Ausgabe 
23.1.1923
 
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Orts polizeibezirk Berlin umgehend eine Polizeiverordnung

bruch. Nach einer gefährlichen Kletterpartie über

die Spielleitung Rudolf Goll und Sänger und Sängerinnen boten

Jumper das ist seit einigen Jahren in die

1 satz verfaßt:

soßen. Als so gegen 12 Uhr nachts(die Zeit, in der die Hexen gerne umgehen) der Besitzer des Borstenviehs noch etwas im Hofe zu erledigen hate, hörte er ein Rascheln. Er ging dem Rascheln nach und sah, wie vor dem Wagen, in dem sich die Schweinchen befanden, eine ältere Frau stand und beide Arme über das liebe Getier ausbreitete und Zauber⸗ oder Hexensprüche murmelte. Zwar gibt es auch bei uns noch Leute, die an Hexentreiben glauben, doch der Schweinehändler scheint nicht zu denselben a0 gehören, denn eine gehörige Trächt Prügel, die er derHexe übergab, machten ihn, alle Schweinchen und hoffentlich auch die Hexe von allem Zauber frei. Kreis Wetzlar. Einschränkungen der Lustbarkeiten. Der preußische Minister des Innern hat am 18. Januar den mit der Reichsregierung gepflogenen Verhandlungen zur Einschränkung der Lustbarkeiten an alle Oberpräsi⸗ denten und den Politzeiprästdenten von Berlin folgenden Erlaß ge⸗

Die gespannte polttische und wi f Lage, die durch die rechtswidrige Besetzung des Ruhrgebietes verurfacht ist, erfordert einschneidende Maßnahmen, unter anderem auch in der Richtung einer Einschränkung der Vergnügungs⸗ und Genußsucht. Aus diesem Grunde ersucht der Minister die Oberpräsidenten, für den Umfang ihrer Provinzen, sowie den Polizeipräsidenten von Berlin, für den

zu erlassen, die die auf diesem Gebiete hervorgetretenen Uebelstände zu bekämpfen geeignet erscheint. Da es sich um eine Maßnahme han⸗ delt, die keinen Aufschub duldet, ersucht der Minister, die Zustimmung des Provinzialrats(in Berlin des Magistrats) erst nachträglich ein⸗ zuholen. Durch die Fühlungnahme mit den in Frage kommenden Interessen vertretungen soll der alsbaldige Erlaß der Verordnung 5 verzögert werden. Für die Verordnung gelten folgende Richtlinien:

1. Eine Einschränkung der Polfzeistunde für Gast⸗ und Schankwirtschaften ist herbeizuführ⸗

en. Die äußerst zulässige Grenze ist 11 Uhr abends, soweit nicht eine noch frühere Polizei⸗ slunde schon jetzt festgesetzt ist. Auch soweit eine noch frühere Polizei⸗ stunde bereits festgesetzt ist, bleibt eine Herabsetzung in Erwägung zu ziehen. Das gleiche wird von Theatern, Varieté, Kabaretts, Licht⸗ spielvorstührungen und ähnlichen Schaustellungen zu gelten haben. 2. Oeffentliche sowie private Tanzlustbarkeiten in und ü oder mit solchen in Verbindung ftehen⸗

Ausnahmen von den Bestimmungen 1 und 2 sind auf besondere Fälle zu beschränken. Für die Erteilung der Genehmigung in solchen ö ällen sind die Regterungspräsidenten für zuständig zu er⸗ Nären(in Berlin der tzeipräsident).

3. Der Ausschank von alkoholischen Getränken an Jugendliche unter 16 Jahren ist zu untersagen.

Die Uhr⸗Poltzerstunde und das Verbot von Tanzluftbar⸗ deiten ift am 20. Januar bereits in ganz Preußen in Kraft getreten.

i ift gewiß von den besten Absichten

9 en in fremdem Orte ankommen und sich Quartier suchen müssen.

Von Nah und Fern.

Frankfurt a. M., 20. Jan. Ein verwegener Ein⸗ eine Anzahl Dächer drangen in der Nacht zum Freitag Diebe, die zweifellos mit den Ortsverhältnissen gründlich vertraut waren, von einem Dach aus in das Haus des Juweliers Donner, Ecke Grauben⸗ und Töngesgasse, um hier den Laden auszuplündern. Als dieser nicht olfnen war, versuchte man einen Einbruch in dem 1. Stock, wo ebenfalls Marenvgyräte loserten

1

Frankfurt a. M., 21. Jan. Frankfurts Einwohner⸗ zahl. Nach Feststellungen des Statistischen Amtes betrug am 1. Jauuar die Volkszahl für den Stadtkreis Frankfurt rund 477 000. Im 1. Januar 1920 zählte Frankfurt 453 000, am

1. Januar 1922: 478 200, am 1. April 1922: 475 500 und am

1. Oktober 1922: 477 000 Einwohner. Die Zahl der Einwohner hat sich dem nach im letzten Vierteljahr nicht vermehrt.

Frankfurt a. M., 21. Jan. Ein neues Zeitungsver⸗ bot. Die Frankfurter Nachrichten wurden auf die Damer von drei Tagen von der französischen Besatzungsbehörde für den Kreis Höchst a. M. verboten. Der Grund des Verbotes ist nicht bekannt..

Frankfurt a. M., 21. Jan. Wie geschoben wird. Ledig⸗ lich nach der Photographie kauften nacheinander vier Personen ein Auto, das sie von dem ursprünglichen Werte 17 Millionen Mark rasch auf acht Millionen hinaufjagten. Das Geld waren sie los, und zudem kamen ste als Schieber in das Untersuchungs⸗ gefängnis.

Frankfurt a. M., 21. Jan. Die Schwester um 6009000 Mark bestohlen. Eine aus Branschweig hier eingetroffene Frau, die später nach Höchst weiter reisen wollte, traf sich auf dem Hauptbahnhof mit ihrem Bruder und übergab diesem den Ge⸗ päckschein zur Aufbewahrung. Als die Frau später den Bruder zur Einlösung des Gepäcks an den Schalter schickte, verschwand er mit den Sachen im Werte von rund 600 000 Mark. Vermutlich ist er nach Hamburg abgefahren.

Frankfurt a. M., 21. Jan. Frankfurter Kirchenein⸗ brecher. In der Nacht zum Samstag plünderten drei bekannte Frankfurter Einbrecher die katholtsche Kirche zu Dorn⸗Assenheim bei Friedberg aus, wobei ihnen etwa 20 wertvolle Gegenstände, die meisten aus Gold und Silber verfertigt, in die Hände ftelen. Die Räuber wurden auf dem Friedberger Bahnhof von der Friedberger Polizei überrascht und verhaftet. Sie hatten sich zu ihrer Verteidigung mit Revolvern und Schlagringen ausge⸗ rüstet. 5

ö Frankfurt a. M., 21. Jan. Das Klavier der Eltern verkauft. Hinter dem Rücken der Eltern verkaufte der 18⸗ jährige Oskar Junghans ein Klavier und brachte die darauf er⸗ haltene Anzahlung in Höhe von 150 000 Mark in einer Nacht in hiesigen Vergnügungsstätten durch.

Frankfurt a. M., 21. Jan. Aushebung einer Spiel⸗ hölle. In der Wohnung des Händlers Robert Keller, Schützen⸗ straße 5, hob die Kriminalpolizei in der letzten Nacht eine Spieler⸗ gesellschaft aus, die um hohe BeträgeMeine Tante, deine Tante spielte. Die Spieler wurden nach Feststellung ihrer Personalien entlassen. Wenige Stunden später beobachete die Polizei, daß die

Spicler heimlich wieder zurückkehrten und in der Wohnung, in

der sich ein eigens dazu eingerichtetes Zimmer befand, weiter spielten. Diesmal drang die Polizei mit allen verfügbaren Kräs⸗ ten von allen Seiten in das Haus ein und stellte abermals 20 Personen beim Spiel fest.

Frankfurt a. M., 21. Jan. Straßenbahnschmerzen. Die Gesamssusgaben der Sraßenbahn steigen nach den füngsten Berechnungen auf 6 170 000 000 Mark, denen Einnahmen in Höhe von 6 155 000 000 Mark entgegenstehen sollen. Der neue Tarif steht eine 100prozentige Erhöhung der Fahrpreise vor. Die 1 bis 2 Kilometern sollen 80 Mk., bis 5 Km. 120 Mk., über 5 Km. 140 Mk. kosten. Netzkarten werden 24000 Mk., Monats- karten für eine bestimmte Strecke 1114 000 Mk. kosten. Für be⸗ sondere Fälle sind Ermäßigungen vorgesehen. Ob bei diesen hohen Preisen noch viele Leute fahren werden, bleibt abzuwarten.

Frankfurt a. M., 21. Jan. Ein Buch im Einkauf und im Verkauf. Ein hiesiger Lehrer wollte dieser Tage einem Antiquar ein gut gebundenes Exemplar eines Flaubertschen Ro⸗ mans verkaufen. Der Händler bot ihm 200 Mark, forderte aber später für einen halb zerrissenen Roman on Zola 7500 Mark von 2 Käufer. Eine solche Spanne dürfte doch wohl etwas zu 9 ein.

Frankfurt a. M., 21. Jan. Der neue Milchpreis. Von heute ab kostet im Kleinverkauf das Liter Vollmilch 320 Mark, das Liter Magermilch 188 Mark.

30 Millionen⸗Raub.

An einer der gelebtesten Straßen in Wiesbaden drückten am Mittwoch bisher nicht ermittelte Personen das Schaufenster eines Juwelengeschäftes ein und raubten aus ihm für etwa 30 Millionen Mark Schmucksachen

Bingen a. Rh., 21. Jan. Eine zweite Kaserne. Un⸗ mittelbar am Rhein gegenüber dem Niederwalddenkmal ist im letzten Jahre für die französische Besatzung eine große Kaserne er⸗ baut worden, die sich aber schon jetzt wieder als zu klein erweist. Infolgedessen fordern die Besatzungsbehönden den Bau einer zweiten Kaserne, deren Errichtung beschleunigt werden soll. Die grundsätzliche Erbauung wurde bereits genehmigt. Vor dem Kriege hatte Bingen überhaupt kein Militär.

Zwanzigmarkstücke im Strumpf. Vor mehreren Wochen starb die alte Dienerin Leopoldine Sauter, die früher bei verschiedenen Darm⸗ städter Familien un Dienste gewesen war. Man glaubte allgemein,

Stadttheater Gießen. Am Freitag kamen 2 einaktige Operetten zur Aufführung Brüderlein fein, ein alt⸗wiener Stück von Julius Wilhelm mit Musik von Leo Fall undDie schöne Galathee von Poly Henrion mit der Musik von Franz von Suppe. Textlich und auch mursikalisch ift erstere unbedingt wertvoller. Ein Paar, das seinen 40sten Hochzeitstag feiert sieht sich im Traume noch einmal als Bvaunt und Bräutigam auf der Hochzeit, was im Zwischenspiel sehr hübsch dargestellt wird. Weiche, einschmeichelnde Melodien, die bie Handlung begleiten, lassen das Ganze recht stimmungsvoll wirken. Die Darsteller Richard Hellborn(Josef Drechsler), Lu Wander als Tony und Ilse Wissendorf erst als Haushäl⸗ terin, später die Jugend verkörpernd, lösten ihre Aufgaben als alte sowie als sugendfrische Menschenkinder äußerst zufriedenstellend. Die schöne Galathee ist eine wenig glückliche Travestie auf die griechische Sage von Pygmalion, der sich in die von ihm selbst ge⸗ schaffene Statue verliebt. Suppes hübsche Musik hätte jedenfalls eines geschmackvolleren Textes bedurft. Kapellmeister Karl Knübel,

auch hier ihr Bestes. Gesanglich traten Lu Wander in der Partie des Dieners Ganymed und Ilse Wissendorf in der der Gala⸗ hee besonders hervor. Kurt Richter hätte den Pygmalion gesang⸗ lich wie darstellerisch nicht besser geben können und Richard Hell⸗ born prägte einen urkomischen Juden. Daß die Operetten in Gießen ühre Zugkraft nicht verlieren, bewies auch dieser Abend wieder; das Haus war bis auf den letzten Platz besetzt. 8. 8.

Protest eines Schulmädchens gegen Versimpelung.

In einer Schule in Wilmersdorf bei Berlin fiel es einer Lehrerin ein, den Schülerinnen einen Aussatz über den Mode gekom⸗ menes Damen⸗Kleidungsstück aufzugeben und zwar mußte der Aussatz sofort in der Schule angefertigt werden. Eine offenbar geweckte und vorwärts strebende Schülerin hatte folgenden Auf⸗

Seit vier Jahren werden in Berlin Jumper getragen. Jumper heißt auf deutsch: Schlüpfer. Die Mode ist aus Amerika herüber gekommen. Aus Wolle gehäkelt oder gestrickt finden wir sie in den verschiedensten Farben.

So, mehr kann ich nicht schreiben, denn ich denke an andere Dinge. Traurig genug, wenn es Erwachsene gibt, die nur an diesen Rummel denken. Aber noch bedauernswerter finde ich es, daß auch wir Kinder schon in den geistigen Sumpf ge⸗ zogen werden sollen. Sind die Schulen denn dazu das!

5 Dieses Vorkommnis, von dem wir kürzlich durch private Mitteilung Kenntnis erhielten, ist keine Erfindung, sondern Tat⸗ 1 Für die Schülerin hatte diese Sache aber noch ein Nach⸗ spiel, die Lehrerin ließ sie wegen dieser freimütigen Aeußerung ihrer Ansicht vor den Rektor zitieren und auch ihrer Mutter

wurde wegen derUngezogenheit des etwa 14jährigen Töchter⸗ Deus Vorhalt gemacht. Warum das? Das Mädchen zeigte einen

gesunden, natürlichen Sinn, wenn es sich dagegen auflehnte, daß irgend eine Modesache oder Modetorheit im Schulaufsatz ver⸗ arbeitet wird. In einer Schule im intelligenten Berlin ißte zue doch andere nützlichere Stoffe zur Belehrung der ler saben.

Die Gemeindepolitik, das aus der Verschmelzung der Kommu⸗ nalen Praxis mit der Sozialistischen Gemeinde hervorgegangene Zentralorgan der V. S. P. D. für die gesamte kommunale Wirt⸗ schafts⸗ und Verwaltungs wissenschaft und Praxis behandelt in der soeben erschienenen ersten Nummer das schwierige Problem der kommunalen Wirtschaft unter dem besonderen Gesichtswinkel der Finanzpolitik, ein Problem, das voraussichtlich die in Preußen und in Sachsen bevorstehenden Gemeindewahlen beherrschen wird. Zahlen, die im Leitartikel der vorliegenden Nummer wiedergegeben sind, beweisen die Unzulänglichkeit der Novelle zum Landessteuergesetz, die unter dem TitelFinanzausgleichsgesetz jetzt vom Reichsrat an den Reichstag zurückgelangt ist. Als Besserungsmittel wird die Durch⸗ führung ernsthafter Kommumalisierung angeregt. Vermögensabgabe, Erfassung der Sachwerte und Sozialisierung werden als Etappen des Sanierungsprozesses genannt. Dabei wird auf die wertvolle Vorarbeit der Sozialisterungskommission. besonders auf deren Vor⸗ schlag für ein Kommunalisierungsgesetz vom Herbst 1920 hingewiesen. Ein sehr beuchtenswerter Aufsatz von Leopold Pölzl, Bürger⸗ meister in Aussig a. E. zeigt, daß in der valutastarken Tschecho⸗ slowakei die Gemeinden nicht weniger wirtschaftlich bedrängt sind als in Deutschland. Diese Gegenüberstellung der tschechoslowakischen mit den deutschen Verhältnissen aus der Feder eines Sachkenners und Fachmanns wie Pölzl ist außerordentlich interessant und lehr⸗ reich. Hier wie dort drücken Teuerung und die den Gemeinden viel vorwegnehmende Steuer⸗ und Finanzpolitik der Staatsregierung auf das wirtschaftliche Niveau der Gemeinden. Als wichtigste Vorbe⸗ dingung für die Gesundung der Gemeindefinanzen bezeichnet Pölzl: Beseitigung der Zuschlagswirtschaft, Steuerhoheit der Gemeinden für die Staatssteuern, Zuschläge für alle Leistungen im übertragenen Wirkungskreise sowie für Schulwesen, Wohlfahrt und Gesundheits⸗ pflege und Entschuldung der Gemeinden durch Zuweisung von An⸗ teilen aus der staatlichen Vermögensabgabe. Das aktuelle Thema Kommunalisierung oder Sozialisierung des Versicherungswesens wird von der sachkundigen Jeder Martin Buchs, Hamburg, darge⸗ stellt. Der Verfasser, Redakteur der Volksfürsorge, betrachtet die einzelnen Versicherungszweige unter dem besonderen Gesichtspunkt des Themas und gelangt zu dem Schluß, daßdie Kommune als Trüger von Versiche rungseinrichtungen für Sachschadenversicherung sich nur dann eignet, wenn das Risiko auf einen großen Kreis von Personen gelegt wird. Erst die Einbeziehung großer Massen an verschiedenen Orten schafft die Möglichkeit einer ausreichenden Versicherungsgarantie. Das Mittel, dieses Ziel zu erreichen, sieht der Verfasser in der Sozialisterung des Versicherungswesens. Er weist auf die von den Gewerkschaften und Genossenschaften gegrün⸗ deteVolksfürsorge als musterhaften Erfolg der Sozial isierungs⸗ bestrebungen him.

5 Millionen Mark, von welchen sich zu trennen ihr se

ste in en Lebe was sich aber def ger 2 3 1 N als falsch erwies. In einem alt Strumpf verborgen fand man Zwanzigmarkstücke im Werte von

Mackenzie Grieve, der bereits Hawker bei seinem Versuch, den Allan⸗ soll quer durch Mitteleuropa über Wien nach Konstantinopel gehen,

Verurteilte Sprengstoffattentäter. Das Reichsgericht in Lei verkündete Mittwoch mittag nach

aus e wegen Beihilfe zum Hochverrat, der Maurer Paul M. dorf 555 Halle der E Artur Müller und der Elektromonte Alfred Menzel. Die Angeklagten erhielten je 5 Jahre Zucht haus. Die Anklage warf ihnen vor, gelegentlich der Märzunruh 1921 ein Attentat gegen die Maschineneinrichtungen derSaale zeitung und einen Sprengversuch gegen das Polizeipräsidium Halle unternommen zu haben. Schatz war der Beihilfe an der Sprengung des Bahnhofs und des Stellwerks sowie des Postgebäude im Ammendorf beschuldigt. Liebevolle Ehefrau. Vom Altmärkischen Schwurgericht in Sten dal wurde die Ehefrau Ama Schulz wegen Giftmordes zun Tode verurteilt. Die Angeklagte hatte 1917 ihrem Gatten ins Feld Kuchen nachgesandt, der mit Strychnin vergiftet war. Der Kuchens ist an dem Genuß gestorben. f Schweres Explosionsunglück. 8 einer Jabrif in Grenoble ereignete sich eine schwere S reren Zwei Arbeiter wurden auf der Stelle ge⸗ tötet, vier andere schwer verwundet. Der Sachschaden beläuft sich auf über 100 000 Franken. 1 Ein franzöfisches Postflugzeug verunglückt. 1 Ein französisches Postflugzeua, das von Alicante kam stieß ö bei der Landung bei Barzelong gegen einen Baum und zerschellte. Der Flieger wunde auf der Stelle getötet, der Passagier blieb 0

verletzt. 1

Erdbeben..

Ein ziemlich heftiges Erdbeben ist Freitag abend in Maltaß

verspürt worden. Die Bewohner flüchteten erschreckt aus ihren Häusern. Nähere Einzelheiten fehlen noch. a

Strafkammer Gießen.

Ditzung vom 18. Jannar. Metalldiebstabl und unlauterer Handel. Schmied Joh. Wilh. L. von Rödgen hatte in der hiesigen Eisen⸗ bahnwerkstätte nach und nach 22 Kilogramm Kupferabfälle ent⸗ wendet und mit nach Haufe genommen. Er behauptete, der*

ihm er 0 10. August 1922 fuhr der Althändler Aug. W. von Gießen, der damals das Geschäft mit Schn. zusammen betrieb nach Rödgen. Dort verabredeten er und L. sich im Walde nach Gießen zu treffen; dort solle das Kupfer übergeben werden. So wurde denm auch gemacht. L. war geständig. Sch. und W. bestritten dessen sie belasterde Angaben. Auf Grund der Beweisaufnahme hielt das Gericht auch sie für überführt und verurteilte N zu e eee ee ee ee Büdingen Poet pay er. 3 ffengeri n den Landwirt Ir M. von Mittelgründau wegen vorsäglicher Milchfäl schung zu 8 Tagen Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe verurteilte. Seine Berufung wurde als unbegründet verworfen die Strafe aber auf 1 Woche Gefängnis und 10 000 Mark Geld⸗ Wbdehlkter de. pelsboffher Wil, V. oon Ober deen ehlerei. schaffner Wilh. B. von 8 2 und der Wagner Jak D. von dort hatten von dem Verwalter Bauer 1 Zentner Weizen und 1 Zentner Erbsen, die auf dem Bahnhof gestohlen waren gekauft. Das Schöffengericht Friedderg hatte sie mangels Beweises freigesprochen. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft wurden ste zu Gefängnisstrafen von 3 und 2 Monaten wegen Hehlerei verurteilt.

ö Sport

Außerordentlicher Bezirksfußballtag am 14. Januar 1923 in Gießen.

Sportgenosse Schäfer eröffnet um 10 Uhr die Sitzung Tages⸗ ordnung: 1. Wahl des Bezirksvorstandes. 2. Verschiedenes. Es sind von 16 Vereinen 10 Vereine mit 14 Vertretern anwesend. Sportgenosse Schäfer dankt den Vertretern sowie ganz befonders Kreisspielleiter Jestett für das Erscheinen. Sportgenosse Jestett macht unter anderem auf die Uebelstände im Bezirk aufmerksam und fordert für die Zukunft rege Unterstützung der Bezirks⸗ leitung. Zum geschäftsführenden Ausschuß wurden gewählt:

Bezirksleiter: Karl Schäfer, Wieseck. 3

Berichterstatter und Schriftführer: Wilh. Jung, Gr.⸗Linden.

Kassierer: Aug. Weller, Wieseck.

Schiedsrühhterobmann: Gg. Hofmann, Wetzlar.

Erweiterter Bezirksspielausschuß und sogleiy) i misston: Heck⸗Deulphe, Geiß⸗Weidenhauf n,

Loorsen⸗

Annerod, Zammert⸗Groß⸗Linden. ö 9 45 Revisoren: Kleinfelden, Wetzlar, Pistor, Herborn. 1

In Punkt Verschiedenes wird der Antrag von Herborn und

Wetzlar betr. Sonderklasse dem geschäftsführenden Ausschuß über⸗ wiesen Marburg erhält nach Erledigung der fälligen Zahlungen Spielgenehmegung. Ein Antrag von Genosse Jestett. die Prewat⸗ spiele in Vereinsspielleiterkonferenzen festzulegen, wird einstimmig angenommen. Die einzelnen Vertreter gehen dann sogleich zur Festsetzung von Spielen über. Zum Schlusse fordert Sportgenosse Jestett nochmals zu besserer Bezirksarbeit auf und mit einen kräftigenFrei Heil trennen sich die Vertreter. 5 Der Bezirksspielausschuß 9. Kreis, 3. Bezirk. J. A.: Jung.

Dollarstand gestern mittag 12 Uhr: 21500 Mark.

lhenler-Hemende des Bübgen-Jogkrbundes

Ortsgruppe Gießen. 1197

m Laufe des Winters werden noch 4 Vorstellungen gegeben. 7 diese Vorstellungen sind u 555 eh end von den Mitgliedern beider Gruppen bei Tall er Neuenweg 4 Gutscheine zu je 50. Mz. einzulösen. Die erste Vorstellung findet am 3. Februar statt. Auch Nichtmitglieder können Gutscheine, soweit die⸗ selben nicht von Mitgliedern abgeholt find, erhalten.

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