Ausgabe 
23.1.1923
 
Einzelbild herunterladen

Freilassung oder Streik!

Ueber die Verhandlungen des Gesamtbetriebsrats der Tyssenwerke, die am Samstag in Gegenwart des Re- gierungspräsidenten Genossen Grützner und Vertretern der freien und christlichen Gewertschaften stattfanden, wird noch Folgendes bekannt:

Weder General Degoutte, noch General Stmons waren für die Aborduung zu erreichen, die im Auftrage von 65 000 Arbeitern und Angesteilten die sofortige Freilassung Fritz Thyssens und die Wiedereröffnung der Reichsbankstellen verlangten. Auch General Devigne war plötzlich unpäßlich. So empfing Oberst Regnier, dem der Betriebsrat unter Ueberreichung einer schriftlichen Er⸗ Härung mit energischen Worten seine Forderungen unterbreitete. Dabei entspann sich eine erregte Aussprache, 2 der Oberst Bemerkungen fallen ließ, die die Entrüstung der Arbeiter her⸗ ausforderte, so, als er den Crpressungsversuch, machte und erkläre, die Bestrafung Thyssens vor dem Kriegsgericht in Mainz würde milder ausfallen, wenn die Arbeiter bei der Arbeit blieben. Dann

wieder erklärte der Oberst,was die Arbeiter für die Reichs⸗

bank einzutreten hätten, worauf ihm die Erschienenen deutlich ihre Meinung über die wirtschastliche Bedeutung der Reichsbank für ihre Industrieunternehmen zunn, ruck brachten. Der (Betriebsrat verlangte in kürzester 9 General Degoutte, den

Oberkommandie renden, zu sprechen und überließ der französischen

Regierung die Verantwortung für alle Folgen, wenn Fritz Thyssen nicht vor Montag früh 6 Uhr freigelassen sei.

Eine Vertretung der Arbeiter und Angestellten der Essener Steinkohlenbergwerke und der angegliederten Zechen haben sich nach Mainz begeben, um gegen die Verhaftung des General⸗ Direklors Tengelmann und ber übrigen Bergbeamten Protest ein⸗ ö nlegen und deren Freilassung zu fordern. Die verhafteten Leiter des Dortmunder Post⸗ und Telegraphenamtes Jünger und Zehen, die bereits nach Düsseldors gebracht worben waren, sind wieder freigelassen worden. Auch die Verhaftung des Eisenbahn⸗ direktions⸗Präsidenten Jahn ist wieder aufgehoben worden. Des⸗ gleichen sind Zollrat Bernard und Zollamtmann Plate in Dort⸗ mund wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

1 Nachdem infolge der Verhaftungen bereits am Samstag auf vielen Gruben Streik ausgebrochen war, ist für Montag mit weiteren größeren Arbeitseinstelungen zu rechnen. Vor allem ist der Streik in sämtlichen Betrieben Thussens zu erwarten, wenn nicht inzwischen die Freilassung Fritz Thyssens erfolgt.

Einig im Kampfeswillen.

Eine Konferenz von Partei- und Gewerkschafts⸗ funktionären aus dem alten und neubesetzten Gebiet, die am Sonntag außerhalb der Besatzungszone tagte, trat den Be⸗ schlüssen der Berliner Vorständekonferen vom 19. Januar einmütig bei. Die Berichte aus den verschiedenen Bezirken legten Zeugnis ab von dem einigen Kampfwillen, der die Arbeiterschaft beseelt. Weder mit Zuckerbrot noch mit der Peitsche werden die Franzosen die Arbeiter ihrem Willen gefügig machen. Die Konferenz war sich einig darin, daß die Arbeiterschaft den schweren und vielleicht langwierigen Abwehrkampf gegen verübten Rechtsbruch in vorderster Reihe zu führen hat, darum legte die Konferenz auch das größte Gewicht darauf, daß die kämpfende Arbeiterschaft über alle zu ergreifenden Maßnahmen rechtzeitig gehört und daß für ihre Ernährung und auskömmliche Entlohnung genügend gesorgt wird.

Kommunistische Versammlungen erlaubt.

Am Samstag fanden in Essen zwei kommmtmistische Versamm⸗

gen statt. Eine weitere große kommunistische Versammlung war für Sonntag abend 7 Uhr anberaumt. Alle diese Versamm⸗ fungen fanden charakteristischerweise mit Genehmigung der Be⸗ satzungsbehörde statt. Die Kommunisten erklärten in den Ver⸗ sammlungen, daß nach wie vor ihr Hauptkampf dem Kapital gelte und zwar gleichmäßig dem deutschen wie dem französischen Kapital. Man ließ aber durchblicken, daß, wenn die Beamten streiken, dann auch die Belegschaften in den Betrieben mit⸗ streiken würden.

f

.

Solidarität den Ruhrarbeitern.

Einen Aufruf für eine vaterländische Streikkasse er⸗ lassen Professor Lujo Brentano und Landtagsabgeordnete Erhard Auer. Die Kasse ist dazu be⸗ stimmt, die Arbeiter des Ruhrgebiets in ihrem Widerstand gegen die Franzosen zu unterstützen. Es heißt in dem Aufruf:

Jeder Deutsche muß seine Ehre darein setzen, je nach seinen

Verhältnissen zur Unterstützung der in der Verteidigung ihres Landes Streikenden beizusteuern. Ohne die Beiträge der Mil⸗

lionen deutscher Arbeiter wird es nicht möglich sein, das dafür nötige Geld zusammenzubringen. Auch sind sie durch ihr eigenes Interesse veranlaßt, zu hindern, daß das, was sie in den letzten 50 Jahren auf sozialem Gebiet errungen haben, durch die sozial⸗ politisch rückständigen Franzosen vernichtet wird. Wenn jeder Un⸗ verheiratete auch nur den Lohn einer Stunde hergibt, um seinen Brüdern im Ruhrrevier zu helfen, kann Deutschland gerettet wer⸗ den. Jeder Verheiratete möge selbst beurteilen, wiediel er geben kann. Die bürgerlichen Klassen werden es an Mithilfe nicht feh⸗ len lassen, wenn die Arbeiter vorangehen. 5

In Berlin haben eine Anzahl Firmen dem Reichskanzler mitgeteilt, daß sie vom 15. Januar ab monatlich 1 Prozent ihres Umsatzes zur Unterstützung der Ruhrbevölkerung zur Verfügung stellen und ihre Augestellten 2 Prozent des Ge⸗ halts. Ein Frankfurter Großkaufmann hat 5 Millionen Mark zur Verfügung gestellt.

Deutsche Boykottbewegung. Gegenmaßnahmen der Eisenindustrie.

Auf der Tagung des Vereins deutscher Eisen⸗ und Stahl⸗ industrieller wurde in völligem Einverständnis zwischen Unternehmer- und Arbeiterschaft an der Ruhr festgestellt, durch passive Resistenz die franzöftschen Anschläge zu be⸗ kämpfen. Falls Arbeitsstreckung notwendig ist, soll für die Arbeiter und ihre Familien gesorgt und von Entlassungen abgesehen werden. Die Eisenhüttenwerke haben die Liefe⸗ rungsverträge für die Minetteerze gekündigt. Die eisen⸗ verarbeitende Industrie wird fortan von Frankreich, Belgien und Luxemburg weder Roheisen noch Halbzeug, noch Walz⸗ eisen oder sonstige Eisen⸗ und Stahlwaren beziehen und ein Verbot der Eiseneinfuhr aus diesen Ländern beantragen. Um der Eisen⸗ und Lebensmittelteuerung entgegenzuwirken, will die Eisenindustrie tarifarische Vergünstigungen für andere Auslandslieferungen an Eisen, Kohlen und Lebens⸗ mitteln nachsuchen. Die Tagung schloß mit der Erklärung: Die Feinde können wohl über unsere Freiheit und unser Leben verfügen, aber niemals über unseren nationalen Stolz.

Der Zentralverband der Deutschen Großhändler sor⸗ dert seine Fach⸗ und Einzelmitglieder auf, sofort alle Gesschäftsver⸗ bindungen mit französischen und belgischen Firmen abzubrechen und so lauge nicht wieder aufzunehmen, als die vertrags⸗ und völker⸗ rechtswidrige Besetzung des Ruhrgebietes nicht aufgehoben worden ist.

Aus Kreisen der Gelsenkirchener arbeitenden Bevölkerung wurde an die dortige Kaufmannschaft herangetreten mit dem Ersuchen, den Angehörigen der Besatzungstruppen keine Lebensmittel

mehr zu n. g

Zu der Aufforderung der Genossenschaft deutscher Bühnenangehörigen an den Deutschen Blihnenverein, sich einer Aktion gegen die Aufführung französischer Stücke auf deutschen Bühnen anzuschließen, erklärt der Deutsche Bühnenverein:

Einer Aktion bedarf es nicht. Schon am 12. Januar 1923 hat der Verband der Berliner Büßhnenleitungen beschlossen, französtsche Stlicke vom Spielplan abzusetzen. Aus eigener Entscheidung haben bereits vom ersten Tag der Ruhrbesetzung an die Berliner Bühnen⸗ leiter die Proben zu französischen Stücken abgebrochen. Sie haben mit äußerster Besckhleunigung den Ersatz dieser und der auf dem Spielplan befindlichen französischen Stücke vorbereitet. Die schweren wirtschaftlichen Opfer, die dadurch den Bühnenleitern und zwar ihnen allein erwachsen, haben sie als selbstverständlich auf sich genommen. Der Deutsche Bühnenverein hat beschlossen, auch seine Mitglieder

außerhalb Berlin zu gleichem Verhalten aufzufordern.

r U

Der Deserteur. 5 Roman von Robert Buchanan.

Drittes Kapitel. a Rohans Kathedrale.

Nicht weit von der kleinen Kapelle entfernt, jedoch unten am wilden Meeresstrand unter den Klippen, erhebt sich ein Dom, schöner als ihn Menschenhände erbauen könnten, umwölbt von einem ewig azurnen Dach, mit purpurnen, grünen, goldenen Wänden und einem echten Mosaikboden. Die Leute nennen den Haupteingangdas Tor des heiligen Gildas, aber die herrliche Kathedrale selbst hat weder einen Namen, noch Betende.

Zwei ungeheure rötliche Granitwände ragen aus den mächtigen Klippen empor und begegnen sich weit draußen am Rande des Meeres. Die Wellen haben deren unteres Ende in einem riesigen Boden ausgehöhlt, der mit tropfen- dem Moos bekleidet ist. An jeder Seite erheben sich gewaltige Wände, von Wind und Wetter zu den phantastischsten Nischen und Figuren umgeschnitzt. Diese Kathedrale hat zwar keine gemalten Fenster, dafür aber wird sie vom blauen, wolkenlosen Himmelszelt überdacht. Mattes, zur Andacht stimmendes Licht beleuchtet diesen feierlichen Ort und die von der Natur gebildeten steinernen Nachahmungen der verschiedensten mystischen Gestalten, denen der Aber glaube Namen wieMit einer Bischofsmütze bekleideter Abt,Mönch in der Kutte und verschiedener Heiligen ver liehen hat. Der Boden ist mit grobem Kies und Tang be deckt, da und dort erheben sich aus demselben wie geschnitzte Grabsteine aussehende Riesensteinblöcke, auf denen in stiller Mitternacht Robben sitzen und wie schwarze Totengespenster zum Mond hinaufblicken.

Der Aberglaube hat die wahre Geschichte dieses Doms in eine Legende verwandelt. Nach dieser stand vor undenk lichen Zeiten an dieser Stelle wirklich eine von Menschen händen erbaute große Abtei, aber die Mönche waren laster haft und entweihten den heiligen Ort. Da schickte Gott einen Heiligen namens Gildas dom Himmel herab, um die Mönche zu ermahnen, ihr gotteslästerliches Treiben einzu⸗ stellen oder der kommenden Strafe gewärtig zu sein. In einer furchtbar kalten Winternacht erreichte Gildas das Tor; seine Glieder waren ganz starr vor Frost, ihn hungerte und

dürstete auch sehr; mit erfrorenen Fingern klopfte er ans Tor; aber die Mönche schwelgten und praßten gerade und hörten das leise Klopfen nicht. Er klopfte noch einmal, dies⸗ mal hörten sie es; als sie aber sein müdes Antlitz, seine ärm⸗ liche Kleidung und seine nackten Füße sahen, wiesen sie ihm barsch die Tür. Der Heilige hob die Hände gen Himmel, verfluchte die Abtei und ihre Insassen und befahl dem Meere, sich zu erheben und die Gottlosen zu töten. Obgleich das Meer damols noch viele Meilen von der Abtei entfernt war, erhob es sich, kam, vernichtete die Mönche, wusch das große Dach der Kathedrale hinweg und zerstörte diese. Zum Zeichen, daß sich all dies so zugetragen, blieben die Grund⸗ festen des Gebäudes bis zum heutigen Tage bestehen.

Wir sagten, die Kathedrale habe keine Betenden; doch nein, sie hatte deren zwei Rohan und Marcelle. Wenige Tage nachdem sie zusammen in der kleinen Kapelle ge⸗ standen, finden wir sie auf einem Steinblock in der Kathe⸗ drale sitzen. Das Meer war vollkommen ruhig; nicht das kleinste Geriesel befeuchtete den Boden, und doch war er noch von der letzten Flut naß. Die tangbehangenen Granitblöcke glitzerten rosig im hellen Tageslichte.

Hoch oben erstreckten sich glatte Feldwände, aber nahe über diesen riekelten, von geheimnisvollen Höhen kommend, kleine kristallhelle Wosserstrahlen. die sich an den weichen Moosfransen brachen und unzählige Perlen über den smaragdgrünen Vorhang streuten, kleine Wasserfälle von hellstem Silberfiligran bildeten oder wie flüssiges Gold auf dem dunklen Grunde blitzten, und auf dieser duftigen Masse von glitzernden Farben tanzten, hüpften und schwebten flimmernde Lichter in allen Farben des Regenbogens. Etwa hundert Meter höher war das Gestein zerrissen und ein dunkler Fleck sichtbar, der aussah wie der Eingang zu einer Höhle.

Sollten wir nicht schon gehen? bemerkte Marcelle plötzlich.Bedenke, wenn die Flut uns hier überraschte wie schrecklich! Hosl Grallon hat so seinen Tod gefunden.

Hoöl Grallon war ein großer Ochse und hätte lieber betend vor seiner Hütte bleiben sollen! entgegnete Rohan lächelnd.Meine Kathedrale hat zwei Ausgänge; wenn Nippflut ist und das Meer nicht rauh kann man getrost hier unter dem Altar die Ebbe abwarten, denn die Flut wird nie so weit steigen. Ist es aber stürmisch und bläst es stark, klettert man einfach in dasTrou hinauf dabei deutete

der sozialdemokratische

Immer neue Eroberungskruppen. Wie die Fr. Ztg. von zuverlässiger Seit erfährt, we die Franzosen immer neue Truppen nach dem Rheinla Mainz ist überfüllt von französischen Truppen. Stä werden Truppen nach dem Ruhrgebiet verladen; ebe treffen immer wieder neue Truppen aus dem Innern Fra reichs ein. Mit welchen Plänen sich die Franzosen trag kann z. B. aus einer Aeußerung geschlossen werden, die persönliche Adjutant des General Degautte, Ka Brassard, im Gesprach machte, wonach zurzeit Rheinland 90 000 Mann französische Truppen stehen während für das Ruhrgebiet insgesamt 260 000 Mann i Aussicht genommen sind.

Keine neue Währung.

Die Meldung der Frkft. Ztg., daß das Projekt der Sch einer eigenen Währung für die besetzten Gebiete in den Konfe der Sackwerständigen ein endgültiges Begräbnis gefunden hat, jetzt in der finanziellen Wochenübersicht des Temps bestätig

Das Blatt teilt mit, daß der ursprünglich erwogene Gedanke die Frankenwährung im Rheinland und Ruhrgebiet einzuführ fallen gelassen sei wegen des starken Risikos, das er für die monet

Der Katzenjammer.

Bisher keine Kohle für Frankreich.

Es ist den Franzosen bisher nicht gelungen, auch nur

einen Wagen Kohle zu erhalten. Ein Zug mit 71 Wagen,

der nach dem Elsaß geleitet werden sollte, ist in Opladen von Eisenbahnbeamten festgehalten worden. Die Eisenbah

beamten weigern sich, die Befehle der Besatzungsbeh

durchzuführen. Die von den Zechen für heute angeford

30 000 Wagen konnten gestellt werden.

Der deutsche Koks geht aus. Seit 11. Januar ist fast kein deutscher Koks in Frankreich a kommen, und da keine Vorräte mehr vorhanden sind, werden Hochöfen abgeblasen werden miissen, falls noch einige keine oder ungenügende Koksmengen ankommen sollten. Auch Luremburg, das bezüglich seiner Koksversorgung von Frankreich hängt, verursacht die drohende Koksnot, zu deren Verurfa Luxemburg garnichts beigetragen hat, lebhafte 3 Stinnes' Kohlenkäufe in England abgeschlossen. Paoeple teilt mit, daß drei Bevollmächtigte von Huge Stinnes nach England gekommen sind, um dort e Kohlenabschlüsse zu treffen. Von der Zeitung interviewt, erklärte einer der drei Bevllmächtigten, daß sämtliche ab. schlüsse bereits beendet wären. Die Käufe von Hugo Stinnss beliefen sich auf über 2 Millionen Pfund Sterling. Die Lieferfrist erstrecke sich über sechs Monate. 3

Deutscher Protest in Paris. 3

er auf den dunklen Fleck über seinem Haupteoder gar auf die Felsenspitze. 1 Marcelle zuckte mit den Schultern:Du hast gut reden! Kann denn jeder wie eine Gemse kletlern? 1 Bis zum Trou ist es wirklich ganz leicht; man hat Vor⸗ sprünge für die Füße und Nischen für die Hände. 9 Und wenn man schon hinaufkäme, was dann? Das Trou sieht wie der Eingang zur Hölle aus, niemand wür es wagen, dort einzutreten, bemerkte Marcelle, sich be⸗ kreuzigend. Du irrst! Dort droben sieht es eher wie in einer stillen Kapelle aus. Es ist ganz trocken und angenehm; wenn man ein Licht hätte, könnte man oben ganz gemütlich leben Dann ist es eine Höhle? 1 Zum Aufenthalt für eine kleine, niedliche Nixe wie ge schaffen! entgegnete Rohan lachend. 11 Ach, sag' das nicht! rief Marcelle, sich wieder rasch be kreuzigend.Welch entsetzlicher Ort! 1 Er ist e nicht entsetzlich! Ich würde ganz ruhig oben schlafen so still und friedlich ist's! Wenn die blauen Tauben und die Fledermäuse, die die ganze Nacht ein- und aushuschen, nicht wären, könnte man glauben, man liege zu Hause in seinem Bette. 4 Fledermäuse! Mich überläuft eine Gänsehaut! Marcelle mit Schaudern, obgleich sie sonst ein mutig Mädchen war. 1 Die Felsspitze dort oben, die Dir so gefährlich scheint⸗ ist es gar nicht, fuhr Rohan belehrend fort.Ich habe unsere Jannedik oft hinaufklettern sehen und würde mit gar nicht fürchten, es selbst zu versuchen. Marcelle antwortete nicht und eine Weile herrschte tie Stille Rohan las in einem alten abgegriffenen Buche, das auf seinen Knien lag, oder tat vielmehr, als ob er lese. In Wirklichkeit blickte er verstohlen nach seiner Gefäbrtin hin; schon das Bewußtsein ihrer Nähe erfüllte ihn mit Entzücken. Wenn wir noch länger bleiben, werde ich meine Sabots und meine Strümpfe ausziehen müssen, rief Marcelle regt.Wenn Du willst, bleib', Rohan, ich für mein laufe davon. Ehe er sich's versah war sie beim Tor und blickte von dort zu ihm zurück. Er rührte sich nicht.

(Fortsetzung folgt.)