampf mit sich gekämpft. Nachdem die vorihr e e*

verlesen worden war, glaubte sie v Angst und Kummer

sterben zu müssen. Sie hatte die onze Zeit inbrünstig* Gott gebetet, er möge sie eine hohenummer ziehen ue und siehe da sie hatte die nieigste gezogen! Einen Augenblick wollte sie an der Barmhergkeit und Güte Gottes verzweifeln, aber dann ward sie ruher, die Bewunderung für den Kaiser drängte sich an die Ferfläche, die Begeiste rung ihres Oheims riß sie mit fort sie vergaß, sich Selbs! vorwürfe zu machen und beschloßz ter zu sein, was au kommen sollte. Nur wenige der ihr kannten Konskribiert ließen sich ihr Unglück merken undie dachte gar nicht an einen Widerstand Rohans. Freilichhatte er ihr in den letzten Tagen wiederholt seine Abneing gegen das Kriegt handwerk und die Konskription erklt, aber das hatten fe alle anderen Burschen von Kromle ebenfalls getan und doch waren sie dem Rufe zur Urnmit mehr oder guter Miene gefolgt.

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LKaiser und auch Dir Glück! Du solltest stolz darauf sein, 1

(Fortsetzung igt.)